Staatsgut Grub
Versuchs- und Bildungszentrum für Rinderhaltung

Grub ist nicht nur die Zentrale der Bayerischen Staatsgüter, sondern auch Versuchs- und Bildungszentrum für Rinderhaltung.
Dieser Schwerpunkt ist heute aktueller denn je und untrennbar mit dem Begriff Tierwohl verbunden. Das Staatsgut Grub versucht hier gesellschaftlichen Forderungen und Forderungen der Praxis zu verbinden und Lösungen im eigenen Betrieb darzustellen.
Neben Haltungsfragen werden auch Zucht- und Fütterungsversuche bei Rindern und Schafen gemacht, die wichtige Daten für die Forschung ergeben. Zu nennen ist hier vor allem die Hornloszucht bei Rindern oder die Gebrauchskreuzungen bei Schafen.
Die Versorgung der Tiere wird durch den Pflanzenbau des Betriebes gewährleistet. Auf ca. 400 ha wird mit den verschiedenen Fruchtarten Acker- und Grünlandnutzung betrieben. Eine Besonderheit ist der langjährige Sojabohnenanbau in Grub, der immer häufiger in der landwirtschaftlichen Praxis zu finden ist und die Fruchtfolge bereichert.
Grub ist aber auch ein Standort, der sich der Gewinnung von regenerativen Energien verschrieben hat. Die Photovoltaikanlage und die Biogasanlage erzeugen den gesamten Strom für den Betrieb von BaySG wie auch für die Institute der LfL.
Ebenso verbindet den Standort Grub ein flächendeckendes Wärmenetz, das von der betrieblichen Hackschnitzelanlage betrieben wird.
Den Rohstoff für die Hackschnitzel liefern die 525 ha Wald und die 37 ha Kurzumtriebsplantagen (Energiewald) der Staatsgüter.

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Ein Beitrag von Unser Land
Kuhsignale - Gesehen mit den Augen einer Kuh

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Aktuelles

November

Schafschur für Anfänger

2022-11-04-Schurkurs-Grub-Gruppenfoto

Gruppenfoto

Am Freitag, 04.11. und am Samstag, 05.11. fand im Schafstall des Staatgutes Grub ein Scherkurs statt. In Theorie und Praxis wurde den Teilnehmern/innen die Komplexität der Schafschur intensiv nähergebracht. In Deutschland hat die Produktion von Wolle keine besondere wirtschaftliche Bedeutung mehr. Die Schafrasse mit dem größten Augenmerk auf die Wollerzeugung ist das Merinoschaf.   Mehr

Oktober

Die Rheinische Landjugend auf Tour

Die junge MannschaftZoombild vorhanden

Die junge Mannschaft

Im Rahmen ihrer Landjugendtour von 28.10. bis 01.11.22 nach Bayern besuchte die Rheinische Landjugend e.V. das Staatsgut Grub. Die Rheinische Landjugend e.V. umfasst junge Leute im Alter zwischen 15 und 30 Jahren, die in einem nichtkonfessionellen Jugendverband gemeinsam ihre Freizeit gestalten. Ihre Mitglieder sind Jugendliche aus allen Berufszweigen, die dem ländlichen Raum verbunden sind und ihn aktiv und kreativ formen möchten. Der Verein steht für die Jugendlichen im ländlichen Raum und unterstützt die Landwirtinnen und Landwirte bei der Vertretung ihrer Interessen. Er setzt sich mit agrarpolitischen Themen auseinander und möchte das Leben auf dem Land aktiv mitgestalten.
Der Koordinator für Rinderhaltung Wolfgang Müller gab den weit gereisten Gästen auf sehr engagierte Art und Weise einen umfassenden Einblick in die Arbeit des Staatsgutes und allgemein in die Bayerische Landwirtschaft. Auf besonderes Interesse bei den jungen Damen und Herren stieß der Kälberstall mit seiner Vielzahl an Tierwohlaspekten. Nach dem zweieinhalbstündigen Rundgang durch die Stallungen stand für die Gruppe der Olympiapark und die Spatenbrauerei auf dem Programm.

Strukturpellets - eine neue Alternative für Tiefliegeboxen!?

Strukturpellets aller ArtZoombild vorhanden

Strukturpellets aller Art

Seit Anfang November werden im Milchviehstall des Staatsgutes Grub probeweise 4 Tiefliegeboxen mit Strukturpellets eingestreut. Der Hersteller verspricht folgende Vorteile:
Das Besondere an diesen Presslingen ist, dass diese aus unzerkleinertem Erntegut erzeugt werden und mit einem Durchmesser von 16 mm sehr grob sind. Wegen ihres hohen Strukturanteils sind die Strukturpellets extrem saugfähig und zugleich staubarm. Da beim Pelletieren unter hohem Druck Temperaturen von bis zu 90°C entstehen, sind diese Pellets auch nahezu keimfrei. Aufgrund dieser positiven Eigenschaften lassen sich die Strukturpellets hervorragend als Einstreumaterial und Futtermittel in der Tierhaltung, aber auch energetisch als Biogassubstrat oder als Heizmaterial nutzen.

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Milchqualität großgeschrieben

Herr Müller mit der EhrenurkundeZoombild vorhanden

Herr Müller mit der Ehrenurkunde

Am Freitag, den 21.Oktober 2022 überreichte Frau Lisa Adler, verantwortlich für den Milcheinkauf bei der Molkerei Weihenstephan, dem Koordinator für Rinderhaltung bei BaySG eine Ehrenurkunde für herausragende Leistungen bei der Gewinnung und Behandlung von Qualitätsmilch im Jahre 2020. Die Melkstandherde im Staatsgut Grub wurde damit in die Liste der 100 qualitätsbesten Milcherzeuger der Molkerei eingetragen. Herzlichen Glückwunsch!

Salzburger Praktiker im Staatsgut Grub

AK Milch aus SalzburgZoombild vorhanden

AK Milch aus Salzburg

Der Arbeitskreis Milchproduktion der Landwirtschaftskammer Salzburg unter der Leitung von Ignaz Lintschinger besuchte im Rahmen einer zweitägigen Exkursion nach Bayern am Freitag, den 21. Oktober 2022 das Staatsgut Grub. Der Arbeitskreis Milch bietet seinen Mitgliedern einen Erfahrungsaustausch in Gruppen von 10-20 Bäuerinnen und Bauern mit Moderation durch den Arbeitskreisleiter. Gemeinsam festgelegte Themen der Milchproduktion werden in mehreren Arbeitskreistreffen pro Jahr intensiv bearbeitet. Die Kennzahlen der Produktion und Wirtschaftlichkeit werden interpretiert und verglichen. Ergänzt wird das Angebot durch Betriebsbesuche bei Arbeitskreismitgliedern mit entsprechendem Erfahrungsaustausch. Verbesserungs- und Optimierungsmöglichkeiten in der Milchproduktion werden erarbeitet. So passte es gut, dass der Koordinator für Rinderhaltung bei BaySG Wolfgang Müller die hochmotivierte Gruppe bei einem Rundgang durch alle Stallungen in viele Facetten der modernen Rinderhaltung entführte und den Damen und Herren wichtige Impulse mit auf den Weg gab. Mehrere der Salzburger Landwirte/innen bedauerten, dass die Zeit im Staatsgut Grub aufgrund der Vielfalt der Themen viel zu kurz gewesen sei.

Moderne Arbeitsplätze im Visier

Das Jobcenter auf ExkursionZoombild vorhanden

Das Jobcenter auf Exkursion

10 Mitarbeiter/innen des Jobcenters München besuchten am Montag, den 17.10.22 das Staatsgut Grub. Der Koordinator für Rinderhaltung Wolfgang Müller stellte der wissbegierigen Gruppe den Betrieb mit seinen vielfältigen Aufgaben vor und erläuterte an zahlreichen praktischen Beispielen, was das Tierwohl, die Digitalisierung und eine umweltgerechte Haltung und Fütterung im Bereich der Rinderhaltung zu bedeuten hat. Sichtlich erstaunt waren die Damen und Herren, welch hohe Anforderungen an die modernen, auf Arbeitsplatzqualität und Arbeitssicherheit ausgerichteten Arbeitsplätze in den Stallungen gestellt werden. Das Jobcenter München ist eine gemeinsame Einrichtung der Bundesagentur für Arbeit und der Landeshauptstadt München als kommunaler Träger. Mit großer sozialer Verantwortung nimmt das Jobcenter München seit 01. Januar 2005 die Grundsicherung für Arbeitssuchende nach dem Zweiten Sozialgesetzbuch (SGB II) wahr und unterstützt die Menschen dabei, eine Arbeit oder Ausbildung aufzunehmen.
Erklärungen am Melkroboter

Erklärungen am Melkroboter

Zeig mir deine Nase

Gesundes KalbZoombild vorhanden

Gesundes Kalb

In dieser Makroaufnahme sind die Nase und das Flotzmaul eines gesunden Kalbes eindeutig zu erkennen. Das Tier hat ein sauberes, schneeweißes Fell am Kopf. Sämtliche Tasthaare um Mund und Nase stehen vom Kinn und vom Nasenflügel ab. Das Flotzmaul und die Nasenlöcher sind absolut sauber, blassrosa gefärbt und die sichtbare Schleimhaut ist gut durchsaftet und glänzt. Das Kalb zeigt keinen Nasenausfluss, der auf irgendeine Atemwegserkrankung hinweisen könnte. Blässe hingegen ist ein Anzeichen für Blutarmut und eine niedrige Kreislauftätigkeit. Rötung ist ein Hinweis für eine lokale Entzündung. Ein gewisser Lila-Stich deutet auf Herz- und/oder Atemschwäche hin. Schmutziges, verwaschenes Rot ist ein Hinweis auf eine (Blut-)Vergiftung. Beide Nasenlöcher sind symmetrisch geöffnet. Die Felderung des Flotzmauls ist bei Rindern tierindividuell und einzigartig und mit dem Fingerabdruck beim Menschen zu vergleichen.
Flotzmaul blassrosa

Flotzmaul blassrosa

Tasthaare stehen ab

Tasthaare stehen ab

Südamerikanische Wissenschaftler zu Besuch im Staatsgut Grub

Übersicht DigiMilchZoombild vorhanden

Übersicht DigiMilch

Herdenmanager Marius Götz begrüßte am Donnerstag, den 06.10.22 zwei Projektmitarbeitende des Deutsch-Argentinischen Dialogs zu nachhaltigen landwirtschaftlichen Innovationen (https://agrinnova.tech/) sowie den Gouverneur der Provinz Cajamarca in Peru zu einer Führung im Staatsgut Grub. Ergänzt wurde der fachlich hochinteressante Gang durch die Stallungen mit den drei DigiMilch-Stationen

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Die Wissenschaftliche Gesellschaft der Milcherzeugerberater e.V. zu Besuch im Staatsgut

Die Teilnehmer in AktionZoombild vorhanden

Die Teilnehmer in Aktion

Die Wissenschaftliche Gesellschaft der Milcherzeugerberater e.V. (WGM) kam von Dienstag, den 04.10. bis Donnerstag, den 06.10.22 zu ihrer 22. Jahrestagung an der LfL in Grub zusammen. Aufgaben und Zweck der Wissenschaftlichen Gesellschaft sind:

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September

Warum liegen sie verkehrt?

Ohne Steuerungseinrichtungen in Liegeboxen ist keinerlei Lenkung der Kühe möglich. Sie dienen dem gezielten Betreten, Abliegen und Aufstehen der Tiere in der Liegebox. Ziel ist ein zügiges Betreten der Box mit einem genau platzierten und ebenso zügigen Abliegen. Was aber ist schiefgelaufen, wenn sich Kühe oder Jungrinder verkehrt herum in die Liegebox legen? Gerade rangniedere, ängstliche und unsichere Tiere zeigen dieses Verhalten gerne, damit Sie eine bessere Übersicht haben. Ihnen fehlt eine Fluchtmöglichkeit nach vorne über den Kopfbereich. Der Nachahmungseffekt in der Herde ist groß.

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Ausbildungsstart am Staatsgut Grub

Azubis GrubZoombild vorhanden

Azubis Grub

Bei den Bayerischen Staatsgüter starten 28 Jugendliche ins neue Ausbildungsjahr – darunter Landwirte, Tierwirte, Pferdewirte und Hauswirtschafterinnen. Am Staatsgut Grub fangen 3 Auszubildende im Ausbildungsjahr 2022/2022 an. Bewerber und Bewerberinnen für das Ausbildungsjahr 2023/2024 können sich gerne unter grub@baysg.bayern.de oder in der BaySG – Zentrale (poststelle@baysg.bayern.de) melden.

Tierernährer aus Niedersachsen im Staatsgut

12 Damen und Herren, allesamt Tierernährer und im Vertrieb von Futtermitteln für Rind und Schwein bei Raiffeisen in Niedersachsen tätig, besuchten am Donnerstag, den 08. September das Staatsgut Grub. Raiffeisen ist der Marken- bzw. Namensteil von mehr als 330.000 Unternehmen, die sich weltweit mit landwirtschaftsnahen Produkten im vor- und nachgelagerten Bereich sowie mit allgemeinen Finanzdienstleistungen befassen. Ein übliches Markenzeichen ist das Giebelkreuz in Form zweier gekreuzter Pferdeköpfe. Der Koordinator für Rinderhaltung bei BaySG Wolfgang Müller beleuchtete in einer zweieinhalbstündigen Führung viele Aspekte einer modernen Rinderhaltung, in der das Tierwohl, die Digitalisierung und eine umweltgerechte Haltung und Fütterung immer mehr in den Vordergrund treten. Auf besonderes Interesse bei den Gästen stießen seine engagierten Aussagen zu neuen Fütterungssignalen, die von vielen Praktikern übersehen bzw. gar nicht mehr erkannt werden. Mit einem kräftigen Applaus bedankte sich die Gruppe abschließend für einen hochinteressanten Vormittag.

August

Kälber lieben es sauber

Abkalbebuchten frisch gewaschenZoombild vorhanden

Abkalbebuchten frisch gewaschen

Zukunftsorientierte Milchviehbetriebe wissen um eine saubere Unterbringung ihrer Kälber. Das Reinigen und Desinfizieren der Abkalbebuchten und der Kälberställe ist keine Zeitverschwendung, sondern ein obligatorisches Muss. Wenn der Infektionsdruck in einer Abkalbebucht aufgrund mangelnder Hygiene hoch ist, ist die Kälbergesundheit bereits ab dem Zeitpunkt der Geburt gefährdet. Deshalb ist es dringend notwendig, die Abkalbebuchten im Rein-Raus-Verfahren zu bewirtschaften und nach jeder Kalbung einer gründlichen Reinigung mit dem HD-Reiniger und einer anschließenden Desinfektion zu unterziehen. Kälber besitzen bei der Geburt ein sehr schwach ausgebildetes Immunsystem, was sie für die Anflüge von Krankheitserregern sehr anfällig macht. Nach wie vor gibt es auch keinen Impfstoff gegen diverse Krankheitserreger wie z.B. Kryptosporidien. Daher ist es wichtig, auch die Kälberhaltung hygienisch zu gestalten. Ein weiterer nicht zu vernachlässigender Aspekt ist eine bessere Belüftung der Stallungen. Untersuchungen haben gezeigt, dass Tiere in gut belüfteten Ställen bessere Leistungen erbringen, da sie seltener Atemwegserkrankungen oder Lungenentzündungen entwickeln. Schlecht belüftete Ställe speichern zu viel Feuchtigkeit in der Luft, die dann das Wachstum schädlicher Bakterien fördert. Kälber verbringen 80 % ihrer Zeit im Liegen. Aus diesem Grund und wegen ihres schwach ausgeprägten Immunsystems ist es wichtig, nicht am Stroh als Einstreu zu sparen, bevor dieses zu schmutzig und unhygienisch wird. Das tut nicht nur den nicht ausgereiften Lungen der Kälber gut, sondern sorgt auch für die notwendige Nestwärme, die Kälber in den ersten Lebenswochen für sich beanspruchen. Eine regelmäßige Reinigung und Desinfektion der Abkalbebuchten, der Einzel- und Duoboxen und der Kälber-Tieflaufställe praktiziert das Staatsgut Grub seit längerem mit gutem Erfolg. Weitere Garanten für eine erfolgreiche Kälberaufzucht in Grub sind eine üppige Einstreu mit Stroh und eine digitale Lüftungssteuerung.
Fast wie neu

