Staatsgut Grub
Versuchs- und Bildungszentrum für Rinderhaltung

Grub ist nicht nur die Zentrale der Bayerischen Staatsgüter, sondern auch Versuchs- und Bildungszentrum für Rinderhaltung.
Dieser Schwerpunkt ist heute aktueller denn je und untrennbar mit dem Begriff Tierwohl verbunden. Das Staatsgut Grub versucht hier gesellschaftlichen Forderungen und Forderungen der Praxis zu verbinden und Lösungen im eigenen Betrieb darzustellen.
Neben Haltungsfragen werden auch Zucht- und Fütterungsversuche bei Rindern und Schafen gemacht, die wichtige Daten für die Forschung ergeben. Zu nennen ist hier vor allem die Hornloszucht bei Rindern oder die Gebrauchskreuzungen bei Schafen.
Die Versorgung der Tiere wird durch den Pflanzenbau des Betriebes gewährleistet. Auf ca. 400 ha wird mit den verschiedenen Fruchtarten Acker- und Grünlandnutzung betrieben. Eine Besonderheit ist der langjährige Sojabohnenanbau in Grub, der immer häufiger in der landwirtschaftlichen Praxis zu finden ist und die Fruchtfolge bereichert.
Grub ist aber auch ein Standort, der sich der Gewinnung von regenerativen Energien verschrieben hat. Die Photovoltaikanlage und die Biogasanlage erzeugen den gesamten Strom für den Betrieb von BaySG wie auch für die Institute der LfL.
Ebenso verbindet den Standort Grub ein flächendeckendes Wärmenetz, das von der betrieblichen Hackschnitzelanlage betrieben wird.
Den Rohstoff für die Hackschnitzel liefern die 525 ha Wald und die 37 ha Kurzumtriebsplantagen (Energiewald) der Staatsgüter.

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Bayerische Staatsgüter - Staatsgut Grub - Imagefilm

Aktuelles

Juni

Die FOS zu Besuch in Grub

Eine engagierte Klasse Zoombild vorhanden

Eine engagierte Klasse

Am Tag vor den Pfingstferien besuchte eine Klasse der FOS München mit Lehrer Jussi Müller im Rahmen einer Exkursion das Staatsgut Grub. An der FOS ist die Ausbildungsrichtung Agrarwirtschaft, Bio- und Umwelttechnologie angesiedelt. Diese Fachrichtung stößt aktuell bei jungen Leuten auf großes Interesse. Ein Schwerpunkt liegt dabei auf der fachpraktischen Ausbildung. Hierfür nimmt das Staatsgut Grub regelmäßig Praktikanten/innen auf. Die fachpraktische Ausbildung findet in Blockform statt. Die Praktikumsblöcke dauern in der Regel zwei Wochen und wechseln mit der Schulphase (auch zweiwöchig) ab. Der Wechsel von Theorie und Praxis bietet vor allem im fachtheoretischen Unterricht die Möglichkeit, auf praktische Kenntnisse und Fähigkeiten zurückzugreifen. Daneben bietet die fachpraktische Ausbildung eine Orientierungshilfe für die Berufsfindung und eine erste Begegnung mit der Arbeitswelt. Mit der fachpraktischen Ausbildung sollen auch die Fähigkeiten gefördert werden, im Team zu arbeiten, Probleme zu erkennen und Arbeit selbst zu organisieren. Im ersten Teil des Vormittags führte der Koordinator für Rinderhaltung Wolfgang Müller die interessierte Gruppe in seiner engagierten Art durch die Stallungen am Standort und berichtete über viel Wissenswertes zum Thema Rind. Nach einer kurzen Brotzeitpause mit Joghurt in den verschiedensten Geschmacksrichtungen, den die Molkerei Weihenstephan dankenswerterweise gesponsort hatte, lernten die 14 jungen Damen und Herren das vielfältige Energiekonzept des Betriebes, sehr bildlich vorgestellt und demonstriert von Energiekoordinator Philipp Purucker, kennen. Gibt es einen besseren Übergang in die wohlverdiente Ferienzeit?
Mit der Kuh auf du

Mit der Kuh auf du

Mai

Almauftrieb - von der Großstadt ins Gebirge

Unendliche FreiheitZoombild vorhanden

Unendliche Freiheit

Am letzten Freitag im Mai machten sich 28 Jungrinder aus dem Staatsgut Grub auf den Weg in die Sommerfrische auf der Larcheralm am Fuße des Wendelsteins. Wer schon einmal seinen Urlaub in den Bergen verbracht hat und das Vieh auf den Almen beobachten konnte, hat vielleicht bemerkt, dass die Tiere ihren wilden, freien Sommer zu genießen scheinen. Sie können sich frei bewegen, in der Sonne liegen und einen intensiven Kontakt zu den anderen Herdenmitgliedern pflegen. Gerade in der heutigen Zeit, wo die Sommer zunehmend lang und heiß sind, ist es in den Bergen angenehm kühl, und mit steigender Höhe gibt es auch weniger Bremsen und Fliegen. Bei jedem Wetter draußen an der frischen Luft zu sein, wirkt sich insgesamt positiv auf die Tiergesundheit aus. Geälptes Vieh ist nicht nur stark und widerstandsfähig, sondern hat auch eine längere Lebenserwartung. Die Bewegung auf teilweise steilem, steinigem Untergrund kräftigt außerdem die Sehnen und Muskeln und macht trittsicher. Obwohl die Sommerfrische zeitlich begrenzt ist und die meisten Almtiere den Winter im Stall stehen, hat die Zeit in den Bergen eine lang anhaltende positive Wirkung. Vor allem bei geälpten Jungtieren hat man festgestellt, dass diese ein Leben lang gesünder und leistungsfähiger sind als herkömmlich aufgezogene Tiere. Mit der jährlichen Beschickung der Larcheralm setzt das Staatsgut Grub einen weiteren wichtigen Akzent in Sachen Tierwohl.
Saftige Almweiden

Saftige Almweiden

Saftiges Grün

Saftiges Grün

Sommerfrische

Sommerfrische

Traumwetter

Traumwetter

Tierwohl durch Scheuereinrichtungen in der Bullenmast

Die neuen KratzmattenZoombild vorhanden

Die neuen Kratzmatten

Das Tierwohl wird in der Rinderhaltung großgeschrieben. Drei Aspekte sind dabei für das Tierwohl entscheidend:
die "Gesundheit" und das "Wohlbefinden" der Tiere, sowie die Möglichkeit ihren "natürlichen Verhaltensweisen" nachzugehen.

Die Fellpflege ist eine natürliche Verhaltensweise. Sie dient dem Wohlbefinden und besitzt darüber hinaus eine soziale Bedeutung. Rinder benutzen zur Körperpflege überwiegend Zunge, Hörner und Klauen und unter extensiven Haltungsbedingungen auf der Weide scheuern sie sich an Bäumen, Sträuchern und Pfosten. Im Stall ersetzen Bürsten diese natürlichen Scheuermöglichkeiten und sind ein aktiver Beitrag zur Fellpflege. Gerade aber in der Rindermast sind die fragilen Bürsten aus der Milchviehhaltung ungeeignet. Solche Bürsten werden demoliert und oftmals in alle Einzelteile zerlegt. Deshalb hat sich das Staatsgut Grub für Kratzmatten mit Gumminoppen entschieden, die an den Gittern, die als Raumteiler dienen, in „gerader“ Art befestigt sind. Eine „runde“ Anbringung in gebogener Form ist ebenfalls möglich. Der Hersteller garantiert eine gute Haltbarkeit, die der hohen Belastung im Bullenstall gewachsen ist. Somit stellen die Kratzmatten eine kostengünstige und sehr praktische Scheuereinrichtung für die Bullenmast dar. Laut Herstellerempfehlung ist für 5-6 Bullen eine Matte zu installieren. In Grub konnte beobachtet werden, dass für 10-12 Bullen eine Matte völlig ausreichend ist. Die Haltbarkeit der Noppen beträgt laut Herstellerangabe 1-2 Jahre und die der Matte 3-8 Jahre. Bei der InitiativeTierwohl Rind steht das Kriterium „Scheuermöglichkeiten“ ebenfalls im Fokus.

Fazit:

  • Die Matte wird sehr gut angenommen.
  • Die Bullen scheuern sich hauptsächlich am Kopf, dann folgen Nacken und Flanke.
  • Mit höherem Platzangebot um die Matte steigen die Kratzzeiten je Tier.
  • 1 Matte ist auch für 12 Tiere ausreichend.
Das tut gut

Das tut gut

Was für ein Gefühl

Was für ein Gefühl

Scheuern am Hals

Scheuern am Hals

Sehr gute Akteptanz

Sehr gute Akteptanz

Welch ein Genuss

Welch ein Genuss

Alle Sinne sind gefordert

21 Schülerinnen und Schüler der 2. Klasse der Grundschule am Mariahilfplatz in München machten sich am Dienstag, 10.05.22 bei strahlendem Sonnenschein auf den Weg ins Staatsgut Grub. Lehrerin Doris Schwark hatte ihre Schützlinge im Unterricht bestens auf diesen großen Tag vorbereitet. Frau Barbara Behrens, die im Staatsgut Grub als ausgebildete Landwirtin für die Milchviehherde verantwortlich ist, begrüßte die aufgeweckte Truppe und vermittelte den kleinen Gästen auf pädagogisch geschickte Weise viel Interessantes zum Thema Kuh und Milch. Gemäß dem Wahlspruch „Landwirtschaft erleben und verstehen“ bereitete die Klasse die Tränke für die Kälber zu, versuchte ihre Melkfähigkeiten am Gummieuter, erkundete die vielfältigen Serviceleistungen im Gruber „Rinderhotel“ und beobachtete das Verhalten der Kühe auf der saftigen Weide. Der lehr- und erlebnisreiche, aber auch anstrengende Vormittag schloss mit einer gemeinsamen Verkostung von Joghurt in den verschiedensten Geschmacksrichtungen. Einen Bauernhof mit allen Sinnen aktiv erleben und das mitten in der Millionenstadt München! Welch ein Geschenk!
Vorstellungsrunde

Vorstellungsrunde

Im Kälberstall

Im Kälberstall

Brotzeit

Brotzeit

Mitten in München

Mitten in München

Zuschauerinnen am Rande

Zuschauerinnen am Rande

Wie erkenne ich einen instabilen Pansen?

Für eine optimale Futteraufnahme beim Milchvieh rückt der Pansen als der wichtigste Abschnitt der ruminalen Verdauung in das Zentrum des Geschehens. Eine empfindliche und labile Symbiose aus Bakterien, Pilzen und Protozoen zersetzt hierbei die Futterbestandteile und versorgt auf diesem Weg den Wiederkäuer mit Nährstoffen. Das funktionierende System setzt eine kontinuierliche Futteraufnahme und ein optimales Zusammenspiel zwischen Fress- und Wiederkauaktivität voraus. Störungen im System führen zu einer Reduktion der Pansenstabilität und Nährstoffversorgung. Eine verminderte Leistungsfähigkeit der Tiere und ein Anstieg der Erkrankungswahrscheinlichkeit ist die unausweichliche Folge. Die Probleme beginnen häufig mit einer reduzierten Futteraufnahme und Wiederkauaktivität. Auslöser können diverse Erkrankungen sein, aber auch die Abkalbung führt regelmäßig zu einer verminderten Futteraufnahme. Auch Änderungen in der Rationszusammensetzung können ein nicht unwesentlicher Einflussfaktor sein. Um diesen Negativkreislauf zu durchbrechen, müssen alle Hebel betätigt werden, die Pansenmikroben in ihrer Arbeit zu unterstützen und dadurch die Pansenbedingungen zu stabilisieren.

Die Pansenstabilität ist ein limitierender Faktor!

Instabilität ist auf folgende Faktoren zurückzuführen:

  • wechselnde Rationen morgens/abends
  • Reihenfolge der Futtermittel (säurebildend vor Struktur)
  • Unregelmäßigkeit der Futteraufnahme von einer Fütterung auf die andere durch Störungen der Futteraufnahme oder durch Selektieren
  • Fehler im Fütterungsmanagement: Unregelmäßigkeiten bei der Verteilung oder beim Nachschieben oder zu rasche oder ständige Rationsumstellungen v.a. bei ad libitum Fütterung und TMR

Aber wie erkennt man überhaupt einen instabilen Pansen?

Hierbei sind zwei markante Kuhsignale zu erwähnen.

  • Schleckstellen im Bereich der Schulter sind ein Zeichen für Schwankungen des pH-Wertes im Pansen. Das Tier leckt sich und die Haare sind deswegen gestellt. Aus der chinesischen Medizin sind an dieser Stelle Akupunkturpunkte bekannt, die die Pansenaktivität stimulieren.
  • Kot von unterschiedlicher Konsistenz über den Tag hinweg oder von einem Tag zum anderen, abwechselnd fest, weich oder flüssig oder unterschiedlich in der Herde.
gestellte Haare

gestellte Haare

dünnflüssiger Kot

dünnflüssiger Kot

fester Kot

fester Kot

April

Treffen der AG Versuchsplanung Rindermast

BetriebsrundgangZoombild vorhanden

Betriebsrundgang

Am Mittwoch, 27.04. fand sich die Arbeitsgruppe Versuchsplanung Rindermast zu ihrem jährlichen Treffen im Staatsgut Achselschwang ein. Die Arbeitsgruppe wurde vor vielen Jahren ins Leben gerufen, um Berater und Praktiker bei Versuchen und Fragestellungen rund um die Rindermast miteinzubeziehen. Dies beginnt bei der Planung von Versuchen und reicht bis zur Umsetzung der Ergebnisse. Das Staatsgut Grub, als der die Bullenmastversuche durchführende Betrieb, ist durch Wolfgang Müller und Marius Götz in der Arbeitsgruppe vertreten. Beim aktuellen Treffen berichtete Herr Georg Hammerl aus Achselschwang von den Perspektiven zur Fresseraufzucht bei BaySG und Frau Andrea Koßmann vom ILT erörterte den Stand der Dinge zur Auslaufgestaltung im Rindermaststall in Grub. Herr Bernhard Luntz vom ITZ beleuchtete die Qualitätseinstufung von Fleckviehbullen im Zusammenhang mit dem RH-Anteil, bevor Herr Dr. Thomas Ettle vom ITE die aktuell laufenden Versuche vorstellte und die Ergebnisse der ausgewerteten Versuche zusammenfasste. Miteinander wurden anschließend die geplanten Fragestellungen diskutiert. Ein Rundgang durch die Achselschwanger Rinderstallungen rundete den Tag in gelungener Weise ab.
Projekt InnoRind

Projekt InnoRind

Unterschiedliche Buchtenbelegung

Unterschiedliche Buchtenbelegung

In Achselschwang

In Achselschwang

Ministerpräsident Söder pflanzt Buche im Gruber Taxet

Weitere Bilder des Tages

Geschäftsführer BaySG Herr Dippold im Gespräch

Geschäftsführer BaySG Herr Dippold im Gespräch

Ankunft Frau Staatsministerin Kaniber und Herr Ministerpräsident Söder

Ankunft Frau Staatsministerin Kaniber und Herr Ministerpräsident Söder

Geschäftsführer BaySG Herr Dippold

Geschäftsführer BaySG Herr Dippold

Herr Ministerpräsident Söder

Herr Ministerpräsident Söder

Gruppenbild Geschäftsführer BaySG Herr Dippold, Frau Schorer-Demel (MdL), Herr Ministerpräsident Söder, Herr Huber (MdL), Frau Staatsministerin Kaniber

Gruppenbild Geschäftsführer BaySG Herr Dippold, Frau Schorer-Demel (MdL), Herr Ministerpräsident Söder, Herr Huber (MdL), Frau Staatsministerin Kaniber

Gruppenbild Geschäftsführer BaySG Herr Dippold, Frau Schorer-Demel (MdL), Herr Ministerpräsident Söder, Herr Huber (MdL), Frau Staatsministerin Kaniber

Gruppenbild Geschäftsführer BaySG Herr Dippold, Frau Schorer-Demel (MdL), Herr Ministerpräsident Söder, Herr Huber (MdL), Frau Staatsministerin Kaniber

Frau Staatsministerin Kaniber mit Kindern

Frau Staatsministerin Kaniber mit Kindern

Gruppenbild Geschäftsführer BaySG Herr Dippold, Frau Schorer-Demel (MdL), Herr Ministerpräsident Söder, Frau Staatsministerin Kaniber

Gruppenbild Geschäftsführer BaySG Herr Dippold, Frau Schorer-Demel (MdL), Herr Ministerpräsident Söder, Frau Staatsministerin Kaniber

Gruppenbild Frau Schorer-Demel (MdL), Herr Ministerpräsident Söder, Herr Huber (MdL), Frau Staatsministerin Kaniber

Gruppenbild Frau Schorer-Demel (MdL), Herr Ministerpräsident Söder, Herr Huber (MdL), Frau Staatsministerin Kaniber

Gruppenbild Geschäftsführer BaySG Herr Dippold, Frau Schorer-Demel (MdL), Herr Ministerpräsident Söder

Gruppenbild Geschäftsführer BaySG Herr Dippold, Frau Schorer-Demel (MdL), Herr Ministerpräsident Söder

Gruppenbild Geschäftsführer BaySG Herr Dippold, Frau Schorer-Demel (MdL), Herr Ministerpräsident Söder

Gruppenbild Geschäftsführer BaySG Herr Dippold, Frau Schorer-Demel (MdL), Herr Ministerpräsident Söder

Gruppenbild Geschäftsführer BaySG Herr Dippold, Frau Schorer-Demel (MdL), Herr Ministerpräsident Söder, Herr Huber (MdL), Frau Staatsministerin Kaniber

Gruppenbild Geschäftsführer BaySG Herr Dippold, Frau Schorer-Demel (MdL), Herr Ministerpräsident Söder, Herr Huber (MdL), Frau Staatsministerin Kaniber

Gruppenbild Geschäftsführer BaySG Herr Dippold, Frau Schorer-Demel (MdL), Herr Ministerpräsident Söder, Frau Staatsministerin Kaniber

Gruppenbild Geschäftsführer BaySG Herr Dippold, Frau Schorer-Demel (MdL), Herr Ministerpräsident Söder, Frau Staatsministerin Kaniber

Gruppenbild Geschäftsführer BaySG Herr Dippold, Frau Schorer-Demel (MdL), Herr Ministerpräsident Söder, Herr Huber (MdL), Frau Staatsministerin Kaniber

Gruppenbild Geschäftsführer BaySG Herr Dippold, Frau Schorer-Demel (MdL), Herr Ministerpräsident Söder, Herr Huber (MdL), Frau Staatsministerin Kaniber

Gruppenbild Geschäftsführer BaySG Herr Dippold, Frau Schorer-Demel (MdL), Herr Ministerpräsident Söder, Rotkäppchen

Gruppenbild Geschäftsführer BaySG Herr Dippold, Frau Schorer-Demel (MdL), Herr Ministerpräsident Söder, Rotkäppchen

Gruppenbild Geschäftsführer BaySG Herr Dippold, Frau Schorer-Demel (MdL), Herr Ministerpräsident Söder

Gruppenbild Geschäftsführer BaySG Herr Dippold, Frau Schorer-Demel (MdL), Herr Ministerpräsident Söder

Gruppenbild Frau Schorer-Demel (MdL), Herr Ministerpräsident Söder, Herr Huber (MdL), Frau Staatsministerin Kaniber

Gruppenbild Frau Schorer-Demel (MdL), Herr Ministerpräsident Söder, Herr Huber (MdL), Frau Staatsministerin Kaniber

Gruppenbild Frau Schorer-Demel (MdL), Herr Ministerpräsident Söder, Herr Huber (MdL), Frau Staatsministerin Kaniber

Gruppenbild Frau Schorer-Demel (MdL), Herr Ministerpräsident Söder, Herr Huber (MdL), Frau Staatsministerin Kaniber

Geschäftsführer BaySG Herr Dippold im Gespräch

Geschäftsführer BaySG Herr Dippold im Gespräch

Geschäftsführer BaySG Herr Dippold

Geschäftsführer BaySG Herr Dippold

Herr Ministerpräsident Söder

Herr Ministerpräsident Söder

Frau Staatsministerin Kaniber mit Kindern

Frau Staatsministerin Kaniber mit Kindern

Rotkäppchen

Rotkäppchen

Herr Huber (MdL), Frau Staatsministerin Kaniber

Herr Huber (MdL), Frau Staatsministerin Kaniber

Herr Huber (MdL), Frau Staatsministerin Kaniber

Herr Huber (MdL), Frau Staatsministerin Kaniber

Wertvolle Einblicke in die Bullenmast

Erkundung des StallesZoombild vorhanden

Erkundung des Stalles

In der Karwoche und der darauffolgenden Osterwoche fanden im Versuchs- und Bildungszentrum für Rinderfütterung Achselschwang je ein Rindermastkurs im Rahmen der Überbetrieblichen Ausbildung für Teilnehmer/innen aus ganz Bayern statt. Eine eintägige Exkursion zum Thema Bullenmast führte die jungen Leute in beiden Wochen auch ins Staatsgut Grub. Bereits am Vorabend der Exkursion machte sich der Koordinator für Rinderhaltung Wolfgang Müller auf den Weg nach Achselschwang und schwor die interessierten Gruppen auf die Geheimnisse der Bullenmast ein. Er erläuterte intensiv und anschaulich die Eckdaten der Bullenmast für die Bereiche Fütterung und Haltung und gestaltete im Handumdrehen und ohne große Hilfsmittel eine funktionierende Futterration. In Grub angekommen, durften die jungen Damen und Herren den Bullenmaststall, ausgerüstet mit einem Fragebogen und einem Meterstab, auf eigene Faust erkunden und ihre Ergebnisse schriftlich festhalten, um diese anschließend mit Wolfgang Müller aktiv zu diskutieren. Eine Generalprobe für die praktische Abschlussprüfung! Am Nachmittag brachte Frau Barbara Misthilger vom ITE auf sehr engagierte Weise den Teilnehmer/innen die gesamte Gärbiologie näher und demonstrierte bei einem Gang zu den Silos die Grundfutterbeurteilung im Rahmen der Sinnenprüfung. Frau Andrea Koßmann vom ILT rundete den insgesamt sehr praktisch gehaltenen Tag mit äußerst wertvollen Tipps und Hinweisen zum Umgang mit Mastbullen ab. Arbeitssicherheit ganz großgeschrieben! Am Ende eines sehr informativen Tages waren sich alle Beteiligten einig, dass das Staatsgut Grub in Sachen Bullenmast vieles zu bieten hat und ein Besuch im Rahmen eines Rindermastlehrganges absolute Pflicht ist.
Erklärungen vor Ort

Erklärungen vor Ort

Frau Koßmann

Frau Koßmann

Frau Misthilger

Frau Misthilger

Gruppenarbeit

Gruppenarbeit

Intensive Diskussion

Intensive Diskussion

Schüttelbox im Einsatz

Schüttelbox im Einsatz

Usbekistan zu Besuch in Grub

Gäste aus UsbekistanZoombild vorhanden

Gäste aus Usbekistan

Eine 14-köpfige Delegation aus Usbekistan, unter ihnen Chefs und hohe Vertreter der dortigen Veterinär- und Landwirtschaftsverwaltung, statteten am Donnerstag, 07.04.22 dem Staatsgut Grub einen intensiven Besuch ab. Das besondere Interesse der weitgereisten Gästen galt den Fragen der Rinderzucht und -haltung, den Digitalisierungs- und den Weiterbildungsmaßnahmen der Bayerischen Staatsgüter. Kompetenter Begleiter und Ansprechpartner der Delegation war der Gruber Herdenmanager Marius Götz sowie Frau Andrea Koßmann/LfL. In Usbekistan werden verschiedenste Getreide-, Gemüse- und Obstsorten angebaut. Besonderer Beliebtheit, auch weit über die Landesgrenzen hinweg, erfreuen sich die usbekischen Kürbisse. Seit einer Reduzierung der Anbauflächen für Baumwolle nimmt der Acker- und Gartenbau zu. Die meisten Agrarprodukte werden direkt auf den lokalen Märkten angeboten und kaum exportiert.

Cuddle-Box

Cuddle-BoxZoombild vorhanden

Cuddle-Box

Jedes neugeborene Kuhkalb trägt zur Zukunft des Viehbestands bei und jede Geburt ist der Anfang einer neuen Laktation. Deswegen werden dringend optimale Bedingungen rund um das Abkalben benötigt.
Die Cuddle-Box schafft diese optimalen Bedingungen für die wichtige Anfangsphase: für den Tierhalter, für die Kuh und für das Kalb. Ein praktisches, sicheres, schnelles, hygienisches und stressfreies Handling bestimmen den gesamten Abkalbeprozess.
Die Cuddle-Box, integriert in der Abkalbebucht, schafft die richtige Arbeitsumgebung für das Kalb, die Kuh und den Menschen. Die Versorgung rund um das Kalb und die Kuh kann also sicher, hygienisch und mit wenig Stress für alle Beteiligten erfolgen. Die Cuddle-Box hat zwei Bereiche; einen für die Kuh und einen für das Kalb. Im Kalbbereich liegt das neugeborene Kalb in einer blitzsauberen Umgebung. Dieser Bereich wird mit herausnehmbaren Kunststoffplatten eingegrenzt, die ein geringes Gewicht aufweisen und zudem problemlos zu reinigen sind. Im Kuhbereich hat die Kuh den wichtigen und sicheren Kontakt zum Kalb. Zugleich ist die Futteraufnahme möglich. Durch einstellbare und schwenkbare Seitengitter wird der Kuh der Zugang zur Cuddle-Box erleichtert und mittels eines Seilzugs kann die Kuh in der Box fixiert werden. Am besten ist es, wenn die Cuddle-Box seitlich an der Abkalbebucht platziert ist, so dass der Tierhalter während des Melkens den Strohbereich nicht betreten muss. Die Seitengitter sind so konstruiert, dass das Euter leicht zu erreichen ist und die Kuh sicher gemolken werden kann - von der sauberen Seite her! Die Idee der Cuddle-Box stammt von Vetvice und die technische Entwicklung ist von Ingenieuren der Firma Spinder übernommen worden. Vetvice ist ein Team von Tierärzten, die sich für eine maximale Gesundheit und ein maximales Wohlbefinden von Tier und Mensch engagieren.
Vorteile der Cuddle-Box

  • Es ist einer Person allein möglich, die Kuh in der Box für u.a. Behandlungen oder Geburtshilfe zu fixieren.
  • hygienische, trockene und zugluftfreie Liegefläche für das neugeborene Kalb. Die Kontaktvermeidung mit Mist vermindert das Risiko von Infektionen.
  • Das neugeborene Kalb wird auf etwas Grundfutter gelegt bzw. mit Mischration bestreut. Der Geruch von Fruchtwasser animiert die Kuh sofort zum Fressen.
  • Die sofortige Futteraufnahme nach dem Kalben verringert das Risiko einer negativen Energiebilanz und damit Ketose.
  • Das intensive Lecken und Fressen hat eine positive Auswirkung auf den Abgang der Nachgeburt.
  • Das Trockenlecken stimuliert das Atemzentrum des Kalbes und sorgt dafür, dass es nicht auskühlt.
  • Die Kuh ist fixiert, so dass sie sofort nach dem Kalben sicher gemolken werden kann (Arbeitssicherheit!).
  • Eine leckende Kuh lässt sich problemlos melken. Das Lecken stimuliert die Oxytocinfreisetzung und gibt damit das wichtige Kolostrum frei.
  • Durch den separaten Kalbbereich wird das Verabreichen von Kolostrum an das Kalb erleichtert.
  • Das Kalb kann den Bereich nicht verlassen, kann nicht herumstreunen und problemlos umgesetzt werden.