Fast wie neu

Ein Muss: Kontakt Seite an Seite

Sicht- und Berührungskontakt muss möglich seinZoombild vorhanden

Sicht- und Berührungskontakt muss möglich sein

Grundsätzlich werden in der Tierschutz-Nutztierhaltungsverordnung (TierSchNutztV) Anforderungen an die Haltungsform, den Platzbedarf, die Bodengestaltung, die Beleuchtung, den Luftraum, die klimatischen Bedingungen und das Nahrungsangebot für Kälber gestellt. Die TierSchNutztV erlaubt eine Einzelhaltung bis acht Wochen nach der Geburt, verlangt aber auch, dass Kälber immer Sicht- und Berührungskontakt untereinander haben müssen. Im Absatz 4 in § 6 heißt es dazu: „Seitenbegrenzungen bei Boxen müssen so durchbrochen sein, dass die Kälber Sicht- und Berührungskontakt zu anderen Kälbern haben können.“ Dieser CC-relevante Kontakt muss also über die Seitenbegrenzung möglich sein. Ein Sicht- und Berührungskontakt über die Frontseite der Einzelboxen reicht nicht aus! Dies bedeutet eine Durchbrechung der Seitenwände bei Kälberboxen oder ein direkt angrenzendes Aufstellen von Iglus. Dadurch wird das Infektionsrisiko erhöht, was wiederum ganz klar im Widerspruch zum Tierschutzgedanken steht. Um der Forderung gerecht zu werden und trotzdem das Infektionsrisiko so gering wie möglich zu halten, ist es sinnvoll, nur jeweils zwei Iglus bzw. Einzelboxen zusammenzustellen. Damit wären im Falle einer Infektion hoffentlich nur zwei Tiere betroffen. Gibt es im Bereich der Einzelhaltung Durchfallprobleme, dann ist die Möglichkeit des Berührungskontaktes aus veterinärmedizinischer Sicht als problematisch einzustufen, da mögliche Infektionen viel leichter übertragen werden können. In einem solchen Fall ist eine Einzelaufstallung der Kälber anzuraten bei einem Abstand der Iglus bzw. Kälberboxen von mindestens 50 cm voneinander.
Gesetzeskonform

Gesetzeskonform

Gitter als Seitenabtrennungen

Gitter als Seitenabtrennungen

Kontakt wäre möglich

Kontakt wäre möglich

Kontakt ist möglich

Kontakt ist möglich

Beginnende Kontaktaufnahme

Beginnende Kontaktaufnahme

Kontakt, der vom Gesetz her nicht ausreicht

Kontakt, der vom Gesetz her nicht ausreicht

Eigenmilchtherapie bei Mastitis

Kuh im VorversuchZoombild vorhanden

Kuh im Vorversuch

Wie kann der Antibiotika-Einsatz in der Mastitis-Therapie bei Milchkühen reduziert werden? Diese entscheidende Frage stellen sich fortschrittliche Milchviehhalter. Eine Reduktion des Antibiotika-Einsatzes in der Nutztierhaltung wird aber auch zunehmend von der Gesellschaft gefordert. Erklärtes Ziel ist die Gesunderhaltung des Nutztierbestandes bei gleichzeitiger Ausschöpfung aller Möglichkeiten, den Antibiotika-Einsatz zu reduzieren. Einen Ansatzpunkt stellt die sogenannte Eigenmilchtherapie dar. Hierbei gilt es zu berücksichtigen, dass auch gesunde Kühe viele Bakterien an und in ihrem Euter tragen. Nicht alle sind aber krankmachend. Bei einer Euterentzündung verschiebt sich das Gleichgewicht zugunsten einer die Mastitis verursachenden Art. Es passiert also „nur“ eine Verschiebung der Bakterienflora im Euter, die es wieder zu korrigieren gilt. Ein künftiger Ansatz zur Heilung könnte deshalb lauten: Bakterientransplantation von gesunden zu kranken Eutern. Auf Initiative und unter Leitung von Frau Dr. Ulrike Sorge, Fachabteilungsleiterin Eutergesundheitsdienst, findet derzeit im Gruber Milchviehstall ein Vorversuch mit 9 Kühen zu dieser hochinteressanten Thematik statt. Ein analoges Beispiel aus der Humanmedizin ist die sogenannte Stuhltransplantation, auch fäkaler Mikrobiomtransfer genannt, bei der Stuhl eines gesunden Spenders in den Darm einer erkrankten Person mittels Endoskopie oder Kapseln übertragen wird.
Probenahme im Melkstand

Probenahme im Melkstand

Fette Kühe sind nur Kühe, die selektieren können!

Eine selektierbare RationZoombild vorhanden

Eine selektierbare Ration

Jeden Tag das gleiche Bild. Wenn der Futtermischwagen die frisch gemischte Ration ausfüttert, kommt eine gefährliche Hektik im Milchviehstall auf. Der Run auf den Futtertisch beginnt. Und im Nu steht ein Tier am anderen beim Fressen, um das Leckerste aus der Mischration herauszufischen. Diese Situation ist ein eindeutiges Indiz für ein Selektieren des Futters.

Auf die Futterselektion weisen ebenfalls hin:

  • viele Kopfbewegungen beim Fressen, die in ein Wühlen und Schieben münden
  • Lochfraß
  • Silagekugeln am Futterschwad
  • eine in der Herde sehr unterschiedliche Kotkonsistenz mit vor allem einer sehr dünnen Konsistenz, wie sie von der Übersäuerung her bekannt ist
  • eine schwankende Milchmenge und Milchinhaltsstoffe
  • eine unausgeglichene Körperkondition in der Herde
  • vermehrt auftretende Pansenazidosen, Klauenrehe, Euterentzündungen
  • vermehrt auftretende Stoffwechselprobleme nach der Kalbung und ein sehr unterschiedlicher Start in die Laktation mit Blick auf die Milchmenge sind die Folge einer Futterselektion bei Trockenstehern

Die ranghohen Tiere sind immer am schnellsten am Trog und saugen das Kraftfutter regelrecht aus der Mischration. Eine beginnende Übersäuerung mit einer sehr dünnflüssigen Kotkonsistenz stellt sich ein. Ranghohe Altmelker neigen zur Verfettung. Probleme bei der Geburt und am Laktationsbeginn sind vorprogrammiert. Die rangniedrigeren Tiere haben bzgl. Kraftfutter stets das Nachsehen. Sie müssen mit der Faser vorliebnehmen und geraten auf diesem Weg in eine Energiemangelsituation. Ihr Kot ist entsprechend fest und ihre Körperkondition verschlechtert sich. Bei einem ungünstigen Tier-Fressplatz-Verhältnis verstärken sich diese Effekte.

Schuld an dieser Misere ist eine unzureichend gemischte Futterration oder eine zu trockene Ration, in der keine richtige Verbindung zwischen Grund- und Kraftfutter entsteht. Der optimale TM-Gehalt bewegt sich zwischen 35 und 40%. Kritisch sind Mischrationen mit einem TM-Gehalt größer 45 %. Nicht selektierbare Rationen sind also tendenziell feuchter und müssen deutlich länger gemischt werden.

Die Zugabe von Wasser in die Mischration ist der schnellste und effektivste Weg, das Selektieren zu verhindern.

Weitere Ansatzpunkte:

  • Tier-Fressplatz-Verhältnis mind. 1:1
  • kein pelletiertes Kraftfutter einsetzen
  • die Ration mehrmals am Tag heranschieben
  • bei einem hohen Maissilageanteil in der Ration, muss die Grassilage so kurz wie möglich gehäckselt werden, um ein Herausklauben der Maissilage zu verhindern

Fressverhalten bei einer nicht selektierbaren Ration:

  • Kuh senkt den Kopf ab und frisst aggressiv und schnell von oben ab
  • es fällt kaum etwas aus dem Maul
  • sie bewegt den Kopf kaum
  • fette Kühe sind nur Kühe, die selektieren können!

Bei einer nicht selektierbaren Ration erübrigt sich die Frage, wie oft das Futter nachgeschoben werden muss. Die Kühe fressen nämlich „from the top“.

Nicht selektierbar

Nicht selektierbar

Selektierbare Ration

Selektierbare Ration

Kein Run auf den Futtertisch

Kein Run auf den Futtertisch

Fressen from the top

Fressen from the top

Fütterungs- und Troghygiene: Damit es besser schmeckt!

Die Arbeit wartetZoombild vorhanden

Die Arbeit wartet

Gerade in den warmen Sommermonaten ist der Fütterungs- und Troghygiene in rinderhaltenden Betrieben ein besonderes Augenmerk zu schenken. Hefen, Schimmel und Mykotoxine aus dem Futter, das schon länger nicht mehr gereinigte Innere des Mischwagens oder der hygienisch vernachlässigte Futtertrog belasten die Leber und schwächen das Immunsystem der Milchkühe und Mastbullen. Auch Endotoxine haben negative Auswirkungen auf die Leistung und Gesundheit. All diese unerwünschten Stoffe haben unterschiedliche Ursachen. Es gilt also, genau zu prüfen, welche Belastung vorliegt und angepasste Maßnahmen in der Fütterung zu treffen.
Hefen und Schimmel

Wird die Ration auf dem Futtertisch warm, so sind Energieverluste und eine verminderte Futteraufnahme die unausweichliche Folge. Eine Nacherwärmung ist auch immer ein Indikator für einen Verderb (z B. durch Hefen). Gerade Hefen sind Auslöser für Eutererkrankungen. Und auch wenn die Ration nicht warm wird, kann eine Belastung mit Hefen vorliegen. Bei unerklärlichem Milchleistungsabfall oder plötzlich auftretenden Störungen der Eutergesundheit empfiehlt es sich daher, eine Analyse der Silage auf Hefen und Schimmel in Auftrag zu geben.

Mykotoxine

Reine Toxinbinder werden dann verwendet, wenn tatsächlich Mykotoxine im Futter enthalten sind. Dies gilt insbesondere für DON und ZEA. Eine Analytik gibt Aufschluss über die Belastung. Mykotoxine entstehen, wenn z.B. Pansenmikroben durch Acidosen absterben.

Das Leck im Darm

Durch jede Art von Stress oder bei einer erhöhten Belastung der Tiere wird die Dünndarmschleimhaut durchlässig und es kommt zum so genannten Leaky-Gut-Syndrom. Durch diese „Lecks" in der Darmwand gelangen alle Toxine und andere unerwünschte Stoffe in den Stoffwechsel und beeinträchtigen Milchleistung, Fruchtbarkeit und Tiergesundheit.

Troghygiene

Für eine optimale Troghygiene ist es entscheidend, den Trog einmal täglich pikobello leerzuräumen und die verbliebenen Futterreste peinlichst genau zu entfernen. Ein gammliger Trog samt Futterresten infiziert schlagartig das frisch vorgelegte Futter. Mit Kunststoffharz beschichtete oder gar mit Edelstahl ausgestattete Futtertische unterstützen den hygienischen Aspekt. Darüber hinaus liebt es die Kuh und deren Zunge, von einer glatten Fläche genüsslich zu fressen. Die glatte Oberfläche mindert aber auch das Nachgärungsrisiko. Fugen und Ritzen wirken kontraproduktiv.

Um die Troghygiene nicht nur im Blick auf die im Staatsgut Grub durchgeführten Fütterungsversuche zu gewährleisten, müssen die Wiegetröge, mit denen die Futteraufnahme tierindividuell erfasst werden kann, regelmäßig einer intensiven Reinigung mit dem Hochdruckreiniger unterzogen werden. In der ersten Augustwoche waren wieder mal alle 72 Wiegetröge des Mastbullenstalles dran. Insgesamt 10 Stunden Arbeit zugunsten einer besseren Futteraufnahme und Tiergesundheit!

Eine Reinigung ist notwendig

Eine Reinigung ist notwendig

Es schaut schon besser aus

Es schaut schon besser aus

Perfekt

Perfekt

Die Arbeit ist geschafft

Die Arbeit ist geschafft

Wieder eingebaut

Wieder eingebaut

Es schmeckt wieder

Es schmeckt wieder

Juli

Tipps für die Praxis aus erster Hand

GrobfutterbeurteilungZoombild vorhanden

Grobfutterbeurteilung

Die Firma Deutsche Tiernahrung Cremer GmbH kam am 25. und 26.07.22 mit 35 Außendienstkollegen/innen, die schwerpunktmäßig Milchviehbetriebe betreuen, zu einer Milchviehspezialschulung nach Grub. Das Unternehmen ist mit circa 2,5 Millionen Tonnen (2021) der marktführende, private Futtermittelhersteller in Deutschland. Über 725 Mitarbeiter/innen aus 20 Nationen engagieren sich erfolgreich an 13 Standorten. Das Kerngeschäft ist die Produktion von Mischfutter für alle Nutztierarten. Wen wundert es deshalb, dass das besondere Interesse der Damen und Herren den Ergebnissen der aktuell abgeschlossenen Fütterungsversuche galt, die von Mitgliedern des Institutes für Tierernährung und Futterwirtschaft der LfL vorgestellt und eingehend diskutiert wurden. Ein weiterer Schwerpunkt der Betrachtung lag auf der Gärbiologie und der so wichtigen Grobfutterqualität. Der Koordinator für Rinderhaltung Wolfgang Müller ermöglichte abschließend im Rahmen einer „Intensivführung“ durch die Rinderstallungen des Staatsgutes Grub einen umfassenden Einblick in die Praxis und widmete sich ausführlich den Fragen eines modernen Fütterungsmanagements, des Tierwohls und der Kuhsignale. Am Ende der Führung bedankten sich die Teilnehmer/innen für die hilfreichen Praxistipps, die sie in ihrem herausfordernden Arbeitsalltag draußen in den Betrieben bestens gebrauchen können.
Erklärungen zum Betrieb

Erklärungen zum Betrieb

Erklärungen im Kälberstall

Erklärungen im Kälberstall

Neugierige Kälber

Neugierige Kälber

Exkursion - Wie nachhaltig ist eine gesunde Ernährung?

Gymnasiasten aus Markt SchwabenZoombild vorhanden

Gymnasiasten aus Markt Schwaben

Im Rahmen des Projekttages „Wie nachhaltig ist eine gesunde Ernährung?“ machten 26 Schüler/innen der 10. Klasse des Franz-Marc-Gymnasiums in Markt Schwaben eine Exkursion nach Grub. Dr. Bernhard Haidn vom Institut für Landtechnik und Tierhaltung und Wolfgang Müller von der BaySG diskutierte mit den jungen Leuten grundsätzliche Fragen einer modernen Tierhaltung und zeigten was ein landwirtschaftlicher Betrieb für einer nachhaltigen Lebensmittelproduktion leistet.

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Kratz- und Scheuermöglichkeiten für Mastrinder

Modell BasicZoombild vorhanden

Modell Basic

Ab 01.01.2023 müssen Mastrindern in Gruppenhaltung angepasste Kratz- und Scheuermöglichkeiten zur Verfügung stehen. Je 60 Tiere muss eine Scheuermöglichkeit vorhanden sein. Ins Rollen brachte das Ganze die Initiative Tierwohl (ITW) Rind, welche im zweiten Programmjahr eine Scheuermöglichkeit für Mastrinder pro Bucht fordert. In Grub können nun Beispiele besichtigt werden.