Wolfgang Müller, zertifizierter KuhSignale-Trainer

Cuddle-Box1

Cuddle-Box1

Cuddle-Box2

Cuddle-Box2

Cuddle-Box3

Cuddle-Box3

Ein lohnender Abstecher

Die beiden PrüfteamsZoombild vorhanden

Die beiden Prüfteams

Der Leiter der Abteilung „Prüfungen und Kontrollen“ am AELF in Traunstein Roland Tafertshofer hatte am Montag, 04.04.22. zu einer Dienstbesprechung nach Grub eingeladen. Das Sachgebiet Förderkontrollen führt jedes Jahr in den zugeordneten Landkreisen stichprobenartig Kontrollen vor Ort durch. Die Schwerpunkte liegen dabei bei der Überprüfung der Flächen (Größe und Nutzung), der betrieblichen Unterlagen (zum Beispiel Nährstoffbilanz, Bodenuntersuchungsergebnisse etc.) sowie der Prüfung der betrieblichen Auflagen (zum Beispiel Rinderkennzeichnung). Das Sachgebiet Fachrechtskontrollen prüft und kontrolliert laufend die Einhaltung des landwirtschaftlichen Fachrechtes im jeweiligen Zuständigkeitsbereich. Die Kontrollen umfassen das Dünge- und Düngemittelrecht, das Pflanzenschutzrecht sowie das Saat- und Pflanzgutrecht in landwirtschaftlichen und gärtnerischen Betrieben, in Handelsbetrieben und in Unternehmen, die Pflanzen oder Ware pflanzlichen Ursprungs exportieren wollen. 15 Damen und Herren aus 2 oberbayerischen Prüfteams trafen sich am Vormittag im neuen Seminarraum des Staatsgutes Grub, um sich für die beginnende Prüfsaison vorzubereiten. Aber warum hatte man gerade das Staatsgut Grub als Tagungsort ausgesucht? Am Nachmittag führte der Koordinator für Rinderhaltung bei BaySG Wolfgang Müller die sehr interessierte Gruppe durch alle Stallungen am Standort, erläuterte intensiv die aktuell durchgeführten Versuche und Projekte und berichtete von vielen neuen Trends und Entwicklungen in der Rinderhaltung. Nach über zweieinhalb Stunden, angefüllt mit zahllosen wertvollen Eindrücken und fruchtbaren fachlichen Diskussionen, verabschiedeten sich die Damen und Herren schließlich Richtung Heimat. Ein lohnender Abstecher!

März

Einblicke in ein innovatives Melken

Besuch Firma Lemmer am Staatsgut GrubZoombild vorhanden

Besuch Firma Lemmer am Staatsgut Grub

Herdenmanager Marius Götz begrüßte am Donnerstag, 31.03.22 elf Außendienstmitarbeiter der Firma Lemmer Fullwood im Staatsgut Grub zu einer speziellen Melktechnik-Führung und erläuterte ihnen ausführlich seine reichhaltigen Erfahrungen mit dem Melkroboter am Standort. Die Gruppe hatte sich im Vorfeld der Führung zu ihrem jährlichen Austausch getroffen. Lemmer Fullwood setzt seit mehr als vier Jahrzehnten auf innovative Lösungen für ein besseres Melken.

Treffen des Kompetenznetzwerkes Digitalisierung

Digimilch in der ÜbersichtZoombild vorhanden

Digimilch in der Übersicht

Am letzten Mittwoch im März fand an der LfL ein großes Treffen des Kompetenzwerkes Digitalisierung in der Landwirtschaft statt. Der Tag begann mit einer Sitzung der Bund-Ländergruppe Digitalisierung im Forum. Am Nachmittag wechselten die Damen und Herren die Straßenseite zu einem geführten Rundgang im Staatsgut Grub mit verschiedenen Stationen, bei denen das Projekt DigiMilch in der Übersicht und die einzelnen Demonstrationsobjekte detailliert vorgestellt wurden. Zusätzlich präsentierte sich die Arbeitsgruppe „Feldrobotik“ aus Ruhstorf a. d. Rott. Der Koordinator für Rinderhaltung bei BaySG Wolfgang Müller führte die Teilnehmer/innen, einiges Wissenswerte zum Staatsgut berichtend, über den Bullen- und den Kälberstall zum Milchviehstall, dem Ausgangspunkt für den Stationen-Rundgang. Die 5 Demonstrationsprojekte von DigiMilch beschäftigen sich mit folgenden Themen: Wirtschaftsdüngermanagement, sensorgestützte Ertragserfassung, Fütterungsmanagement, vernetzte Stalltechnik und vernetzte, tierindividuelle Sensorsysteme. Die Digitalisierung ist eine Investition ins Weitermachen, in eine zukunftsfähige Landwirtschaft, in die nächste Generation.
Feldrobotik

Feldrobotik

Station Tierindividuelle Sensorsysteme

Station Tierindividuelle Sensorsysteme

Station Feldrobotik

Station Feldrobotik

Station Sensorgestützte Ertragsermittlung

Station Sensorgestützte Ertragsermittlung

BaySG immer präsent

BaySG immer präsent

Wasser - der vernachlässigte Rohstoff in der Rinderfütterung

Am Donnerstag, 24.03.22 brannte bis tief in die Nacht das Licht im Büro von Koordinator für Rinderhaltung Wolfgang Müller. Dieser war als Referent zu Gast bei einem Online-Seminar des AELF Abensberg-Landshut. Florian Scharf vom SG 2.3 T - Aufgaben der überregionalen Nutztierhaltung - hatte das Thema „Wasserversorgung im Rinderstall - Tränketechnik und Wasseraufbereitung“ für diese Veranstaltung ausgewählt. Im Laufe des kurzweiligen Abends referierte Jakob Lechner von der HOFRA GmbH über die so entscheidende Wasserhygiene und über mögliche Verfahren zur Tränkewasseraufbereitung. Wolfgang Müller betonte in seinen Ausführungen aus Sicht des Tierhalters und Kuhsignale-Trainers, dass die Wasserversorgung der Milchkühe in der Masse der Fälle vernachlässigt werde und stellte sehr praktisch gehaltene Aspekte und Ideen zur Gestaltung und Anordnung von Tränken den 81 online-anwesenden Praktikern/innen vor. Zahlreiche Bilder mit Situationen rund um die Tränken entführten die Zuschauer zu nächtlicher Stunde noch einmal mitten hinein ins Stallgeschehen. Am Ende waren sich alle Beteiligten einig, dass es an der Tränkewasserversorgung einiges zu überdenken und verbessern gibt.
Großes Interesse

Großes Interesse

Programm

Programm

Bürste an der Tränke

Bürste an der Tränke

Das Wasser schmeckt

Das Wasser schmeckt

Die perfekte Höhe

Die perfekte Höhe

Doppeltränke für Engstellen

Doppeltränke für Engstellen

Sofortige Akzeptanz

Sofortige Akzeptanz

Zusätzliche Tränke im Warteraum

Zusätzliche Tränke im Warteraum

Mangelnde Hygiene

Mangelnde Hygiene

Unbequemes Saufen

Unbequemes Saufen

Mehr Tierwohl für Mastbullen

Blick in den StallZoombild vorhanden

Blick in den Stall

Im Rahmen des Projektes InnoRind sollen im Gruber Mastbullenstall die Vollspaltenbuchten um Ausläufe erweitert werden, die die Fläche pro Tier merklich erhöhen, die mehr Klimareize für die Bullen bedeuten und insgesamt als wertvoller Baustein für mehr Tierwohl zu werten sind. Das Verbundvorhaben lnnoRind hat zum Ziel, ein Netzwerk zur Rinderhaltung aufzubauen, welches die Expertise der Projektbeteiligten nutzt, um innovative Ansätze für eine zukunftsfähige Rinderhaltung in Deutschland zu entwickeln. Diese Ansätze sollen zum einen das Tierwohl verbessern und zum anderen die negativen Umweltwirkungen verringern, gleichzeitig aber auch die arbeitswirtschaftliche Situation sowie die Wirtschaftlichkeit der landwirtschaftlichen Betriebe und die Wünsche der Verbraucher in die zu entwickelnden Konzepte einbeziehen. Schwerpunktthemen des geplanten Innovationsnetzwerks sind unter anderem die kuhgebundene Kälberaufzucht, alternative Mast- und Vermarktungsverfahren zur Adressierung der Absatzproblematik männlicher Milchviehkälber sowie die Transitperiode und die Bilanzierung von Umweltwirkungen im Milchviehstall. Um erste Erfahrungen mit der Haltung von Mastbullen in Ausläufen zu sammeln, besichtigten mehrere Mitglieder des Institutes für Landtechnik und Tierhaltung ILT und der Koordinator für Rinderhaltung bei BaySG Wolfgang Müller am Freitag, 18. März den Betrieb Böhm in Brunn in der Oberpfalz, der an einen bestehenden Warmstall mit Vollspaltenbuchten einen großzügigen Laufhof und eine eingestreute Liegehalle für seine ca. 100 Mastbullen angegliedert hat. Ein wunderbares Beispiel für eine mehr als gelungene Umbaulösung, die keine Wünsche offenlässt.
Eingestreute Liegehalle

Eingestreute Liegehalle

Expertenrunde

Expertenrunde

Genesungsbucht

Genesungsbucht

Geräumiger Laufhof

Geräumiger Laufhof

Moderne Fütterungstechnik

Moderne Fütterungstechnik

Wahlpflichtfach Kälberseminar

Eine stattliche TruppeZoombild vorhanden

Eine stattliche Truppe

Der guten Idee von Lehrerin Nadine Tscherntsche hatten es 32 Schüler/innen der Berufsschule Rosenheim zu verdanken, dass sie im Rahmen eines Wahlpflichtfaches zu einem Kälberseminar ins Staatsgut Grub fahren durften. Am Freitag, 11.03. war es dann soweit. Der Koordinator für Rinderhaltung bei BaySG Wolfgang Müller begrüßte die jungen Nachwuchslandwirte im neuen Seminar- und Veranstaltungsraum und stellte in einem interaktiven Vortrag grundlegende Aspekte, aber auch neue Trends und Entwicklungen, den Haltungsbereich betreffend, vor. Ein wichtiger Schwerpunkt war hierbei die paarweise Haltung von Kälbern. Nach der Mittagspause ging es zur Praxis in den vorbildlichen Gruber Kälberstall. Drei Gruppen im Wechsel waren angesagt. Wolfgang Müller erklärte intensiv das Gruber Aufzuchtkonzept und zeigte den jungen Damen und Herren die unterschiedlichsten Beschäftigungsmöglichkeiten, die in jeden Kälberstall Eingang finden sollten. Tierarzt Günter Heesen aus Markt Schwaben beleuchtete auf sehr fundierte Art und Weise die Kälberaufzucht aus tierärztlicher Sicht. Sein Rundgang begann bei den Abkalbebuchten und spannte den Bogen bis hin zur Durchfallproblematik. Herdenmanager Marius Götz gab in seiner Gruppe einen umfassenden Einblick in die Gruber Milchviehherde und verwies auf die zahlreichen digitalen Helfer im Stall. Fast ein wenig erschöpft von den vielen Eindrücken machten sich die Teilnehmer/innen am späten Nachmittag schließlich wieder auf den Weg Richtung Heimat.
Dr. Heesen vor dem Abkalbestall

Dr. Heesen vor dem Abkalbestall

Fachgespräch im Kälberstall

Fachgespräch im Kälberstall

Herr Götz im Gespräch

Herr Götz im Gespräch

Praktische Rationskontrolle für Profis

Thema des TagesZoombild vorhanden

Thema des Tages

Das vierte Profi-Seminar - Praxiswissen aktuell im Staatsgut Grub widmete sich der Vielfalt an „Möglichkeiten der praktischen Rationskontrolle im Milchviehbetrieb“. Die Veranstaltung fand ausschließlich vor Ort im Gruber Milchviehstall statt. Praxis pur! Aufgeteilt in 2 Gruppen beschäftigten sich die 15 Damen und Herren sehr intensiv mit den einzelnen Aspekten und brachten in einer lebhaften Diskussion ihre Erfahrungen ein. Mit den verschiedenen Möglichkeiten der Rationskontrolle im Milchviehbetrieb werden die Versorgungslage und das Befinden der Tiere überwacht. Die 4 wichtigsten Kriterien dabei sind die Milchinhaltsstoffe, das Wiederkauverhalten, die Körperkondition und die Kotkonsistenz. Darüber hinaus gibt es zahlreiche weitere entscheidende Parameter wie z.B. die TM-Bestimmung der Ration, den Beuteltest der Ration, die Schüttelbox, das Kraftfuttersieb, die Eimer-Wasser-Methode zur Bestimmung der Häckselqualität, die Beurteilung der Kornzerkleinerung in Maissilage, das Auswaschen von Kot, die Inaugenscheinnahme des Futterrests, die Pansenfüllung, die Bauchfüllung, den digitalen Ketosetest und die Erfassung der Pansenbewegungen. Florian Scharf vom AELF Abensberg-Landshut und Wolfgang Müller von den Bayerischen Staatsgütern moderierten das Tagesseminar mit viel Elan und Begeisterung. Wolfgang Müller überraschte die Teilnehmer/innen mit einer neu entwickelten Kotpresse, mit der ein Mistkuchen hergestellt werden kann, an dem abgelesen werden kann, wie die Kuh das Futter verdaut hat. Praxiswissen aktuell!
Programm Florian Scharf

Programm Florian Scharf

Programm Wolfgang Müller

Programm Wolfgang Müller

Beurteilung der Körperkondition

Beurteilung der Körperkondition

Ertasten von Fett- und Gewebeauflagen

Ertasten von Fett- und Gewebeauflagen

Kotpresse

Kotpresse

Februar 2022

Februar

Weiterbildung ist bei Praktikern gefragt

Thema des TagesZoombild vorhanden

Thema des Tages

In Kooperation mit dem Kreisverband Landsberg am Lech des VLF (= Verband für landwirtschaftliche Fachbildung in Bayern e.V.) lud das Versuchs- und Bildungszentrum für Rinderfütterung Achselschwang am Mittwoch, 23.02.22 zu einem Tagesseminar mit dem Thema „Zukunftsorientierte Kälberaufzucht“ ein. Am Vormittag beleuchtete der Koordinator für Rinderhaltung bei BaySG Wolfgang Müller in einem sehr praxisbetonten Vortrag mit vielen interessanten Bildern zahlreiche kleine, aber äußerst entscheidende Stellschrauben und Aspekte, die zu einer Reduzierung der Kälberverluste führen und damit zu einer optimierten Aufzucht beitragen. Ein wichtiges Anliegen war ihm auch eine besser werdende Akzeptanz der Rinderhaltung durch die Verbraucher. Nach einer ausgiebigen Mittagspause in der Achselschwanger Kantine, die alle Teilnehmer/innen zu einem lebhaften Erfahrungsaustausch nutzten, ging es zum Milchviehbetrieb Peter Kaindl ins benachbarte Schöffelding. Am 4. August 2021 wurde der neue Kälberstall der Familie Kaindl mit dem 2. Platz beim „Bayerischen Tierwohlpreis für landwirtschaftliche Nutztierhalter“ für sein Engagement belohnt. Hier dürfen sich die Tiere - eingeteilt in verschiedene Gruppen – altersgerecht entwickeln. Für die ganz Kleinen gibt es einen Auslauf direkt am Stall, der nach Lust und Laune genutzt werden kann, die größeren Tiere haben freien Zugang zur rund drei Hektar großen Weide hinter dem Gebäude. Mittlerweile war zur Gruppe Tierarzt Dr. Günter Heesen aus Markt Schwaben dazugestoßen. Bei einem Stallrundgang vermittelte er den anwesenden Damen und Herren viel Wissenswertes von der Kalbung bis hin zur Aufzucht. Praktische Tipps aus tierärztlicher Sicht durften dabei nicht fehlen. Mit einer regen Abschlussdiskussion bei den Kälberiglus endete schließlich um 16.00 Uhr ein informativer Tag, der den Teilnehmern/innen viel Gelegenheit gab, Fragen zu stellen und sich sowohl mit den Experten als auch mit den Berufskollegen/innen intensiv auszutauschen.
Dr. Heesen in Aktion

Dr. Heesen in Aktion

Im Dialog mit den Praktikern

Im Dialog mit den Praktikern

Im Kälberstall von Familie Kaindl

Im Kälberstall von Familie Kaindl

Vorbildliche Kälberhaltung

Vorbildliche Kälberhaltung

Wolfgang Müller in Aktion

Wolfgang Müller in Aktion

Zu zweit geht vieles besser - paarweise Aufzucht von Kälbern

PärchenkälberZoombild vorhanden

Pärchenkälber

Rinder sind ausgeprägte Herdentiere und fühlen sich nur im Herdenverband und in Gemeinschaft so richtig wohl. In der modernen Milchviehhaltung versucht man aber gerade zur Gesunderhaltung und Infektionsabwehr in den ersten Lebenswochen, die Kälber durch Abschottung in Einzelhaltung zu „isolieren”. „Einzelhaft“ ist angesagt!
Was in der Praxis in der Masse der Fälle gut funktioniert, wird vom Gesetzgeber aber aus Tierwohlgründen „torpediert”! Kälber müssen laut Haltungsverordnung als „Herdentiere” ab Geburt Sicht- und Berührungskontakt zu ihren Artgenossen haben können. Es ist bewiesen, dass Trennung und isolierte Einzelhaltung für Kälber erheblichen Stress bedeutet.
Eine Idee, die einen Ausweg aus diesem unschönen Dilemma bietet und allen Aspekten gerecht wird, setzt sich mehr und mehr durch: Die paarweise Haltung und Aufzucht von Milchviehkälbern!
An der Universität in British Columbia in Vancouver fanden Wissenschaftler vor rund zehn Jahren heraus, dass Kälber ein zweites weiteres Kalb als vollwertigen Herdenersatz anerkennen. Ein frühes „Gruppieren” in Zweiergruppen entspricht in der Entwicklung der Kälber in vollem Umfang dem Belassen bei den Kühen.
Vorteile:

Die „Pärchenkälber“ wachsen im Vergleich zu Kälbern in der Einzelhaltung nicht nur deutlich besser, weil sie sich gegenseitig zur Futteraufnahme anspornen, sondern sie sind auch gegenüber neuen und unbekannten Futtermitteln wesentlich offener und aufgeschlossener.
Das Anlernen und Gewöhnen an neue, unbekannte Futtermittel gerade nach dem Absetzen bringt generell ein erhöhtes Azidoserisiko für die Kälber mit sich. Die paarweise aufgezogenen Kälber brauchten in Versuchen nach dem Absetzen rund 9 Stunden, um Festfutter aufzunehmen. Die vorher in Einzelhaltung aufgezogenen Kälber brauchten dagegen aber 5 x länger, nämlich 48 Stunden! Auch der Absetzstress fällt bei paarweise aufgezogenen Kälbern deutlich geringer aus. Setzt man diese ab, „beschweren” sie sich deutlich weniger und lautstark, als man das von Einzelkälbern her kennt.
Die Kälber werden insgesamt positiv geprägt, entwickeln ein geringeres Stresslevel, sind neugieriger und dem „Stallpersonal” gegenüber weniger ängstlich und deutlich kooperativer eingestellt. Ein Aspekt, der vor allen Dingen um die Abkalbung voll zum Tragen kommt und das Arbeiten mit den Tieren auf Jahre hinaus wesentlich angenehmer macht.
Die Pärchenkälber wachsen, man möchte es nicht glauben, auch zu intelligenteren Tieren heran. In einem Futterbelohnungsversuch mussten die Kälber erst lernen, mit der Nase einen roten, aufblinkenden Computerbildschirm zu berühren, damit dann ein Sauganrecht freigegeben wurde. Die Pärchenkälber lernten dieses Verhalten in 13 Sitzungen tendenziell schneller. Vertauschte man nun die Bedingungen zur Belohnung, in dem ein aufblitzender weißer Bildschirm statt der roten Farbe das Ziel war, so schafften 80% der Pärchenkälber mit dieser umgekehrten Situation umzugehen. Die Einzelkälber scheiterten dagegen fast alle bei dieser Transferleistung mit umgekehrten Vorzeichen. Das heißt für das praktische Management und den Umgang mit den Tieren, dass Treibwege, Ausläufe, Buchten- oder Gruppenwechsel, neue Stallgefährten oder auch Personalwechsel schneller und leichter akzeptiert werden. Daraus ergibt sich weniger Stress und ein geringeres Erkrankungs- und Abgangsrisiko und geringere Zellzahlen.
In einem weiteren Versuch zeigte es sich, dass das Erkrankungsrisiko bei der Pärchenhaltung gegenüber der Einzelhaltung bis zum Absetzen ebenfalls deutlich geringer ausfällt. Die „Gruppenkälber” haben rund 2/3 weniger Durchfall und 50 % weniger Lungenentzündungen. Die beiden jeweils etwa gleichaltrigen Kälber bilden eine sogenannte „Infektionseinheit”, die über die immunologische Lücke hinaus ein deutlich reduziertes Infektionsrisiko aufweist. Es muss nämlich keine Umstellung oder Umstallung erfolgen, die beiden Tiere bleiben bis zum Absetzen zusammen und es kommt zu keinem „Risiko”-Kontakt mit anderen Tieren.

Nachteile:

Als einziger, ernst zu nehmender, möglicher negativer Aspekt, muss die Gefahr des gegenseitigen Besaugens genannt werden. Dies geschieht, wenn die Tiere über die Tränke nicht oder nicht schnell genug satt werden. Es sollte deshalb bei der paarweisen Aufzucht eine intensive bzw. eine ad-libitum-Tränke zum Einsatz kommen.

Pärchenhaltung ist sowohl in der Außenhaltung in Iglus möglich als auch in der Innenhaltung mit Boxen, deren Zwischenwände herausgezogen werden können und so bequem und schnell eine Gruppenbildung ermöglichen.
Seit Februar 2022 werden im Staatsgut Grub auch Kälber paarweise in Duo Kälberboxen gehalten, um Erfahrungen für die bayerische Praxis zu sammeln.

Mit Trennwand

Mit Trennwand

Die Trennwand ist weg

Die Trennwand ist weg

Nach der Kalbung

Nach der Kalbung

Duo Kälberbox

Duo Kälberbox

Die Obsalim-Methode = Fütterungsbeobachtungen

Herrliche Lage am BodenseeZoombild vorhanden

Herrliche Lage am Bodensee

Die Obsalim-Methode wurde in Frankreich von dem Tierarzt Bruno Giboudeau entwickelt und setzt sich aus den Worten observation und alimentaire zusammen - übersetzt heißt das Beobachtung und Fütterung. Durch diese Methode können teure Futteranalysen reduziert und das Warten auf den MLP-Bericht zur Analyse der Energie- und Eiweißversorgung verkürzt werden. Bei der Obsalim Methode® werden verschiedene Körperpartien der Kuh beobachtet, wobei unterschiedliche Stellen am Körper Rückschlüsse auf unterschiedliche Defizite in der Fütterung liefern. Beispielsweise sterben bei einem sehr niedrigen pH-Wert im Pansen (Pansenazidose) Mikroben durch das saure Milieu im Pansen ab. Die toten Mikroben erzeugen ein Gift, welches über das Blut an die Schleimhäute abgegeben wird, was man wiederum am äußeren Erscheinungsbild der Kuh ablesen kann. Auf diese Art und Weise können diverse Fütterungsdefizite, durch zum Beispiel Futterwechsel etc., schnell erkannt und angepasst werden. Am Donnerstag, 17. Februar nutzten der Koordinator für Rinderhaltung bei BaySG Wolfgang Müller und Florian Scharf vom Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Abensberg-Landshut die Chance, an einer Obsalim-Fortbildung im schweizerischen Kompetenzzentrum für Landwirtschaft für den Kanton Thurgau in Arenenberg teilzunehmen, um den Blick vom Bildschirm zu heben und die Kühe wieder ganz neu kennenzulernen und ins Visier zu nehmen. Im kommenden Winterhalbjahr wird es im Rahmen der beliebten Gruber Profi Seminare - Praxiswissen aktuell auch eine Tagesveranstaltung für die bayerischen Landwirte zu dieser hochinteressanten Thematik geben.
Beim Beobachten

Beim Beobachten

Haarkamm

Haarkamm

Nickhautvorfall

Nickhautvorfall

Schleckstelle

Schleckstelle

verschmutzte Nase

verschmutzte Nase

Theorie im Lehrsaal

Theorie im Lehrsaal

Perfekte Kotanalyse

Im Rahmen der Rationskontrolle ist es unerlässlich, regelmäßig eine Kotanalyse durchzuführen. Bei jeder Änderung in der Ration macht dies ca. 14 Tage nach der Futterumstellung Sinn. In 14 Tagen hat sich der Pansen auf das neue Futter eingestellt und es kann eine sichere Aussage getroffen werden.

Ablauf Kotanalyse:

  • Eine Kotsammelprobe von verschiedenen Kothaufen aus der ganzen Herde in eine Kotpresse füllen.
  • Dann den Kot in ein Küchensieb geben und so lange auswaschen, bis nur noch klares Wasser herausfließt.
  • Den Kot zurück in die Presse geben und auspressen.
  • Zurück bleiben die Feststoffe.

Anhand dieses sogenannten Kotkuchens kann abgelesen werden, wie die Kuh das Futter verdaut hat.

Folgende Merkmale sind dabei zu beachten:

  • Lange Fasern bzw. ein hoher Kotkuchen zeigen auf, dass die Zellulose mangelhaft verdaut wurde und die Fütterung unausgewogen ist.
  • Unverdaute oder nur teilverdaute Körner sind das Ergebnis einer zu schnellen Passagerate.
  • Sehr wenig Feststoffe resultieren aus einem zu hohem Wasseranteil im Futter. Dies bewirkt eine schnelle Passagerate.

Bei der vorgestellten Kotanalyse nach dem Vorbild von Obsalim wird das Volumen mitbeurteilt. Weil die Frischmenge Kot in der Kotpresse abgemessen wird und danach eine bestimmte Menge Kotkuchen übrigbleibt, ist ein Rückschluss auf die Passagerate anhand der Fasermenge im Kot möglich. Wenn es nur darum geht, den Kot auf seinen Inhalt zu analysieren, kann die herkömmliche Kotauswaschung mit dem Küchensieb Anwendung finden, ohne das Vorher- und Nachher-Volumen exakt zu bestimmen. Möchte man einen Überblick über die Verdauung der ganzen Herde, ist es notwendig, bei der Kotanalyse den Kot von mehreren Kühen zu sammeln. Möchte man lediglich ein Tier überprüfen, wird nur Kot von dieser Kuh genommen.

Kotpresse

Kotpresse

Nach der Pressung

Nach der Pressung

Besuch aus Niederbayern

Besuch aus NiederbayernZoombild vorhanden

Besuch aus Niederbayern

Coronabedingt war es einigen Studierenden der Staatl. Höheren Landbauschule Rotthalmünster nicht möglich, den Standort Grub näher kennenzulernen. Deshalb ergriff Lehrerin Lena Baumgartner die Initiative und organisierte am Dienstag, 15. Februar eine Exkursion nach Grub. Der Tag begann mit einer Besichtigung der Baulehrschau an der LfL. Auf über 3.000 m² Ausstellungsfläche können sich Landwirte, Berater, Auszubildende und die interessierte Öffentlichkeit über den aktuellen Stand der Technik und der Baugestaltung in der landwirtschaftlichen Nutztierhaltung informieren. Den Schwerpunkt stellen dabei die Exponate für die Haltung von Rindern und Schweinen dar. Im Anschluss begrüßte der Koordinator für Rinderhaltung bei BaySG Wolfgang Müller die 25 jungen Damen und Herren zu einer Führung durch die Rinderstallungen im Staatsgut Grub. In zwei Stunden, die wie im Flug vergingen, wurde dabei viel Interessantes und Wissenswertes zu den im Staatsgut durchgeführten Versuchen und zur zukunftsorientierten Rinderhaltung allgemein miteinander erörtert und diskutiert. Ein Blick in die Praxis kann doch nie schaden!

Azubis auf Erfolgskurs

Alle sind ganz OhrZoombild vorhanden

Alle sind ganz Ohr

Im Staatsgut Grub wird auch der Ausbildung der eigenen Lehrlinge großes Augenmerk geschenkt. Gerade in den Wintermonaten dürfen sich die Azubis über betriebsinterne Schulungen freuen. Ein Besuch im Schlachthaus ist da genauso angesagt, wie eine Einführung in das Energiekonzept des Betriebes. Weitere wissenswerte Themen wie die Kuhsignale und ein Aktionstag zur Rindermast vervollständigen das Angebot der engagierten Ausbilder. Kürzlich erhielten die jungen Damen und Herren vom erfahrenen Herdenmanager Marius Götz ein umfassendes und fundiertes Rüstzeug zur Rinderhaltung mit auf ihren weiteren Berufsweg. Die lineare Beschreibung von 2 Jungkühen vor Ort im Stall durfte dabei nicht fehlen. Und alle waren ganz Ohr, denn die nächste (Zwischen-) Prüfung kommt bestimmt!
Lineare Beschreibung einer Jungkuh

Lineare Beschreibung einer Jungkuh

Lineare Beschreibung

Lineare Beschreibung

Allgäuer Genetik in Grub

Braunvieh im TretmiststallZoombild vorhanden

Braunvieh im Tretmiststall

Am Mittwoch, 09. Februar bezogen 72 Fresser ihr neues Zuhause im Tretmistbereich des Gruber Bullenstalles. Die Genetik ist allerdings für Oberbayern etwas ungewöhnlich, zumal es sich bei den zugekauften Tieren je zur Hälfte um Fresser aus der Rasse Braunvieh und Kreuzungen aus den Rassen Braunvieh und Weißblaue Belgier handelt. Da gerade über solche Kreuzungstiere wenig Informationen vorliegen, wird der geplante Fütterungsversuch mit der Frage der Rasse (Braunvieh vs. Braunvieh x Weißblaue Belgier) kombiniert.
Fresser Braunvieh

Fresser Braunvieh

Kreuzung

Kreuzung

Kreuzungstiere

Kreuzungstiere

Bitte richtig lüften!

Arbeit in luftiger HöheZoombild vorhanden

Arbeit in luftiger Höhe

Anfang Februar 2022 erfolgten die abschließenden Arbeiten im Rahmen der digitalisierten Lüftungssteuerung am Gruber Kälberstall. Das bewegliche Lichtband, bestehend aus Acrylglas-Doppelstegplatten auf der Nordseite, wurde mit den Curtains auf der Südseite zusammengeschlossen. Die Steuerung erfolgt über Sensoren, die u.a. die Temperatur, die Luftfeuchtigkeit, die Windgeschwindigkeit und -richtung erfassen. Aus arbeitswirtschaftlichen Gründen kann das bisherige Lüftungssystem nicht permanent den Ansprüchen der Tiere angepasst werden. Viele Betriebe kämpfen sich nach wie vor mit Lungenproblemen bei Mast- und Aufzuchtkälbern herum. Wie ist das zu erklären? Die Lunge von Kälbern ist sehr empfindlich. Das liegt zum einem daran, dass die Lunge zum Zeitpunkt der Geburt noch nicht vollständig entwickelt und ausgereift ist. Die Entwicklung der Lunge dauert durchaus bis zu einem Jahr. Hinzukommt, dass Rinder eine sehr kleine Lunge im Verhältnis zum Köpergewicht haben - diese entspricht nur ca. 0,7 Prozent des Körpergewichts. Schlechte Stallluft und daraus resultierende Atemwegserkrankungen führen zu einer dauerhaften Schädigung einzelner Segmente der Kälberlunge. Leistungsminderungen sind die Folge einer dauerhaft geschädigten Lunge. Ein optimiertes Stallklima leistet damit einen nicht zu unterschätzenden Beitrag zur Kälbergesundheit und somit zu einem reduzierten Antibiotika-Verbrauch.
Montage der Windstation

Montage der Windstation

Nordseite Kälberstall

Nordseite Kälberstall

Südseite Kälberstall

Südseite Kälberstall

Lauschangriff auf den Pansen

Messen der PansenbewegungenZoombild vorhanden

Messen der Pansenbewegungen

Ein optimal funktionierender Pansen zieht sich in 2 Minuten ca. 2-3 Mal zusammen. Mit einem Stethoskop lässt sich dies an der linken Flanke der Kuh im Bereich der Hungergrube abhören. Typisch sind schabende, knisternde Geräusche, die wellenförmig entstehen und schließlich wieder abflachen. Zu vergleichen sind die Geräusche mit einem Zug, der zuerst näherkommt und sich dann wieder entfernt. Der geübte Landwirt kann diese Wellen auch mit der Hand in der Hungergrube erfühlen/ertasten. Die Anzahl Wellen zum einen und auch die Geräusche selbst sind wichtige Kuhsignale, die eindeutige Hinweise auf ein Funktionieren des Pansens geben bzw. mithelfen, Pansenstörungen zu erkennen. Gerade bei Pansenübersäuerungen arbeitet der größte der drei Vormägen unzureichend oder nahezu gar nicht mehr. Die Arbeit der Pansenmuskulatur lässt zu wünschen übrig! Der Panseninhalt wird suppig, die bekannte Schichtung ist nicht mehr gegeben und die so typischen Geräusche sind stark verändert oder fast nicht mehr erkennbar. Es plätschert! Fazit: Zur Kontrolle wiederkäuergerechter Rationen macht es im Rahmen der vielfältigen Möglichkeiten zur Rationskontrolle durchaus Sinn, neben dem Wiederkauverhalten auch die Pansenbewegungen mit einem Stethoskop abzuhören.

„Freiluft-Vorlesung“ im Staatsgut Grub

BegrüßungZoombild vorhanden

Begrüßung

Der interdisziplinäre Masterstudiengang Sustainable Resource Management am Standort Weihenstephan der TU München widmet sich dem nachhaltigen Umgang mit den natürlichen Ressourcen Boden, Wasser, Luft und biologischer Vielfalt. Am Dienstag, 01.02.22 lud der Leiter des Instituts für Landtechnik und Tierhaltung an der LfL Dr. Stefan Neser die Studierenden zu einer „Freiluft-Vorlesung“ ins winterliche Staatsgut Grub ein. Eine gelungene „Kennenlernaktion“ mit vielen interessanten Einblicken in die praktische Landwirtschaft und vor allem die Rinderhaltung, als sehr praxisbetonte Ergänzung zu den in den zahlreichen Vorlesungen vermittelten theoretischen Grundlagen.
Ein Blick in den Trockensteherstall

Ein Blick in den Trockensteherstall

Januar 2022

Januar

Sisalseil bewege dich!

Bewegliches SisalseilZoombild vorhanden

Bewegliches Sisalseil

Im Bereich des Aktivitätsverhaltens spielen bei Kälbern die Nahrungsaufnahme, das Erkundungs- und Spiel- sowie das Komfortverhalten eine wichtige Rolle. Gelenkt werden diese durch das Alter, die Genetik, den Gesundheitszustand und durch die Haltungsumwelt. Neben der Fütterung sind das Platzangebot, die Gruppengröße und deren Altersstruktur sowie die Luft- und Lichtverhältnisse äußerst entscheidend. Die Möglichkeit einer Beschäftigung mit der Umwelt und den Artgenossen genießt höchste Priorität. Nur so ist ein tiergerechtes Verhalten annähernd möglich und den gefürchteten Verhaltensanomalien vorzubeugen. Junge Kälber sind sehr neugierig und ihr Erkundungs- und Spielverhalten ist sehr stark ausgeprägt. Die Erkundung passiert vor allem über den Seh- und Geruchssinn. Ein Spielverhalten ist nur dann zu beobachten, wenn die Grundbedürfnisse der Kälber ausreichend erfüllt sind. Das heißt, dass das Kalb gesund ist und weder von Hunger, Durst oder sonstigem Stress geplagt wird. Das Spielverhalten wird als Ausdruck des Wohlbefindens gewertet und gilt deshalb als ein maßgeblicher Indikator für das Tierwohl. Im Gruber Kälberstall sind bereits seit längerem verschiedene Beschäftigungsmöglichkeiten im Einsatz. Jetzt wurde das vielfältige Angebot noch durch Sisalseile ergänzt. Diese Naturfaserseile können aber auch aus geflochtener oder gedrehter Baumwolle, Hanf oder Jute bestehen. Sie lassen sich unproblematisch an der Stalldecke oder aber an der Haltungseinrichtung befestigen. Die Gruber Kälber beschäftigen sich sehr gern damit, da das Beschäftigungsangebot beweglich ist und sie daran lecken, saugen oder darauf intensiv herumkauen können. Und wieder ist der Kälberstall um eine Attraktion reicher!
Beschäftigung ist alles

Beschäftigung ist alles

Das Interesse ist groß

Das Interesse ist groß

Eine einfache Möglichkeit

Eine einfache Möglichkeit

Sisalseil

Sisalseil

Ein Muss: Kontakt Seite an Seite

Kontakt wäre möglichZoombild vorhanden

Kontakt wäre möglich

Grundsätzlich werden in der Tierschutz-Nutztierhaltungsverordnung (TierSchNutztV) Anforderungen an die Haltungsform, den Platzbedarf, die Bodengestaltung, die Beleuchtung, den Luftraum, die klimatischen Bedingungen und das Nahrungsangebot für Kälber gestellt. Die TierSchNutztV erlaubt eine Einzelhaltung bis acht Wochen nach der Geburt, verlangt aber auch, dass Kälber immer Sicht- und Berührungskontakt untereinander haben müssen. Im Absatz 4 in § 6 heißt es dazu: „Seitenbegrenzungen bei Boxen müssen so durchbrochen sein, dass die Kälber Sicht- und Berührungs- kontakt zu anderen Kälbern haben können.“ Dieser CC-relevante Kontakt muss also über die Seitenbegrenzung möglich sein. Ein Sicht- und Berührungskontakt über die Frontseite der Einzelboxen reicht nicht aus! Dies bedeutet eine Durchbrechung der Seitenwände bei Kälberboxen oder ein direkt angrenzendes Aufstellen von Iglus. Dadurch wird das Infektionsrisiko erhöht, was wiederum ganz klar im Widerspruch zum Tierschutzgedanken steht. Um der Forderung gerecht zu werden und trotzdem das Infektionsrisiko so gering wie möglich zu halten, ist es sinnvoll, nur jeweils zwei Iglus bzw. Einzelboxen zusammenzustellen. Damit wären im Falle einer Infektion hoffentlich nur zwei Tiere betroffen. Gibt es im Bereich der Einzelhaltung Durchfall- probleme, dann ist die Möglichkeit des Berührungskontaktes aus veterinärmedi- zinischer Sicht als problematisch einzustufen, da mögliche Infektionen viel leichter übertragen werden können. In einem solchen Fall ist eine Einzelaufstallung der Kälber anzuraten bei einem Abstand der Iglus bzw. Kälberboxen von mindestens 50 cm voneinander.
Beginnende Kontaktaufnahme

Beginnende Kontaktaufnahme

Kontakt, der vom Gesetz her nicht ausreicht

Kontakt, der vom Gesetz her nicht ausreicht

Gesetzeskonform

Gesetzeskonform

Sicht- und Berührungskontakt muß möglich sein

Sicht- und Berührungskontakt muß möglich sein

Gitter als Seitenabtrennungen

Gitter als Seitenabtrennungen

Kontakt ist möglich

Kontakt ist möglich

Für unsere Kleinen nur das Beste!

Der Gruber KälberstallZoombild vorhanden

Der Gruber Kälberstall

Der Kälberstall im Versuchs- und Bildungszentrum für Rinderhaltung Staatsgut Grub hat in den letzten beiden Jahren ein umfassendes Update mit Blick auf das Tierwohl und die Arbeitswirtschaft erfahren.
Folgende innovative Maßnahmen aus den Bereichen Tierwohl und Arbeitswirtschaft runden die Gruber Kälberaufzucht zu einem gelungenen Ganzen ab.
  • Einzelboxen mit Kippboden, Transport mit Palettengabel sowie mit Fahrvorrichtung
  • Tieflaufstall: „Kälber gehören nicht aufs Stroh, sondern ins Stroh“ - „Weichbodenlieger“
  • Digitale Lüftungssteuerung über Temperatur und Wind zur Optimierung des Stallklimas
  • Klimadeckel zur Schaffung eines Kleinklimas („Nestwärme“)
  • Kälberbürsten zur Fellpflege
  • Kratzmatten zur Fellpflege
  • Beschäftigungsmöglichkeiten in Form von Spieligeln, -propellern und Heuspielbällen
  • Selektives Trockenstellen zur Reduzierung des Antibiotikaeinsatzes, mehr hemmstofffreie Milch für Kälber
  • Optimierung der Trockensteherfütterung für beste Biestmilchqualität
  • Einbau von Umluftventilatoren im Abkalbebereich: Kälber von „Hitzestressmüttern“ sind ein Leben lang benachteiligt
  • Ad-libitum Tränke mit Vollmilch zur metabolischen Programmierung
  • GRETE (Gerät zur Reinigung von Tränkeeimern) zur hygienisch perfekten Reinigung der Tränkeeimer
  • Kälbertränkeautomaten mit beweglicher Hygienebox, ermöglicht Kälbern das Ausleben des natürlichen Saugverhaltens am Euter
  • Kälbertränkeautomaten mit integrierter Vorderfuß-Tierwaage, protokolliert das Gewicht während der Tränkeaufnahme
  • Smart-Neckband für ein vereinfachtes Kälberhandling mit integriertem Aktivitätssensor zur Echtzeitüberwachung der Kälber
  • Trocken-TMR zur schnellen Entwicklung der Pansenzotten

Wir laden Sie im Rahmen von Führungen und Fortbildungsveranstaltungen zu einem Besuch unseres Kälberstalles ein. Überzeugen Sie sich selbst von den einzelnen Tierwohlaspekten.
Kontakt: wolfgang.mueller@baysg.bayern.de

Ein wunderbares Angebot

Ein wunderbares Angebot

Interessiert am Spieligel

Interessiert am Spieligel

Kalb am Spieligel

Kalb am Spieligel

Jetzt kommt der Rücken dran

Jetzt kommt der Rücken dran

Kalb mit Heuball beschäftigt

Kalb mit Heuball beschäftigt

Kälber auf reichlich Stroh

Kälber auf reichlich Stroh

Kälber im Tiefstreustall

Kälber im Tiefstreustall

Mini-Schwingbürste

Mini-Schwingbürste

Tierwohl

Tierwohl

Uns gehts gut

Uns gehts gut

Sisalseil bewege dich!

Im Bereich des Aktivitätsverhaltens spielen bei Kälbern die Nahrungsaufnahme, das Erkundungs- und Spiel- sowie das Komfortverhalten eine wichtige Rolle. Gelenkt werden diese durch das Alter, die Genetik, den Gesundheitszustand und durch die Haltungsumwelt. Neben der Fütterung sind das Platzangebot, die Gruppengröße und deren Altersstruktur sowie die Luft- und Lichtverhältnisse äußerst entscheidend. Die Möglichkeit einer Beschäftigung mit der Umwelt und den Artgenossen genießt höchste Priorität. Nur so ist ein tiergerechtes Verhalten annähernd möglich und den gefürchteten Verhaltensanomalien vorzubeugen. Junge Kälber sind sehr neugierig und ihr Erkundungs- und Spielverhalten ist sehr stark ausgeprägt. Die Erkundung passiert vor allem über den Seh- und Geruchssinn. Ein Spielverhalten ist nur dann zu beobachten, wenn die Grundbedürfnisse der Kälber ausreichend erfüllt sind. Das heißt, dass das Kalb gesund ist und weder von Hunger, Durst oder sonstigem Stress geplagt wird. Das Spielverhalten wird als Ausdruck des Wohlbefindens gewertet und gilt deshalb als ein maßgeblicher Indikator für das Tierwohl. Im Gruber Kälberstall sind bereits seit längerem verschiedene Beschäftigungsmöglichkeiten im Einsatz. Jetzt wurde das vielfältige Angebot noch durch Sisalseile ergänzt. Diese Naturfaserseile können aber auch aus geflochtener oder gedrehter Baumwolle, Hanf oder Jute bestehen. Sie lassen sich unproblematisch an der Stalldecke oder aber an der Haltungseinrichtung befestigen. Die Gruber Kälber beschäftigen sich sehr gern damit, da das Beschäftigungsangebot beweglich ist und sie daran lecken, saugen oder darauf intensiv herumkauen können. Und wieder ist der Kälberstall um eine Attraktion reicher!

Freiluft-Vorlesung im Staatsgut Grub

Begrüßung am Staatsgut GrubZoombild vorhanden

Begrüßung am Staatsgut Grub

Der interdisziplinäre Masterstudiengang Sustainable Resource Management am Standort Weihenstephan der TU München widmet sich dem nachhaltigen Umgang mit den natürlichen Ressourcen Boden, Wasser, Luft und biologischer Vielfalt. Am Dienstag, 01.02.22 lud der Leiter des Instituts für Landtechnik und Tierhaltung an der LfL Dr. Stefan Neser die Studierenden zu einer „Freiluft-Vorlesung“ ins winterliche Staatsgut Grub ein. Eine gelungene „Kennenlernaktion“ mit vielen interessanten Einblicken in die praktische Landwirtschaft und vor allem die Rinderhaltung, als sehr praxisbetonte Ergänzung zu den in den zahlreichen Vorlesungen vermittelten theoretischen Grundlagen.
Ein Blick in den Trockensteherstall

Ein Blick in den Trockensteherstall

Architekturgeschichte der Tierhaltung: Von der Menagerie zum Viehstall

Moderner LaufstallZoombild vorhanden

Moderner Laufstall

Eine Gruppe von 20 Architekturstudierenden um Prof. Dr. Dietrich Erben von der TU München beschäftigte sich im Wintersemester 2021/2022 in einem Seminar mit der „Architekturgeschichte der Tierhaltung: Von der Menagerie zum Viehstall“. Prof. Dr. phil. Dietrich Erben ist seit 2009 Inhaber des Lehrstuhls für Theorie und Geschichte von Architektur, Kunst und Design. Seine Arbeits- schwerpunkte liegen in der Kunst- und Architektur- geschichte seit der Frühen Neuzeit, insbesondere in der politischen Ikonographie, der Architekturtheorie und der Geschichte der internationalen Kunstbeziehungen. Als praktisches und lebendiges Anschauungsbeispiel, wie moderne Rinderhaltung heute läuft, besuchten die jungen Damen und Herren am Montag, 24.01.22 im Rahmen einer Exkursion das Staatsgut Grub, wo ihnen der Koordinator für Rinderhaltung Wolfgang Müller wertvolle Einblicke in die zukunftsorientierte Rinderhaltung gab. In zwei kurzweiligen Stunden wurde viel Wissenswertes miteinander ausgetauscht und diskutiert. „Rinderhaltung live“ als gelungene Abrundung und Ergänzung vieler theoretischer Grundlagen im Laufe eines langen Semesters.
Auslaufmodell Anbindestall

Auslaufmodell Anbindestall

Tierwohlstall für Kälber

Tierwohlstall für Kälber

Praxiswissen aktuell - Kuhsignale

Mitten im StallZoombild vorhanden

Mitten im Stall

Im Profi-Seminar - Praxiswissen aktuell be- schäftigten sich 20 Damen und Herren am Mittwoch, 20. Januar im Staatsgut Grub aktiv und intensiv mit dem sehr aktuellen Thema Kuhsignale mit Schwerpunkt Haltung. Am Vormittag ver- mittelte dazu der Koordinator für Rinderhaltung Wolfgang Müller in seiner Funktion als zertifizierter Kuhsignale-Trainer in einem interaktiven Vortrag mit vielen nahezu selbsterklärenden Bildern die Grundlagen und das grundlegende Konzept. Anhand von Checklisten erarbeiteten die Teilnehmer/innen am Nachmittag in den praktischen Übungen mit viel Engagement und Elan ein Verbesserungskonzept für die Melkstandherde. Der Betriebsblindheit bei den Kuhsignalen entgegenwirken, das war die Motivation aller, die am Ende des Tages sichtlich zufrieden das Staatsgut Grub Richtung Heimat verließen. Von morgens bis abends wurde das Tagesseminar von einem unermüdlichen Filmteam des Bayerischen Fernsehens begleitet, das in der Sendereihe „Unser Land“ am 28. Januar über die Veranstaltung berichten wird.
Theorie im neuen Seminarraum

Theorie im neuen Seminarraum

Das Fernsehen immer präsent

Das Fernsehen immer präsent

Hautnahe Einblicke

Hautnahe Einblicke

Praktische Übungen am Nachmittag

Praktische Übungen am Nachmittag

„Unser Land“ im Kälberstall

„Film ab“ hieß es am zweiten Donnerstag im Januar im Kälberstall des Staatsgutes Grub.