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Rinder: Arbeitssicherheit großgeschrieben

Unfälle vermeidenZoombild vorhanden

Unfälle vermeiden

Die Arbeit mit Rindern gehört auf vielen Betrieben zum Arbeitsalltag und wird zur Routine. Leider kommt es häufig zu schweren und auch immer wieder tödlichen Unfällen. Die Bayerischen Staatsgüter sind deshalb als verantwortungsvoller Arbeitgeber auf Arbeitssicherheit äußerst bedacht. Aus diesem Grund fand auf Initiative von Koordinator für Rinderhaltung Wolfgang Müller am letzten Montag im Juli eine betriebsinterne Fortbildung „Sicherer Umgang mit Rindern“ für alle Mitarbeiter/innen in der Rinderhaltung im Staatsgut Grub und für Mitglieder des Institutes für Tierernährung und Futterwirtschaft der LfL statt. Am Vormittag berichtete Roland Dengler von der SVLFG sehr praxisorientiert und engagiert aus der Unfallstatistik, vom Verhalten und den Sinnesleistungen von Rindern und zeigte bauliche Lösungen auf, die den Umgang mit Rindern deutlich erleichtern. Mit zahlreichen Videos regte er die Zuhörer/innen zum Analysieren von kritischen Situationen im Stall an. Der Nachmittag stand dann ganz im Zeichen der Praxis. Sowohl im Milchviehstall als auch auf der Weide demonstrierte Roland Dengler auf sehr professionelle Art und Weise das gezielte Treiben und Lenken von Tieren, sowie ein vollkommen stressfreies Verladen von Kühen. Im Rahmen des Weiterbildungsprogrammes bietet das Staatsgut Grub auch im kommenden Winterhalbjahr einen derartigen Seminartag an, der selbst erfahrene Praktiker/innen staunen lässt, wie gut der richtige Umgang mit Rindern gelingen kann.
Vortrag Gefahrensituationen

Vortrag Gefahrensituationen

Gefahrensituationen reduzieren

Gefahrensituationen reduzieren

auf der Empore

auf der Empore

Blick von der Empore in den Stall

Blick von der Empore in den Stall

Eine Delegation aus der Türkei besucht das Staatsgut Grub

GruppenbildZoombild vorhanden

Gruppenbild

Eine Delegation aus der Türkei besuchte am Donnerstag, 21.07. den Standort Grub. Vertreter des türkischen Landwirtschaftsministeriums, von Firmen und Verbänden wurden zu Beginn von Mitgliedern des Institutes für Landtechnik und Tierhaltung begrüßt, bevor dann Dr. Isabella Lorenzini das Experimentierfeld DigiMilch - Vernetzung vom Feld bis in den Melkstand vorstellte. Im Anschluss stand das Verbundprojekt Wildtierrettungsstrategien auf dem Programm. Dieses Projekt beschäftigt sich intensiv mit diesem Thema und bewertet und testet verschiedene Maßnahmen zur Wildtierrettung. Die Bayerische Landesanstalt für Landwirtschaft (LfL) koordiniert das Projekt und arbeitet dabei mit den Projektpartnern zur Wildbiologie und Ökoklimatologie von der Technischen Universität München und der Landesanstalt für Wald und Forstwirtschaft eng zusammen. Danach wechselten die weitgereisten Gäste für einen Blick in die Praxis auf die andere Straßenseite ins Staatsgut Grub. Der Geschäftsführer der Bayerischen Staatsgüter Anton Dippold hieß die Damen und Herren ebenfalls herzlich willkommen und stellte mit prägnanten Worten seine Organisation und deren wertvolle und unverzichtbare Aufgaben für die Landwirtschaft in Bayern vor. Zum Abschluss des Vormittages führte der Koordinator für Rinderhaltung Wolfgang Müller die hochinteressierte Delegation durch den Kälber- und Milchviehstall. Eine Frage folgte der anderen. Ein wahres Fragen-Bombardement zu den Themen Tierwohl und Digitalisierung nahm seinen Lauf! Ein gemeinsames Gruppenfoto vor der Weiterfahrt rundete schließlich den sehr informativen und kurzweiligen Besuch am Standort Grub ab.
Herr Dippold erklärt

Herr Dippold erklärt

Herr Müller im Gespräch

Herr Müller im Gespräch

gespanntes Zuhören

gespanntes Zuhören

bei den Kälbern

bei den Kälbern

Gäste aus Südostasien im Gruber Milchviehstall

Besucher aus SüdostasienZoombild vorhanden

Besucher aus Südostasien

Die „Analytica“ an der Messe München bildete den offiziellen Anlass einer Reise hochrangiger Politiker und Experten aus der malaysischen Provinz Pahang nach Bayern. Für den Leiter der Delegation, Landwirtschaftsminister Mohamed Razak, hatte das Rahmenprogramm, dem Besuch von zwei Wagyu-Zuchtbetrieben und der Bayerischen Staatsgüter am Standort Grub, höchste Priorität. Die 16-köpfige Delegation setzte sich aus Parlamentsmitgliedern, hohen Beamten aus dem Landwirtschaftsministerium und der staatlichen Veterinärverwaltung sowie einem praktischen Landwirt zusammen. Malaysia ist ein Staat in Südostasien, der sich über Teile der Malaiischen Halbinsel und die Insel Borneo erstreckt. Das Land ist bekannt für seine Strände, Regenwälder und die vielfältigen malaiischen, chinesischen, indischen und europäischen kulturellen Einflüsse. Die Hauptstadt Kuala Lumpur beherbergt Gebäude aus der Kolonialzeit, quirlige Einkaufsbezirke und Wolkenkratzer wie die berühmten, 451 m hohen Zwillingstürme der Petronas Towers. Nur etwa 15 % der Fläche Malaysias können landwirtschaftlich genutzt werden. 35 % der kultivierten Fläche entfällt auf Plantagen. Malaysia nimmt eine führende Stellung unter den weltweiten Anbietern mit der Produktion von Kautschuk, Palmöl und Pfeffer ein. Für ausländische Delegationen bieten die Bayerischen Staatsgüter (BaySG) den Hingucker schlechthin. Moderne Landwirtschaft, Tierwohl, State-of-the-Art Milchproduktion sowie effiziente Rindfleischerzeugung, all diese Top-Themen konnte Marius Götz, Herdenmanager am Staatsgut Grub am Donnerstag, 23.06. auf anschauliche Weise an die Gäste vermitteln. Es war beeindruckend zu sehen, mit welchem Interesse die malaysischen Fachleute der Führung gefolgt sind. Landwirtschaft hat in diesen aufstrebenden ASEAN-Staaten einfach einen besonderen Stellenwert, man will von den Besten lernen und der eigenen Bevölkerung hochwertige Lebensmittel aus eigener Produktion zur Verfügung stellen. Das Königreich Malaysia mit seinen 32 Mio. Einwohnern ist Nettoimporteur bei Rindfleisch und Milchprodukten. Der Selbstversorgungsgrad in diesem tropischen Land soll bis zum Jahr 2025 bei 50 % im Rindfleischsektor und zu 100 % bei der Frischmilchversorgung liegen. Dementsprechend sind ehrgeizige Programme aufgelegt worden, um diese Ziele zu erreichen. 90 % Luftfeuchtigkeit und eine Vielzahl an tropischen Krankheiten erfordern spezielle Zuchtprogramme, insbesondere für das Gros der Kleinstlandwirte, die auf Basis von Bos indicus-Rinderrassen aufgebaut ist.

Tausend Fragen

Frau Behrens erklärtZoombild vorhanden

Frau Behrens erklärt

Zwei Klassen der Jahrgangsstufe 5 des Bilingualen Gymnasiums Phorms München besuchten am Dienstag, 12.07.22 im Rahmen einer Exkursion das Staatsgut Grub. Der Koordinator für Rinderhaltung Wolfgang Müller und Frau Behrens, die sich für die Betreuung der Gruber Milchviehherde verantwortlich zeichnet, beantworteten kompetent und ausführlich die gefühlt „tausend“ Fragen der äußerst neugierigen und aufgeweckten Schülerinnen und Schüler zur Rinderhaltung. Eine wunderbare Abwechslung im Schulalltag! Was gibt es da nicht alles zu beobachten und hinterfragen? Eine Joghurtpause vor der Heimfahrt beendete einen lehr- und erlebnisreichen Vormittag, an den die Schüler/innen noch lange denken werden.
Andrang am Gummieuter

Andrang am Gummieuter

Bei den Kälbern

Bei den Kälbern

Eine Pause muss sein

Eine Pause muss sein

Keine Berührungsängste

Keine Berührungsängste

Erntefahrt bei den Bayerischen Staatsgütern

Gruppenfoto Hr. Lettenmeyer, Hr. Dr. Zehetmair, Hr. Stark, Hr. Dippold, Frau Wirnitzer, Herr KeckZoombild vorhanden

Gruppenfoto Hr. Lettenmeyer, Hr. Dr. Zehetmair, Hr. Stark, Hr. Dippold, Frau Wirnitzer, Herr Keck

Zu einer Erntefahrt lud der Geschäftsführer der Staatsgüter, Anton Dippold, die Bürgermeister der umliegenden Gemeinden Poing, Kirchheim bei München und Vaterstetten ein. Von Poing war Bürgermeister Thomas Stark, von Kirchheim der 2. Bürgermeister Stephan Keck und von Vaterstetten die 2. Bürgermeisterin Maria Wirnitzer gekommen.

Auf dem Betriebsgelände konnten sich die Bürgermeister einen Eindruck über moderne Landmaschinen verschaffen. So setzt das Staatsgut Grub Schlepper mit alternativen Antrieben und erneuerbaren Kraftstoffen ein, wie eigenerzeugten Strom, Biomethan oder Kraftstoff aus Reststoffen der Land- und Ernährungswirtschaft. Durch eine selbstgebaute Bandspritze für Mais, welche Unkräuter nur in der Maisreihe behandelt, mit anschließendem Hacken zwischen den Maisreihen kann der Einsatz von Pflanzenschutzmitteln zur Unkrautregulierung um bis zu zwei Drittel reduziert werden. Bei der anschließenden Felderrundfahrt konnten sich die Kommunalvertreter von der Wirksamkeit dieser Maßnahme auf dem Maisversuchsfeld überzeugen.

Weitere landwirtschaftliche Themen, die auf der Fahrt durch Betriebsleiter Lettenmeyer angesprochen wurden, waren der agrarökologische Lehrpfad und die aktuelle Situation der Ackerfrüchte Winterraps, Winterweizen, Sojabohnen und Sommergerste auf dem Acker. Die Wintergerste wurde bereits gedroschen und erbrachte in diesem Jahr gute Erträge für diese Region. Schwierig bleibt allerdings die Lage bei den Erzeugerpreisen und am Betriebsmittelmarkt, da diese aufgrund der angespannten Situation an den Agrarmärkten stark schwanken und kaum prognostizierbar sind.

Nach der Rundfahrt setzte man sich im Veranstaltungsraum des Staatsgutes Grub zusammen und diskutierte über die zukünftige Entwicklung des Standortes und dessen Bedeutung für die Gemeinden und für den einzelnen Bürger. Wichtige Diskussionsthemen waren der hohe Flächenverbrauch und die Ausgleichsmaßnahmen, die großen Herausforderungen durch die Energiewende und der Dialog zwischen Landwirten und Bevölkerung. Alle Teilnehmer waren sich einig, dass man sich nächstes Jahr wieder austauschen und die Gruppe zuständigen Kollegen z. B. aus dem Umweltamt, dem Bauamt, dem Baubetriebshof erweitern möchte.

Herr Stark, Herr Dippold, Frau Wirnitzer, Herr Lettenmeyer

Herr Stark, Herr Dippold, Frau Wirnitzer, Herr Lettenmeyer

Herr Stark, Frau Wirnitzer, Herr Keck, Herr Dippold, Herr Lettenmeyer

Herr Stark, Frau Wirnitzer, Herr Keck, Herr Dippold, Herr Lettenmeyer

Herr Lettenmeyer, Frau Wirnitzer, Herr Keck, Herr Dippold

Herr Lettenmeyer, Frau Wirnitzer, Herr Keck, Herr Dippold

Herr Stark, Herr Keck, Frau Wirnitzer, Herr Dippold, Herr Lettenmeyer

Herr Stark, Herr Keck, Frau Wirnitzer, Herr Dippold, Herr Lettenmeyer

Reihenspritzung im Mais

Reihenspritzung im Mais

Traktor John Deere

Traktor John Deere

Traktor Valtra

Traktor Valtra

Forschung für eine zukunftsfähige Rindermast - Fachveranstaltung in Grub

Projekt InnoRindZoombild vorhanden

Projekt InnoRind

Der inzwischen seit Monaten herrschende Ukraine-Krieg und die noch immer nicht überstandene Corona Pandemie haben enorme Auswirkung auf die Landwirtschaft. Während die Erzeugerpreise für Jungbullen in den vergangenen Monaten gut waren, hat sich diese Situation inzwischen wieder verschlechtert, auch aufgrund fehlender Nachfrage im Einzelhandel. Gleichzeitig sind die Produktionskosten enorm angestiegen. Darüber hinaus steht die Branche vor vielfältigen Fragestellungen: Welche Anforderungen stellen Politik und Handel in Bezug auf das Tierwohl? Welche Kosten sind damit verbunden und welchen Preis sind die Verbraucher bereit, dafür zu zahlen? Wie können Tierwohl und Klimaschutz in Einklang gebracht werden?
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Um diese und weitere Themen zu erörtern, lud das Institut für Tierernährung und Futterwirtschaft der Bayerischen Landesanstalt für Landwirtschaft (LfL) in Abstimmung mit den Bayerischen Staatsgütern am Donnerstag, 07. Juli zu einer Fachveranstaltung „Forschung für eine erfolgreiche und zukunftsfähige Rindermast“ ins Forum nach Grub ein. Gekommen waren Multiplikatoren im Bereich der Rindfleischerzeugung aus Forschung, Beratung, Praxis sowie dem vor- und nachgelagerten Bereich. Nach der Begrüßung durch den Präsidenten der Bayerischen Landesanstalt Stephan Sedlmayer referierte Prof. Dr. Kay-Uwe Götz (Tierzucht, LfL) über „Zukünftige Rahmenbedingungen für die Rindfleischerzeugung in Bayern“. Danach präsentierte Dr. Thomas Ettle (Tierernährung, LfL) die „Ergebnisse zur Ausrichtung der Fütterung in der Rindermast“, bevor Rudolf Gasteiger (Agrarökonomie, LfL) auf den „Nutzen der Forschungsergebnisse in der Produktionsökonomie“ einging. Der Vormittag schloss mit den Ausführungen von Dr. Bernhard Haidn (Tier und Technik, LfL) zum „Tierwohl in der Rindermast“. Am Nachmittag trafen sich alle Anwesenden im Mastbullenstall des Staatsgutes Grub, in dem 144 Bullenmastplätze für aktuelle Versuchsfragen zur Verfügung stehen. Der Stall besteht je zur Hälfte aus einem Tretmist- und einem Vollspaltenbereich mit Gummiauflage. Georg Hammerl, Leiter des Geschäftsfeldes Versuchswesen der Bayerischen Staatsgüter erläuterte die Versuchskapazitäten und das Konzept der Versuchsdurchführung. Im Tretmiststall wird derzeit ein Teil des Rohproteins aus Raps- und Sojaextraktionsschrot durch Futterharnstoff ersetzt und im Vollspaltenstall erfolgt eine Zugabe von Lebendhefe zur Verbesserung der Pansengesundheit. Dr. Bernhard Haidn stellte die Überlegungen der LfL zur Umsetzung von InnoRind, einem Innovationsnetzwerk für eine zukunftsfähige Rinderhaltung in Deutschland unter Berücksichtigung von Tierwohl, Umweltwirkung und gesellschaftlicher Akzeptanz vor. Danach sollen in Abstimmung mit dem Staatsgut Grub Tierausläufe am bestehenden Bullenstall integriert werden.

Der Geschäftsführer der Bayerischen Staatsgüter (BaySG) Anton Dippold moderierte zum Abschluss des Forschungstages die Diskussionsrunde zur „Sicherung der Rindermast in Bayern über Forschung und Beratung“. In der Diskussion zeigte sich, dass die Rindermast in Bayern ein wichtiger Betriebszweig ist und wohl bleiben wird. Die meisten deutschen Mastbullen stehen in Niedersachsen, NRW und Bayern. Allerdings ist derzeit auf vielen Höfen die Liquiditätssituation aufgrund hoher Futterkosten und unsicherer Erlöse sehr angespannt. Die Marktpreise für Rindfleisch haben sich in den vergangenen Jahren nicht grundlegend verändert, obwohl die Anforderungen an Tierwohl und Umweltschutz von Politik und Gesellschaft stetig wachsen. Zentrale Herausforderungen für die Rindermast der Zukunft sind die Aufzucht der bisher in den Export gehenden Kälber in Bayern und die Vereinbarkeit von Tierwohl und Immissionsschutz. Hier ist vorrangig die Politik gefordert, die richtigen Rahmenbedingungen zu schaffen. „Die Rahmenbedingungen für die Rindermast in Bayern sind gut. Wichtig für die Erzeuger sind Planungssicherheit und die Bereitschaft der Verbraucher die Kosten für mehr Tierwohl zu bezahlen“, resümierte Dippold.