„Unser Land“ - Moderator Florian Kienast interviewte den Koordinator für Rinderhaltung Wolfgang Müller zu wichtigen Fragen einer zukunftsorientierten Kälberhaltung, die dem Tierwohlgedanken unserer Tage, aber auch der Arbeitsplatzqualität im modernen landwirt- schaftlichen Betrieb Rechnung trägt. Und die Kälber genossen sichtlich vergnügt diese willkommene Abwechslung und hielten das Kamerateam in Atem.
Interview

Interview

Bei den Aufnahmen

Bei den Aufnahmen

Eine willkommene Abwechslung

Eine willkommene Abwechslung

Team vom Bayerischen Fernsehen

Team vom Bayerischen Fernsehen

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Wichtige Infos aus dem Inneren

PansenboliZoombild vorhanden

Pansenboli

Am Montag vor Weihnachten wurde in der Roboterherde im Staatsgut Grub eine neue, erweiterte Version von smaXtec in Betrieb genommen und gleichzeitig 30 Kühe mit einem Pansenbolus bestückt. Alle bisher mit einem Bolus ausgestatteten Tiere waren mittlerweile abge- gangen. Das System wurde mit der Installation von 2 zusätzlichen Basisstationen auch auf den Trockensteher- und Abkalbebereich ausgeweitet, sodass ab jetzt die Kühe rund ums Jahr wertvolle Daten für ein optimiertes Manage- ment liefern. SmaXtec ist ein Monitoringsystem für Gesundheit, Brunst und Ab- kalbung. Mit smaXtec lässt sich die Betreuung der Milchkühe optimieren, weil man jede einzelne Kuh noch besser verstehen kann. So ist es möglich, das Tierwohl und die Tiergesundheit zu steigern, die Brunsterkennung zu verbessern und der Landwirt ist frühzeitig über die anstehenden Kalbungen informiert. Herzstück ist ein Bolus, der wichtige Informationen aus dem Pansen, dem Antrieb bzw. Motor jeder Kuh, liefert. Dank einer kontinuierlichen Messung der inneren Körpertemperatur, der Aktivität und weiterer aussagekräftiger Daten wie der Wiederkautätigkeit erkennt man Krankheits- anzeichen frühestmöglich - bis zu 4 Tage bevor klinische Anzeichen sichtbar werden. Entsprechend kann man frühzeitig handeln und behandeln, schwere Krankheits- verläufe verhindern und den Einsatz von Medikamenten wie Antibiotika herunter- fahren. Dank smaXtec hat man ebenfalls den Bereich Reproduktion bestens unter Kontrolle. Man erkennt zuverlässig jede Brunst und besamt folglich mithilfe des Besamungszeitfensters sehr zeitgerecht. Zusätzlich informiert das System durch- schnittlich 15 Stunden vor einer Abkalbung, sodass alle notwendigen Vorbereitungen rechtzeitig getroffen werden können. Die neue Version des smaXtec-Systems kann jetzt noch mehr! smaXtec misst nun auch die Wiederkautätigkeit dort, wo es am sinnvollsten ist: direkt im Netzmagen. Die Messposition ermöglicht eine einzigartige Genauigkeit und Zuverlässigkeit. Auf diesem Weg bietet smaXtec noch tiefere Einblicke zu Gesundheit, Brunst, Abkalbung und Fütterung. Die moderne Bolus-Technik wird im Staatsgut Grub nicht nur für das eigene Herdenmanagement verwendet, sondern ist auch in das große Projekt und Experimentierfeld DigiMilch der LfL integriert. Wichtige Infos aus der Tiefe, dem Inneren jeder Kuh für eine moderne und zukunftsorientierte Milchviehhaltung!
Ausrüstung

Ausrüstung

Klimasensor

Klimasensor

Montage des Klimasensors

Montage des Klimasensors

Basisstation

Basisstation

Eingabe des Bolus

Eingabe des Bolus

30 Kühe warten auf einen Bolus

30 Kühe warten auf einen Bolus

Eine tierartübergreifende Begegnung

Arbeitsgruppe Schweinehaltung der LfLZoombild vorhanden

Arbeitsgruppe Schweinehaltung der LfL

Am Dienstag, den 07.Dezember besuchten 5 Damen und Herren der Arbeitsgruppe Schweine- haltung vom Institut für Landtechnik und Tier- haltung an der Bayerischen Landesanstalt für Landwirtschaft und stationiert an den Standorten Grub und Schwarzenau, das Versuchs- und Bildungszentrum für Rinderhaltung Staatsgut Grub. Der Koordinator für Rinderhaltung bei BaySG Wolfgang Müller führte die wissbegierigen Damen und Herren in zwei sehr kurzweiligen Stunden durch alle Stallungen und beantwortete auf engagierte Art und Weise viele wichtige Fragen zum aktuellen Versuchsgeschehen und zur modernen und zukunftsorientierten Rinderhaltung.
Abendstimmung in Grub

Abendstimmung in Grub

Raus mit den „Hirnanrennstangen“

unschöne Hirnanrennstange Zoombild vorhanden

unschöne Hirnanrennstange

Mitte Dezember wurde im Gruber Milchviehstall, Baujahr 1997, eine der letzten Maßnahmen im Rahmen des dringend notwendig gewordenen Stallupdates durchgeführt. Hierbei wurden die unschönen „Hirnanrennstangen“ in den zum Laufgang am Fressplatz ausgerichteten Liegeboxen entfernt und ein effektiver Durchlaufschutz in Form eines flexiblen Gummibandes installiert. Wenn ein Durchlaufschutz montiert wird, sollte dieser auf einer Höhe von 100 - 110 cm über dem Liegeflächenniveau angebracht werden. Damit die Kühe ungehindert abliegen und aufstehen können, dürfen im Kopfbereich keine störenden Stangen sein. Es muss genügend Kopffreiheit gegeben sein. Gerade die hier so beliebten „Durchlaufschutzstangen“ stellen ein großes Hindernis dar. Bei zu niedrig und falsch montierten Durchlaufschutzstangen liegen Kühe dann schräg, da sie den Kopf nicht gerade halten können. Kühe, die aufstehen wollen, bewegen sich zum Teil auf den Vorderfußwurzelgelenken kriechend zurück, damit sie sich beim Aufstehen nicht anstoßen und verweilen deshalb deutlich länger auf den Vorderfußwurzelgelenken. Die Steuerelemente sollen grundsätzlich ein Hindernis darstellen, also fest und stabil sein, müssen aber richtig eingestellt werden, um den Tieren ein optimales Liegen und Aufstehen zu ermöglichen. Spanngurte oder Ketten sind als Durchlaufschutz weniger geeignet. Sie geben nach und stellen damit bei erfahrenen Tieren keine Barriere mehr dar. Vielfach werden sie so angebracht, dass sie von den Tieren z.B. beim Aufstehen weggedrückt werden müssen. Gerade bei Spanngurten als Durchlaufschutz in einer Doppelboxenreihe findet man häufig lockere, durchhängende oder zu niedrig - z.B. in 70 cm Höhe - angebrachte Gurte. Beide behindern den Abliege- und Aufstehvorgang sehr stark. „Kühe steuern statt stören“, so lautet das alles entscheidende Motto!
Hirnanrennstange

Hirnanrennstange

Kopfschwung mit Hindernissen

Kopfschwung mit Hindernissen

Da ist was im Weg

Da ist was im Weg

Gesehen mit den Augen einer Kuh

Gesehen mit den Augen einer Kuh

Schrägliegen

Schrägliegen

Kopffreiheit

Kopffreiheit

Der Durchlaufschutz passt

Der Durchlaufschutz passt

Durchlaufschutz 100 cm über der Liegefläche

Durchlaufschutz 100 cm über der Liegefläche

Kuhsignale online unterwegs

Am Mittwoch, den 08.Dezember fand der traditionelle Milchviehtag des Amtes für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Holzkirchen statt. Aus Gründen Corona in Form einer Online-Infoveranstaltung. Doch der Zuspruch war gewaltig. Um die 100 Interessenten lauschten nach der Begrüßung durch den Behördenleiter Christian Webert und durch den Bereichsleiter Landwirtschaft Peter Nawroth im ersten Vortrag den Ausführungen von Fachberater Josef Schmalzbauer vom AELF Holzkirchen und dem Fütterungsberater Anton Huber vom LKV zum Thema „Aktuelle Grundfutter- ergebnisse – was ist in der praktischen Fütterung zu beachten?“ Auf sehr anschauliche Art und Weise ließen die beiden Referenten das vergangene, besondere „Grundfutter- jahr 2021“ noch einmal Revue passieren und gaben den Praktikern wichtige Tipps für die Rationsgestaltung mit auf den Weg in die nächsten Wochen und Monate. In den anschließenden beiden Stunden beschäftigte sich der Koordinator für Rinderhaltung bei den Bayerischen Staatsgütern Wolfgang Müller mit Sitz im Staatsgut Grub mit den „Kuhsignalen - Gesehen mit den Augen einer Kuh“. In seinem lebendigen und sehr informativen Vortrag und unterstützt mit vielen Bildern, führte Wolfgang Müller die Teilnehmer gleichsam mit offen Augen durch den Stall. Er appellierte an die Zuschauer und -hörer, die eigene Sensorik „hören, sehen, riechen, fühlen“ wieder mehr in den Mittelpunkt der täglichen Stallroutine zu stellen, um damit einer gewissen Betriebs- blindheit in Sachen Tierwohl vorzubeugen und um eine neue Sensibilität für das auch gesellschaftspolitisch äußerst relevante Thema zu entwickeln. Jeder Tierhalter ist schließlich per Gesetz zur betrieblichen Eigenkontrolle verpflichtet. Abgerundet wurde der informationsgeladene Vormittag von Beraterin Margarete Kohnert vom AELF Holzkirchen, in deren Händen auch die gekonnte Moderation der Veranstaltung lag, mit Hinweisen auf die unterschiedlichen Möglichkeiten der Dokumentation dieser obligatorischen Eigenkontrolle und auf geplante Veranstaltungen des Amtes im neuen Jahr.
mit Technik ausgestattet

mit Technik ausgestattet

erstes Thema

erstes Thema

Hauptvortrag

Hauptvortrag

Praxistipps

Praxistipps

gute Resonanz

gute Resonanz

Ende des Vortrages

Ende des Vortrages

Weihnachtswunsch

Weihnachtswunsch

Eine runde Sache

Lebenstagsleistung ist gefragtZoombild vorhanden

Lebenstagsleistung ist gefragt

Eine runde Sache lieferten die Kühe der Gruber Melkstandherde im abgelaufenen Prüfungsjahr 2021 ab. Laut LKV-Jahresbericht liegt die Herden- durchschnittsleistung bei exakt 10.000 kg Milch mit 411 kg Fett und 342 kg Eiweiß. Die Lebenstags- leistung abgegangener Kühe in dieser Herde liegt bei 16,0 kg Milch. Der bayerische Durchschnitt für die Rasse Fleckvieh liegt nur bei gut 12 kg. Mit ähnlich guten Ergebnissen können die Gruber AMS-Kühe aufwarten. Hier liegt die Herdendurchschnittsleistung bei 9.912 kg Milch mit 398 kg Fett und 341 kg Eiweiß. Die Lebenstagsleistung der abgegangenen Kühe in dieser Teilherde liegt ebenfalls bei 16,0 kg Milch. Herzlichen Glückwusch an alle am Erfolg Beteiligten!
LKV-Jahresbericht

LKV-Jahresbericht

Melkstandherde beim Fressen

Melkstandherde beim Fressen

Zufriedenheit

Zufriedenheit

ProfiPlus - Gut gemischt ist halb verdaut

Im zweiten ProfiPlus-Seminar beschäftigten sich die Teilnehmer/innen mit der Mischration der Milchkühe in Theorie und Praxis. Am Vormittag konfrontierte der Koordinator für Rinderhaltung bei BaySG Wolfgang Müller die Anwesenden in seinem lebendigen Vortrag mit der entschei- denden Frage „Eine perfekt gemischte Ration?
Gibt es so etwas?“. Wolfgang Müller zeigte dabei praktische Ansätze und machbare Wege auf, die Mischration zur Optimierung der Pansen- und Tiergesundheit so zu gestalten, dass sie von den Tieren nicht mehr selektiert werden kann. Er stellte in vielen Bildern auch Kuhsignale, das Fressen und die Futteraufnahme betreffend, in den Mittelpunkt seiner Betrachtung. In den zwei Nachmittagsübungen demonstrierte die Landwirtschaftsmeisterin Christina Knoll
von BaySG auf sehr gekonnte Art und Weise die Herstellung einer Mischration, die schließlich im Trog der Melkstandherde landete und von der interessierten Zuschauer- schar kritisch unter die Lupe genommen wurde. Fütterungsexperte Florian Scharf vom AELF Abensberg/Landshut zeigte den Teilnehmern/innen sehr bildlich die große Bandbreite der Möglichkeiten zur Rationskontrolle auf, die ohne großen Aufwand in der täglichen Stallroutine ihren festen Platz finden sollten. Nachdem bis zum frühen Abend die Vielzahl von Fragen gar nicht abgearbeitet werden konnte, wird sich mit Sicherheit ein weiteres Tagesseminar mit dieser unerschöpflichen Thematik beschäftigen.

Landwirtschaftliche Nutztiere in der Versuchstierkunde - Sachkundenachweis

Friedrich-Löffler-Institut MarienseeZoombild vorhanden

Friedrich-Löffler-Institut Mariensee

Mit Umsetzung der EU Richtlinie 2010/63 in nationales Recht hat sich im Jahre 2013 auch der nationale Rahmen bezgl. der Anforderungen an die in Tierversuchsvorhaben involvierten Mitarbeiter/ innen deutlich verändert. Laut §7 Abs. 1 Satz 3 Tierschutzgesetz dürfen Tierversuche nur von Personen geplant und durchgeführt werden, die über die dafür erforderlichen Kenntnisse und Fähigkeiten verfügen (nähere Bestimmungen zur Sachkunde: Tierschutzversuchstier-Verordnung, Anlage 1, Abschnitte 1-3). Konkret sind Tierversuchsvorhaben also nur noch geneh- migungsfähig, wenn die tierartspezifische Sachkunde für alle Beteiligten (d.h. Planer, Leiter und deren Stellvertreter, mitarbeitender Wissenschaftler, Assistenten und Tierpfleger) nachgewiesen werden kann. Um diesbezüglich für die Zukunft gerüstet zu sein, absolvierte der Koordinator für Rinderhaltung bei BaySG Wolfgang Müller einen Sachkundelehrgang zur Schwerpunkttierart Rind. Nach zwei erfolgreich absolvierten E-Learning Modulen stand in den 3 Tagen nach Allerheiligen ein praktisches Präsenz- modul am Friedrich-Löffler-Institut im niedersächsischen Mariensee auf dem Pro- gramm. In den Stallungen vor Ort erlernten die 7 Teilnehmer/innen in 3 Kleingruppen unter den strengen Augen der anwesenden Tierärzte das Handling und den Umgang mit den Versuchstieren, die Fixation und klinische Untersuchung von Kälbern und Kühen. Ebenso durften sie minimal-invasive Verfahren ohne Anästhesie, wie Appli- kationen und Probenahmen am lebenden Tier durchführen. Am letzten Tag wurden an 3 Kälbern die verschiedenen derzeit zugelassenen Methoden zur Tötung von Rindern demonstriert. Anschließend wurden die 3 Tiere in alle Einzelteile seziert und ein kritischer Blick auf die Applikations- und Blutentnahmestellen der vorange- gangenen Übungen geworfen. Eine Abschlussprüfung rundete die 3 sehr interes- santen, aber auch anstrengenden Tage der Fortbildung ab. Eine Fortbildung, die als Tierversuch bei der zuständigen Behörde angemeldet war.
Institut für Nutztiergenetik

Institut für Nutztiergenetik

Stall in Mariensee

Stall in Mariensee

Theorie

Theorie

Korrektes Halfter

Korrektes Halfter

Messen der Herzfrequenz

Messen der Herzfrequenz

Messen der Pansenbewegungen

Messen der Pansenbewegungen

Mortellaro

Mortellaro

Nasentupfer beim Kalb

Nasentupfer beim Kalb

Entnahme von Nasentupfern

Entnahme von Nasentupfern

Entnahme von Pansensaft

Entnahme von Pansensaft

Pansensaft

Pansensaft

Pansenzotten

Pansenzotten

Blättermagen

Blättermagen

Netzmagen

Netzmagen

Leber

Leber

ProfiPlus - eine gelungene Premiere

Die Zuhörer lauschen gespanntZoombild vorhanden

Die Zuhörer lauschen gespannt

Am Mittwoch, den 27.10.2021 gab es im Staatsgut Grub eine Premiere. Das bayernweit erste ProfiPlus-Tagesseminar der Bayerischen Staatsgüter ging erfolgreich über die Bühne. ProfiPlus-Seminare sind als effiziente und qualitativ hochwertige Weiterbildung für landwirtschaftliche Meister gedacht. Die Veranstaltungen zeichnen sich durch einen hautnahen Praxisbezug, eine sachliche Diskussion von landwirtschaftlichen Themen und einen lebhaften Erfahrungsaustausch auf Augenhöhe mit landwirtschaftlichen Praktikern aus. Zum ersten Seminar mit dem Thema „Zukunftsorientierte Kälberhaltung“ waren 23 Damen und Herren aus Nah und Fern nach Grub gekommen. Am Vormittag hielt Johannes Kraus von der Tierhaltungsschule in Triesdorf einen sehr informativen und mit- reißenden Vortrag „Mit Vollgas zu gesunden Kälbern“ und gab den Teilnehmern zahlreiche wertvolle Impulse und Anregungen für eine erfolgreiche Kälberaufzucht an die Hand. Der praktische Tierarzt Dr. Günter Heesen aus Markt Schwaben führte mit den Teilnehmern am Nachmittag im Gruber Kälberstall sehr engagiert und leiden- schaftlich den Gesundheitscheck bei Kälbern durch und der Koordinator für Rinder- haltung bei BaySG Wolfgang Müller arbeitete intensiv die Tierwohl-Aspekte für Kälber heraus und demonstrierte diese auf sehr anschauliche Art und Weise vor Ort. Eine rundherum gelungene Premiere, die noch viele interessante und lehrreiche Veranstaltungen erwarten lässt. Die nächsten Themen und Termine finden Sie im Weiterbildungsportal auf dieser Website.
Johannes Kraus bei seinen Ausführungen

Johannes Kraus bei seinen Ausführungen

Was man nicht misst, kann man nicht steuern!

Installation der neuen WaageZoombild vorhanden

Installation der neuen Waage

In der ersten Oktoberwoche wurde im Gruber Mastbullenstall eine neue Tierwaage installiert. Die alte Waage war in die Jahre gekommen und zum Schluss bereits ziemlich klapprig. Die neue Bullen- waage zeichnet sich durch eine vortreffliche Stabilität aus, was angesichts der hohen Mast- endgewichte auch dringend erforderlich ist und kann von den Tieren ebenerdig und ohne Stufe gefahrlos und stressfrei betreten werden. Sie ermöglicht ebenfalls ein tadelloses Fixieren der Bullen. Eine wichtige Forderung an die Arbeits- sicherheit für alle Mitarbeiter/innen! Im Rahmen der Fütterungsversuche werden alle Tiere im regelmäßigen Abstand von 4 Wochen gewogen. Die tierindividuelle Futteraufnahme wird durch Wiegetröge ermittelt. Wiegen und Messen gehören damit zu den Routinearbeiten im Versuchsbetrieb und müssen für Mensch und Tier unproblematisch und unfallfrei über die Bühne gehen.
Die Vorbereitungen zum Einbau der Waage laufen

Die Vorbereitungen zum Einbau der Waage laufen

Das Wiegen kann beginnen

Das Wiegen kann beginnen

Auf dem Weg zur Gewichtsfeststellung

Auf dem Weg zur Gewichtsfeststellung

Erfassung der Futteraufnahme

Erfassung der Futteraufnahme

Wiegetrog im Bullenstall

Wiegetrog im Bullenstall

Die Larcheralm: Nicht nur dem Tierwohl verpflichtet

So liegt es sich gutZoombild vorhanden

So liegt es sich gut

Nicht nur die Menschen unserer Tage, sondern auch die Rinder genießen sichtbar die Sommer- frische in der wunderbaren Bergwelt der Alpen. Jedes Jahr schicken zahlreiche Landwirte ihre Nutztiere im Frühsommer auf die Almen. So verbringen alljährlich 25-30 Jungrinder des Staatsgutes Grub ihren ausgedehnten „Sommerurlaub“ auf der betriebseigenen Larcheralm am Fuße des Wendelsteins oberhalb von Bayrischzell. Die Alm umfasst eine Fläche von 15 ha. Sobald die Tiere genug zu fressen finden, ist der richtige Zeitpunkt für den Auftrieb gekommen. Die Vegetation und damit der Almauftrieb hängen ganz entscheidend von der Höhenlage des jeweiligen Almgebietes, den Temperaturen und vom Schneereichtum des vorher- gegangenen Winters ab. Einhundert Tage dauert die Almzeit im Durchschnitt. Eine Zeit in Mitten von saftigen Bergwiesen, auf denen sich die Rinder ihrer Art gemäß frei bewegen können.

Tierwohl für die Rinder

Es gibt mehrere Gründe bzw. Vorteile, warum Rinder vom Sommer auf der Alm profitieren. Die Almzeit bietet den Tieren bei viel frischer Luft und Sonnenschein:

  • ein schmackhaftes, kräuterreiches und damit gesundes Futter
  • ein weiches Liegen auf den Almwiesen
  • einen intensiven Kontakt zu den anderen Mitgliedern im Herdenverband
  • Außenklimareize, die eine positive Auswirkung auf die Gesundheit haben
  • Fitness durch Bewegung im Gelände
  • Freiheit
  • Abwechslung zwischen Wald und Weide

Geälpte Jungkühe und großträchtige Kalbinnen sind von den Kunden auf den Zuchtviehmärkten aufgrund von Vorzügen wie stabiles Fundament, Futterdankbarkeit und Leichtkalbigkeit sehr stark nachgefragt. Almen sind von alters her eine wichtige Grundlage für eine gesunde Jungviehaufzucht, da sich die Tiere in einer natürlichen Umgebung artgemäß verhalten können. Die Kühe verfügen über eine gute körperliche Konstitution, da sie in den Hochlagen im Gebirge unter extremen Witterungsver- hältnissen leben und bei der Futteraufnahme oft weite Wege im steilen Gelände bewältigen müssen. Nach wissenschaftlichen Untersuchungen legen die Rinder bei der Futtersuche, bei der sie im Durchschnitt 50 kg Weidegras pro Tag verspeisen, bis zu 5 km zurück. Das stärkt die Muskulatur und die inneren Organe wie bei einem Höhen- training eines Leistungssportlers. Die Einkäufer auf Zuchtviehmärkten kennen diese Vorteile und bevorzugen Jungkühe von der Alm, die sich zudem problemlos in die neue Laufstallherde eingliedern lassen. Auf der Alm erlernen sie nämlich ein ausgeprägtes Gruppenverhalten und müssen vielfältige Anpassungsstrategien entwickeln, um je nach Witterung bei Sonne, Regen, Wind, Schnee und Ungeziefer- plage die richtigen Weideplätze aufzusuchen. Bei heißer Witterung mit Bremsen- und Fliegenplage sind die Gratlagen recht begehrt, da der darüber ziehende Wind die Insekten vertreibt. Bei Schneefall finden die Tiere in tieferen Lagen unter locker stehenden Bäumen und Baumgruppen Schutz und Futter.

Weitergehende positive Effekte

Die Rinder auf den Almen tragen stark zum Erhalt einer abwechslungsreichen und artenreichen Kulturlandschaft in den Bergen bei. Sie halten die Almflächen frei von Verbuschung und Wald. Deshalb finden in der Folge die unterschiedlichsten Pflanzen einen geeigneten Lebensraum.
Neben ihrer unerlässlichen Aufgabe als Landschaftspfleger sind die Rinder auch Lieferanten hochwertiger Nahrungsmittel. Auf einer Alm lassen sich durch Weidevieh auf Flächen, auf denen man weder Ackerbau betreiben noch Gras und Heu ernten kann, ohne großen Einsatz von Technik und anderen Ressourcen, Nahrungsmittel von hoher Qualität erzeugen. Werden Milchkühe auf der Alm gehalten, dann melkt der Senner zweimal täglich erstklassige Milch, die dann zu Butter und Käse in allen Variationen verarbeitet werden kann. Auch das Rindfleisch ist nach einem Almsommer von höchster Qualität. Heute kommt Almen aber auch beim Schutz vor Naturgefahren eine zentrale Bedeutung zu. Durch die standortangepasste Bewirtschaftung der Almflächen können Bedrohungen durch Bodenerosion, Muren und Lawinen verringert werden.

Gefahren eines Almsommers für die Kuh

Die Sommerzeit im Gebirge ist für die Rinder nicht nur schön und vorteilhaft. Sie birgt auch immer wieder Gefahren und Unannehmlichkeiten. Das Wetter spielt dabei die größte Rolle. Heftige Gewitter mit Starkregen, Sturm und Hagel und im Herbst deutlich zu früh einsetzender Schneefall können die Zeit auf der Alm sehr unschön machen. Jedes Jahr sterben zahlreiche Rinder während des Bergsommers durch Blitzschlag oder einen Absturz in steilem Gelände. Manche Tiere verletzen sich im unwegsamen Gelände. In der letzten Zeit sind weitere neue alte Gefahren für die Nutztiere auf der Alm dazugekommen. Bären und vor allem Wölfe durchwandern die Almgebiete und richten entsprechenden Schaden an.

Rinder-Ortung mit Klang

Wer im Sommer in den Bergen wandert, wird ständig vom Klang der Kuhglocken und -schellen begleitet. Die Glocken und Schellen verraten dem Senner auch in uneinseh- barem Gelände den Aufenthaltsort der Tiere. So können verlorengegangene oder verletzte Rinder schnell wiedergefunden werden.

Begegnung mit dem Almvieh – richtiges Verhalten!

Beim Alm- oder Bergwandern kann es immer wieder zu Begegnungen mit Tieren auf der Alm kommen. Gefährliche Situationen sind damit vorprogrammiert. Um diese zu vermeiden, sollten einige Empfehlungen Beachtung finden. Besonders kritisch kann die Situation werden, wenn Wanderer mit Hunden auf einer Alm unterwegs sind und auf eine Kuhherde treffen.

Empfehlungen & Tipps für richtiges Verhalten:

  • Wanderwege auf Weiden nicht verlassen!
  • Hunde bitte unter Kontrolle halten und an der Leine führen!
  • Ruhig und unauffällig in Distanz (20 - 50 Meter) an den Tieren vorbeigehen.
  • Tiere nicht erschrecken und ihnen nicht direkt in die Augen sehen.
  • Tiere in Ruhe lassen und nicht berühren. Kälber auf keinen Fall streicheln!
  • Drohgebärden der Tiere beobachten: Senken des Kopfes, scharren, brüllen, schnauben.
  • Beim Herannahen der Tiere: ruhig bleiben, nicht den Rücken zukehren und die Weide langsam verlassen!
  • Leinen Sie den Hund sofort ab, wenn ein Angriff eines Tieres abzusehen ist.
  • Nicht mit dem Stock herumfuchteln. Im absoluten Notfall einen gezielten Schlag auf die Nase des Rindes versetzen.
Fazit:

Mit der Bewirtschaftung der Larcheralm liefert das Staatsgut Grub einen nachhaltigen Beitrag zum Erhalt der Kulturlandschaft unserer heimischen Berge und einen umfassenden Beitrag zur Förderung des Tierwohls.

Tränke Marke Eigenbau

Tränke Marke Eigenbau

Dachrinnentrog mit Kalbin

Dachrinnentrog mit Kalbin

Neugierige Blicke

Neugierige Blicke

Südseite der Alm mit gestapeltem Brennholz

Südseite der Alm mit gestapeltem Brennholz

Vor der Alm

Vor der Alm

Salzleckstein

Salzleckstein

Herzlich willkommen!

Frau Waibl im KälberstallZoombild vorhanden

Frau Waibl im Kälberstall

Am Donnerstag, den 16.09. begann Frau Leonora Waibl ihre fachpraktische Ausbildung im Staatsgut Grub. Frau Waibl besucht die Staatliche Fachober- und Berufsoberschule München mit der Ausbildungsrichtung Agrarwirtschaft, Bio- und Umwelttechnologie und hat sich deshalb für ein Praktikum im Rinderbereich des Versuchs- und Bildungszentrums für Rinderhaltung entschieden. Bis einschließlich Februar wechseln sich jeweils 2-wöchige Phasen von Schule und Praktikum ab. Eine gelungene Kombination von Theorie und Praxis!

Die wichtigsten Ziele des Praktikums liegen darin, den Praktikanten/innen

  • einen ersten Kontakt mit dem Berufsleben zu ermöglichen.
  • konkrete Vorstellungen und praktische Fähigkeiten und Kenntnisse zu vermitteln.
  • einen Betrieb, eine Behörde oder sonstige Einrichtung als Institution mit ihrem organisatorischen Aufbau und ihren Aufgabenbereichen näher zu bringen.
  • die Notwendigkeit von Interesse, Zuverlässigkeit, Eigeninitiative, Pünktlichkeit etc. für den Praktikumserfolg im Betrieb aufzuzeigen.
Frau Waibl

Frau Waibl

Schlecken an der Schulter oder Fütterungsfehlern auf der Spur

Feuchter Fleck auf Höhe SchulterZoombild vorhanden

Feuchter Fleck auf Höhe Schulter

Auch wenn man eine Futterration exakt und auf den Analysenwerten der Grobfuttermittel ba- sierend berechnet, weiß man immer noch nicht, wie das Futter bei der Kuh ankommt. Deshalb gilt es stets alle Möglichkeiten der Rationskontrolle auszuschöpfen. Tierbeobachtung tut not!
Wer hätte z.B. aber an dieser Stelle gedacht, dass das Schlecken der Kühe an ihrer Schulter etwas mit der Pansenfunktion zu tun hat? Das Lecken steht in ganz engem Zusammenhang mit Schwankungen des pH-Wertes im Pansen. Zu erkennen ist das Lecken am glänzenden und mit Speichel geglätteten Fell hinter der Schulter. Weil aus der chinesischen Medizin bekannt ist, dass Akupunkturpunkte in dieser Region die Pansenaktivität stimulieren, lässt sich dieses Verhalten auch plausibel erklären. Weitere Symptome lassen sich an den Augen, der Nase, der Futteraufnahme, bis hin zur Beschaffenheit und Konsistenz des Kotes feststellen. Sie müssen aber bei mehr als zwei Drittel der Tiere in Er- scheinung treten, um aussagekräftig für die Fütterung der ganzen Herde zu sein. Mit einer gezielten Tierbeobachtung lässt sich damit der Stoffwechselzustand der Herde und der einzelnen Kühe schnell und effizient analysieren. Der Landwirt kann bei Bedarf schnell reagieren und die Fütterung korrigieren.
Mit Speichel geglättetes Fell

Mit Speichel geglättetes Fell

Schlecken an der Schulter

Schlecken an der Schulter

Feuchter Fleck

Feuchter Fleck

Trockensteher: Die Fitness-Weide mit Zufütterung macht´s

Blick vom Laufhof auf die WeideZoombild vorhanden

Blick vom Laufhof auf die Weide

Die hochträchtigen Jungrinder und trocken- stehenden Kühe im Staatsgut Grub haben ganzjährig Zugang zu einem planbefestigten Laufhof an der Südseite des Stalles. Dieser wird täglich mobil mit einem Hoftrak abgeschoben. Im Sommerhalbjahr genießen die Tiere zudem die angegliederte Fitness-Weide. Eine gezielte Zufütterung erfolgt im Stall, denn Weidehaltung im großen Stil ist für Trockensteher sehr kritisch zu bewerten. Eine den Empfehlungen angepasste Nährstoffversorgung ist hier kaum umzusetzen. Die Folgen in der Frühlaktation sind Ketose, Hypokalzämie und Leistungsdepression. Weidehaltung ohne Zufütterung sollte also, wenn überhaupt, nur mit Frühtrockenstehern und einer in der Folge zielführenden Vorbereitungs- fütterung in den 2-3 Wochen vor der Kalbung praktiziert werden. Der Weidegang kann aber durchaus mit Blick auf die Fitness und die Vitalität punkten. Die Kühe sind unter guten Bedingungen auf der Weide deutlich aktiver als in einem Liegeboxenlaufstall. Weiden bedeutet gesunde Bewegung. Auch ein positiver Effekt auf die Beweglichkeit und die Klauengesundheit der Tiere, sowie ein hoher Liegekomfort ist nachgewiesen. Die Klauen reinigen sich regelmäßig und trocknen ab und der Liegekomfort für den „Weichbodenlieger“ Rind ist enorm hoch - gute Bodenverhältnisse vorausgesetzt. In vielen Betrieben sind gerade die Liegeboxen für die voluminösen Trockensteher deutlich zu eng. Ungünstig ergänzt wir dieser Umstand durch eine Knappheit an Fressplätzen. Und diese Situation nennt man dann „Jahresurlaub“! Viel Licht und die saubere Luft sind weitere Effekte, die der Aufenthalt unter freiem Himmel mit sich bringt. Das Licht ist notwendig zur Aktivierung der Vitamin D-Synthese. Dieses Vitamin reguliert den Kalzium-Phosphor-Stoffwechsel. Ein Lichtmangel kann zu Rachitis oder zu Schmerzen beim Laufen durch eine Knochenweiche führen. Der Koordinator für Rinderhaltung bei BaySG Wolfgang Müller empfiehlt daher für die Praxis folgende Kompromisslösung: Eine Auslaufweide ohne nennenswerten Aufwuchs unter Zufütterung einer Trockensteherration im Stall mit Fressgitter am Futtertisch.
Planbefestigter Laufhof am Stall

Planbefestigter Laufhof am Stall

Laufhof und Fitness-Weide

Laufhof und Fitness-Weide

Beschattung

Beschattung

Glänzendes Fell

Glänzendes Fell

Tierwohl Fitness-Weide

Tierwohl Fitness-Weide

Klauenpflege – es muss leicht gehen!

Moderne TechnikZoombild vorhanden

Moderne Technik

In der ersten Septemberwoche wurde im Staatsgut Grub ein längst fälliger neuer Klauenpflegestand angeliefert und in Betrieb genommen. Der Klauenpflegestand ist ganzjährig im Selektionsbereich nach dem Melkroboter platziert. Muss der Klauenpflegestand nämlich für jede anstehende Kuh erst aufgebaut und zurechtgerückt werden, dann werden wichtige Klauenpflegemaßnahmen gerne vertagt oder unterbleiben bis auf weiteres ganz. Es muss leicht gehen. Je leichter man eine Kuh in den Klauenstand bringen kann, desto schneller reagiert man, wenn eine Kuh lahmt. Das ist bei Klauenerkrankungen ausschlaggebend. Genauso verhält es sich mit dem Zutrieb, der in Grub bereits im Vorfeld optimiert wurde und von einer Person bewerkstelligt werden kann. Eine Besonderheit des neuen Klauenpflegestandes ist seine innere Breite von 84 cm, die speziell auf die sehr rahmigen Gruber Fleckviehkühe abgestimmt ist. Durch mehrere hydraulische Unterstützungen ist die Klauenpflege darüber hinaus in einer ergonomisch sehr günstigen Körperhaltung möglich. Es muss leicht gehen für Mensch und Tier!
Seitenansicht

Seitenansicht

Innenansicht

Innenansicht

Hintenansicht

Hintenansicht

Beobachtung als Schlüssel zum Erfolg

Bei der BeobachtungZoombild vorhanden

Bei der Beobachtung

Am 31. August trafen sich 12 Damen und Herren des Arbeitskreises „Melkroboter Mittelfranken“ von LKV-Fütterungsberaterin Heike Diez im Gasthof Bergwirt in Schernberg bereits zum zweiten Mal zu einem Kuhsignale Workshop. Während beim ersten Treffen im Dezember 2019 im Theorieteil der Schwerpunkt der Betrachtung auf der Haltung lag, wurde an diesem Tag der Fokus auf die Fütterung gelenkt. Aufmerksam lauschten die Anwesenden am Vormittag den sehr praktisch gehaltenen Ausführungen des zertifizierten Kuhsignale-Trainers Wolfgang Müller, der als Koordinator für Rinderhaltung bei den Bayerischen Staatsgütern (BaySG) tätig ist, und gerne in die Gegend von Ansbach gekommen war. Wolfgang Müller konfrontierte die Mitglieder des Arbeitskreises in einem interaktiven Vortrag mit einer Fülle von Situationen und Fragen rund um die Fütterungssignale und stellte sich der lebhaften Diskussion aller Beteiligten. Leider war der Vormittag wieder einmal viel zu kurz, um das Thema erschöpfend behandeln zu können. Nach dem reichhaltigen Mittagessen ging es zum praktischen Teil in den nahegelegenen Milchviehstall eines Arbeitskreismitgliedes. Die Herde bestand aus 125 Fleckviehkühen und war auf einen älteren und einen neueren Stallbereich verteilt. Die Kühe im älteren Stallbereich werden im Melkstand gemolken, im angebauten Stall steht ein AMS zur Verfügung. Schon beim Betreten der Stallungen zur Bearbeitung der Checklisten fiel den Teilnehmern durch genaues Beobachten auf, dass der ältere Stallteil von den Kühen mit Blick auf die Liegeboxenbelegung eine deutlich bessere Akzeptanz fand. Der über den gesamten Stall nach Süden angebaute Laufhof mit überdachten Liegeboxen war bei angenehmen Außentemperaturen erstaunlicherweise komplett leer. Was für ein Phänomen? Beim genaueren Hinschauen bzw. Hinriechen hatten die Teilnehmer/innen der Fortbildung am Ende eines intensiven Nachmittags schnell die treffende Antwort gefunden. Äußerst interessiert verfolgte der engagierte Betriebsleiter und seine Familie schließlich die Zusammenfassung der erarbeiteten Erkenntnisse und Empfehlungen. Und so dürfen sich die 125 Fleckviehdamen wahrscheinlich schon bald über kleine Änderungen im Stall freuen und danken es ihrem Landwirt mit mehr Wohlbefinden und höherer tierischer Leistung, ganz gemäß der Formel: Happy cows = happy farmers!
Bearbeitung der Checklisten

Bearbeitung der Checklisten

Unbenutzte Liegeboxen

Unbenutzte Liegeboxen

Keine Akzeptanz durch die Kühe

Keine Akzeptanz durch die Kühe

Herzlichen Glückwunsch zu 100.000 kg Milch!

Wer wünscht sie sich nicht? Eine Kuh, die über eine lange Zeit viel Milch gibt? Dieser Traum wurde für das Staatsgut Grub im Sommer 2021 mit der Fleckviehkuh Afra wieder wahr. Afra zeichnet sich nach wie vor durch ihre Vitalität und gesundheitliche Stabilität aus und ist Großmutter des in Grub gezüchteten Besamungsbullen Istas P*S. Bei 9 Kalbungen hat Afra im 8,4-jährigen Durchschnitt der Prüfungsjahre 11.550 kg Milch mit 3,87 % Fett und 3,57% Eiweiß erbracht. Man bedenke, dass für die Bildung von 1 Liter Milch ca. 300 bis 500 Liter Blut durch das Euter zirkulieren müssen!

100.000 Liter Milch zu geben, zeugt natürlich von einer hohen Milchleistung und einer stattlichen Langlebigkeit zugleich. Eine Vielzahl an Betrieben schafft es dank guter Managementmaßnahmen, diese Schallmauer oft gleich mit mehreren Tieren zu durchbrechen.

Wenn Kühe diese Marke nicht übertreffen, bedeutet das im Umkehrschluss aber nicht, dass ein Betrieb ein schlechtes Management hat.

Ein herzlicher Glückwunsch geht an dieser Stelle an den engagierten Herdenmanager Marius Götz und sein ebenso aktives Stallteam, das 365 Tage im Jahr für die „vierbeinigen Gruber Damen“ vorbildlich sorgt!

Kuh Afra 554 mit Marius Götz

Kuh Afra 554 mit Marius Götz

Halt! - Hygiene bitte!

Eingang HygieneschleuseZoombild vorhanden

Eingang Hygieneschleuse

Mit Hilfe von Hygieneschleusen soll in modernen Tierhaltungen der Eintrag von Krankheitserregern von außen in den Stall verhindert werden. Hygieneschleusen befinden sich dort, wo Krankheitserreger leicht von außen eindringen können, z.B. in den Eingangsbereichen von Ställen. Dort kann die Desinfektion der Schuhe, ein Wechsel der Kleidung oder Duschen einschließlich Kleidungswechsel die Gefahr der Einschleppung von Krankheitserregern deutlich reduzieren. Häufig wird auch von einem Schwarz- und Weißbereich gesprochen. Hier beschreibt Schwarz den hygienisch „unsauberen“ Bereich außerhalb des Stalls und Weiß den „sauberen“ Bereich im Stallgebäude. In den Rinderstallungen des Staatsgutes Grub herrscht stets reger Personenverkehr. Tagtäglich betreten Wissenschaftler/innen und Besucher/innen die einzelnen Stallbereiche. Um zu garantieren, dass auf der einen Seite keine pathogenen Erreger in die Gruber Ställe hingetragen werden und dass auf der anderen Seite keine Erreger aus den Stallungen hinausgetragen werden, wurde in der von Corona stark geprägten Zeit ein bisher ungenutzter Nebenraum im Eingangsbereich zum Gelände zu einer einfachen Hygieneschleuse umgebaut. In ihr befinden sich neben einer Garderobe zwei Überziehschuhspender. Ohne sich zu bücken kann man sich auf komfortable und elegante Art und Weise die Überziehschuhe anziehen. In einem weißen Schrank sind darüber hinaus Einwegoveralls zu finden. Alle Personen, die z.B. bei Führungen die Futtertische betreten, müssen Überziehschuhe tragen. Personen, die sich zwischen den Tieren bewegen bzw. näheren Kontakt zu den Tieren haben, müssen sich zusätzlich mit einem Einwegoverall ausrüsten. Die gebrauchte Einwegkleidung kann beim Verlassen des Geländes an der Ostseite der Hygieneschleuse in den bereitgestellten Mülltonnen entsorgt werden. Hygiene zugunsten der Rinder!
Überziehschuhspender

Überziehschuhspender

Im Stehen Schuhe anziehen

Im Stehen Schuhe anziehen

Einwegoveralls

Einwegoveralls

Landwirtschaft und Artenvielfalt hautnah erleben

Dr. Lindermayer bei seiner RedeZoombild vorhanden

Dr. Lindermayer bei seiner Rede

Am Mittwoch, den 28. Juli wurde im Beisein von Landwirtschaftsministerin Michaela Kaniber der agrarökologische Lehrpfad seiner Bestimmung übergeben. Der neue Rundweg erstreckt sich auf dem Gelände zwischen dem Staatsgut Grub und der Gemeinde Poing und ist eine gelungene Gemeinschaftsaktion der Bayerischen Staatsgüter (BaySG) und der Bayerischen Landesanstalt für Landwirtschaft (LfL). Für die Anlage und ständige Pflege des Lehrpfades verantwortlich zeichnen sich mit all ihrem Fachwissen und Engagement die Bayerischen Staatsgüter. Hierfür sei an dieser Stelle dem Betriebs- leiter des Staatsgutes Grub Herrn Klaus Lettenmeyer und dem Techniker Herrn Ulrich Höfle ganz herzlich gedankt. Der Rundweg beginnt am neu entstandenen Infopoint am Parkplatz des Besucherzentrums der LfL. Hier erfahren die Besucher viel Wissens- wertes nicht nur zum Lehrpfad, sondern auch über die beiden für Bayern so wichtigen Institutionen BaySG und LfL. Auf dem Rundweg, der ideal zum Spazierengehen und Radfahren ist, informieren 11 Schautafeln zu den verschiedenen Aspekten der Biodiversität. Die Themen - Landwirtschaft erzeugt Vielfalt, Wild- und Honigbienen, Wildtiere, Bodenleben, Blühflächen, Säume der Vielfalt, Hecke als Lebensraum, umweltgerechter Pflanzenbau am Standort Grub und Beweidung mit Schafen - werden anschaulich dargestellt. Mehrere Stationen warten mit interaktiven Elementen auf. So gibt es ein Fernrohr für eine „Zeitreise der Landwirtschaft“, ein Memory zur Artenvielfalt und ein Bewegungsspiel. Durch die Kombination aus Informations- schildern und interaktiven Elementen bietet der Lehrpfad neben der Möglichkeit des Wissenstransfers einen hohen Erlebniswert beim Besuch der einzelnen Stationen. Bereits eine Woche vor der offiziellen Eröffnung des Lehrpfades durchwanderten 40 Schülerinnen und Schüler und 4 Lehrer eines Münchner Gymnasiums sichtlich begeistert die Gruber Fluren. Ihre drängenden Fragen „Was tut sich in der Hecke?“ „Welche Tiere leben in unmittelbarer Nachbarschaft auf Feldern, in kleinen Wäldern und auf freier Flur?“ und „Welche Pflanzen werden auf den Äckern angebaut und warum?“ wurden alle fachlich fundiert beantwortet. Ziel des Lehrpfades ist es, die große Bedeutung der Artenvielfalt im Betrachter zu verankern und zugleich ein unverzerrtes Bild der modernen Landwirtschaft von heute zu vermitteln. Der Agrarökologische Lehrpfad ergänzt damit auf sehr gelungene Art und Weise das „Grüne Klassenzimmer“ der Bayerischen Staatsgüter am Standort Grub. Dieses vermittelt Einblicke von der tiergerechten Rinderhaltung bis hin zur Artenvielfalt in den Fluren. Herzlich willkommen! Anmeldung für Führungen bei: wolfgang.mueller@baysg.bayern.de
Unmittelbar vor der Eröffnung

Unmittelbar vor der Eröffnung

Fernrohre im Einsatz

Fernrohre im Einsatz

Informative Schautafel

Informative Schautafel

Auch für kleine Leute geeignet

Auch für kleine Leute geeignet

Am Infopoint

Am Infopoint

Der attraktive Infopoint

Der attraktive Infopoint

Reges Treiben

Reges Treiben

Der Rundweg

Der Rundweg

Blühstreifen

Blühstreifen

Blühstreifen und Hecke

Blühstreifen und Hecke

In voller Blüte

In voller Blüte

Königskerzen

Königskerzen

Ein Abstecher in den Kälberstall

Ein Abstecher in den Kälberstall

Befähigungsnachweis für Nutztiertransporte

Stressfreies VerladenZoombild vorhanden

Stressfreies Verladen

Am letzten Mittwoch im Juli absolvierten die BiLa-Teilnehmer/innen des AELF Ebersberg-Erding ihr Modul „Tierschutz beim Tiertransport“. Seit dem Januar 2008 sieht die neue EU-Verordnung über den Schutz von Tieren beim Transport nicht nur eine Zulassung, sondern auch einen Befähigungs- nachweis vor, wenn Tiere im Rahmen einer wirtschaftlichen Tätigkeit über Entfernungen von mehr als 65 Kilometer transportiert werden. Daher wird dieser Befähigungsnachweis auch für viele Landwirte/innen und Nebenerwerbs- landwirte/innen mit Berufserfahrung, jedoch ohne landwirtschaftlichen Berufs- abschluss, Pflicht.
Diese Zulassung muss vom zuständigen Veterinäramt erteilt werden. Hierfür ist ab dem Jahr 2018 der Nachweis an der Teilnahme an einem Lehrgang zum „Tierschutz beim Tiertransport“ mit insgesamt 12 Stunden erforderlich. Davon sind 9 Stunden für theoretische Lehrinhalte und 3 Stunden für praktische Lehrinhalte vorgesehen. Der theoretische Teil für die Erdinger Damen und Herren fand am Amt in Erding statt. Zum praktischen Teil, der von Roland Dengler von der Landwirtschaftlichen Berufs- genossenschaft SVLFG sehr engagiert moderiert wurde, öffnete das Staatsgut Grub mit seinen vielfältigen Möglichkeiten die Stalltüren.
Bereit zum Verladen

Bereit zum Verladen

Stressfreies Treiben

Stressfreies Treiben

Sorgsame Kontaktaufnahme

Sorgsame Kontaktaufnahme

Anlegen eines Halfters

Anlegen eines Halfters

Perfektes Maulhalfter

Perfektes Maulhalfter

Fast geschafft

Fast geschafft

Geschafft

Geschafft

Die BiLa-Teilnehmer

Die BiLa-Teilnehmer

Rinder im Auge behalten

Geschwollene AugenliderZoombild vorhanden

Geschwollene Augenlider

Tränende Augen bei Rindern können verschiedene Ursachen haben. Fakt ist, dass die Rinder in einer solchen Situation mehr Tränenflüssigkeit produzieren, als durch ihren Tränen-Nasen-Kanal wieder abfließen kann. Daher läuft sie aus dem Augenwinkel heraus und wird für den Betrachter sichtbar. Die Tränendrüsen produzieren vermehrt Flüssigkeit, wenn die Augen gereizt werden. Ursachen können
  • Wind
  • hohe UV-Strahlung
  • Fliegenbefall
  • Schadgase
  • Staubbelastung z.B. durch Einstreu

sein.

Auch bei einer Übersäuerung des Pansens fallen vermehrt Tiere mit tränenden Augen in Verbindung mit geschwollenen Augenlidern und Schleimausfluss aus der Nase auf. Ebenso können erhöhte Konzentrationen von Harnstoff im Blut des Tieres Ursache für Tränen sein.

Wichtig ist es deshalb immer, solche Tiere im wahrsten Sinne des Wortes „im Auge zu behalten“. Denn schnell können solche gereizten bzw. vorgeschädigten Augen mit Bakterien infiziert werden und sich schwer entzünden.

Nasenausfluss

Nasenausfluss

Tränende Augen

Tränende Augen

Starker Tränenfluss

Starker Tränenfluss

Das Tier im Blick

Diskussion der HaltungsbedingungenZoombild vorhanden

Diskussion der Haltungsbedingungen

Mitte Juli besuchten 13 junge Damen und Herren im Rahmen ihrer 2 Jahre dauernden Ausbildung zum Veterinärassistenten/in einen dreitägigen Lehrgang in Grub. Veterinärassistenten und Veterinärassistentinnen sind insbesondere bei der Futtermittelprobenahme, der Kontrolle der Kennzeichnung von Rindern, Schweinen, Schafen und Ziegen sowie der Durchführung der Plausibilitätskontrollen in HI-Tier eingesetzt. Weiterhin wirken sie in den Aufgabengebieten Tierschutz, Tierseuchenbekämpfung, Tierkörperbeseitigung, Tierarzneimittel und in Teilbereichen des gesundheitlichen Verbraucherschutzes mit. Ein breit gefächerter Tätigkeitsbereich! Zentrales Thema der Fortbildung waren deshalb sämtliche Fragen der Rinderhaltung und -ernährung. Mehrere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Institute für Landtechnik und Tierhaltung und Tierernährung und Futterwirtschaft der LfL bereiteten die interessierten Teilnehmer mit viel Wissenswertem auf ihren nicht ganz einfachen Arbeitsalltag vor. Wolfgang Müller von den Bayerischen Staatsgütern gewährte als zertifizierter Kuhsignale-Trainer wertvolle Einblicke in alle Stallbereiche des Staatsgutes Grub und schärfte das Auge der Lehrgangsteilnehmer fürs Rind. Er stellte auf sehr bildliche Art und Weise das Rind im Spannungsfeld zwischen Landwirt und Verbraucher dar. Eine alles in allem runde Sache und ein Blick über den Tellerrand hinaus.
Auf Inspektion im Mastbullenstall

Auf Inspektion im Mastbullenstall

Im Gruber Milchviehstall

Im Gruber Milchviehstall

Theorie muss auch sein

Theorie muss auch sein

Sommerschultage

Landwirtschaftsschüler aus allen Teilen BayernsZoombild vorhanden

Landwirtschaftsschüler aus allen Teilen Bayerns

Am Dienstag, den 29.06.und am Dienstag, den 06.07. kamen zahlreiche Studierende aus den Landwirtschaftsschulen aus allen Teilen Bayerns zu den Sommerschultagen nach Grub. Nachdem im vergangenen Jahr die Sommerschultage nur in digitaler Form abgehalten werden konnten, stand heuer wieder der so entscheidende Bezug zur Praxis im Mittelpunkt der Veranstaltung. Organisiert vom Institut für Landtechnik und Tierhaltung, erfuhren die interessierten Teilnehmer von den engagierten Referenten viel Wissenswertes und vor allem neue Entwicklungen zu den Themen Liegeboxen, Melktechnik, Hitzestress, Entmistungssysteme, betriebliche Eigenkontrolle, Digitalisierung im Milchviehstall, Bullenmast, Untersuchungswesen und Wildtierrettung. Die Bayerischen Staatsgüter waren durch Wolfgang Müller vertreten, der als zertifizierter Kuhsignale-Trainer den Damen und Herren an praktischen Beispielen einen kurzen, aber intensiven Einblick in die „Kuhsignale - Gesehen mit den Augen einer Kuh“ gab. Er betonte, dass auch in Zeiten fortschreitender Digitalisierung im Milchviehstall eine gute Beobachtung der Tiere unerlässlich ist. Besseres Management beginnt bei einem genaueren Blick.
Den praktischen Ausführungen lauschen

Den praktischen Ausführungen lauschen

Die engagierte Passauer Truppe

Die engagierte Passauer Truppe

Passauer Teilnehmer mit Wolfgang Müller

Passauer Teilnehmer mit Wolfgang Müller

Selbstbedienung für die Kleinen

KälbertränkeautomatZoombild vorhanden

Kälbertränkeautomat

Nachdem die alten Gruber Kälbertränkeautomaten in die Jahre gekommen waren, wurden Anfang Juli drei neue Automaten installiert. Ein Tränkeautomat für Kälber ist das Herzstück eines jeden automatischen Tränkesystems. Er versorgt die Kälber rund um die Uhr und individuell und bedarfsgerecht mit frisch zubereiteter Milch und überwacht zuverlässig die Fütterung. An den angeschlossenen Tränkestationen werden die Kälber über einen Halsbandtransponder oder eine elektronische Ohrmarke erkannt. Im Rahmen der metabolischen Programmierung genießen die Gruber Kälber eine ad-libitum-Tränke mit Vollmilch. Der Tränkeautomat dokumentiert zuverlässig das Trinkverhalten der Kälber und bietet somit jederzeit einen optimalen Überblick über alle Tiere. Die bewegliche Hygienebox ermöglicht den Kälbern das Ausleben des natürlichen Saugverhaltens am Euter. Eine integrierte Vorderfuß-Tierwaage protokolliert das Gewicht während der Tränkeaufnahme. Die Smart Neckbänder ermöglichen ein vereinfachtes Kälberhandling und der integrierte Aktivitätssensor dient der Echtzeitüberwachung der Kälber. Mit dem Smart Neckband geht den Kälbern gleichsam ein Licht auf: Die Smart Neckbänder können nämlich über eine Cloud zum Leuchten gebracht werden. Egal, ob ein einzelnes Tier gesucht wird oder mehrere Tiere z.B. für eine Behandlung erkennbar gemacht werden sollen, mit dem Smart Neckband findet man jedes Kalb sofort. Die Digitalisierung in der Tierhaltung vereinfacht also das Kälberhandling erheblich. Auf einen Blick ist für den Landwirt oder auch den Tierarzt klar, welche Kälber umgestallt, verladen oder behandelt werden sollen. Der integrierte Aktivitätssensor der Smart Neckbänder liefert wichtige Informationen über die Aktivität und den Gesundheitsstatus der Kälber und unterstützt effizient die Krankheitsfrüherkennung des Tränkesystems.
Diese insgesamt sehr gelungene Kombination aus arbeitswirtschaftlichen Gesichtspunkten und Tierwohlaspekten garantiert robuste und gesunde Kälber bei einem zeitlich unabhängig von der Fütterung gestalteten Arbeitsalltag.
Installation der Tränkeautomaten

Installation der Tränkeautomaten

Frostsicher untergebracht

Frostsicher untergebracht

Vorderfuß-Tierwaage

Vorderfuß-Tierwaage

Smart Neckbands

Smart Neckbands

Kalb mit Smart Neckband

Kalb mit Smart Neckband

leuchtendes Kalb

leuchtendes Kalb

bewegliche Hygienebox

bewegliche Hygienebox

Kalb beim Saufen

Kalb beim Saufen

Kühe arbeiten im Liegen

Eine gute AkzeptanzZoombild vorhanden

Eine gute Akzeptanz

Am ersten Tag im Juli wurden 15 Hochliegeboxen in der Gruber Melkstandherde mit neuen Komfortmatten von der Firma Kraiburg ausgestattet. Diese Maßnahme war dringend notwendig geworden, weil die alten Matten derart verschlissen waren, dass mehrere Kühe bereits unnötige und vor allem schlecht heilende Verletzungen am Euter davontrugen. Die Wingflex-Komfortmatratzen zeichnen sich im Inneren durch ein Flügelprofil aus, dass zugleich stabil und beweglich ist. Eine Anpassung an die Körperform der Kuh ist bestmöglich gegeben. Die gute Akzeptanz der neu ausgestatteten Liegeboxen durch die Gruber Kühe in den Stunden nach dem Einbau ist ein eindrucksvoller Beweis für ein bequemes Liegen, das für den „Weichbodenlieger“ Rind von größter Wichtigkeit ist. Bei punktuellen Belastungen z.B. beim Aufstehen und Abliegen federn die Stütznoppen. Laut DLG-Prüfbericht hält die Matratze auch einer Dauertrittbelastung stand. Eine bleibende Verformung konnte nicht festgestellt werden. Eingestreut werden die Liegeboxen im Staatsgut mit einer Mischung aus Strohkrümelmehl und einem Einstreupulver, das aus mehreren mineralischen Komponenten besteht.