Herr Dr. Ettle

Herr Dr. Ettle

Herr Dr. Haidn

Herr Dr. Haidn

Herr Hammerl erklärt

Herr Hammerl erklärt

Bullen im Tretmiststall

Bullen im Tretmiststall

Die geplanten Ausläufe

Die geplanten Ausläufe

Gelungenes Ulrichfest in Grub

UlrichskapelleZoombild vorhanden

Ulrichskapelle

Am 3. Juli feierten nach zwei Jahren „Coronapause“ über 200 Teilnehmer die sonntägliche Messe wieder traditionsgemäß unter freien Himmel bei der Ulrichskapelle auf dem Staatsgut Grub. Mit dabei waren auch sieben Fahnenabordnungen und zahlreiche Vereinsvorstände. Musikalisch begleitet wurde das Fest von der Musikkapelle Poing. Für Herrn Pfarrer Werner, der die Messe zelebrierte, war es das erste Ulrichfest.“ Ich freue mich unwahrscheinlich auf dieses Fest “ gab er bereits bei den Vorbereitungen kund. Bei strahlendem Wetter begrüßte der Leiter des Staatsgutes Grub, Dr. Fritz Zehetmair, die Festgäste. „Die hohe Teilnehmerzahl ist ein großer Zuspruch und ein Zeichen für die Verbundenheit und Wertschätzung der Bevölkerung mit dem grünen Standort Grub, der bekanntermaßen ein Landwirtschafts- und Forschungsstandort ist, der aber auch Gemeinwohlleistungen für jedermann bietet.“ Im Anschluss an den Gottesdienst blieben noch viele zum Mittagessen und zum Kaffee und Kuchen, begleitet von der Musikkapelle Grub. Zum Ausklang des gelungenen Festes war man sich einig, nächstes Jahr auf alle Fälle wiederzukommen.
Altar

Altar

Herr Werner

Herr Werner

Ulrichskapelle mit Messe

Ulrichskapelle mit Messe

Messe

Messe

Messe in Grub

Messe in Grub

Ministranten

Ministranten

Fahnenträger

Fahnenträger

Musikanten

Musikanten

Herr Dr. Zehetmair, Herr Thalhammer, Herr Werner

Herr Dr. Zehetmair, Herr Thalhammer, Herr Werner

Juni

Sommerschultag in Grub

Begrüßung im Forum der LfLZoombild vorhanden

Begrüßung im Forum der LfL

Am Dienstag, den 28.06.und am Dienstag, den 05.07. kamen ca. 170 Studierende von Landwirtschaftsschulen aus allen Teilen Bayerns zu einem Sommerschultag nach Grub. Die Landwirtschaftsschule, Abteilung Landwirtschaft, vermittelt angehenden Unternehmerinnen und Unternehmern Handlungs- und Entscheidungskompetenz sowie Grundlagen der Mitarbeiterführung. In der umwelt- und tiergerechten Produktions- und Verfahrenstechnik vertieft sie vorhandenes Wissen. Im Rahmen der Sommerschultage können sich die Studierenden entsprechend ihrer eigenen Interessen fortbilden. Spezielle Lerninhalte erfahren eine Vertiefung. Auch heuer stand wieder der so wichtige Bezug zur Praxis im Mittelpunkt der Veranstaltung. Ein Highlight also, spannend und äußerst vielfältig zugleich. Etliche der Studierenden waren noch nie in Grub und lernten im Rahmen der Veranstaltung den Standort genauer kennen. Organisiert und koordiniert vom Institut für Landtechnik und Tierhaltung der LfL, erfuhren die interessierten Teilnehmer/innen von den engagierten Referenten viel Wissenswertes und erhielten darüber hinaus wichtige Informationen über neue Entwicklungen zu den Themen Holzbau/Hitzestress, Untersuchungswesen, Tierschutzindikatoren und betriebliche Eigenkontrolle, Wirtschaftsdüngermanagement, Gärbiologie /Silage und Wildtierrettung. Die Bayerischen Staatsgüter waren durch Wolfgang Müller vertreten, der als zertifizierter Kuhsignale-Trainer den Damen und Herren an mehreren praktischen Beispielen einen kurzen, aber sehr gehaltvollen Einblick in die „Kuhsignale - Gesehen mit den Augen einer Kuh“ gab. Er betonte, dass auch in Zeiten fortschreitender Digitalisierung im Milchviehstall eine gute Beobachtung der Tiere unerlässlich sei. Besseres Management beginnt bei einem genaueren Blick. Nur die Kombination von Digitalisierung als wertvolles Hilfsmittel und einer guten Beobachtung der Tiere führt zum gewünschten Erfolg.
Landwirtschaftsschule Weiden

Landwirtschaftsschule Weiden

Arbeiten am Tier - Beruhigungspunkte

Beruhigungspunkt AugenlidZoombild vorhanden

Beruhigungspunkt Augenlid

In immer größer werdenden Tierbeständen sind die Rinder meist den direkten Kontakt mit den Menschen nicht mehr gewohnt. Deshalb bedeutet der Kontakt mit den Menschen außerhalb der Routinearbeiten, wie z.B. dem Melken, Stress für die Tiere, weil sie meist keine so positiven Erfahrungen dabei machen. Der Tierbetreuer hat dabei einen besonders großen Einfluss. Rinder reagieren sehr sensibel, wenn sie einen zu hektischen Umgang erleben. Vor, während oder nach Behandlungen sollen die Tiere durch bestimmte Berührungen wieder beruhigt werden, um mit einer angenehmen Erfahrung aus der Begegnung mit dem Menschen herauszugehen.

Folgende Punkte können zur Beruhigung der Rinder beitragen:

  • Ansprechen beim Herantreten mit ruhiger Stimme
  • Druck durch seitliches Anlehnen an das Tier
  • Sanfter Druck mit der flachen Hand auf den ersten Halswirbel
  • Massieren hinten am Ohrgelenk, Ohransatz
  • Massieren des Augenlides mit Daumen und Zeigefinger
  • Kraulen an der Wamme
  • Kraulen am Schwanzansatz, Beckenausgangsgrube

Das Streicheln der Stirn und des Hornansatzes muss aber unbedingt vermieden werden. Dies fordert nämlich den Kampftrieb des Rindes heraus. Ist das daraus folgende „Stupsen” oder „Boxen“ beim Kalb noch lustig und harmlos, so kann dies beim erwachsenen Tier zu ernsthaften Verletzungen führen.
Rinder können sich immer nur auf eine Sache konzentrieren. Deshalb lassen sich beispielsweise sehr unruhige Tiere mittels vaginaler Stimulation (Einblasen von Luft in die Scheide) und Anlegen eines Maulhalfters (Strick geht in ungewohnter Weise durchs Maul, zum Führen nicht geeignet!) ablenken und damit ruhigstellen. Sie lassen aber noch lange nicht alles mit sich machen!

Rinder reagieren auf Grund ihrer genetischen Veranlagung und Erfahrungen auf das Verhalten von uns Menschen. Sie lernen ständig durch die Art und Weise, wie wir mit ihnen umgehen. Wollen wir von den Rindern respektiert werden, müssen auch wir sie respektieren. Nur wenn wir auf ihre Signale reagieren, und sie nicht ignorieren, können wir ruhig und vor allem sicher mit ihnen arbeiten. „Der schnellste Weg mit Rindern zu arbeiten ist so langsam wie möglich“, rät der Koordinator für Rinderhaltung bei BaySG Wolfgang Müller.

Beruhigungspunkt Halswirbel

Beruhigungspunkt Halswirbel

Beruhigungspunkt Ohrgelenk

Beruhigungspunkt Ohrgelenk

Beruhigungspunkt Schwanzansatz

Beruhigungspunkt Schwanzansatz

Peter Wametsberger SVLFG lehnt sich seitlich an das Tier an

Peter Wametsberger SVLFG lehnt sich seitlich an das Tier an

Frisur verrät das Temperament

Haarwirbel mittigZoombild vorhanden

Haarwirbel mittig

Die Stirn bietet nicht nur Rammfläche. Bei fast allen Rindern findet sich auf ihr auch ein prägnanter Haarwirbel. Die Position dieses Wirbels ist genetisch bedingt. Er entsteht aus denselben Zellen des Rinderembryos wie das Nervensystem. Dieser Haarwirbel gibt Auskunft über das Temperament von Rindern und verrät vor allem etwas darüber, wie sich ein Rind in einer neuen, beängstigenden Situation verhält. Untersuchungen der Colorado State University haben ergeben, dass bei ängstlichen, nervösen und aggressiven Tieren dieser Haarwirbel tendenziell oberhalb der Augenlinie liegt. Rinder, die keinen Wirbel besitzen, zeigen ebenfalls zumeist ein reizbares Wesen. Rinder mit einem Wirbel unterhalb der Augenlinie weisen hingegen eher auf ein gutmütiges und umgängliches Wesen hin. Wirbel, welche mittig auf der Stirn liegen, haben wenig Aussagekraft. Durch ein „Umfrisieren“ lässt sich das aggressive Verhalten allerdings nicht ändern.
Haarwirbel oberhalb der Augenlinie

Haarwirbel oberhalb der Augenlinie

Haarwirbel unterhalb der Augenlinie

Haarwirbel unterhalb der Augenlinie

Der Norden Deutschlands zu Besuch im Staatsgut

Im BullenstallZoombild vorhanden

Im Bullenstall

Eine stattliche Gruppe von 23 spezialisierten Rindermästern und Mutterkuhhaltern aus Schleswig-Holstein und Hamburg besuchte im Rahmen einer Exkursion am Montag, 20.06.22 das Staatsgut Grub. Nachdem Dr. Thomas Ettle vom Institut für Tierernährung und Futterwirtschaft der LfL den Damen und Herren die gerade ausgewerteten und aktuell laufenden Versuche vorgestellt hatte, entführte der Koordinator für Rinderhaltung bei BaySG Wolfgang Müller die Damen und Herren aus dem hohen Norden in die Gruber Rinderställe und erläuterte eingehend die vielfältigen Aufgaben des Staatsgutes und die aktuellen Herausforderungen in der Rinderhaltung und speziell in der Rindermast in Gegenwart und Zukunft. Auf großes Interesse stießen, die erst kürzlich im Gruber Mastbullenstall installierten Kratzmatten, die sich größter Beliebtheit erfreuen. Leider war die Zeit wieder einmal viel zu kurz, um all die gestellten Fragen beantworten zu können. Am Ende bedankte sich die Gruppe mit einem kräftigen Applaus für einen sehr informativen Nachmittag.

Tierärzte-Nachwuchs auf Tuchfühlung mit der Praxis

Beobachten der WeidehaltungZoombild vorhanden

Beobachten der Weidehaltung

Im Rahmen des Wahlpflichtfaches "Haltungssysteme von landwirtschaftlichen Nutztieren unter ethologischen Aspekten" kamen an vier Freitagen im Juni und Juli zahlreiche Studenten/innen der Tiermedizin an der LMU München zu einem Besuch ins Staatsgut Grub. Zu Beginn fand eine theoretische Einführung in die gängigen Haltungssysteme bei Rind und Schwein durch die Tierärzte Regina Miller und Jan Heck statt. Dann folgte eine Besichtigung der Baulehrschau an der LfL, in der die Damen und Herren die Haltungstechnik in „unbelebter“ Form studieren konnten. Höhepunkt für alle aber war der anschließende Gang in den Gruber Rinder- und Schweinestall. Nachdem die Studierenden im Vorfeld des Besuches in Grub sämtliche Rechtsgrundlagen der Rinder- und Schweinehaltung gebüffelt hatten und ihnen die Ansprüche der landwirtschaftlichen Nutztiere an ihre Haltungsumwelt in mehreren Lehrveranstaltungen intensiv nähergebracht wurden, war es jetzt höchste Zeit für einen realistischen Blick in die Praxis. Das Wahlpflichtfach ist Teil einer Profillinie, die vor allem das Wissen um das Tierverhalten und die Tierbeobachtung vertiefen soll, nachdem viele der Tiermedizinstudenten und -studentinnen des 2. Semesters noch keine genaue Vorstellung davon haben, wie landwirtschaftliche Nutztiere in Deutschland gehalten werden. Wie gut, dass es Betriebe wie das Staatsgut Grub gibt, die den verschiedensten Zielgruppen Einblicke in eine moderne, zukunftsorientierte Tierhaltung geben, in der das Tierwohl großgeschrieben wird. Denn was wäre ein Tierarzt ohne den nötigen Bezug zur Praxis und ohne das elementare Fingerspitzengefühl für die Anliegen der landwirtschaftlichen Praktiker.
Im Schweinestall

Im Schweinestall

Beobachten der Ferkel

Beobachten der Ferkel

Strohkorb

Strohkorb

Leistungsoberprüfer/innen auf Tierwohl-Fortbildung

Eingang zum SeminarraumZoombild vorhanden

Eingang zum Seminarraum

Auf Initiative von Herrn Peter Gasteiger, Fachberater für MLP am AELF in Holzkirchen, trafen sich 40 LKV-Leistungsoberprüfer/innen aus dem Gebiet von Weilheim bis Traunstein am Mittwoch, 08.06. und am Donnerstag, 09.06. zu einer Dienstbesprechung im Staatsgut Grub. Auf dem Programm stand an jedem der beiden Tage ein Kuhsignale-Workshop mit dem zertifizierten Kuhsignale Trainer Wolfgang Müller. Mit großem Interesse lauschten die Damen und Herren jeweils am Vormittag den engagierten Ausführungen von Wolfgang Müller, der es mit vielen Bildern bestens verstand, auf entscheidende Situationen im Stall hinzuweisen. Er holte gleichsam den Stall in den Seminarraum. Am Nachmittag ging es dann zur Abarbeitung mehrerer Checklisten in den Gruber Milchviehstall, wo die Teilnehmer/innen das am Vormittag erlernte Wissen und Konzept gleich zur Anwendung bringen konnten. Am Ende eines intensiven Tages waren sich alle einig, dass die Kombination von Theorie und Praxis sehr effektiv, ja goldrichtig ist und diese gelungene Fortbildung wieder einmal so richtig dazu beigetragen hat, die Augen in Sachen Tierwohl zu öffnen.
Ein dringendes Anliegen

Ein dringendes Anliegen

Das Seminar kann beginnen

Das Seminar kann beginnen

Im Seminarraum

Im Seminarraum

Eine gastliche Umgebung

Eine gastliche Umgebung

Bearbeitung der Checklisten

Bearbeitung der Checklisten

Intensive Beobachtung

Intensive Beobachtung

Die FOS zu Besuch in Grub

Eine engagierte Klasse Zoombild vorhanden

Eine engagierte Klasse

Am Tag vor den Pfingstferien besuchte eine Klasse der FOS München mit Lehrer Jussi Müller im Rahmen einer Exkursion das Staatsgut Grub. An der FOS ist die Ausbildungsrichtung Agrarwirtschaft, Bio- und Umwelttechnologie angesiedelt. Diese Fachrichtung stößt aktuell bei jungen Leuten auf großes Interesse. Ein Schwerpunkt liegt dabei auf der fachpraktischen Ausbildung. Hierfür nimmt das Staatsgut Grub regelmäßig Praktikanten/innen auf. Die fachpraktische Ausbildung findet in Blockform statt. Die Praktikumsblöcke dauern in der Regel zwei Wochen und wechseln mit der Schulphase (auch zweiwöchig) ab. Der Wechsel von Theorie und Praxis bietet vor allem im fachtheoretischen Unterricht die Möglichkeit, auf praktische Kenntnisse und Fähigkeiten zurückzugreifen. Daneben bietet die fachpraktische Ausbildung eine Orientierungshilfe für die Berufsfindung und eine erste Begegnung mit der Arbeitswelt. Mit der fachpraktischen Ausbildung sollen auch die Fähigkeiten gefördert werden, im Team zu arbeiten, Probleme zu erkennen und Arbeit selbst zu organisieren. Im ersten Teil des Vormittags führte der Koordinator für Rinderhaltung Wolfgang Müller die interessierte Gruppe in seiner engagierten Art durch die Stallungen am Standort und berichtete über viel Wissenswertes zum Thema Rind. Nach einer kurzen Brotzeitpause mit Joghurt in den verschiedensten Geschmacksrichtungen, den die Molkerei Weihenstephan dankenswerterweise gesponsort hatte, lernten die 14 jungen Damen und Herren das vielfältige Energiekonzept des Betriebes, sehr bildlich vorgestellt und demonstriert von Energiekoordinator Philipp Purucker, kennen. Gibt es einen besseren Übergang in die wohlverdiente Ferienzeit?
Mit der Kuh auf du

Mit der Kuh auf du

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Mai

Umgang mit Rindern – „Mach langsam, wir haben keine Zeit!“

Die Übung Ist VorbeiZoombild vorhanden

Die Übung Ist Vorbei

Das "Bildungsprogramm Landwirt", kurz BiLa-Programm, richtet sich an landwirtschaftliche Unternehmer und Unternehmerinnen, die einen außerlandwirtschaftlichen Beruf erlernt haben und ihren Betrieb im Nebenerwerb weiterführen möchten. Eines der zahlreichen Grundlagenmodule im Rahmen der Ausbildung ist der Lehrgang Tierschutz beim Transport und Nottöten. Der Lehrgang setzt sich aus einem theoretischen Teil und einem praktischen Teil zusammen.