Fazit: Bequeme, rutschsichere und saubere Liegeboxen, in denen die Kühe in entspannter Körperhaltung 12-14 Stunden am Tag liegen, sind ein wichtiger Beitrag zum Tierwohl in jedem Laufstall!

Das Material wartet

Das Material wartet

Der Einbau kann beginnen

Der Einbau kann beginnen

Der Einbau ist am Laufen

Der Einbau ist am Laufen

Eine bequeme Liegebox

Eine bequeme Liegebox

Das Ergebnis stimmt

Das Ergebnis stimmt

Mit Einstreu

Mit Einstreu

Welche Mischung darf es sein?

Ein wendiges FahrzeugZoombild vorhanden

Ein wendiges Fahrzeug

Am letzten Freitag im Juni wurde ein neuer Futtermischwagen im Staatsgut Grub angeliefert. Ein wendiger Dreischneckenhorizontalmischer mit 8 m3 Fassungsvermögen. Der Mischwagen ist eine Ersatzinvestition für eine Maschine, die über viele, viele Jahre gute Dienste geleistet hat, aber in der letzten Zeit sehr störanfällig geworden ist, was für die durchzuführenden Fütterungsversuche nicht toleriert werden kann. Der Futtermischwagen ist speziell für die Erstellung der Versuchs-Mischrationen im Bullenstall konstruiert und muss tagtäglich 72 Wiegetröge mit bis zu 6 verschiedenen TMR-Mischungen befüllen. Vermischt man Grobfutter mit Kraftfutterkomponenten, liefert diese Mischration die Nährstoffe mehr als gleichmäßig an die Pansenbakterien. Dadurch wächst die Mikrobenmasse, die schließlich im Dünndarm zur Verfügung steht. Durch das Einmischen von Kraftfutter in das Grobfutter bleiben größere und als gefährlich zu beurteilende pH-Wert-Schwankungen im Pansen aus. Das schont das Pansenmilieu und den Stoffwechsel der Rinder, weil sie mit jedem Bissen das Grob- und Kraftfutter in einem konstant gleichbleibenden Verhältnis aufnehmen. Konstante Pansenverhältnisse nach dem Motto „Bissen für Bissen das gleiche“ als ein häufig zu wenig beachteter Schlüssel zum Erfolg!
Der neue Futtermischwagen

Der neue Futtermischwagen

Dreischneckenhorizontalmischer

Dreischneckenhorizontalmischer

Ein kompaktes Fahrzeug

Ein kompaktes Fahrzeug

Zeig mir deinen Kot und ich sag dir, was du gefressen hast

Optimale Konsistenz mittelbreiigZoombild vorhanden

Optimale Konsistenz mittelbreiig

Zu den zahlreichen Möglichkeiten der Rations- kontrolle zählt die Kotbeurteilung vor allem hinsichtlich Konsistenz, Farbe, Geruch und Ausscheidungsrückständen. Gerade der Kot frischmelkender Kühe ist regelmäßig in Augen- schein zu nehmen, ist doch in dieser Phase ein funktionierender Pansen und insgesamt eine intakte Verdauung oberstes Ziel. Die Passage des Futters durch den Verdauungstrakt dauert bei ausgewachsenen Tieren insgesamt ca. 2-3 Tage. Etwa alle 0,5 bis 2 Stunden wird Kot abgesetzt. Die Menge beläuft sich auf 30-50 kg am Tag, verteilt auf 10-24 Portionen.

Farbe und Geruch

Von grün über schwarz bis rotbraun. Anhand der Kotfarbe lassen sich erste Rück- schlüsse auf die Rationskomponenten, die hygienische Beschaffenheit der Futtermittel und den allgemeinen Gesundheitszustand der Kuh im Verdauungstrakt ziehen. Die ideale Farbe des Kotes bewegt sich zwischen olivgrün und braun. Heller Kot ist bei Rationen mit einem hohen Anteil an Maissilage zu beobachten (siehe intensive Bullenmast). Hohe Anteile Grassilage stehen für einen eher grünlichen Kot.

Frisch abgesetzter Rinderkot riecht normalerweise nicht unangenehm. Er riecht ganz im Gegenteil aromatisch. Gelangen größere Mengen an schnelllöslichen Kohlen- hydraten (Stärke, Zucker) unverdaut in den Dickdarm und werden dort vergoren, dann ist ein säuerlicher, unangenehmer Geruch die unausweichliche Folge.

FarbeUrsache
dunkel-olivgrünfrisches Grünfutter
olivgrüngrassilagebetonte Ration
hell-olivgrünmaissilagebetonte Ration
braun-olivHeu
grau-olivgroße Getreidemengen
dunkelbraun, glänzende Oberfläche, z.T. mit Schleim überzogenlangsame Passage (strukturreiche Ration, proteinarme Ration)
schwarzhohe Verschmutzung des Futters
schokobraun bis schwärzlich-teerig, blutigBlutungen im Verdauungstrakt
dunkel, teerartig, blutigBlutungen im Labmagen und Dünndarm
rotbraun, verteilt auf verschiedenen Stellen oder streifig verlaufendBlutungen im Enddarm

Tabelle nach www.rinderpraktiker-bw.de

Konsistenz

Eine Beurteilung der Kotkonsistenz ist nicht schwer. Spätestens 2 Tage nach einer vorgenommenen Rationsumstellung sind bereits eventuelle Veränderungen am Kot erkennbar. Die optimale Kotkonsistenz einer laktierenden Kuh ist wie folgt zu beschreiben:

  • Fladenbildung
  • Oberflächengestaltung wie ein Spiegelei
  • konzentrische Ringe
  • mittelbreiig
  • Haferbreikonsistenz
  • klebt an der Stiefelspitze und hinterlässt keinen Sohlenabdruck
  • Wenn die Kuh kotet, hört es sich an, als ob sie sich selbst applaudiert.

Ursachen für zu dünnen Kot:

  • Eiweiß: Überschuss an schnellabbaubarem Eiweiß in der Ration; vor allem bei grünlandbetonten Rationen mit Aufwüchsen, die sehr jung geerntet wurden
  • Energie: Überschuss an schnellabbaubarer Stärke im Pansen (hohe Mengen an Maissilage und Getreide…), zu viel Kraftfutter in der Ration, zu schnelle Anfütterung mit Kraftfutter
  • Zucker: Wird sehr schnell im Pansen abgebaut und erhöht die Passagerate des Futters durch den Verdauungstrakt. Zucker entzieht dem Dickdarm Wasser und trägt zusätzlich zu einer sehr dünnen Kotkonsistenz bei. Vor allem junges Grünfutter/Weide, Belüftungsheu und Grassilagen über 40% TM stehen oftmals für sehr hohe Zuckergehalte.
  • Strukturkohlenhydrate: Mangel an strukturwirksamer Faser
  • Strukturwirksamkeit: zu kurze Futterpartikel z.B. bei vermusten Mischrationen, zerstörte Struktur
  • Futterhygiene: verschimmeltes Futter, fehlgegorene, buttersäurehaltige Grassilagen

Folgen von zu dünnem Kot:

  • Eine gefährliche Absenkung des pH-Wertes im Pansen unter den kritischen Grenzwert von 6,0 mit der Folge einer unliebsamen Pansenübersäuerung.
  • Eine zu schnelle Passagerate des Futters durch den Pansen begünstigt einen unzureichenden Aufschluss der Futterpartikel durch die Pansenbakterien.

Zu viel Struktur, eine zu geringe Wasseraufnahme bzw. ein Mangel an Energie in der Ration führen hingegen zu einem sehr festen Kot.

Stressinduziertes Abkoten

Ergänzend zu den bereits genannten Indikatoren sollte auch das Verhalten der Kuh beim Abkoten einmal genauer in den Fokus genommen werden. Das Abkoten im Liegen, beim Aufstehen, in der Liegebox oder im Melkstand ist stressinduziert. Und wie läuft es ohne Stress? Beobachtungen auf der Weide zeigen, dass nur 9 von insgesamt 1.000 Kühen im Liegen abkoten. Alle anderen stehen auf und gehen zuerst ein paar Schritte.

Fazit: Der Kot der Kühe liefert wertvolle Hinweise auf Fütterungsfehler und Erkrankungen. Nutzen Sie diese hervorragende Möglichkeit der einfachen Beurteilung regelmäßig im täglichen Routinebetrieb und kontaktieren Sie bei Auffälligkeiten Ihren Fütterungsberater oder Hoftierarzt, rät der Koordinator für Rinderhaltung bei den Bayerischen Staatsgütern Wolfgang Müller.

Fester Scheibchenkot von Trockenstehern

Fester Scheibchenkot von Trockenstehern

Fladenbildung, konzentrische Ringe

Fladenbildung, konzentrische Ringe

Hoher Anteil Maissilage

Hoher Anteil Maissilage

Kot bei Pansenübersäuerung

Kot bei Pansenübersäuerung

Koten im Liegen

Koten im Liegen

Ein „salziges Zuckerl“

Für Milchkühe ist eine optimierte Haltungstechnik genauso wichtig, wie eine angepasste Versorgung mit Nährstoffen und Wasser. Hierbei ist auch ein besonderes Augenmerk auf die Mineralstoffversorgung zu richten. Im Optimalfall ist der Wasser- und Elektrolythaushalt im Körper eines Tieres im Gleichgewicht. Unter Elektrolyten versteht man kleine, gelöste Teilchen, die im Körper für die Verteilung der Flüssigkeit wichtig sind. Die Nieren regulieren das gesamte Wasservolumen im Organismus, das ständig an die aktuellen Anforderungen angepasst werden muss. Zu den wichtigsten Mengenelementen zählen Natrium, Kalium, Calcium und Magnesium. In diesem Zusammenhang benötigt der Körper stets eine ausreichende Menge an Natriumchlorid, sprich Salz. Bei einem gestörten Gleichgewicht des Wasser- und Elektrolytkreislaufs ist vermehrt mit Problemen am Tier zu rechnen. Natriumchlorid als wichtigstes Mengenelement ist in keinem Grobfutter in ausreichender Menge enthalten. Daher muss es landwirtschaftlichen Nutztieren zusätzlich angeboten werden. Diese Aussage gilt für sämtliche Intensitätsstufen von der Mutterkuh- bis zur intensiven Milchviehhaltung. Der Salzbedarf der einzelnen Tiere schwankt aber sehr stark und lässt sich daher nur schwer einschätzen. Als Ergänzung zu einer pauschalen Gabe über die Ration bieten sich Salzlecksteine an, die eine freie Aufnahme rund um die Uhr möglich machen. Vielfach sind in den Betrieben einfache, weiße Salzlecksteine zu finden, die rasch zu Bruch gehen und damit hohe Verluste bedeuten. Sehr häufig beobachtet man Lecksteinbrocken auf den schmutzigen Laufflächen! Diese Lecksteine werden industriell hergestellt und mit künstlichen Zusätzen versehen. Eine elegante Alternative dazu ist das Karpaten-Steinsalz. Als absolutes Naturprodukt wird dieses nicht raffiniert, ist unjodiert und frei von anderen chemischen Zusätzen. Darüber hinaus ist es viel härter als raffinierte und gepresste Salze und damit als verlustärmer einzustufen. Das Karpatensalz dient auch zur Beschäftigung der Tiere und bremst damit das unschöne Harnsaufen aus.

Eigenschaften:

  • 98 % reines Natursalz
  • wirkt positiv auf Gesundheit und Konstitution
  • ist witterungsbeständig
  • hat einen hohen Anteil an wertvollen Mineralstoffen und Spurenelementen

Auch die Kühe im Staatsgut Grub genießen sichtlich begeistert und bereits seit längerem das Karpatensalz, das ihnen in hygienischen Edelstahlhaltern angeboten wird. Ein sozusagen „salziges Zuckerl“ für ihre hohe Leistungsbereitschaft, meint der Koordinator für Rinderhaltung bei den Bayerischen Staatsgütern Wolfgang Müller.

„Faktorenproblem“ – Harnsaufen

Kuh beim HarnsaufenZoombild vorhanden

Kuh beim Harnsaufen

Immer wieder ist in Milchviehställen das Harnsaufen einzelner Kühe zu beobachten. Die Frage nach den Ursachen dieses Fehlverhaltens ist nicht einfach zu beantworten. Bis heute sind die eindeutigen Ursachen nicht vollständig geklärt und es gibt eigentlich keine verlässlichen wissen- schaftlichen Untersuchungen zu dieser Problematik. In der Fachliteratur werden verschiedene Gründe genannt und diskutiert. So liegt die Vermutung nahe, dass das Harnsaufen als „Faktorenproblem“ bezeichnet werden kann.

Rationsbedingte Mitursachen

Als fütterungsbedingte Mitursachen sind vor allem die Wasser-, Viehsalz- und Spurenelementversorgung zu erwähnen. Ein freier Zugang zu Wasser in ausreichender Menge und Qualität muss für alle Kühe jederzeit gewährleistet sein. Dabei ist zu berücksichtigen, dass es je nach Platzierung (Ausweichmöglichkeiten), Anzahl und Größe der vorhandenen Tränken gerade für rangniedrige Tiere zu erheblichen Stresssituationen kommen kann. Im Rahmen einer optimalen Versorgung mit Viehsalz sind mind. 50 g pro Kuh und Tag in der Rationsgestaltung und -berechnung einzukalkulieren. Eine Verabreichung über die Mischration gestaltet sich hierbei als sicherer Weg. Ergänzen darüber hinaus Lecksteine das Na-Angebot, so ist eine mangelnde Versorgung mit Viehsalz als Ursache eindeutig auszuschließen. Eine angepasste Versorgung mit Mineralstoffen aller Art ist ebenfalls unerlässlich. Sollten bei der Spurenelementversorgung Unsicherheiten bestehen, sind in Zusammenarbeit mit dem Hoftierarzt Blutproben zur Kontrolle der aktuellen Versorgungssituation in die Wege zu leiten. Gerade in Herden mit Selenmangel wird in der letzten Zeit das Harnsaufen häufig beobachtet. Entscheidend ist, dass alle bis jetzt angeführten Gesichtspunkte auch für Jungrinder und die in einer eigenen Gruppe aufgestallten Trockensteher Berücksichtigung finden.

Haltungsbedingte Mitursachen

Neben den Fütterungsursachen wird auch Stress als mögliche Mitursache für das Harnsaufen ins Spiel gebracht. Zu enge Stallungen, die zudem mit einem un- passenden, Tier-/Liegeplatz- und Tier-/Fressplatz-Verhältnis aufwarten, bieten den Tieren wenig Ausweichraum und bedingen damit sozialen Stress im Herdenverband. Das Harnsaufen ist aber auch als Langeweilereaktion bei sehr intensiv gemischten Mischrationen mit einer eher knappen Versorgung mit strukturwirksamer Faser zu werten. Eine kurze Fresszeit bis zur Sättigung unterstützt dabei diese Untugend.

Wenn das Harnsaufen in einer Herde auftritt, muss zuerst abgeklärt werden, wie viele und welche Tiere hauptsächlich diese Verhaltensstörung zeigen (Alter, Laktations- stadium, bestimmte Gruppen). Anhand dieser Feststellung können anschließend die oben angeführten Punkte für die betroffenen Tiere oder Gruppen überprüft und gegebenenfalls optimiert werden. Eine Einbindung des Hoftierarztes und des Fütterungsberaters ist zu empfehlen.

Auf frischer Tat ertappt

Auf frischer Tat ertappt

Frisch abgesetzter Harn

Frisch abgesetzter Harn

Auch im Sommer soll es schmecken

Umluftventilator im FressbereichZoombild vorhanden

Umluftventilator im Fressbereich

In der Woche vor Pfingsten wurde im Gruber Milchviehstall eine weitere Maßnahme zur Reduzierung des Hitzestresses installiert. 3 Umluftventilatoren über den Laufgängen am Futtertisch im Fressbereich der Kühe sollen selbst dann, wenn bereits Hitzestress den Kühen zu schaffen macht, eine hohe Futteraufnahme garantieren. Hitzestress reduziert die Futter- aufnahme bekanntlich um 10-25 % und lässt die Milchinhaltsstoffe in den Keller purzeln. Ab ca. 20°C kann eine Kuh die selber produzierte und aufgenommene Wärme nicht mehr an die Umgebung abgeben. Das steigende Leistungs- niveau der Kühe und der Klimawandel machen Kühlmöglichkeiten notwendig. Ein gut be- und durchlüfteter Fressplatz steigert aufgrund einer kühlen Brise die Attraktivität dieses entscheidenden Funktionsbereichs.
Die neuen Ventilatoren im Fressbereich

Die neuen Ventilatoren im Fressbereich

Die neuen Ventilatoren

Die neuen Ventilatoren

Umluftventilator

Umluftventilator

Aufs Maul schauen

Flotzmaul blassrosa und gut durchsaftetZoombild vorhanden

Flotzmaul blassrosa und gut durchsaftet

Setzt sich eine Milchviehration aus zu viel Kraftfutter und zu wenig strukturwirksamer Faser zusammen, so ist eine Pansenübersäuerung schon vorprogrammiert. Je mehr Kraftfutter, sprich Stärke und Zucker, in den Pansen gelangen, desto explosionsartiger vermehrt sich die Pansenflora. Wenn sich die Pansenflora derart explosionsartig vermehrt, wird die Säurebildung angekurbelt und der so entscheidende pH-Wert im Pansen sinkt unter den Normal- bzw. Optimalwert. Die Pansenübersäuerung mit all ihren unschönen Auswirkungen ist perfekt! Moderne digitale Hilfsmittel wie z.B. Pansenboli geben wertvolle Hinweise auf derart kritische Stoffwechsel- situationen.Trotzdem schadet es nie, die Tiere etwas genauer in Augenschein zu nehmen. Digitale Helfer und die menschliche Sensorik, die unübertreffbar ist, ergänzen sich perfekt zu einem gelungenen Ganzen. Ein verklebtes und mit Futterresten verdrecktes Flotzmaul mit Schleim- ausfluss aus der Nase kann ein Zeichen für eine Pansenübersäuerung sein. Zudem sind häufig in Kombination dazu, tränende Augen und geschwollene Augenlider zu beobachten. Auch eine erhöhte Konzentration von Harnstoff im Blut des Tieres kann Ursache für Tränen sein. Schauen Sie also ihren Kühen mehr aufs Maul, rät der Koordinator für Rinderhaltung bei den Bayerischen Staatsgütern Wolfgang Müller.
Sauberes Flotzmaul

Sauberes Flotzmaul

Verschmutztes Flotzmaul

Verschmutztes Flotzmaul

Gruber Kühe stehen Modell

Alles ist vorbereitetZoombild vorhanden

Alles ist vorbereitet

Am ersten Montag im Mai gab Herr Bernhard Luntz vom Institut für Tierzucht an der LfL zwei neuen Mitarbeitern an den Fachzentren fundierte Einblicke in die Exterieurbewertung beim Fleckvieh. Und die Gruber Kühe standen ruhig und bereit- willig dafür Modell. Die Exterieurbewertung spielt schon seit den Anfängen der Rinderzucht eine entscheidende Rolle. Aus dem anfänglich puren Formalismus, bei dem versucht wurde, Leistungs- eigenschaften aus Form- und Farbmerkmalen abzuleiten, entwickelte sich über die Zeit ein systematisches Bewertungssystem. Aus der Erkenntnis heraus, dass hohe Leistungen nur durch gesunde, robuste und widerstandsfähige Tiere erbracht werden können, wurden zahlreiche Exterieurmerkmale abgeleitet, die heute eine planmäßige Zucht auf einen gesunden Körperbau ermöglichen.
Den Blick schärfen

Den Blick schärfen

Es kann losgehen

Es kann losgehen

Komplette Renovierung der Ulrichskapelle

Ulrichskapelle 2021Zoombild vorhanden

Ulrichskapelle 2021

Die 202 Jahre alte Ulrichskapelle am Standort Staatsgut Grub, konn-te nach umfangreichen Renovierungsarbeiten nun wieder geöffnet werden. Das Bauamt der Gemeinde Poing hat bereits im Herbst letzten Jahres die Baumpflege durchgeführt, sodass der Platz nun wieder lichtdurchflutet ist. Die Bayerischen Staatsgüter übernahmen die komplette Renovierungs-maßnahme des Dachstuhles inkl. Kapellenturm sowie der (leider durch Sachbeschädigung defekten) Fenster auf beiden Seiten. Gerne kann die Ulrichskapelle, welche zu den Geschäftszeiten geöffnet ist, besichtigt wer-den. Für eine kleine Rast steht Ihnen eine Bank zur Verfügung. Wir freuen uns auf Ihren Besuch!

Herausragende Milchqualität

In den Farben der MolkereiZoombild vorhanden

In den Farben der Molkerei

Die Milch der leistungsstarken Fleckviehkühe im Staatsgut Grub wird an die Molkerei Weihenstephan geliefert. Ende April erhielt das Staatsgut Grub eine Ehrenurkunde und eine Stallplakette „Für herausragende Leistungen bei der Gewinnung und Behandlung von Rohmilch im Jahre 2019“ und gehört damit zu den 100 qualitätsbesten Milcherzeugern der Molkerei. Herzlichen Glückwunsch!
Die Ehrenurkunde

Die Ehrenurkunde

Die Plakette

Die Plakette

Vor der Milchkammer

Vor der Milchkammer

„Weißes Gold“ für die Gruber Kühe

Ein salziges ZuckerlZoombild vorhanden

Ein salziges Zuckerl

In keinem Grobfutter ist Natrium als essentielles Mengenelement in bedarfsdeckender Menge vorhanden. Deshalb muss es in der Fütterung landwirtschaftlicher Nutztiere zusätzlich angeboten werden. Diese Aussage trifft für alle Leistungs- und Intensitätsstufen zu, also sowohl für die extensive Rinderhaltung (z.B. Mutterkuhhaltung) als auch für die intensive Milchviehhaltung. Der individuelle Salzbedarf der Kühe schwankt sehr stark und lässt sich damit schwer fassen. Daher sollte Viehsalz grundsätzlich zur freien Aufnahme angeboten werden. Neben den klassischen Salzlecksteinen, die bereits nach kurzer Zeit auseinanderbrechen und im Schmutz am Boden landen, bietet sich als sehr hochwertige und elegante Alternative das Karpaten-Steinsalz zur bedarfsgerechten Versorgung an. Der Bergkern mit seinen 84 Elementen wird direkt aus den Salzlagerstätten bis zu 400 m tief unter den Massen des Gebirgszugs gebrochen. Karpatensalz wird, wie sein Name bereits vermuten lässt, aus dem mächtigen Gebirgszug der Karpaten gewonnen, welcher sich mit einer beeindruckenden Länge von etwa 1.300 km und einer Breite von teilweise bis zu 350 km über Mittel-, Ost- und Südosteuropa hinwegstreckt. Naturbelassen, mit all seinen wertvollen und natürlich enthaltenen Mineralstoffen und Spurenelementen, ist das Karpatensalz der große Renner in jedem Rinderstall. Auch die leistungsstarken Gruber Milchkühe dürfen sich seit über einem Jahr über dieses „Weiße Gold“ freuen. Und sie tun es mit Genuss, wie der Koordinator für Rinderhaltung bei den Bayerischen Staatsgütern Wolfgang Müller begeistert bestätigt.

Eigenschaften:

  • 98 % reines Natursalz
  • positive Wirkung auf Gesundheit und Konstitution
  • witterungsbeständig
  • hoher Anteil an wertvollen Mineralstoffen und Spurenelementen
Kapartensalz ad libitum

Kapartensalz ad libitum

Versteckt unter Silage

Versteckt unter Silage

Heiß begehrt

Heiß begehrt

Wanne aus Edelstahl

Wanne aus Edelstahl

Dem Klimakiller auf der Spur

Das MessgerätZoombild vorhanden

Das Messgerät

Rinder gelten als nicht besonders umwelt- freundlich: Wer im Stall etwas genauer hinschaut oder besser gesagt hinhört wird feststellen, dass die Kuh von Zeit zu Zeit rülpst. Dabei stößt sie eine mehr oder weniger große Menge Methan aus; ein am Klimawandel beteiligtes Treibhausgas. Forscher warnen davor, dass die von Rindern produzierte Menge des Treibhausgases Methan in den nächsten Jahren deutlich zunehmen könnte.

Zum einen nimmt die von einzelnen Tieren freigesetzte Methanmenge zu und zum anderen werden wegen des steigenden Fleischbedarfs immer mehr Rinder gehalten. Derzeit sind es weltweit ca. 1,5 Milliarden. Ein Rind stößt täglich etwa 150 bis 250 Liter Methan aus.

Um diesen kritischen Tatbestand genauer zu beleuchten, kam in der dritten Aprilwoche Frau Julia Heinicke, eine Wissenschaftlerin der Universität Halle, zum wiederholten Male ins Staatsgut Grub, um an den 60 Fleckviehkühen der AMS-Herde den Methangasausstoß mit Hilfe eines Laser-Methandetektors über die Nase der Kuh zu messen.

Diese Messungen werden im Rahmen des Verbundprojekts eMissionCow bundesweit durchgeführt. Das große Projektziel ist die Zucht auf Futteraufnahme, Futtereffizienz und verminderte Methanemissionen. Eine wesentliche Basis hierfür sind die präzisen, einzeltierbezogenen Daten aus den Versuchsbetrieben. In den 13 deutschen Lehr- und Versuchsbetrieben stehen rund 900 Kühe mit Zugang zu Wiegetrögen (Holstein, Fleckvieh und Braunvieh). Das Staatsgut Grub verfügt über 36 Wiegetröge im Milchviehbereich.

Eine züchterisch verbesserte Futtereffizienz bei Milchkühen führt zum einen zu einer verbesserten Produktionseffizienz der Milcherzeugung und stellt zum anderen eine Maßnahme zum aktiven Klimaschutz dar, da bei einer höheren Futtereffizienz geringere Treibhausgas-Emissionen je Produkteinheit entstehen. Darüber hinaus könnte eine Zucht auf geringeren Methanausstoß einen Beitrag zum Klimaschutz leisten. Die Gruber Kühe also im Dienst des Klimaschutzes!

Bei der Messung

Bei der Messung

Gut vorbereitet Richtung Prüfung

Bei der ArbeitZoombild vorhanden

Bei der Arbeit

In den Wochen nach Ostern fanden im Staatsgut Achselschwang zwei viertägige Rindermast- lehrgänge im Rahmen der überbetrieblichen Ausbildung statt. Jeweils am Donnerstag der Woche besuchten die jungen Damen und Herren das Staatsgut Grub. Nach der Begrüßung und Vorstellung des Betriebs erkundeten die engagierten Teilnehmer den örtlichen Bullen- maststall auf eigene Faust und diskutierten mit dem Koordinator für Rinderhaltung bei BaySG Wolfgang Müller die erarbeiteten Ergebnisse. Anschließend gestaltete Wolfgang Müller eine Tagesration für einen Bullen und stellte die Möglichkeiten der Rations- kontrolle vor. Dazu zählen u.a. die Pansen- und Bauchfüllung, der Einsatz eines Siebkastens für die Kraftfuttermischung, der Einsatz einer Schüttelbox für die TMR und das Auswaschen des Kotes mittels Sieb. Am Nachmittag berichtete Frau Andrea Koßmann vom Institut für Landtechnik und Tierhaltung über den richtigen Umgang mit den Bullen, z.B. beim Wiegen und vertiefte die dazu notwendigen Unfallschutz- vorschriften. Ein absolut nicht zu vernachlässigendes Thema! Frau Barbara Misthilger vom Institut für Futterwirtschaft und Tierernährung ließ die neugierigen Teilnehmer noch einmal auf sehr bildliche Art und Weise an den Geheimnissen der Gärbiologie und Grobfutterbeurteilung teilhaben und die Damen und Herren legten bei den praktischen Übungen am Silo auch sofort tüchtig Hand an. Am Freitag fuhr Herr Müller noch nach Achselschwang und rundete mit der Rationsgestaltung und -berechnung für Mastbullen eine durchaus gelungene Woche ab. Eine bessere Vorbereitung auf die bevorstehende Abschlussprüfung im Ausbildungsberuf Landwirt gibt es nicht!
Auf Entdeckungstour

Auf Entdeckungstour

Sinnenprüfung

Sinnenprüfung

Frau Koßmann in Aktion

Frau Koßmann in Aktion

Bei der Dichtebestimmung

Bei der Dichtebestimmung

Ablesen des Ergebnisses

Ablesen des Ergebnisses

Eimer-Wasser-Methode zur Bestimmung der Häckselqualität

Eimer-Wasser-Methode zur Bestimmung der Häckselqualität

Schüttelbox im Einsatz

Schüttelbox im Einsatz

Temperaturbestimmung im Silo

Temperaturbestimmung im Silo

Zusammen geht es leichter

Zusammen geht es leichter

Mastbullenration

Mastbullenration

Demonstration am Silo

Demonstration am Silo

Wer separiert, spart Geld!

Das Separieren funktioniertZoombild vorhanden

Das Separieren funktioniert

Am Mittwoch vor Ostern fand im Staatsgut Grub die Demonstration eines mobilen Gülleseparators statt. Ein Gülleseparator ist ein spezieller Separator, der die Gülle in die Feststoffe und eine flüssige Phase trennt. Er produziert damit Güllefeststoffe und Dünngülle. „Normale“ Originalgülle verfügt über einen Trockenmasse- gehalt von ca. 6-10%. Dank Separation erhöht sich der TS-Gehalt auf 15-35%. Das Volumen der Feststoffe reduziert sich. So kann der Landwirt effizienter mit der Gülle umgehen. Für jeden Rinder- und Schweinehalter bringt die Separation klare Vorteile. So werden Nährstoffe wie Stickstoff, Phosphor und Kalium aus der Originalgülle heraussepariert und überschüssige Gülle lässt sich auf diesem Weg exportfähig aufarbeiten. Gerade in Biogasanlagen ist es entscheidend, die Transportwürdigkeit der abgepressten Gärreste zu erhöhen. Der Separator presst die Flüssigkeit heraus, die dann zurück in den Gärrestebehälter geleitet wird. Die Flüssigkeit trägt so dazu bei, den TS-Gehalt zu verringern und die Einschaltzeiten der Rührwerke zu verkürzen. Die abgepressten Feststoffe werden wahlweise direkt in einen Kipplader oder auf den Boden separiert. Dadurch wird der Abtransport der Feststoffe wesentlich effizienter. Ein besseres Haushalten mit den Behälterkapazitäten im Gärrestelager ist also ebenso möglich wie eine deutlich erleichterte Ausbringung mittels Schleppschuh-Technologie, weil die lästigen Verstopfungen ausbleiben. In der letzten Zeit ist die Nachfrage nach Separationstechnik weiter gestiegen. Speziell für Betriebe mit hohem Tierbestand und geringer Ausbringfläche ist die Separation der Gülle ideal. Die Lagerkapazität der Gülle verringert sich um bis zu 30%. Der gezielte Einsatz der Nährstoffe aus der flüssigen und festen Phase ermöglicht eine Einsparung an Mineraldünger. Gülleseparation - eine Investition in die Zukunft!
Probelauf vor dem Jungviehstall

Probelauf vor dem Jungviehstall

Die Feststoffe

Die Feststoffe

Gülleseparator

Gülleseparator

Jungrinder sind die Kühe von morgen

Zweiphasige FütterungZoombild vorhanden

Zweiphasige Fütterung

Mit einer erfolgreichen Kälber- und Jungrinderaufzucht wird ein entscheidender Grundstein für die Gesundheit, Leistungsfähigkeit und Langlebigkeit der späteren Milchkühe gelegt. Die Jungrinderaufzucht ist sündteuer und wird von Praktikern oftmals unterschätzt. Erklärtes Ziel ist es, gut entwickelte, gesunde und leistungsbereite Milchkühe zu günstigen Kosten zu erzeugen.

Ziele der Aufzucht:

  • Erstkalbealter Fleckvieh: 26-28 Monate
  • 600-625 kg Lebendgewicht nach der ersten Kalbung (= 80 % des späteren Endgewichts)
  • hohe Einsatzleistung
  • stabile Tiergesundheit

Die moderne Jungrinderaufzucht muss aus Sicht der Fütterung 2-phasig sein.

In der 1. Phase der Jungviehaufzucht sind bei den Jungrindern der Rasse Fleckvieh hohe tägliche Zunahmen von 800-900 g gefordert. Es gilt das Wachstumsvermögen der Tiere auszuschöpfen. Denn schon im 1. Aufzuchtjahr wird der Rahmen festgelegt und lebens- und leistungsfähige Organe werden ausgebildet. Dazu zählen z.B. die Eierstöcke. Zwischen dem 3. und 9. Monat wird auch die Euteranlage ausgebildet. Eine intensive Fütterung in dieser Phase fordert das Wachstum und die optimale Aus- bildung des Euters heraus. Fällt die Fütterung zu knapp aus, lagert sich Fett in das Eutergewebe ein. Dieses Phänomen führt in der Folge zu einer Verringerung der Milchleistung, weil dann Fettzellen statt Milchbildungszellen vorhanden sind, was auch zu Eutern mit viel Volumen führt. Diese großvolumigen Euter begünstigen das Entstehen von Hängeeutern. Die Euteraufhängung ist belastet und die Fahrkarte in die Kurzlebigkeit damit gelöst. Eine partielle Mischration der Milchkühe ausgelegt auf 25 kg Milch mit ca. 6,7 MJ NEL und 14-15 % XP bietet sich neben einer optimierten Wasserversorgung für diesen Aufzuchtabschnitt an.

In der 2. Phase der Jungviehaufzucht müssen die Jungrinder mit mittleren Zunahmen auf das optimale Gewicht für die Zuchtreife vorbereitet werden. Die Herausforderung ist hier, eine Verfettung und Überkonditionierung zu vermeiden und zum ange- strebten Erstbesamungsalter das optimale Gewicht zu erzielen. Zur Zuchtreife sollen 425-450 kg Lebendgewicht erreicht sein. Ein Gewichtsmaßband, speziell für Jungrinder entwickelt, hilft bei der Ermittlung des Gewichts. Alle Fehler, die im 2. Aufzucht- abschnitt passieren, wirken sich negativ auf den Besamungserfolg und auf das Erstkalbealter aus. Eine Verfettung in den Folgeaufzuchtjahren ist Gift! Deshalb werden die Jungrinder in diesem Abschnitt deutlich verhaltener gefüttert. Eine etwas bessere Trockensteherration mit 5,8 MJ NEL und 12 % XP hat sich bewährt.

Empfehlungen für die Praxis

  • die Jungrinderaufzucht intensivieren
  • das betriebsspezifische Optimum erarbeiten
  • die Aufzucht managen und nicht nebenbei laufen lassen
  • Fehler im 1. Aufzuchtjahr führen zu einer kurzen Lebensdauer
  • Fehler im 2. Aufzuchtjahr führen zu einer geringen Leistung
  • Fehler in beiden Jahren summieren sich und führen zu einer jungen Herde mit geringer Leistung und niedrigem Gewinn!!!

Jungrinderaufzucht im Staatsgut Grub

Vom Kalb zur Gruber Milchkuh

  • Geburt
  • 5 Tage Milch von der eigenen Mutter (Biestmilch)
  • 14 Tage Haltung in der Einzelbox, dann Gruppenhaltung
  • bis zur 12. Lebenswoche Vollmilchtränke und Kälber-TMR (Heu, Getreide, Rapsschrot)
  • Umzug in den Jungviehstall mit Liegeboxen
  • Fütterung mit der PMR der Milchkühe bis zum 11. Lebensmonat
  • ab dem 12. Lebensmonat: Trockenstehermischung
  • ab 16 Monaten künstliche Besamung - abhängig von der körperlichen Entwicklung (mind. 425 kg Lebendgewicht)
  • tragende Jungrinder verbringen den Sommer auf der Larcheralm
  • rechtzeitig zur Vorbereitungsfütterung Umzug in den Milchviehstall (3-4 Wochen vor der Kalbung)
  • angestrebtes Erstkalbealter: 26-28 Monate
Intensive Fütterung im 1. Aufzuchtjahr

Intensive Fütterung im 1. Aufzuchtjahr

Energiearme Fütterung im 2. Aufzuchtjahr

Energiearme Fütterung im 2. Aufzuchtjahr

Zweiphasige Aufzucht

Zweiphasige Aufzucht

Ausbildung großgeschrieben

Ohne Theorie geht es nichtZoombild vorhanden

Ohne Theorie geht es nicht

Im Staatsgut Grub ist die Ausbildung großge- schrieben. Derzeit absolvieren 1 Dame und 5 Herren im Versuchs- und Bildungszentrum für Rinderhaltung eine Ausbildung zum Landwirt. 4 Herren durchlaufen die reguläre Schiene und 1 Dame und 1 Herr haben sich für das Studien- modell Landwirtschaft dual entschieden. Den Verantwortlichen im Staatsgut Grub ist es dabei wichtig, dass die jungen engagierten Leute die große Vielfalt des Gruber Betriebes kennenlernen. Neben der Außenwirtschaft sind die Auszu- bildenden im Rinderbereich, aber auch im Schaf- und Schweinestall anzutreffen. Der monatliche Dienstplan sorgt hierbei für die notwendige Abwechslung. Neben der bestmöglichen Einbindung in die obengenannten Bereiche finden ergänzende Veranstaltungen statt, die das Wissen der Azubis nachhaltig bereichern sollen. Energie-Koordinator Philipp Purucker erklärte erst kürzlich in einer mehrstündigen Führung intensiv das Gruber Energiekonzept und die damit verbundene Energieautarkie des Standortes. Herdenmanager Marius Götz führte die neugierige Schar sehr praxis- orientiert in die Geheimnisse der Rinderbeurteilung und des praktischen Zuchtbetriebes ein. Einen äußerst anstrengenden Tag mit großer Informationsfülle erlebten die Auszubildenden mit dem Koordinator für Rinderhaltung Wolfgang Müller zum Thema Rindermast. In einer weiteren Veranstaltung gab Wolfgang Müller wertvolle Einblicke in sein Spezialgebiet, die Kuhsignale. Eine Besichtigung des betriebseigenen Schlachthauses rundete schließlich den breitgefächerten Reigen der Zusatzangebote ab. Ausbildung auf hohem Niveau!
Praxis im Kälberstall

Praxis im Kälberstall

Schulung Rindermast

Schulung Rindermast

Zunge rein!

VerhaltensanomalieZoombild vorhanden

Verhaltensanomalie

Rinder zeichnen sich durch eine hohe Anpassungsfähigkeit aus. Bei einer schlechten Haltungsumwelt kommt die Anpassungsfähigkeit allerdings schnell an ihre Grenzen und multi- faktoriell bedingte Verhaltensstörungen aller Art sind vorprogrammiert. Vor allem stereotype Verhaltensweisen sind dann zu beobachten. Darunter versteht man bestimmte Handlungen, die immer wieder (auf dieselbe Art und Weise) wiederholt werden. Stereotypien sind Verhaltensweisen ohne erkennbare Funktion, die in keinem direkten Zusammenhang mit der aktuellen Situation stehen. Typische Stereotypien bei Rindern sind das Zungenrollen und Zungenschlagen, welche eng mit dem Nahrungsaufnahmeverhalten in Verbindung stehen:
  • entsprechen dem Umschlingen eines Grasbüschels mit der Zunge, wobei allerdings der Kopf angehoben ist
  • treten insbesondere bei Rindern mit geringem Anteil an strukturwirksamer Faser in der Futterration auf
  • treten damit bei Mischrationen mit kurzer Fresszeit bis zur Sättigung auf

Folgende Vorbeugemaßnahmen sind vorzuschlagen:

  • ad libitum-Gabe von Raufutter
  • besser strukturiertes Futter zur Anregung des Wiederkauens
  • Bewegung, Auslauf und Weide
  • Optimierung der Mineralfutter- und Viehsalzgabe

Ein „Fußbad“ im Schnee

Jungrinder im SchneeZoombild vorhanden

Jungrinder im Schnee

Die trockenstehenden Kühe und hochtragenden Jungrinder im Staatsgut Grub erlebten in der ersten Februarhälfte eine Klauenpflege nach Großmutters altem Hausrezept. Sichtlich wohl fühlten sich die gewichtigen Fleckviehdamen bei ihrem Spaziergang durch den frisch gefallenen Schnee im Laufhof. Der Spaziergang putzt die Klauen blitzblank, effizient und kostenlos. Wer also seinen Kühen während des Winters etwas Gutes tun möchte, sollte über ein Schneebad nachdenken. Schnee hat eine äußert gute reinigende Wirkung und bei jedem Schritt laufen sich die Kühe ihre Klauen sauber. Bis 3 Tage nacheinander für einige Stunden am Tag die Kühe nach draußen zu lassen bewirkt wahre Wunder. Für Kühe ist ein erfrischendes „Fußbad“ im Schnee genau das Richtige, rät der Koordinator für Rinderhaltung bei den Bayerischen Staatsgütern Wolfgang Müller.
Spuren im Schnee

Spuren im Schnee

Ein Fußbad tut gut

Ein Fußbad tut gut

Die Lämmer kommen

Wir fühlen uns wohlZoombild vorhanden

Wir fühlen uns wohl

Die Ablammzeit ist im Staatsgut Grub derzeit in vollem Gange. Täglich kommen in diesen Wochen Lämmer auf die Welt. Deshalb sind die BaySG-Schäfer aktuell noch öfter als normal im Stall. Sie kontrollieren, ob alles okay ist. In der Regel brauchen die Schafe den Tierbetreuer bei der „Entbindung“ gar nicht. Aber wie auch bei uns Menschen kann es schon mal Komplikationen geben und dann ist die Unterstützung durch eine „männliche Hebamme“ gefragt.
Soeben geboren

Soeben geboren

Immer dem Instinkt nach

Immer dem Instinkt nach

Der Hunger ist groß

Der Hunger ist groß

Im Schutz der Mutter

Im Schutz der Mutter

Schwarzkopf Lamm

Schwarzkopf Lamm

Merino Lämmer

Merino Lämmer

Eine tierische Kulisse

Prof. Spiekers und Prof. Thaller vor der KameraZoombild vorhanden

Prof. Spiekers und Prof. Thaller vor der Kamera

Nicht nur das Wetter, sondern auch der Gruber Milchviehstall samt seinen Kühen präsentierten sich am Mittwoch, 13. Januar von ihrer besten Seite, als ein Fernsehteam, unter Einhaltung der derzeitigen Corona Schutzmaßnahmen, dem Versuchs- und Bildungszentrum einen Besuch abstattete. Hauptinterviewpartner zum Beitrag „Die Milchkuh der Zukunft“ waren Herr Prof. Dr. Spiekers vom Institut für Tierernährung und Futterwirtschaft der LfL und Herr Prof. Dr. Georg Thaller vom Institut für Tierzucht und Tierhaltung an der Uni Kiel. Im Gruber Milchviehstall praktisch in Szene gesetzt wurden für die Filmaufnahmen die Themen Tagesration einer Kuh, Einsatz von Sensoren am Tier und die Messung der Rückenfettdicke bei Kühen.
Die Gruber Grobfutterration

Die Gruber Grobfutterration

Die Gruber Teil-TMR

Die Gruber Teil-TMR

Prof. Spiekers erklärt die Futterration

Prof. Spiekers erklärt die Futterration

Fachgespräch am Futtertisch

Fachgespräch am Futtertisch

Einblicke von oben

Einblicke von oben

Das Fell über die Ohren gezogen

Ein schlagkräftiges TeamZoombild vorhanden

Ein schlagkräftiges Team

In der Woche vor dem dritten Advent fand im Schafstall der Bayerischen Staatsgüter am Standort Grub die Schafschur statt. Für diese große Aktion waren viele fleißige Hände gefragt.
Wer Schafe hält weiß, dass die Schafschur eine unumgängliche Pflegemaßnahme für die Tiere darstellt. Die Schafe werden einmal im Jahr geschoren. Bei Tieren, die ganzjährig auf der Weide gehalten werden, muss darauf geachtet werden, dass das Scheren rechtzeitig vor Beginn der kalten Jahreszeit geschieht, damit noch genug Schaffell nachwachsen kann und die Schafe nicht auskühlen. Werden, wie in Grub, die Tiere im Winter in einem Stall gehalten, in dem die Temperatur nicht zu stark absinken kann, kann die Schur auch erst spät im Jahr erfolgen. Nachdem in Grub Mitte Januar die Ablammsaison beginnt, macht es Sinn, die Schafe vor der Geburt zu scheren. Die Tiere fressen dann mehr, um mehr Körperwärme zu produzieren. Auf diese Weise sind sie für die Geburt besser mit Energie versorgt. Zudem können geschorene Schafe sauberer gehalten werden, was sich positiv auf die gesamte Geburtshygiene auswirkt. Auch finden die Lämmer deutlich leichter die Zitzen. Für den Schäfer hat die Schur vor der Geburt den großen Vorteil, dass er Entzündungen am Euter einfacher und vor allem schneller erkennt und Folgeschäden abwenden kann. An dieser Stelle ein herzliches Danke- schön an den BaySG Schäfer Herrn Wagner für die prima Organisation dieser wichtigen Pflegemaßnahme.
Gezieltes Fixieren

Gezieltes Fixieren

Jetzt kommt der Kopf dran

Jetzt kommt der Kopf dran

Gute Arbeit

Gute Arbeit

Ohne Wolle

Ohne Wolle

Die Wolle wird verpackt

Die Wolle wird verpackt

Zum Abholen bereit

Zum Abholen bereit

Auf 3 Beinen

Kuh auf 3 BeinenZoombild vorhanden

Kuh auf 3 Beinen

Beobachtet man Kühe auf der Weide und im Laufstall, so stellt man fest, dass sie sich gerne an Baumstämmen oder Teilen der Stalleinrichtung kratzen und ihren Körper mit der Zunge lecken. Viele Kühe belecken ihre Kolleginnen im Bereich von Kopf und Hals und anderen Körperregionen, die sie mit der eigenen Zunge nicht erreichen können. Um den Bauch, die hinteren Körper- partien und speziell den Zwischenschenkelbereich zu belecken, drehen sie ihren Kopf seitlich sehr weit nach hinten und stehen irgendwann nur noch auf drei Beinen am Boden. Dieses Verhalten samt zugehöriger Bewegung ist eindeutiger Beweis für einen rutschfesten Boden. Die Kuh kann sich schmerz- und angstfrei bewegen. Auf rutschigen Stallböden sind solche absolut natürlichen Verhaltensweisen nicht an der Tagesordnung, weil die Kuh, auf drei Beinen stehend, sofort ausrutschen würde. Einmal und nie wieder, lautet dann der Gedankengang im Kopf der Kuh. Erklärtes Ziel sollte deshalb sein, dass alle Tiere die Möglichkeit haben, auf naturgemäße Art und Weise Körperpflege zu betreiben.
Der Boden ist rutschsicher

Der Boden ist rutschsicher

Fester Stand

Fester Stand

Trittsicherer Boden

Trittsicherer Boden

Im Kreißsaal der Kuh

Gemeinsames MiteinanderZoombild vorhanden

Gemeinsames Miteinander

Einer Kuh eine stressfreie, hygienische und zügige Abkalbung zu ermöglichen, ist das oberste Ziel eines jeden Landwirts. Dass dies gelingt, muss der Abkalbebereich entsprechend gestaltet sein. „Den“ perfekten Abkalbestall gibt es nicht. Die Gestaltung dieses Funktionsbereichs ist grundsätzlich von der Tierzahl, dem im Betrieb zur Verfügung stehenden Platzangebot und der Personalsituation abhängig. Zusätzlich zur Genesungsbucht muss je nach zeitlicher Häufung der Abkalbungen bei Neu- bauten mit einer Abkalbebucht für jeweils 30 Kühe kalkuliert werden. Der Milchviehbestand im Staatsgut Grub umfasst 120 Kühe. Folglich stehen 4 Abkalbebuchten zur Verfügung. Möglich ist auch eine entsprechend geräumige Sammelbucht. Eine ausreichende Größe der Abkalbebuchten von mind. 15 m2 bei einer Einzelbucht oder mind. 8 m2 pro Tier bei einer Sammelbucht ist dringend einzuhalten. Die Kühe müssen sich in den Buchten optimal drehen und bewegen können und es muss genügend Platz für eventuell notwendige Maßnahmen im Rahmen der Geburtshilfe zur Verfügung stehen. Auf einer offenen Liegefläche ohne Trennbügel hat die Kuh eine uneingeschränkte Bewegungsmöglichkeit und kann so beispielsweise während der Geburt beliebige Liegepositionen einnehmen. Dies beeinflusst den Geburtsverlauf positiv. Die Gruber Abkalbebuchten sind 35 m2 groß. Das bedeutet, dass problemlos auch 2 Kühe in ihr Platz haben. „Einzelhaft“ und Isolation in der Abkalbebucht führen gerne dazu, dass die Kühe trauern und ihre Futteraufnahme reduzieren. Bei 2 Kühen in der Bucht sind zudem häufig geburts- stimulierende Effekte zu beobachten, ganz nach dem Motto „Miteinander geht vieles leichter“. Die Hygiene der Abkalbebuchten ist für die Gesundheit der Kuh und des neugeborenen Kalbes von elementarer Bedeutung. Deshalb werden die Abkalbe- buchten in Grub im Rein-Raus-Verfahren bewirtschaftet. Eingestreut werden die Buchten mit reichlich Stroh von bester Qualität. Trockensteher, die in diesem Bett aus Stroh viel liegen, haben nachweislich weniger Totgeburten! Auch ältere Kühe müssen leicht aufstehen können. Eine gut eingestreute, rund 20 cm dicke Strohmist-Matratze ist weich und zugleich griffig. Hochtragende Kühe und Rinder müssen rechtzeitig vor der zu erwartenden Geburt in eine Abkalbebucht gebracht werden, damit stressfrei eine langsame Gewöhnung an die neue Umgebung geschehen kann. Eine intensive Tierbeobachtung in dieser Zeit macht den Erfolg perfekt. Ruhe ist generell das Gebot der Stunde! Stress im Geburtszeitraum reduziert die Futteraufnahme und führt zu Stoffwechselproblemen am Laktationsbeginn. Die Kuh ist ein Gewohnheitstier. Sie sollte rund um die Geburt eine maximale Menge Wasser aufnehmen können. Mit dem gleichen System wie in der Milchviehherde tut sie das am ehesten. Jede Abkalbebucht sollte über eine Möglichkeit zum Fixieren der Tiere verfügen. Ist der Fressbereich mit einem Selbstfangfressgitter ausgestattet, können Untersuchungen einfach getätigt und kranken Kühen auch Medikamente verabreicht werden. Arbeitswirtschaftlich günstig ist eine Melkmöglichkeit direkt im Abkalbebereich. So kann man zu jeder Tageszeit oder auch wackelige Kühe direkt nach der Geburt schnell und gefahrlos melken. Von hinten sollten die Abkalbebuchten über große Türen befahrbar sein, wenn es z.B. um das Anheben eines festliegenden Tieres geht. Über große Türen fällt es den Kühen auch leichter, die Buchten zu betreten und nach erfolgter Kalbung wieder auf sicheren Beinen zu verlassen. Lässt sich die Abkalbebox z.B. mit einem Hoflader befahren, ist sie schnell und kräfteschonend entmistet. Offene Gatter und Buchtenabtrennungen mit Rohren eignen sich als Absperrung besser als geschlossene Wände. Sie ermöglichen der separierten Kuh freie Sicht. Noch ruhiger ist sie im Riech-, Hör- und Fühlkontakt mit den Herdenkolleginnen. Abkalbebereiche, die das Prinzip einer „stressfreien Abkalbelinie“ beherzigen und gekonnt in die Praxis umsetzen, stellen eine sehr gute stallbauliche Lösung für alle an einer Rindergeburt Beteiligten dar. Was sich genau dahinter verbirgt, erklärt Ihnen gerne der Koordinator für Rinderhaltung bei den Bayerischen Staatsgütern Wolfgang Müller.
Abkalbebucht mit breiten Türen

Abkalbebucht mit breiten Türen

Strohbett

Strohbett

Buchten geräumig

Buchten geräumig

Abtrennungen der Buchten

Abtrennungen der Buchten

Melken ist möglich

Melken ist möglich

Möglichkeit zum Fixieren

Möglichkeit zum Fixieren

Kontaktmöglichkeiten

Kontaktmöglichkeiten

Nachgeburt

Nachgeburt

Hundesitz unerwünscht!