Die Theorie deckte der Koordinator für Rinderhaltung bei BaySG Wolfgang Müller für die 22 BiLa-Teilnehmer/innen vom AELF Fürstenfeldbruck in einem online-Vortrag Anfang Juni ab. Inhalte des 6-stündigen Vortrages waren u.a.

  • Allgemeine Bedingungen für den Tiertransport
  • Rechtsgrundlagen zum Tiertransport und zu den Transportpapieren
  • Bewertung der Transportfähigkeit von Tieren
  • Informationen zu Transportmitteln und Verladeeinrichtungen
  • Planung von Transporten, Führung Fahrtenbuch
  • Pflege und Versorgung der Tiere beim Transport
  • Verhalten der Tiere unter Normal- und Stressbedingungen, Auffälligkeiten erkennen
  • Arbeitsschutz und Arbeitssicherheit beim Umgang mit Tieren

Zum praktischen Teil trafen sich die Damen und Herren mit Wolfgang Müller und dem Gruber Herdenmanager Marius Götz am Tag nach Fronleichnam im Staatsgut Achselschwang. Wolfgang Müller erklärte den Teilnehmern/innen intensiv die Sinneswahrnehmung der Rinder, das Grundverhalten der Herdentiere und das Ausdrucksverhalten und die Anzeichen von Stress. In der praktischen Demonstration ging er auf die Beruhigungspunkte beim Rind ein, bevor Marius Götz das korrekte Anlegen eines Halfters mit den Anwesenden übte.

Im Anschluss beleuchtete Wolfgang Müller den Achselschwanger Stall in Sachen Unfallschutz und Arbeitssicherheit. Eindrucksvoll demonstrierten die beiden äußerst erfahrenen Ausbilder im nächsten das Zonenkonzept. Sie selektierten auf elegante Art und Weise ein Tier aus der Herde und leiteten es ohne jegliche Berührung und vollkommen stressfrei nach der Low Stress Stockmanship-Methode in den Warteraum und in den Melkstand, was alle Beobachter sehr beeindruckte. Einen wichtigen Aspekt stellt hierbei die sogenannte Balancelinie dar, die sich auf Höhe der Schulter befindet. Überschreitet man die Balancelinie von hinten in Richtung Kopf, so bewegt sich das Rind rückwärts. Überschreitet man die Linie von vorne in Richtung Schwanz, so bewegt sich das Rind vorwärts. Mit dieser Methode kann das Tier bewegt, geleitet und gewendet werden. Wolfgang Müller wies die Damen und Herren darauf hin, dass die Ausweichdistanz der Achselschwanger Herde sehr gering sei, was auf eine gute Mensch-Tier-Beziehung schließen lässt. „Rinder sind das Spiegelbild ihres Umgangs mit dem Menschen.“

Zum Abschluss der gelungenen Praxiseinheit zeigte Marius Götz gekonnt und unter Einbeziehung dieser Methode das stressfreie Verladen einer Kuh auf den Viehanhänger. Seine eindringliche Botschaft lautete unmissverständlich „In der Ruhe liegt die Kraft“. Sichtlich zufrieden verließ die interessierte BiLa-Gruppe nach all diesen wertvollen Erfahrungen und Eindrücken das Staatsgut in Richtung wohlverdientes Wochenende.

Einleitende Worte

Einleitende Worte

Sinneswahrnehmung von Rindern

Sinneswahrnehmung von Rindern

Zonenkonzept

Zonenkonzept

Anhalftern

Anhalftern

Übung macht den Meister

Übung macht den Meister

Verladen

Verladen

Kuhsignale - Gesehen mit den Augen einer Kuh

Bearbeitung der ChecklistenZoombild vorhanden

Bearbeitung der Checklisten

Verstehen Sie Ihre Kühe und Kälber? Lesen Sie die Kuhsignale. Diese geben gratis wertvolle Hinweise, ob es den Tieren gut geht.
Immer wieder liest man über Kuhsignale, ohne den Begriff richtig einordnen zu können. Bei den meisten Kuhsignalen handelt es sich um banale Situationen im Stall oder auf der Weide. Dinge, die Tag für Tag vorkommen, aus denen aber sehr wichtige Schlüsse gezogen werden können.
Alle Informationen, die Sie täglich von Ihrer Herde erhalten, sind Signale. Entscheidend dabei ist, dass Ihnen diese Hinweise überhaupt auffallen. Nehmen Sie sich regelmäßig und bewusst Zeit, Ihre Kühe und Kälber in ihrem alltäglichen Verhalten zu beobachten. Denn: Nur wer bemerkt, was nicht optimal ist, kann es verbessern. In Schlagworten zusammengefasst: erst (bewusst) beobachten, dann denken, dann handeln. Noch einmal. Verstehen Sie Ihre Kühe und Kälber?

Almauftrieb - von der Großstadt ins Gebirge

Unendliche FreiheitZoombild vorhanden

Unendliche Freiheit

Am letzten Freitag im Mai machten sich 28 Jungrinder aus dem Staatsgut Grub auf den Weg in die Sommerfrische auf der Larcheralm am Fuße des Wendelsteins. Wer schon einmal seinen Urlaub in den Bergen verbracht hat und das Vieh auf den Almen beobachten konnte, hat vielleicht bemerkt, dass die Tiere ihren wilden, freien Sommer zu genießen scheinen. Sie können sich frei bewegen, in der Sonne liegen und einen intensiven Kontakt zu den anderen Herdenmitgliedern pflegen. Gerade in der heutigen Zeit, wo die Sommer zunehmend lang und heiß sind, ist es in den Bergen angenehm kühl, und mit steigender Höhe gibt es auch weniger Bremsen und Fliegen. Bei jedem Wetter draußen an der frischen Luft zu sein, wirkt sich insgesamt positiv auf die Tiergesundheit aus. Geälptes Vieh ist nicht nur stark und widerstandsfähig, sondern hat auch eine längere Lebenserwartung. Die Bewegung auf teilweise steilem, steinigem Untergrund kräftigt außerdem die Sehnen und Muskeln und macht trittsicher. Obwohl die Sommerfrische zeitlich begrenzt ist und die meisten Almtiere den Winter im Stall stehen, hat die Zeit in den Bergen eine lang anhaltende positive Wirkung. Vor allem bei geälpten Jungtieren hat man festgestellt, dass diese ein Leben lang gesünder und leistungsfähiger sind als herkömmlich aufgezogene Tiere. Mit der jährlichen Beschickung der Larcheralm setzt das Staatsgut Grub einen weiteren wichtigen Akzent in Sachen Tierwohl.
Saftige Almweiden

Saftige Almweiden

Saftiges Grün

Saftiges Grün

Sommerfrische

Sommerfrische

Traumwetter

Traumwetter

Tierwohl durch Scheuereinrichtungen in der Bullenmast

Die neuen KratzmattenZoombild vorhanden

Die neuen Kratzmatten

Das Tierwohl wird in der Rinderhaltung großgeschrieben. Drei Aspekte sind dabei für das Tierwohl entscheidend:
die "Gesundheit" und das "Wohlbefinden" der Tiere, sowie die Möglichkeit ihren "natürlichen Verhaltensweisen" nachzugehen.

Die Fellpflege ist eine natürliche Verhaltensweise. Sie dient dem Wohlbefinden und besitzt darüber hinaus eine soziale Bedeutung. Rinder benutzen zur Körperpflege überwiegend Zunge, Hörner und Klauen und unter extensiven Haltungsbedingungen auf der Weide scheuern sie sich an Bäumen, Sträuchern und Pfosten. Im Stall ersetzen Bürsten diese natürlichen Scheuermöglichkeiten und sind ein aktiver Beitrag zur Fellpflege. Gerade aber in der Rindermast sind die fragilen Bürsten aus der Milchviehhaltung ungeeignet. Solche Bürsten werden demoliert und oftmals in alle Einzelteile zerlegt. Deshalb hat sich das Staatsgut Grub für Kratzmatten mit Gumminoppen entschieden, die an den Gittern, die als Raumteiler dienen, in „gerader“ Art befestigt sind. Eine „runde“ Anbringung in gebogener Form ist ebenfalls möglich. Der Hersteller garantiert eine gute Haltbarkeit, die der hohen Belastung im Bullenstall gewachsen ist. Somit stellen die Kratzmatten eine kostengünstige und sehr praktische Scheuereinrichtung für die Bullenmast dar. Laut Herstellerempfehlung ist für 5-6 Bullen eine Matte zu installieren. In Grub konnte beobachtet werden, dass für 10-12 Bullen eine Matte völlig ausreichend ist. Die Haltbarkeit der Noppen beträgt laut Herstellerangabe 1-2 Jahre und die der Matte 3-8 Jahre. Bei der InitiativeTierwohl Rind steht das Kriterium „Scheuermöglichkeiten“ ebenfalls im Fokus.

Fazit:

  • Die Matte wird sehr gut angenommen.
  • Die Bullen scheuern sich hauptsächlich am Kopf, dann folgen Nacken und Flanke.
  • Mit höherem Platzangebot um die Matte steigen die Kratzzeiten je Tier.
  • 1 Matte ist auch für 12 Tiere ausreichend.
Das tut gut

Das tut gut

Was für ein Gefühl

Was für ein Gefühl

Scheuern am Hals

Scheuern am Hals

Sehr gute Akteptanz

Sehr gute Akteptanz

Welch ein Genuss

Welch ein Genuss

Alle Sinne sind gefordert

21 Schülerinnen und Schüler der 2. Klasse der Grundschule am Mariahilfplatz in München machten sich am Dienstag, 10.05.22 bei strahlendem Sonnenschein auf den Weg ins Staatsgut Grub. Lehrerin Doris Schwark hatte ihre Schützlinge im Unterricht bestens auf diesen großen Tag vorbereitet. Frau Barbara Behrens, die im Staatsgut Grub als ausgebildete Landwirtin für die Milchviehherde verantwortlich ist, begrüßte die aufgeweckte Truppe und vermittelte den kleinen Gästen auf pädagogisch geschickte Weise viel Interessantes zum Thema Kuh und Milch. Gemäß dem Wahlspruch „Landwirtschaft erleben und verstehen“ bereitete die Klasse die Tränke für die Kälber zu, versuchte ihre Melkfähigkeiten am Gummieuter, erkundete die vielfältigen Serviceleistungen im Gruber „Rinderhotel“ und beobachtete das Verhalten der Kühe auf der saftigen Weide. Der lehr- und erlebnisreiche, aber auch anstrengende Vormittag schloss mit einer gemeinsamen Verkostung von Joghurt in den verschiedensten Geschmacksrichtungen. Einen Bauernhof mit allen Sinnen aktiv erleben und das mitten in der Millionenstadt München! Welch ein Geschenk!
Vorstellungsrunde

Vorstellungsrunde

Im Kälberstall

Im Kälberstall

Brotzeit

Brotzeit

Mitten in München

Mitten in München

Zuschauerinnen am Rande

Zuschauerinnen am Rande

Wie erkenne ich einen instabilen Pansen?

Für eine optimale Futteraufnahme beim Milchvieh rückt der Pansen als der wichtigste Abschnitt der ruminalen Verdauung in das Zentrum des Geschehens. Eine empfindliche und labile Symbiose aus Bakterien, Pilzen und Protozoen zersetzt hierbei die Futterbestandteile und versorgt auf diesem Weg den Wiederkäuer mit Nährstoffen. Das funktionierende System setzt eine kontinuierliche Futteraufnahme und ein optimales Zusammenspiel zwischen Fress- und Wiederkauaktivität voraus. Störungen im System führen zu einer Reduktion der Pansenstabilität und Nährstoffversorgung. Eine verminderte Leistungsfähigkeit der Tiere und ein Anstieg der Erkrankungswahrscheinlichkeit ist die unausweichliche Folge. Die Probleme beginnen häufig mit einer reduzierten Futteraufnahme und Wiederkauaktivität. Auslöser können diverse Erkrankungen sein, aber auch die Abkalbung führt regelmäßig zu einer verminderten Futteraufnahme. Auch Änderungen in der Rationszusammensetzung können ein nicht unwesentlicher Einflussfaktor sein. Um diesen Negativkreislauf zu durchbrechen, müssen alle Hebel betätigt werden, die Pansenmikroben in ihrer Arbeit zu unterstützen und dadurch die Pansenbedingungen zu stabilisieren.

Die Pansenstabilität ist ein limitierender Faktor!

Instabilität ist auf folgende Faktoren zurückzuführen:

  • wechselnde Rationen morgens/abends
  • Reihenfolge der Futtermittel (säurebildend vor Struktur)
  • Unregelmäßigkeit der Futteraufnahme von einer Fütterung auf die andere durch Störungen der Futteraufnahme oder durch Selektieren
  • Fehler im Fütterungsmanagement: Unregelmäßigkeiten bei der Verteilung oder beim Nachschieben oder zu rasche oder ständige Rationsumstellungen v.a. bei ad libitum Fütterung und TMR

Aber wie erkennt man überhaupt einen instabilen Pansen?

Hierbei sind zwei markante Kuhsignale zu erwähnen.

  • Schleckstellen im Bereich der Schulter sind ein Zeichen für Schwankungen des pH-Wertes im Pansen. Das Tier leckt sich und die Haare sind deswegen gestellt. Aus der chinesischen Medizin sind an dieser Stelle Akupunkturpunkte bekannt, die die Pansenaktivität stimulieren.
  • Kot von unterschiedlicher Konsistenz über den Tag hinweg oder von einem Tag zum anderen, abwechselnd fest, weich oder flüssig oder unterschiedlich in der Herde.
gestellte Haare

gestellte Haare

dünnflüssiger Kot

dünnflüssiger Kot

fester Kot

fester Kot

April

Ich trage eine Brille

Kupferbrille bei FleckviehZoombild vorhanden

Kupferbrille bei Fleckvieh

Die Selen- und die Kupferversorgung gestaltet sich in Bayern regional äußerst unterschiedlich. Die natürlichen Gehalte im Boden sind weder bei Selen noch bei Kupfer für die Versorgung der Nutztiere ausreichend. Sandige Standorte stehen vor allem bei Kupfer für diverse Mangelkrankheiten. Bodenart (z.B. Sand-, Moorstandorte), Düngungspraktiken (einseitige N-Gaben, hohe Nitratgehalte im Futter), Nutzungsintensität (fünf bis sieben Schnitte im Grünland), Wechselwirkungen zwischen den Mineralien (Antagonismen wie Kalzium, Eisen oder Molybdän) und nicht zuletzt das Pansenmilieu (Pansenazidosen) beeinträchtigen die Versorgung bzw. Verwertung von Spurenelementen im Tier.
Symptome

Ein Mangel tangiert nicht immer den ganzen Bestand. Probleme treten oft nur in bestimmten Tiergruppen gehäuft auf. In der Milchviehhaltung z.B. werden weibliche Jungrinder in vielen Fällen nur unzureichend mit Mineralfutter versorgt. In manchen Fällen kann aber auch der ganze Bestand von der Kälberaufzucht bis hin zu den hochleistenden Kühen und zu den Trockenstehern betroffen sein. Die Probleme beginnen bei einer schlechten Fruchtbarkeit, einer hohen Zellzahl und Euterentzündungen und enden bei einer verminderten Milchleistung und einer erhöhten Anfälligkeit gegenüber allen Infektionskrankheiten. Kupfer (Cu)-Mangel, ob direkt (absolut zu wenig Cu im Futter) oder indirekt (sekundärer Mangel; es sind zu viele Cu-Gegenspieler in der Ration vorhanden und im Pansen steht nicht ausreichend freies Kupfer zur Verfügung), zeigt sich am Tier in Form von Ausbleichung des Felles, z.B. um die Augen („Kupferbrillen“) herum, wobei schwarze Haare mausgrau bzw. rote Haare fahlgelb werden. Die Aufhellung des Felles kann auch großflächig den ganzen Körper betreffen. Nicht selten stehen Klauenerkrankungen wie Klauenfäule, rissige Klauen, instabiles Klauenhorn sowie offene und wunde Stellen an der Innenseite des Sprunggelenkes im Zusammenhang mit einer defizitären Cu-Versorgung. Auffällig kann auch eine ausgeprägte Lecksucht sein, wobei die Tiere mit Vorliebe Holz benagen und Erde fressen. Nicht selten sind Fruchtbarkeitsstörungen wie Stillbrunst und unregelmäßige Zyklen zu beklagen. Cu-Unterversorgung bei hochträchtigen Tieren beeinträchtigt die Entwicklung des Zentralnervensystems beim Fötus. Die frischgeborenen Kälber leiden unter Schluckbeschwerden beim Saufen und bleiben in der Entwicklung zurück. Bei laktierenden und hochtragenden Kühen kann es zu vermindertem Koordinationsvermögen vor allem der Hinterextremitäten kommen.

Diagnose

In Problembetrieben mit den gerade genannten Symptomen ist eine Spurenelementuntersuchung anzuraten. Bei Selen kann mittels einer Blutprobe der Versorgungsstatus abgeklärt werden. Bei Kupfer ist das schwieriger, denn Kupfer im Blut als alleiniges Element zu bestimmen, hat wenig Aussagekraft, weil es häufig in gebundener Form vorliegt. Bei der Kupferdiagnostik ist vor allem die Leberbiopsie von Bedeutung, die auch am lebenden Tier durchführt werden kann. Deutlich einfacher zu praktizieren ist die regelmäßige Untersuchung der Leber von Schlachtkühen, um einen guten Überblick über die Kupferversorgung in der Herde präsentiert zu bekommen. Darüber hinaus geben auch Futteranalysen eine brauchbare Auskunft.

Behandlung

Bei einem festgestellten Selenmangel ist eine Seleninjektion und eine Anpassung des Mineralfutters zu empfehlen. Bei einem akuten Kupfermangel sollte man ein spezielles Mineralfutter mit einem erhöhten Anteil aller fehlenden Spurenelemente einsetzen. Kupfer als Injektion gibt es nicht.

Prophylaxe

Für eine optimale Prophylaxe muss stets die Ausgangslage bekannt sein. Das bedeutet, wenn die Rationen neugestaltet und berechnet werden, das Futter zu beproben, um eine optimale Mineralstoffversorgung sicherzustellen. Auch eine Überversorgung sollte ja unbedingt vermieden werden. Laktierende Kühe lassen sich im Stall recht gut über das Futter versorgen, aber für die Trockensteher und Jungrinder sind vielfach Sondermaßnahmen erforderlich. Hier empfiehlt sich der Einsatz eines Bolus. Vor allem auf der Weide ist das immer wieder die beste Möglichkeit, die Tiere ausreichend mit Kupfer und Selen zu versorgen. Denn die Aufnahme über Lecksteine ist tierindividuell sehr unterschiedlich.

Depigmentierung

Depigmentierung

Kupferbrille bei Braunvieh

Kupferbrille bei Braunvieh

Spurenelementmangel

Spurenelementmangel

Treffen der AG Versuchsplanung Rindermast

BetriebsrundgangZoombild vorhanden

Betriebsrundgang

Am Mittwoch, 27.04. fand sich die Arbeitsgruppe Versuchsplanung Rindermast zu ihrem jährlichen Treffen im Staatsgut Achselschwang ein. Die Arbeitsgruppe wurde vor vielen Jahren ins Leben gerufen, um Berater und Praktiker bei Versuchen und Fragestellungen rund um die Rindermast miteinzubeziehen. Dies beginnt bei der Planung von Versuchen und reicht bis zur Umsetzung der Ergebnisse. Das Staatsgut Grub, als der die Bullenmastversuche durchführende Betrieb, ist durch Wolfgang Müller und Marius Götz in der Arbeitsgruppe vertreten. Beim aktuellen Treffen berichtete Herr Georg Hammerl aus Achselschwang von den Perspektiven zur Fresseraufzucht bei BaySG und Frau Andrea Koßmann vom ILT erörterte den Stand der Dinge zur Auslaufgestaltung im Rindermaststall in Grub. Herr Bernhard Luntz vom ITZ beleuchtete die Qualitätseinstufung von Fleckviehbullen im Zusammenhang mit dem RH-Anteil, bevor Herr Dr. Thomas Ettle vom ITE die aktuell laufenden Versuche vorstellte und die Ergebnisse der ausgewerteten Versuche zusammenfasste. Miteinander wurden anschließend die geplanten Fragestellungen diskutiert. Ein Rundgang durch die Achselschwanger Rinderstallungen rundete den Tag in gelungener Weise ab.
Projekt InnoRind

Projekt InnoRind

Unterschiedliche Buchtenbelegung

Unterschiedliche Buchtenbelegung

In Achselschwang

In Achselschwang

Ministerpräsident Söder pflanzt Buche im Gruber Taxet

Geschäftsführer BaySG Herr Dippold im Gespräch

Geschäftsführer BaySG Herr Dippold im Gespräch

Ankunft Frau Staatsministerin Kaniber und Herr Ministerpräsident Söder

Ankunft Frau Staatsministerin Kaniber und Herr Ministerpräsident Söder

Geschäftsführer BaySG Herr Dippold

Geschäftsführer BaySG Herr Dippold

Herr Ministerpräsident Söder

Herr Ministerpräsident Söder

Gruppenbild Geschäftsführer BaySG Herr Dippold, Frau Schorer-Demel (MdL), Herr Ministerpräsident Söder, Herr Huber (MdL), Frau Staatsministerin Kaniber

Gruppenbild Geschäftsführer BaySG Herr Dippold, Frau Schorer-Demel (MdL), Herr Ministerpräsident Söder, Herr Huber (MdL), Frau Staatsministerin Kaniber

Gruppenbild Geschäftsführer BaySG Herr Dippold, Frau Schorer-Demel (MdL), Herr Ministerpräsident Söder, Herr Huber (MdL), Frau Staatsministerin Kaniber

Gruppenbild Geschäftsführer BaySG Herr Dippold, Frau Schorer-Demel (MdL), Herr Ministerpräsident Söder, Herr Huber (MdL), Frau Staatsministerin Kaniber

Frau Staatsministerin Kaniber mit Kindern

Frau Staatsministerin Kaniber mit Kindern

Gruppenbild Geschäftsführer BaySG Herr Dippold, Frau Schorer-Demel (MdL), Herr Ministerpräsident Söder, Frau Staatsministerin Kaniber

Gruppenbild Geschäftsführer BaySG Herr Dippold, Frau Schorer-Demel (MdL), Herr Ministerpräsident Söder, Frau Staatsministerin Kaniber

Gruppenbild Frau Schorer-Demel (MdL), Herr Ministerpräsident Söder, Herr Huber (MdL), Frau Staatsministerin Kaniber

Gruppenbild Frau Schorer-Demel (MdL), Herr Ministerpräsident Söder, Herr Huber (MdL), Frau Staatsministerin Kaniber

Gruppenbild Geschäftsführer BaySG Herr Dippold, Frau Schorer-Demel (MdL), Herr Ministerpräsident Söder

Gruppenbild Geschäftsführer BaySG Herr Dippold, Frau Schorer-Demel (MdL), Herr Ministerpräsident Söder

Gruppenbild Geschäftsführer BaySG Herr Dippold, Frau Schorer-Demel (MdL), Herr Ministerpräsident Söder

Gruppenbild Geschäftsführer BaySG Herr Dippold, Frau Schorer-Demel (MdL), Herr Ministerpräsident Söder

Gruppenbild Geschäftsführer BaySG Herr Dippold, Frau Schorer-Demel (MdL), Herr Ministerpräsident Söder, Herr Huber (MdL), Frau Staatsministerin Kaniber

Gruppenbild Geschäftsführer BaySG Herr Dippold, Frau Schorer-Demel (MdL), Herr Ministerpräsident Söder, Herr Huber (MdL), Frau Staatsministerin Kaniber

Gruppenbild Geschäftsführer BaySG Herr Dippold, Frau Schorer-Demel (MdL), Herr Ministerpräsident Söder, Frau Staatsministerin Kaniber

Gruppenbild Geschäftsführer BaySG Herr Dippold, Frau Schorer-Demel (MdL), Herr Ministerpräsident Söder, Frau Staatsministerin Kaniber

Gruppenbild Geschäftsführer BaySG Herr Dippold, Frau Schorer-Demel (MdL), Herr Ministerpräsident Söder, Herr Huber (MdL), Frau Staatsministerin Kaniber

Gruppenbild Geschäftsführer BaySG Herr Dippold, Frau Schorer-Demel (MdL), Herr Ministerpräsident Söder, Herr Huber (MdL), Frau Staatsministerin Kaniber

Gruppenbild Geschäftsführer BaySG Herr Dippold, Frau Schorer-Demel (MdL), Herr Ministerpräsident Söder, Rotkäppchen

Gruppenbild Geschäftsführer BaySG Herr Dippold, Frau Schorer-Demel (MdL), Herr Ministerpräsident Söder, Rotkäppchen

Gruppenbild Geschäftsführer BaySG Herr Dippold, Frau Schorer-Demel (MdL), Herr Ministerpräsident Söder

Gruppenbild Geschäftsführer BaySG Herr Dippold, Frau Schorer-Demel (MdL), Herr Ministerpräsident Söder

Gruppenbild Frau Schorer-Demel (MdL), Herr Ministerpräsident Söder, Herr Huber (MdL), Frau Staatsministerin Kaniber

Gruppenbild Frau Schorer-Demel (MdL), Herr Ministerpräsident Söder, Herr Huber (MdL), Frau Staatsministerin Kaniber

Gruppenbild Frau Schorer-Demel (MdL), Herr Ministerpräsident Söder, Herr Huber (MdL), Frau Staatsministerin Kaniber

Gruppenbild Frau Schorer-Demel (MdL), Herr Ministerpräsident Söder, Herr Huber (MdL), Frau Staatsministerin Kaniber

Geschäftsführer BaySG Herr Dippold im Gespräch

Geschäftsführer BaySG Herr Dippold im Gespräch

Geschäftsführer BaySG Herr Dippold

Geschäftsführer BaySG Herr Dippold

Herr Ministerpräsident Söder

Herr Ministerpräsident Söder

Frau Staatsministerin Kaniber mit Kindern

Frau Staatsministerin Kaniber mit Kindern

Rotkäppchen

Rotkäppchen

Herr Huber (MdL), Frau Staatsministerin Kaniber

Herr Huber (MdL), Frau Staatsministerin Kaniber

Herr Huber (MdL), Frau Staatsministerin Kaniber

Herr Huber (MdL), Frau Staatsministerin Kaniber

Wertvolle Einblicke in die Bullenmast

Erkundung des StallesZoombild vorhanden

Erkundung des Stalles

In der Karwoche und der darauffolgenden Osterwoche fanden im Versuchs- und Bildungszentrum für Rinderfütterung Achselschwang je ein Rindermastkurs im Rahmen der Überbetrieblichen Ausbildung für Teilnehmer/innen aus ganz Bayern statt. Eine eintägige Exkursion zum Thema Bullenmast führte die jungen Leute in beiden Wochen auch ins Staatsgut Grub. Bereits am Vorabend der Exkursion machte sich der Koordinator für Rinderhaltung Wolfgang Müller auf den Weg nach Achselschwang und schwor die interessierten Gruppen auf die Geheimnisse der Bullenmast ein. Er erläuterte intensiv und anschaulich die Eckdaten der Bullenmast für die Bereiche Fütterung und Haltung und gestaltete im Handumdrehen und ohne große Hilfsmittel eine funktionierende Futterration. In Grub angekommen, durften die jungen Damen und Herren den Bullenmaststall, ausgerüstet mit einem Fragebogen und einem Meterstab, auf eigene Faust erkunden und ihre Ergebnisse schriftlich festhalten, um diese anschließend mit Wolfgang Müller aktiv zu diskutieren. Eine Generalprobe für die praktische Abschlussprüfung! Am Nachmittag brachte Frau Barbara Misthilger vom ITE auf sehr engagierte Weise den Teilnehmer/innen die gesamte Gärbiologie näher und demonstrierte bei einem Gang zu den Silos die Grundfutterbeurteilung im Rahmen der Sinnenprüfung. Frau Andrea Koßmann vom ILT rundete den insgesamt sehr praktisch gehaltenen Tag mit äußerst wertvollen Tipps und Hinweisen zum Umgang mit Mastbullen ab. Arbeitssicherheit ganz großgeschrieben! Am Ende eines sehr informativen Tages waren sich alle Beteiligten einig, dass das Staatsgut Grub in Sachen Bullenmast vieles zu bieten hat und ein Besuch im Rahmen eines Rindermastlehrganges absolute Pflicht ist.
Erklärungen vor Ort

Erklärungen vor Ort

Frau Koßmann

Frau Koßmann

Frau Misthilger

Frau Misthilger

Gruppenarbeit

Gruppenarbeit

Intensive Diskussion

Intensive Diskussion

Schüttelbox im Einsatz

Schüttelbox im Einsatz

Usbekistan zu Besuch in Grub

Gäste aus UsbekistanZoombild vorhanden

Gäste aus Usbekistan

Eine 14-köpfige Delegation aus Usbekistan, unter ihnen Chefs und hohe Vertreter der dortigen Veterinär- und Landwirtschaftsverwaltung, statteten am Donnerstag, 07.04.22 dem Staatsgut Grub einen intensiven Besuch ab. Das besondere Interesse der weitgereisten Gästen galt den Fragen der Rinderzucht und -haltung, den Digitalisierungs- und den Weiterbildungsmaßnahmen der Bayerischen Staatsgüter. Kompetenter Begleiter und Ansprechpartner der Delegation war der Gruber Herdenmanager Marius Götz sowie Frau Andrea Koßmann/LfL. In Usbekistan werden verschiedenste Getreide-, Gemüse- und Obstsorten angebaut. Besonderer Beliebtheit, auch weit über die Landesgrenzen hinweg, erfreuen sich die usbekischen Kürbisse. Seit einer Reduzierung der Anbauflächen für Baumwolle nimmt der Acker- und Gartenbau zu. Die meisten Agrarprodukte werden direkt auf den lokalen Märkten angeboten und kaum exportiert.

Cuddle-Box

Cuddle-BoxZoombild vorhanden

Cuddle-Box

Jedes neugeborene Kuhkalb trägt zur Zukunft des Viehbestands bei und jede Geburt ist der Anfang einer neuen Laktation. Deswegen werden dringend optimale Bedingungen rund um das Abkalben benötigt.
Die Cuddle-Box schafft diese optimalen Bedingungen für die wichtige Anfangsphase: für den Tierhalter, für die Kuh und für das Kalb. Ein praktisches, sicheres, schnelles, hygienisches und stressfreies Handling bestimmen den gesamten Abkalbeprozess.
Die Cuddle-Box, integriert in der Abkalbebucht, schafft die richtige Arbeitsumgebung für das Kalb, die Kuh und den Menschen. Die Versorgung rund um das Kalb und die Kuh kann also sicher, hygienisch und mit wenig Stress für alle Beteiligten erfolgen. Die Cuddle-Box hat zwei Bereiche; einen für die Kuh und einen für das Kalb. Im Kalbbereich liegt das neugeborene Kalb in einer blitzsauberen Umgebung. Dieser Bereich wird mit herausnehmbaren Kunststoffplatten eingegrenzt, die ein geringes Gewicht aufweisen und zudem problemlos zu reinigen sind. Im Kuhbereich hat die Kuh den wichtigen und sicheren Kontakt zum Kalb. Zugleich ist die Futteraufnahme möglich. Durch einstellbare und schwenkbare Seitengitter wird der Kuh der Zugang zur Cuddle-Box erleichtert und mittels eines Seilzugs kann die Kuh in der Box fixiert werden. Am besten ist es, wenn die Cuddle-Box seitlich an der Abkalbebucht platziert ist, so dass der Tierhalter während des Melkens den Strohbereich nicht betreten muss. Die Seitengitter sind so konstruiert, dass das Euter leicht zu erreichen ist und die Kuh sicher gemolken werden kann - von der sauberen Seite her! Die Idee der Cuddle-Box stammt von Vetvice und die technische Entwicklung ist von Ingenieuren der Firma Spinder übernommen worden. Vetvice ist ein Team von Tierärzten, die sich für eine maximale Gesundheit und ein maximales Wohlbefinden von Tier und Mensch engagieren.
Vorteile der Cuddle-Box

  • Es ist einer Person allein möglich, die Kuh in der Box für u.a. Behandlungen oder Geburtshilfe zu fixieren.
  • hygienische, trockene und zugluftfreie Liegefläche für das neugeborene Kalb. Die Kontaktvermeidung mit Mist vermindert das Risiko von Infektionen.
  • Das neugeborene Kalb wird auf etwas Grundfutter gelegt bzw. mit Mischration bestreut. Der Geruch von Fruchtwasser animiert die Kuh sofort zum Fressen.
  • Die sofortige Futteraufnahme nach dem Kalben verringert das Risiko einer negativen Energiebilanz und damit Ketose.
  • Das intensive Lecken und Fressen hat eine positive Auswirkung auf den Abgang der Nachgeburt.
  • Das Trockenlecken stimuliert das Atemzentrum des Kalbes und sorgt dafür, dass es nicht auskühlt.
  • Die Kuh ist fixiert, so dass sie sofort nach dem Kalben sicher gemolken werden kann (Arbeitssicherheit!).
  • Eine leckende Kuh lässt sich problemlos melken. Das Lecken stimuliert die Oxytocinfreisetzung und gibt damit das wichtige Kolostrum frei.
  • Durch den separaten Kalbbereich wird das Verabreichen von Kolostrum an das Kalb erleichtert.
  • Das Kalb kann den Bereich nicht verlassen, kann nicht herumstreunen und problemlos umgesetzt werden.