Unerwünschter HundesitzZoombild vorhanden

Unerwünschter Hundesitz

Zum Aufstehen braucht eine Kuh ausreichend viel Platz im Kopfbereich, damit sie zuerst den Kopf nach vorne strecken bzw. schwingen kann. Sie entlastet damit die Hinterbeine. So ist sie in der Lage, zuerst mit den Hinterbeinen und dann mit den Vorderbeinen ihr doch stattliches Gewicht in die Höhe zu stemmen. Für einen erfolgreichen Kopfschwung ist mit 1 m Platz vor dem Vorderfuß- wurzelgelenk zu kalkulieren. Ein pferdeartiges Aufstehen und Abliegen über den Hundesitz sind Anpassungsleistungen bei deutlich zu kleinen, insbesondere bei eindeutig zu kurzen Liegeboxen. Gegenständige Liegeboxen, z.B. mit einem störenden Nasenrohr in der Mitte, verhindern den so wichtigen Kopfschwung. Damit ist ein natürliches Aufstehen bzw. Abliegen wie auf der Weide nicht mehr möglich. Auch bei Platzmangel im Kopfbereich, z.B. wegen einer Holzwand vor dem Kopf der Kuh, stellt sich die Kuh wie ein Pferd zuerst auf die Vorderbeine und bleibt in dieser Körperhaltung wie ein Hund sitzen. In dieser Stellung verharrend, kotet sie schließlich meist ab, um anschließend auf sehr mühsame Weise auch noch mit den Hinterbeinen aufzustehen. Bei Stallneubauten sind entsprechend die Liegeboxen so zu planen und auszuführen, dass sich die Tiere so natürlich wie möglich darin bewegen können. Auf diese Weise bleiben sie gesünder und bringen mehr Leistung. In bestehenden Ställen ist es entscheidend, das züchterische Augenmerk darauf zu richten, dass die Kühe nur so groß werden, wie es der Stall „erlaubt.“
Kein Kopfschwung möglich

Kein Kopfschwung möglich

Kettenhindernis

Kettenhindernis

Aufstehen ist sehr mühsam

Aufstehen ist sehr mühsam

Kopfschwung leicht möglich

Kopfschwung leicht möglich

Körperpflege leicht gemacht

Kratzmatte - Die neue ErrungenschaftZoombild vorhanden

Kratzmatte - Die neue Errungenschaft

Rinder sorgen durch die eigene Körperpflege für ihr eigenes Wohlbefinden Die Körperpflege dient der Reinigung von Verschmutzungen und dem Schutz vor Ektoparasiten und lästigen Fliegen. Rinder kratzen sich gerne mit ihren Hörnern oder auch den Klauen der Hinterbeine. Sie reiben sich regelmäßig an anderen Kolleginnen und an verschiedenen Gegenständen der Stalleinrichtung. Besonders Einrichtungen zum Scheuern finden deshalb große Akzeptanz. Neben verschiedenen Kuhbürsten aller Art sorgen einfach zu installierende Kratzmatten für sichtbares Wohlbefinden. Im Staatsgut Grub genießen die Kühe zusätzlich zur klassischen Kuhbürste seit Dezember 2020 eine solch einfache Kratzmatte. Die festen Gumminoppen reinigen beim intensiven Scheuern das Fell und lösen auch hartnäckige Verkrustungen von der Körperoberfläche der Kühe. Sie massieren intensiv die Muskulatur und wirken damit durchblutungsfördernd. Entspannung pur! Die Matte kann ohne großen Aufwand flächig an der Wand, zylindrisch oder quadratisch, vertikal oder horizontal montiert werden und ist deshalb universell einsetzbar. Je nach Montage deckt die Kratzmatte auch gefährliche, scharfe Kanten ab und beugt auf diesem Weg unschöne Verletzungen der Kühe vor. Im Unterschied zur elektrischen Kuhbürste benötigt die durchdachte Matte keinen Strom und keine Wartung und ist leicht mit Wasser zu reinigen. Ein preisgünstiger, aber sehr effektiver Beitrag zum Tierwohl!
Die Höhe Passt - Kratzmatte

Die Höhe Passt - Kratzmatte

Kratzen an der Stirn

Kratzen an der Stirn

Kratzen am Kopf

Kratzen am Kopf

Kratzen am Hals

Kratzen am Hals

Entspannung pur

Entspannung pur

Ein Genuss

Ein Genuss

MiteinanderZoombild vorhanden

Einträchtiges Miteinander

Auf hohem Niveau
Der kürzlich veröffentlichte LKV-Jahresbericht beweist es. Die Gruber AMS-Herde konnte auch im abgelaufenen Prüfungsjahr 2020 ihre Leistungsfähigkeit behaupten oder sogar noch ein wenig ausbauen. Die Milchleistung der geprüften Kühe lag bei 9.807 kg Milch. Das bedeutet ein kleines Plus von 81 kg im Vergleich zum Vorjahr. Die Milchinhaltsstoffe können sich mit 4,08 % Fett bei insgesamt 400 kg Fett und 3,45 % Eiweiß bei insgesamt 339 kg Eiweiß auch sehen lassen. Die Erstlaktationsleistungen mit im Durchschnitt 9.293 kg Milch sind stattlich. Beachtlich ist auch die Lebenstagleistung abgegangener Kühe. Eine relativ vielsagende Kennzahl, die die entscheidenden Größen, Milchleistung, Nutzungsdauer und Erstkalbealter in sich vereint. Das für Bayern und die Bundesrepublik definierte Ziel liegt bei >15 kg Milch. Mit 14,8 kg Milch liegt Grub derzeit gut im Rennen. Trotz dieser erfreulichen Entwicklung ist es Ziel aller im Staatsgut Grub für die Rinderhaltung Verantwortlichen, weiter an der Gesundheit und Langlebigkeit der Tiere zu feilen. Deshalb wurden im abgelaufenen Jahr viele, das Tierwohl steigernde Maßnahmen in die Wege geleitet. Was helfen 10.000 und 11.000 kg Milch pro Jahr, wenn dies auf Kosten und zuungunsten der Tiergesundheit und Nutzungsdauer geht, betont der Koordinator für Rinderhaltung bei den Bayerischen Staatsgütern Wolfgang Müller.
Mineralsteine sind wichtig

Mineralsteine sind wichtig

Modernes Fressgitter

Modernes Fressgitter

Schmeckt

Schmeckt

Tierwohlbürste

Tierwohlbürste

Zufriedenheit

Zufriedenheit

Praktische Einblicke tun not!

Kälberstall Praktische EinblickeZoombild vorhanden

Erklärung des Haltungssystems

n der letzten Novemberwoche veranstaltete das Institut für Tierernährung und Futterwirtschaft der LfL ein Ausbildungsmodul „Fresser und Bullenmast“ für zwei LKV Mitarbeiter. Zahlreiche Experten der LfL, der Ämter und anderer Organisationen hatten in all den Tagen viel Wissenswertes für die beiden Teilnehmer auf Lager. Die praktischen Ausbildungsteile fanden im Kälber- und Bullenstall der Bayerischen Staatsgüter statt und veranschaulichten und vertieften das viele Gelernte auf sehr nachhaltige Art und Weise. Was wäre jegliche Theorie ohne praktische Umsetzung?
Uns gehts gut

Uns gehts gut

Blick in den Gruber Kälberstall

Blick in den Gruber Kälberstall

Fachgespräch vor dem Kälberstall

Fachgespräch vor dem Kälberstall

Fit statt fett

KörperreservenZoombild vorhanden

Überkonditioniert

In vielen Betrieben besteht die große Gefahr, dass Milchkühe im letzten Laktationsdrittel und der anschließenden Trockenstehzeit verfetten. Speziell am Laktationsende ist vielfach eine zu energiegeladene Ration bzw. eine nicht angepasste Kraftfuttergabe an die doch sinkende Milchleistung ein entscheidender Grund für dieses Phänomen. Kühe mit zu üppigen Fett- und Gewebeauflagen, d.h. einem zu hohen BCS-Score (Body-Condition-Score oder Körperkonditionsindex) um den Zeitpunkt der Kalbung, haben ein deutlich erhöhtes Risiko für Stoffwechsel- und Fruchtbarkeitsstörungen in der folgenden Laktation. Eine nicht leistungsgerechte, zu energiereiche Fütterung insbesondere gegen Ende der Laktation und in der Trockenstehzeit, häufig gekoppelt mit Bewegungsmangel, führen zu einer Verfettung der Tiere. Je fetter die Kuh zur Kalbung kommt, desto schlechter frisst sie am Laktationsbeginn, wo ein Maximum an Nährstoffen notwendig ist. Wenn die Nährstoffe nicht aus der Futteraufnahme kommen, dann aus dem Abbau von Körperreserven, die ja mehr als ausreichend vorhanden sind. 1 kg mobilisiertes Depotfett liefert Energie für 7-10 kg Milch. Mehr als 0.75 BCS-Punkte Körpersubstanzverlust nach der Abkalbung sind ein eindeutiges Indiz für die Mobilisierung von Körperfett. Aufgrund des niedrigen Blutzuckerspiegels ist der Stoffwechsel der Kuh nicht in der Lage, die Fettbruchstücke (Ketonkörper), aus dem Abbau von Körperreserven stammend, vollständig zu verstoffwechseln. Auf diesem Wege lagern sich die Fettbruchstücke im Stoffwechsel an. In der Folge wird unverbranntes Fett in die Leber eingelagert und die Leberzellen sterben unwiederbringlich ab. Ketonkörper „vergiften“ damit die Kuh! Bei der Fettmobilisierung werden auch im Fett eingelagerte Toxine freigesetzt, die zu Vergiftungen führen. Ebenso wird das zum Teil im Fett eingelagerte Progesteron freigesetzt. Dieses wirkt der Brunst entgegen und hemmt die Eierstockaktivität. Ein weites Fett-Eiweiß-Verhältnis von > 1,25: 1 bei der Rasse Fleckvieh weist auf diese kritische Situation hin. Erklärtes Ziel ist es deshalb, eine Verfettung der Kühe am Ende der Laktation zu vermeiden und den Körpergewichtsverlust am Laktationsbeginn zu minimieren. Anzustreben ist ein BCS für Fleckvieh von 3.75-4,0 zur Abkalbung. Ein Körpergewichtsverlust von max. 0.5 kg am Tag in den ersten 100 Laktationstagen ist akzeptabel. Eine angepasste frühe Trockensteherfütterung mit ca. 5,5 MJ NEL/ kg TM gefolgt von einer korrekten Vorbereitungsfütterung in den 2-3 Wochen vor der erwarteten Kalbung mit ca. 6,5 MJ NEL/kg TM machen den Laktationsstart perfekt, rät der Koordinator für Rinderhaltung bei den Bayerischen Staatsgütern Wolfgang Müller und verweist zum Aufspüren von Ketosefällen auf moderne, digitale Hilfsmittel in Form von Ketose-Testgeräten und BCS-Kameras.
Zu viel Fett- und Gewebeauflagen

Zu viel Fett- und Gewebeauflagen

Wenig Fett- und Gewebeauflagen

Wenig Fett- und Gewebeauflagen

Schwache Kondition

Schwache Kondition

Abbau von Körperreserven

Abbau von Körperreserven

Digitales Ketose-Messgerät

Digitales Ketose-Messgerät

BCS-Kamera

BCS-Kamera

Bürste dreh dich!

KälberbürsteZoombild vorhanden

Mini-Schwingbürste

In der ersten Novemberwoche wurden im Gruber Kälberstall in 3 Abteilen Mini-Schwingbürsten installiert. Die Kälberbürste, die nach dem Prinzip der altbewährten schwingenden Kuhbürste aufgebaut ist, ist in sieben Stufen höhenverstellbar. Das ist gerade für die Haltung im Tieflaufstall von größter Wichtigkeit, denn es wird hiermit eine bestmögliche Anpassung an die Größe der Tiere erreicht werden. Am Bürstenzylinder selber befindet sich ein Berührungssensor, der die Drehbewegung in Gang setzt, sobald ein Tier die Bürste berührt. Wird die Bürste vom Kalb nicht mehr genutzt, schaltet sie sich nach etwa 10 Sekunden automatisch ab. Die wichtige Tiersicherheit wird dadurch gewährleistet, dass die Drehbewegung bei geringem Widerstand gestoppt wird und die Stromkabel gegen Verbiss durch die Tiere geschützt sind. Sowohl die Tiersicherheit als auch ein geringer Energieverbrauch wurden von der DLG bestätigt. Die Bürste wird durch einen 24 V Motor angetrieben und kann an der Wand sowie an Pfosten montiert werden. Die Drehgeschwindigkeit beträgt 25,5 U/min. Der Bürstenzylinder dreht abwechselnd in beide Richtungen.
Die Mini-Schwingbürste ist ein wichtiger Beitrag zur Beschäftigung der Kälber. Sie erledigt zuverlässig die Säuberung des Fells und trägt insgesamt erheblich zum Wohlbefinden der „Kleinen“ bei. Deshalb war auch der Andrang an den neuen Bürsten in den ersten Tagen enorm. Die restlichen 3 Kälberabteile wurden zeitgleich mit je einem 2-Bürstensystem, bestehend aus einer senkrechten und einer waagrechten Bürste, ausgestattet und auch hier war die Akzeptanz von der ersten Stunde an bestens. Durch das Anheben der Bürsten wird das Gerät selbstständig von den Kälbern in Gang gesetzt. Unterschiedliche Körpergrößen mit einem Höhenausgleich bis zu 30 cm werden durch eine patentierte Parallelogramm-Konstruktion bestens ausgeglichen. Die Bürsten bestehen aus hochwertigem Nylon. Die Bürstenumdrehung liegt bei 60 U/min. Und wieder ist ein wertvoller Beitrag zum Tierwohl in der Gruber Rinderhaltung angekommen.
Neu installiert

Neu installiert

Welch ein Genuss

Welch ein Genuss

Tierwohl

Tierwohl

Kopfmassage

Kopfmassage

Jetzt kommt der Rücken dran

Jetzt kommt der Rücken dran

Ein wunderbares Angebot

Ein wunderbares Angebot

Wie hoch darf die Tränke sein?

Die neue TränkeZoombild vorhanden

Die neue Jungviehtränke

In den ersten Novembertagen wurden im Gruber Jungviehstall neue Tränken installiert. Die alte Tränketechnik war in die Jahre gekommen und Undichtigkeiten führten zu großen Wasserverlusten, die in eine ungewollte Güllevermehrung mündeten. Zudem waren die alten Tränken, was die Wasserstandshöhe über dem Boden betrifft, deutlich zu hoch installiert. Wie der Koordinator für Rinderhaltung bei den Bayerischen Staatgütern Wolfgang Müller empfiehlt und wie es die Bilder auch unmissverständlich beweisen, sollte die Wasserstandshöhe über dem Boden für Jungrinder im 1. Aufzuchtjahr 50 cm und für Jungrinder in den Folgeaufzuchtjahren 60 cm betragen. Auf diesem Weg wird die Wasseraufnahme zu einem regelrechten Genuss!
Kritischer Blick

Kritischer Blick

Wasserstandshöhe 50 cm über dem Boden

Wasserstandshöhe 50 cm über dem Boden

Wasserstandshöhe 60 cm über dem Boden

Wasserstandshöhe 60 cm über dem Boden

Die Höhe passt

Die Höhe passt

Das Warndreieck der Kuh

PansenfüllungZoombild vorhanden

Das Warndreieck der Kuh

Die Hungergrube einer Kuh wird häufig als „Warndreieck“ betitelt. Was steckt hinter dieser Aussage? Die Hungergrube repräsentiert den aktuellen Füllungsgrad des Pansens und beweist damit ganz klar, was die Kuh in den letzten 6 Stunden an Futter gefressen hat. Die Hungergrube ist aber auch Indiz für die Passagegeschwindigkeit des Futters durch den gesamten Verdauungstrakt. Vor allem in der Zeit nach erfolgter Kalbung ist die Fütterung meist eine kritische Gratwanderung zwischen einer hohen Energieversorgung und den immer geltenden Ansprüchen an eine wiederkäuergerechte Fütterung. Die alles entscheidende Größe in dieser Phase ist deshalb eine optimale Futteraufnahme. Ob die Kuh ausreichend gefressen hat, beweist die Pansenfüllung. Die Beurteilung der Pansenfüllung führt man am besten links hinter der Kuh stehend durch. Die Form der Hungergrube ist immer dem Laktationsstadium angepasst. Die Bonitur erfolgt auf einer Notenskala von eins bis fünf. Note 1 steht für eine tief eingefallene Hungergrube. Die Kuh hat z.B. wegen akuter Krankheit oder unzureichender Futterverfügbarkeit wenig oder nichts gefressen. Bei Note 5 sind die Querfortsätze wegen des gut gefüllten Pansens nicht mehr sichtbar. Diese Note ist bei trockenstehenden Kühen wünschenswert. Für laktierende Milchkühe ist die Note 3 anzustreben. Der gesunde Pansen wölbt sich apfelförmig aus und fühlt sich beim Eindrücken fest an. Die Hungergrube ist noch hinter dem Rippenbogen sichtbar. Mit geschultem Blick kann also jeder Praktiker an der Kuh schnell und einfach die Auswirkungen von negativen Einflüssen der Fütterung erkennen und schlagartig verbessern. Speziell am Laktationsbeginn kann eine stärkere Ausprägung der Hungergrube aber durchaus normal sein. Die Kuh hat erst gekalbt und das Kalb, das Fruchtwasser und die Gebärmutter haben den Pansen nach vorne verdrängt. Ist die Hungergrube aber in der weiteren Laktation so deutlich sichtbar, fehlt es bei der Kuh an Trockenmasseaufnahme. Mögliche Ursachen sind dann Krankheiten wie z.B. Ketose, Pansenübersäuerung, Infektionen und Klauenprobleme. Auch ein zu enges Tier-Fressplatz-Verhältnis und ein insgesamt zu geringes Angebot an Futter forcieren die Problematik. Breite Verkehrsflächen verhindern ein „Mobbing“ unter den Kühen. Erklärtes Ziel ist es also, die Hungergrube nach der Geburt schnellstmöglich aufzufüllen bzw. die Kuh optimal zu füttern, so dass die Hungergrube nur noch leicht und ohne Dreiecksform zu erkennen ist. Dazu gilt es, hochkarätige Rationen ganz gezielt zu gestalten und zu berechnen. Eine angepasste Trockensteher- und Vorbereitungsfütterung sind Grundvoraussetzung für einen gelingenden Start in die Laktation.

Leere Hungergrube - Was jetzt?
Wenn für eine Kuh in den ersten Tagen nach der Geburt oder in der weiteren Laktation ein zu niedriger Füllungsgrad des Pansens zu beobachten ist, ist Folgendes zu tun:
  • Kuh intensiv beobachten
  • regelmäßig Körpertemperatur messen
  • Haarkleid, Körperkondition und MLP-Daten kontrollieren
  • Ketose-Schnelltest durchführen
  • zusätzliche Energie verabreichen (Glucose)
  • bei Bedarf: Kuh dem Tierarzt vorstellen
Boniturschema Pansen

Boniturschema Pansen

Pansenfüllung

Pansenfüllung

Perfekte Pansenfüllung

Perfekte Pansenfüllung

In der Abkalbebucht

In der Abkalbebucht

Pansenfüllung nach der Kalbung

Pansenfüllung nach der Kalbung

Nach der Geburt

Nach der Geburt

Schlechte Pansenfüllung

Schlechte Pansenfüllung

Kuh mit Ketose

Kuh mit Ketose

Mein Name ist - "GRETE"

Ein super Gerät1Zoombild vorhanden

GRETE - Ein super Gerät

Die meisten Erkrankungen bei Kälbern sind sogenannte „Faktorenerkrankungen“. Das heißt, dass mehrere kleine Ursachen für das Entstehen einer Krankheit verantwortlich sind. So kann Durchfall das Ergebnis von Durchfallerregern, Fehlern in der Fütterung und Haltung, Stress oder von allen dreien sein. Ein wunder Punkt in vielen Betrieben sind unhygienische Tränkeeimer, deren exakte Reinigung mangels Zeit stark vernachlässigt wird. Haben Sie mal überlegt, wie viel Zeit Sie in Ihrem Betrieb mit der Reinigung von Tränkeeimern verbringen? Vielleicht sind es zehn Minuten pro Melkzeit - übers Jahr gerechnet sind es dann aber 121 Stunden, die Sie dafür verwenden. Seit Oktober ist deshalb „Grete“ (Gerät zur Reinigung von Tränkeeimern) der weltweit erste Kälbertränkeeimer-Vollwaschautomat im Staatsgut Grub im Einsatz. „Grete“ bietet Platz für 10 Tränkeeimer beliebigen Fabrikats. Und wie bei der Melktechnik wird erst kalt vorgespült, abgepumpt und dann mit Chemie und warmem Wasser gereinigt. Zur Nuckelreinigung streichen sich im Kreis drehende Rollen zwölf Mal pro Minute, also 100 Mal pro Reinigungsvorgang, über das Material und rollieren die darin befindliche Milch sowie etwaige Reinigungslösungen heraus. Zum Schluss folgt noch das Nachspülen mit kaltem Wasser. Eine komplette Reinigung dauert nur ganze 15 Minuten. Im Anschluss können die Eimer geschützt vor Fliegen zum Trocknen im Automaten bleiben. Pikobello gereinigte Tränkeeimer, eingesparte Arbeitszeit, ein verbesserter Arbeitsschutz und ein Einsparen von Wasser und Chemie gegenüber einer Handreinigung - was möchte man mehr?
Lieferung Grete

Lieferung Grete

erster Einsatz für Grete kann kommen

erster Einsatz für Grete kann kommen

Grete befüllt mit Eimern

Grete befüllt mit Eimern

Nuckelreinigung

Nuckelreinigung

Tierische Einblicke

Die beiden PraktikantinnenZoombild vorhanden

Die beiden Praktikantinnen

Am Donnerstag, 01.Oktober begannen die 2 Studierenden der Tierärztlichen Fakultät der LMU München, Frau Celia Rapsilber und Frau Clara Thurm, ihr landwirtschaftliches Praktikum im Versuchs- und Bildungszentrum für Rinderhaltung Staatsgut Grub. Wir wünschen den beiden engagierten Damen viele wertvolle Erfahrungen und bleibende Eindrücke, die ihren weiteren Werdegang bereichern.

Engagierter züchterischer Nachwuchs

Messen Der BeckenlängeZoombild vorhanden

Messen der Beckenlänge

1 Dame und 5 Herren von verschiedenen Fachzentren für Rinderzucht quer durch Bayern kamen am Mittwoch, 30.09. zu einer Fortbildung an die LfL nach Grub. Thema war die lineare Beschreibung von Kühen. Die 6 neuen Mitarbeiter/innen beschäftigen sich bei ihrer künftigen Tätigkeit vermehrt mit der Bullenmutterbewertung in den Praxisbetrieben. Am Vormittag führte Herr Bernhard Luntz vom Institut für Tierzucht der LfL sehr fundiert in die theoretischen Grundlagen der linearen Beschreibung ein. Der praktische Teil folgte am Nachmittag im Milchviehstall der Bayerischen Staatsgüter. Hier warteten bereits 4 Kühe geduldig auf die züchterisch engagierten jungen Leute.
Die Kühe sind bereit

Die Kühe sind bereit

Die Teilnehmergruppe

Die Teilnehmergruppe

Einführende Worte

Einführende Worte

Vorbereiten zum Messen der Kreuzbeinhöhe

Vorbereiten zum Messen der Kreuzbeinhöhe

Messen der Kreuzbeinhöhe

Messen der Kreuzbeinhöhe

Kälber als Fotokulisse

Alle Preisträger vor dem Gruber KälberstallZoombild vorhanden

Alle Preisträger vor dem Gruber Kälberstall

Am Dienstag, 29.09.20 wurde im Forum der LfL der diesjährige „Bayerische Nutztierwohl-Preis“ verliehen. Der Preis ist mit 10.000 Euro dotiert und wurde heuer auf 3 Landwirte aus den Sparten Milchviehhaltung, Bullenmast und Schweinehaltung aufgeteilt. Das Bayerische Staatsministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten vergibt im Jahr 2020 diesen Preis bereits zum siebten Mal. Prämiert werden technische beziehungsweise bauliche Lösungen oder Managementmaßnahmen zur Verbesserung des Tierwohls in der bayerischen Landwirtschaft. Dabei steht die Nachhaltigkeit, Praxisgerechtheit und Übertragbarkeit der vorgestellten Maßnahmen auf andere landwirtschaftliche Betriebe mit Nutztierhaltung im Vordergrund. Der "Bayerische Tierwohl-Preis für landwirtschaftliche Nutztierhalter" ist ein weiterer Baustein des Ministeriums in der Initiative für tiergerechte Haltungsbedingungen. Im Anschluss an die Preisverleihung trafen sich die Preisträger zusammen mit dem Amtschef des Staatsministeriums Hubert Bittlmayer im Kälberstall der Bayerischen Staatsgüter am Standort Grub zum gemeinsamen Fototermin. Und die Gruber Kälber, die den Bildern einen sehr lebendigen und vitalen Hintergrund verliehen, waren der eindeutige Beweis für alle Anwesenden, dass auch in den Gruber Ställen das Tierwohl von größter Bedeutung ist.

Das Stallklima macht`s

Die Arbeiten sind vollendet.jpg

Das Stallklima trägt in großem Stil zum Wohlbefinden und der Leistungsfähigkeit der Milchkühe bei. Viele Milchkühe verbringen heutzutage ihr ganzes Leben in Stallhaltung. Für die Wohlfühltemperatur nennt Frau MAHLKOW-NERGE (2007) einen Bereich von -7°C bis 17°C als Optimalbereich.  Mehr

Da Summa is umma

Die Larcheralm

In den letzten Augusttagen besuchte der Koordinator für Rinderhaltung bei den Bayerischen Staatsgütern Wolfgang Müller die Larcheralm oberhalb von Bayrischzell. Die 28 Gruber Jungrinder genießen nach wie vor die Sommerfrische in nächster Nähe zum Wendelstein und fühlen sich sichtlich wohl.  Mehr

Leck mich!

Die Höhe passt

Die Mineralstoffversorgung spielt in der Fütterung eine große Rolle. Warum sind Minerallecksteine und Viehsalz so wichtig?
Der Bedarf an Natrium kann über das Grundfutter vielfach nicht gedeckt werden. Eine Unterversorgung mit Natrium kann zu veränderten Gefrierpunkten in der Anlieferungsmilch und noch schlimmer zu Fruchtbarkeitsproblemen verschiedener Art führen.   Mehr