Wolfgang Müller, zertifizierter KuhSignale-Trainer

Cuddle-Box1

Cuddle-Box1

Cuddle-Box2

Cuddle-Box2

Cuddle-Box3

Cuddle-Box3

Ein lohnender Abstecher

Die beiden PrüfteamsZoombild vorhanden

Die beiden Prüfteams

Der Leiter der Abteilung „Prüfungen und Kontrollen“ am AELF in Traunstein Roland Tafertshofer hatte am Montag, 04.04.22. zu einer Dienstbesprechung nach Grub eingeladen. Das Sachgebiet Förderkontrollen führt jedes Jahr in den zugeordneten Landkreisen stichprobenartig Kontrollen vor Ort durch. Die Schwerpunkte liegen dabei bei der Überprüfung der Flächen (Größe und Nutzung), der betrieblichen Unterlagen (zum Beispiel Nährstoffbilanz, Bodenuntersuchungsergebnisse etc.) sowie der Prüfung der betrieblichen Auflagen (zum Beispiel Rinderkennzeichnung). Das Sachgebiet Fachrechtskontrollen prüft und kontrolliert laufend die Einhaltung des landwirtschaftlichen Fachrechtes im jeweiligen Zuständigkeitsbereich. Die Kontrollen umfassen das Dünge- und Düngemittelrecht, das Pflanzenschutzrecht sowie das Saat- und Pflanzgutrecht in landwirtschaftlichen und gärtnerischen Betrieben, in Handelsbetrieben und in Unternehmen, die Pflanzen oder Ware pflanzlichen Ursprungs exportieren wollen. 15 Damen und Herren aus 2 oberbayerischen Prüfteams trafen sich am Vormittag im neuen Seminarraum des Staatsgutes Grub, um sich für die beginnende Prüfsaison vorzubereiten. Aber warum hatte man gerade das Staatsgut Grub als Tagungsort ausgesucht? Am Nachmittag führte der Koordinator für Rinderhaltung bei BaySG Wolfgang Müller die sehr interessierte Gruppe durch alle Stallungen am Standort, erläuterte intensiv die aktuell durchgeführten Versuche und Projekte und berichtete von vielen neuen Trends und Entwicklungen in der Rinderhaltung. Nach über zweieinhalb Stunden, angefüllt mit zahllosen wertvollen Eindrücken und fruchtbaren fachlichen Diskussionen, verabschiedeten sich die Damen und Herren schließlich Richtung Heimat. Ein lohnender Abstecher!

März

Einblicke in ein innovatives Melken

Besuch Firma Lemmer am Staatsgut GrubZoombild vorhanden

Besuch Firma Lemmer am Staatsgut Grub

Herdenmanager Marius Götz begrüßte am Donnerstag, 31.03.22 elf Außendienstmitarbeiter der Firma Lemmer Fullwood im Staatsgut Grub zu einer speziellen Melktechnik-Führung und erläuterte ihnen ausführlich seine reichhaltigen Erfahrungen mit dem Melkroboter am Standort. Die Gruppe hatte sich im Vorfeld der Führung zu ihrem jährlichen Austausch getroffen. Lemmer Fullwood setzt seit mehr als vier Jahrzehnten auf innovative Lösungen für ein besseres Melken.

Treffen des Kompetenznetzwerkes Digitalisierung

Digimilch in der ÜbersichtZoombild vorhanden

Digimilch in der Übersicht

Am letzten Mittwoch im März fand an der LfL ein großes Treffen des Kompetenzwerkes Digitalisierung in der Landwirtschaft statt. Der Tag begann mit einer Sitzung der Bund-Ländergruppe Digitalisierung im Forum. Am Nachmittag wechselten die Damen und Herren die Straßenseite zu einem geführten Rundgang im Staatsgut Grub mit verschiedenen Stationen, bei denen das Projekt DigiMilch in der Übersicht und die einzelnen Demonstrationsobjekte detailliert vorgestellt wurden. Zusätzlich präsentierte sich die Arbeitsgruppe „Feldrobotik“ aus Ruhstorf a. d. Rott. Der Koordinator für Rinderhaltung bei BaySG Wolfgang Müller führte die Teilnehmer/innen, einiges Wissenswerte zum Staatsgut berichtend, über den Bullen- und den Kälberstall zum Milchviehstall, dem Ausgangspunkt für den Stationen-Rundgang. Die 5 Demonstrationsprojekte von DigiMilch beschäftigen sich mit folgenden Themen: Wirtschaftsdüngermanagement, sensorgestützte Ertragserfassung, Fütterungsmanagement, vernetzte Stalltechnik und vernetzte, tierindividuelle Sensorsysteme. Die Digitalisierung ist eine Investition ins Weitermachen, in eine zukunftsfähige Landwirtschaft, in die nächste Generation.
Feldrobotik

Feldrobotik

Station Tierindividuelle Sensorsysteme

Station Tierindividuelle Sensorsysteme

Station Feldrobotik

Station Feldrobotik

Station Sensorgestützte Ertragsermittlung

Station Sensorgestützte Ertragsermittlung

BaySG immer präsent

BaySG immer präsent

Wasser - der vernachlässigte Rohstoff in der Rinderfütterung

Am Donnerstag, 24.03.22 brannte bis tief in die Nacht das Licht im Büro von Koordinator für Rinderhaltung Wolfgang Müller. Dieser war als Referent zu Gast bei einem Online-Seminar des AELF Abensberg-Landshut. Florian Scharf vom SG 2.3 T - Aufgaben der überregionalen Nutztierhaltung - hatte das Thema „Wasserversorgung im Rinderstall - Tränketechnik und Wasseraufbereitung“ für diese Veranstaltung ausgewählt. Im Laufe des kurzweiligen Abends referierte Jakob Lechner von der HOFRA GmbH über die so entscheidende Wasserhygiene und über mögliche Verfahren zur Tränkewasseraufbereitung. Wolfgang Müller betonte in seinen Ausführungen aus Sicht des Tierhalters und Kuhsignale-Trainers, dass die Wasserversorgung der Milchkühe in der Masse der Fälle vernachlässigt werde und stellte sehr praktisch gehaltene Aspekte und Ideen zur Gestaltung und Anordnung von Tränken den 81 online-anwesenden Praktikern/innen vor. Zahlreiche Bilder mit Situationen rund um die Tränken entführten die Zuschauer zu nächtlicher Stunde noch einmal mitten hinein ins Stallgeschehen. Am Ende waren sich alle Beteiligten einig, dass es an der Tränkewasserversorgung einiges zu überdenken und verbessern gibt.
Großes Interesse

Großes Interesse

Programm

Programm

Bürste an der Tränke

Bürste an der Tränke

Das Wasser schmeckt

Das Wasser schmeckt

Die perfekte Höhe

Die perfekte Höhe

Doppeltränke für Engstellen

Doppeltränke für Engstellen

Sofortige Akzeptanz

Sofortige Akzeptanz

Zusätzliche Tränke im Warteraum

Zusätzliche Tränke im Warteraum

Mangelnde Hygiene

Mangelnde Hygiene

Unbequemes Saufen

Unbequemes Saufen

Mehr Tierwohl für Mastbullen

Blick in den StallZoombild vorhanden

Blick in den Stall

Im Rahmen des Projektes InnoRind sollen im Gruber Mastbullenstall die Vollspaltenbuchten um Ausläufe erweitert werden, die die Fläche pro Tier merklich erhöhen, die mehr Klimareize für die Bullen bedeuten und insgesamt als wertvoller Baustein für mehr Tierwohl zu werten sind. Das Verbundvorhaben lnnoRind hat zum Ziel, ein Netzwerk zur Rinderhaltung aufzubauen, welches die Expertise der Projektbeteiligten nutzt, um innovative Ansätze für eine zukunftsfähige Rinderhaltung in Deutschland zu entwickeln. Diese Ansätze sollen zum einen das Tierwohl verbessern und zum anderen die negativen Umweltwirkungen verringern, gleichzeitig aber auch die arbeitswirtschaftliche Situation sowie die Wirtschaftlichkeit der landwirtschaftlichen Betriebe und die Wünsche der Verbraucher in die zu entwickelnden Konzepte einbeziehen. Schwerpunktthemen des geplanten Innovationsnetzwerks sind unter anderem die kuhgebundene Kälberaufzucht, alternative Mast- und Vermarktungsverfahren zur Adressierung der Absatzproblematik männlicher Milchviehkälber sowie die Transitperiode und die Bilanzierung von Umweltwirkungen im Milchviehstall. Um erste Erfahrungen mit der Haltung von Mastbullen in Ausläufen zu sammeln, besichtigten mehrere Mitglieder des Institutes für Landtechnik und Tierhaltung ILT und der Koordinator für Rinderhaltung bei BaySG Wolfgang Müller am Freitag, 18. März den Betrieb Böhm in Brunn in der Oberpfalz, der an einen bestehenden Warmstall mit Vollspaltenbuchten einen großzügigen Laufhof und eine eingestreute Liegehalle für seine ca. 100 Mastbullen angegliedert hat. Ein wunderbares Beispiel für eine mehr als gelungene Umbaulösung, die keine Wünsche offenlässt.
Eingestreute Liegehalle

Eingestreute Liegehalle

Expertenrunde

Expertenrunde

Genesungsbucht

Genesungsbucht

Geräumiger Laufhof

Geräumiger Laufhof

Moderne Fütterungstechnik

Moderne Fütterungstechnik

Wahlpflichtfach Kälberseminar

Eine stattliche TruppeZoombild vorhanden

Eine stattliche Truppe

Der guten Idee von Lehrerin Nadine Tscherntsche hatten es 32 Schüler/innen der Berufsschule Rosenheim zu verdanken, dass sie im Rahmen eines Wahlpflichtfaches zu einem Kälberseminar ins Staatsgut Grub fahren durften. Am Freitag, 11.03. war es dann soweit. Der Koordinator für Rinderhaltung bei BaySG Wolfgang Müller begrüßte die jungen Nachwuchslandwirte im neuen Seminar- und Veranstaltungsraum und stellte in einem interaktiven Vortrag grundlegende Aspekte, aber auch neue Trends und Entwicklungen, den Haltungsbereich betreffend, vor. Ein wichtiger Schwerpunkt war hierbei die paarweise Haltung von Kälbern. Nach der Mittagspause ging es zur Praxis in den vorbildlichen Gruber Kälberstall. Drei Gruppen im Wechsel waren angesagt. Wolfgang Müller erklärte intensiv das Gruber Aufzuchtkonzept und zeigte den jungen Damen und Herren die unterschiedlichsten Beschäftigungsmöglichkeiten, die in jeden Kälberstall Eingang finden sollten. Tierarzt Günter Heesen aus Markt Schwaben beleuchtete auf sehr fundierte Art und Weise die Kälberaufzucht aus tierärztlicher Sicht. Sein Rundgang begann bei den Abkalbebuchten und spannte den Bogen bis hin zur Durchfallproblematik. Herdenmanager Marius Götz gab in seiner Gruppe einen umfassenden Einblick in die Gruber Milchviehherde und verwies auf die zahlreichen digitalen Helfer im Stall. Fast ein wenig erschöpft von den vielen Eindrücken machten sich die Teilnehmer/innen am späten Nachmittag schließlich wieder auf den Weg Richtung Heimat.
Dr. Heesen vor dem Abkalbestall

Dr. Heesen vor dem Abkalbestall

Fachgespräch im Kälberstall

Fachgespräch im Kälberstall

Herr Götz im Gespräch

Herr Götz im Gespräch

Praktische Rationskontrolle für Profis

Thema des TagesZoombild vorhanden

Thema des Tages

Das vierte Profi-Seminar - Praxiswissen aktuell im Staatsgut Grub widmete sich der Vielfalt an „Möglichkeiten der praktischen Rationskontrolle im Milchviehbetrieb“. Die Veranstaltung fand ausschließlich vor Ort im Gruber Milchviehstall statt. Praxis pur! Aufgeteilt in 2 Gruppen beschäftigten sich die 15 Damen und Herren sehr intensiv mit den einzelnen Aspekten und brachten in einer lebhaften Diskussion ihre Erfahrungen ein. Mit den verschiedenen Möglichkeiten der Rationskontrolle im Milchviehbetrieb werden die Versorgungslage und das Befinden der Tiere überwacht. Die 4 wichtigsten Kriterien dabei sind die Milchinhaltsstoffe, das Wiederkauverhalten, die Körperkondition und die Kotkonsistenz. Darüber hinaus gibt es zahlreiche weitere entscheidende Parameter wie z.B. die TM-Bestimmung der Ration, den Beuteltest der Ration, die Schüttelbox, das Kraftfuttersieb, die Eimer-Wasser-Methode zur Bestimmung der Häckselqualität, die Beurteilung der Kornzerkleinerung in Maissilage, das Auswaschen von Kot, die Inaugenscheinnahme des Futterrests, die Pansenfüllung, die Bauchfüllung, den digitalen Ketosetest und die Erfassung der Pansenbewegungen. Florian Scharf vom AELF Abensberg-Landshut und Wolfgang Müller von den Bayerischen Staatsgütern moderierten das Tagesseminar mit viel Elan und Begeisterung. Wolfgang Müller überraschte die Teilnehmer/innen mit einer neu entwickelten Kotpresse, mit der ein Mistkuchen hergestellt werden kann, an dem abgelesen werden kann, wie die Kuh das Futter verdaut hat. Praxiswissen aktuell!
Programm Florian Scharf

Programm Florian Scharf

Programm Wolfgang Müller

Programm Wolfgang Müller

Beurteilung der Körperkondition

Beurteilung der Körperkondition

Ertasten von Fett- und Gewebeauflagen

Ertasten von Fett- und Gewebeauflagen

Kotpresse

Kotpresse

Februar

Weiterbildung ist bei Praktikern gefragt

Thema des TagesZoombild vorhanden

Thema des Tages

In Kooperation mit dem Kreisverband Landsberg am Lech des VLF (= Verband für landwirtschaftliche Fachbildung in Bayern e.V.) lud das Versuchs- und Bildungszentrum für Rinderfütterung Achselschwang am Mittwoch, 23.02.22 zu einem Tagesseminar mit dem Thema „Zukunftsorientierte Kälberaufzucht“ ein. Am Vormittag beleuchtete der Koordinator für Rinderhaltung bei BaySG Wolfgang Müller in einem sehr praxisbetonten Vortrag mit vielen interessanten Bildern zahlreiche kleine, aber äußerst entscheidende Stellschrauben und Aspekte, die zu einer Reduzierung der Kälberverluste führen und damit zu einer optimierten Aufzucht beitragen. Ein wichtiges Anliegen war ihm auch eine besser werdende Akzeptanz der Rinderhaltung durch die Verbraucher. Nach einer ausgiebigen Mittagspause in der Achselschwanger Kantine, die alle Teilnehmer/innen zu einem lebhaften Erfahrungsaustausch nutzten, ging es zum Milchviehbetrieb Peter Kaindl ins benachbarte Schöffelding. Am 4. August 2021 wurde der neue Kälberstall der Familie Kaindl mit dem 2. Platz beim „Bayerischen Tierwohlpreis für landwirtschaftliche Nutztierhalter“ für sein Engagement belohnt. Hier dürfen sich die Tiere - eingeteilt in verschiedene Gruppen – altersgerecht entwickeln. Für die ganz Kleinen gibt es einen Auslauf direkt am Stall, der nach Lust und Laune genutzt werden kann, die größeren Tiere haben freien Zugang zur rund drei Hektar großen Weide hinter dem Gebäude. Mittlerweile war zur Gruppe Tierarzt Dr. Günter Heesen aus Markt Schwaben dazugestoßen. Bei einem Stallrundgang vermittelte er den anwesenden Damen und Herren viel Wissenswertes von der Kalbung bis hin zur Aufzucht. Praktische Tipps aus tierärztlicher Sicht durften dabei nicht fehlen. Mit einer regen Abschlussdiskussion bei den Kälberiglus endete schließlich um 16.00 Uhr ein informativer Tag, der den Teilnehmern/innen viel Gelegenheit gab, Fragen zu stellen und sich sowohl mit den Experten als auch mit den Berufskollegen/innen intensiv auszutauschen.
Dr. Heesen in Aktion

Dr. Heesen in Aktion

Im Dialog mit den Praktikern

Im Dialog mit den Praktikern

Im Kälberstall von Familie Kaindl

Im Kälberstall von Familie Kaindl

Vorbildliche Kälberhaltung

Vorbildliche Kälberhaltung

Wolfgang Müller in Aktion

Wolfgang Müller in Aktion

Zu zweit geht vieles besser - paarweise Aufzucht von Kälbern

PärchenkälberZoombild vorhanden

Pärchenkälber

Rinder sind ausgeprägte Herdentiere und fühlen sich nur im Herdenverband und in Gemeinschaft so richtig wohl. In der modernen Milchviehhaltung versucht man aber gerade zur Gesunderhaltung und Infektionsabwehr in den ersten Lebenswochen, die Kälber durch Abschottung in Einzelhaltung zu „isolieren”. „Einzelhaft“ ist angesagt!
Was in der Praxis in der Masse der Fälle gut funktioniert, wird vom Gesetzgeber aber aus Tierwohlgründen „torpediert”! Kälber müssen laut Haltungsverordnung als „Herdentiere” ab Geburt Sicht- und Berührungskontakt zu ihren Artgenossen haben können. Es ist bewiesen, dass Trennung und isolierte Einzelhaltung für Kälber erheblichen Stress bedeutet.
Eine Idee, die einen Ausweg aus diesem unschönen Dilemma bietet und allen Aspekten gerecht wird, setzt sich mehr und mehr durch: Die paarweise Haltung und Aufzucht von Milchviehkälbern!
An der Universität in British Columbia in Vancouver fanden Wissenschaftler vor rund zehn Jahren heraus, dass Kälber ein zweites weiteres Kalb als vollwertigen Herdenersatz anerkennen. Ein frühes „Gruppieren” in Zweiergruppen entspricht in der Entwicklung der Kälber in vollem Umfang dem Belassen bei den Kühen.
Vorteile:

Die „Pärchenkälber“ wachsen im Vergleich zu Kälbern in der Einzelhaltung nicht nur deutlich besser, weil sie sich gegenseitig zur Futteraufnahme anspornen, sondern sie sind auch gegenüber neuen und unbekannten Futtermitteln wesentlich offener und aufgeschlossener.
Das Anlernen und Gewöhnen an neue, unbekannte Futtermittel gerade nach dem Absetzen bringt generell ein erhöhtes Azidoserisiko für die Kälber mit sich. Die paarweise aufgezogenen Kälber brauchten in Versuchen nach dem Absetzen rund 9 Stunden, um Festfutter aufzunehmen. Die vorher in Einzelhaltung aufgezogenen Kälber brauchten dagegen aber 5 x länger, nämlich 48 Stunden! Auch der Absetzstress fällt bei paarweise aufgezogenen Kälbern deutlich geringer aus. Setzt man diese ab, „beschweren” sie sich deutlich weniger und lautstark, als man das von Einzelkälbern her kennt.
Die Kälber werden insgesamt positiv geprägt, entwickeln ein geringeres Stresslevel, sind neugieriger und dem „Stallpersonal” gegenüber weniger ängstlich und deutlich kooperativer eingestellt. Ein Aspekt, der vor allen Dingen um die Abkalbung voll zum Tragen kommt und das Arbeiten mit den Tieren auf Jahre hinaus wesentlich angenehmer macht.
Die Pärchenkälber wachsen, man möchte es nicht glauben, auch zu intelligenteren Tieren heran. In einem Futterbelohnungsversuch mussten die Kälber erst lernen, mit der Nase einen roten, aufblinkenden Computerbildschirm zu berühren, damit dann ein Sauganrecht freigegeben wurde. Die Pärchenkälber lernten dieses Verhalten in 13 Sitzungen tendenziell schneller. Vertauschte man nun die Bedingungen zur Belohnung, in dem ein aufblitzender weißer Bildschirm statt der roten Farbe das Ziel war, so schafften 80% der Pärchenkälber mit dieser umgekehrten Situation umzugehen. Die Einzelkälber scheiterten dagegen fast alle bei dieser Transferleistung mit umgekehrten Vorzeichen. Das heißt für das praktische Management und den Umgang mit den Tieren, dass Treibwege, Ausläufe, Buchten- oder Gruppenwechsel, neue Stallgefährten oder auch Personalwechsel schneller und leichter akzeptiert werden. Daraus ergibt sich weniger Stress und ein geringeres Erkrankungs- und Abgangsrisiko und geringere Zellzahlen.
In einem weiteren Versuch zeigte es sich, dass das Erkrankungsrisiko bei der Pärchenhaltung gegenüber der Einzelhaltung bis zum Absetzen ebenfalls deutlich geringer ausfällt. Die „Gruppenkälber” haben rund 2/3 weniger Durchfall und 50 % weniger Lungenentzündungen. Die beiden jeweils etwa gleichaltrigen Kälber bilden eine sogenannte „Infektionseinheit”, die über die immunologische Lücke hinaus ein deutlich reduziertes Infektionsrisiko aufweist. Es muss nämlich keine Umstellung oder Umstallung erfolgen, die beiden Tiere bleiben bis zum Absetzen zusammen und es kommt zu keinem „Risiko”-Kontakt mit anderen Tieren.

Nachteile:

Als einziger, ernst zu nehmender, möglicher negativer Aspekt, muss die Gefahr des gegenseitigen Besaugens genannt werden. Dies geschieht, wenn die Tiere über die Tränke nicht oder nicht schnell genug satt werden. Es sollte deshalb bei der paarweisen Aufzucht eine intensive bzw. eine ad-libitum-Tränke zum Einsatz kommen.

Pärchenhaltung ist sowohl in der Außenhaltung in Iglus möglich als auch in der Innenhaltung mit Boxen, deren Zwischenwände herausgezogen werden können und so bequem und schnell eine Gruppenbildung ermöglichen.
Seit Februar 2022 werden im Staatsgut Grub auch Kälber paarweise in Duo Kälberboxen gehalten, um Erfahrungen für die bayerische Praxis zu sammeln.

Mit Trennwand

Mit Trennwand

Die Trennwand ist weg

Die Trennwand ist weg

Nach der Kalbung

Nach der Kalbung

Duo Kälberbox

Duo Kälberbox

Die Obsalim-Methode = Fütterungsbeobachtungen

Herrliche Lage am BodenseeZoombild vorhanden

Herrliche Lage am Bodensee

Die Obsalim-Methode wurde in Frankreich von dem Tierarzt Bruno Giboudeau entwickelt und setzt sich aus den Worten observation und alimentaire zusammen - übersetzt heißt das Beobachtung und Fütterung. Durch diese Methode können teure Futteranalysen reduziert und das Warten auf den MLP-Bericht zur Analyse der Energie- und Eiweißversorgung verkürzt werden. Bei der Obsalim Methode® werden verschiedene Körperpartien der Kuh beobachtet, wobei unterschiedliche Stellen am Körper Rückschlüsse auf unterschiedliche Defizite in der Fütterung liefern. Beispielsweise sterben bei einem sehr niedrigen pH-Wert im Pansen (Pansenazidose) Mikroben durch das saure Milieu im Pansen ab. Die toten Mikroben erzeugen ein Gift, welches über das Blut an die Schleimhäute abgegeben wird, was man wiederum am äußeren Erscheinungsbild der Kuh ablesen kann. Auf diese Art und Weise können diverse Fütterungsdefizite, durch zum Beispiel Futterwechsel etc., schnell erkannt und angepasst werden. Am Donnerstag, 17. Februar nutzten der Koordinator für Rinderhaltung bei BaySG Wolfgang Müller und Florian Scharf vom Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Abensberg-Landshut die Chance, an einer Obsalim-Fortbildung im schweizerischen Kompetenzzentrum für Landwirtschaft für den Kanton Thurgau in Arenenberg teilzunehmen, um den Blick vom Bildschirm zu heben und die Kühe wieder ganz neu kennenzulernen und ins Visier zu nehmen. Im kommenden Winterhalbjahr wird es im Rahmen der beliebten Gruber Profi Seminare - Praxiswissen aktuell auch eine Tagesveranstaltung für die bayerischen Landwirte zu dieser hochinteressanten Thematik geben.
Beim Beobachten

Beim Beobachten

Haarkamm

Haarkamm

Nickhautvorfall

Nickhautvorfall

Schleckstelle

Schleckstelle

verschmutzte Nase

verschmutzte Nase

Theorie im Lehrsaal

Theorie im Lehrsaal

Perfekte Kotanalyse

Im Rahmen der Rationskontrolle ist es unerlässlich, regelmäßig eine Kotanalyse durchzuführen. Bei jeder Änderung in der Ration macht dies ca. 14 Tage nach der Futterumstellung Sinn. In 14 Tagen hat sich der Pansen auf das neue Futter eingestellt und es kann eine sichere Aussage getroffen werden.

Ablauf Kotanalyse:

  • Eine Kotsammelprobe von verschiedenen Kothaufen aus der ganzen Herde in eine Kotpresse füllen.
  • Dann den Kot in ein Küchensieb geben und so lange auswaschen, bis nur noch klares Wasser herausfließt.
  • Den Kot zurück in die Presse geben und auspressen.
  • Zurück bleiben die Feststoffe.

Anhand dieses sogenannten Kotkuchens kann abgelesen werden, wie die Kuh das Futter verdaut hat.

Folgende Merkmale sind dabei zu beachten:

  • Lange Fasern bzw. ein hoher Kotkuchen zeigen auf, dass die Zellulose mangelhaft verdaut wurde und die Fütterung unausgewogen ist.
  • Unverdaute oder nur teilverdaute Körner sind das Ergebnis einer zu schnellen Passagerate.
  • Sehr wenig Feststoffe resultieren aus einem zu hohem Wasseranteil im Futter. Dies bewirkt eine schnelle Passagerate.

Bei der vorgestellten Kotanalyse nach dem Vorbild von Obsalim wird das Volumen mitbeurteilt. Weil die Frischmenge Kot in der Kotpresse abgemessen wird und danach eine bestimmte Menge Kotkuchen übrigbleibt, ist ein Rückschluss auf die Passagerate anhand der Fasermenge im Kot möglich. Wenn es nur darum geht, den Kot auf seinen Inhalt zu analysieren, kann die herkömmliche Kotauswaschung mit dem Küchensieb Anwendung finden, ohne das Vorher- und Nachher-Volumen exakt zu bestimmen. Möchte man einen Überblick über die Verdauung der ganzen Herde, ist es notwendig, bei der Kotanalyse den Kot von mehreren Kühen zu sammeln. Möchte man lediglich ein Tier überprüfen, wird nur Kot von dieser Kuh genommen.

Kotpresse

Kotpresse

Nach der Pressung

Nach der Pressung

Besuch aus Niederbayern

Besuch aus NiederbayernZoombild vorhanden

Besuch aus Niederbayern

Coronabedingt war es einigen Studierenden der Staatl. Höheren Landbauschule Rotthalmünster nicht möglich, den Standort Grub näher kennenzulernen. Deshalb ergriff Lehrerin Lena Baumgartner die Initiative und organisierte am Dienstag, 15. Februar eine Exkursion nach Grub. Der Tag begann mit einer Besichtigung der Baulehrschau an der LfL. Auf über 3.000 m² Ausstellungsfläche können sich Landwirte, Berater, Auszubildende und die interessierte Öffentlichkeit über den aktuellen Stand der Technik und der Baugestaltung in der landwirtschaftlichen Nutztierhaltung informieren. Den Schwerpunkt stellen dabei die Exponate für die Haltung von Rindern und Schweinen dar. Im Anschluss begrüßte der Koordinator für Rinderhaltung bei BaySG Wolfgang Müller die 25 jungen Damen und Herren zu einer Führung durch die Rinderstallungen im Staatsgut Grub. In zwei Stunden, die wie im Flug vergingen, wurde dabei viel Interessantes und Wissenswertes zu den im Staatsgut durchgeführten Versuchen und zur zukunftsorientierten Rinderhaltung allgemein miteinander erörtert und diskutiert. Ein Blick in die Praxis kann doch nie schaden!

Azubis auf Erfolgskurs

Alle sind ganz OhrZoombild vorhanden

Alle sind ganz Ohr

Im Staatsgut Grub wird auch der Ausbildung der eigenen Lehrlinge großes Augenmerk geschenkt. Gerade in den Wintermonaten dürfen sich die Azubis über betriebsinterne Schulungen freuen. Ein Besuch im Schlachthaus ist da genauso angesagt, wie eine Einführung in das Energiekonzept des Betriebes. Weitere wissenswerte Themen wie die Kuhsignale und ein Aktionstag zur Rindermast vervollständigen das Angebot der engagierten Ausbilder. Kürzlich erhielten die jungen Damen und Herren vom erfahrenen Herdenmanager Marius Götz ein umfassendes und fundiertes Rüstzeug zur Rinderhaltung mit auf ihren weiteren Berufsweg. Die lineare Beschreibung von 2 Jungkühen vor Ort im Stall durfte dabei nicht fehlen. Und alle waren ganz Ohr, denn die nächste (Zwischen-) Prüfung kommt bestimmt!
Lineare Beschreibung einer Jungkuh

Lineare Beschreibung einer Jungkuh

Lineare Beschreibung

Lineare Beschreibung

Allgäuer Genetik in Grub

Braunvieh im TretmiststallZoombild vorhanden

Braunvieh im Tretmiststall

Am Mittwoch, 09. Februar bezogen 72 Fresser ihr neues Zuhause im Tretmistbereich des Gruber Bullenstalles. Die Genetik ist allerdings für Oberbayern etwas ungewöhnlich, zumal es sich bei den zugekauften Tieren je zur Hälfte um Fresser aus der Rasse Braunvieh und Kreuzungen aus den Rassen Braunvieh und Weißblaue Belgier handelt. Da gerade über solche Kreuzungstiere wenig Informationen vorliegen, wird der geplante Fütterungsversuch mit der Frage der Rasse (Braunvieh vs. Braunvieh x Weißblaue Belgier) kombiniert.
Fresser Braunvieh

Fresser Braunvieh

Kreuzung

Kreuzung

Kreuzungstiere

Kreuzungstiere

Bitte richtig lüften!

Arbeit in luftiger HöheZoombild vorhanden

Arbeit in luftiger Höhe

Anfang Februar 2022 erfolgten die abschließenden Arbeiten im Rahmen der digitalisierten Lüftungssteuerung am Gruber Kälberstall. Das bewegliche Lichtband, bestehend aus Acrylglas-Doppelstegplatten auf der Nordseite, wurde mit den Curtains auf der Südseite zusammengeschlossen. Die Steuerung erfolgt über Sensoren, die u.a. die Temperatur, die Luftfeuchtigkeit, die Windgeschwindigkeit und -richtung erfassen. Aus arbeitswirtschaftlichen Gründen kann das bisherige Lüftungssystem nicht permanent den Ansprüchen der Tiere angepasst werden. Viele Betriebe kämpfen sich nach wie vor mit Lungenproblemen bei Mast- und Aufzuchtkälbern herum. Wie ist das zu erklären? Die Lunge von Kälbern ist sehr empfindlich. Das liegt zum einem daran, dass die Lunge zum Zeitpunkt der Geburt noch nicht vollständig entwickelt und ausgereift ist. Die Entwicklung der Lunge dauert durchaus bis zu einem Jahr. Hinzukommt, dass Rinder eine sehr kleine Lunge im Verhältnis zum Köpergewicht haben - diese entspricht nur ca. 0,7 Prozent des Körpergewichts. Schlechte Stallluft und daraus resultierende Atemwegserkrankungen führen zu einer dauerhaften Schädigung einzelner Segmente der Kälberlunge. Leistungsminderungen sind die Folge einer dauerhaft geschädigten Lunge. Ein optimiertes Stallklima leistet damit einen nicht zu unterschätzenden Beitrag zur Kälbergesundheit und somit zu einem reduzierten Antibiotika-Verbrauch.
Montage der Windstation

Montage der Windstation

Nordseite Kälberstall

Nordseite Kälberstall

Südseite Kälberstall

Südseite Kälberstall

Lauschangriff auf den Pansen

Messen der PansenbewegungenZoombild vorhanden

Messen der Pansenbewegungen

Ein optimal funktionierender Pansen zieht sich in 2 Minuten ca. 2-3 Mal zusammen. Mit einem Stethoskop lässt sich dies an der linken Flanke der Kuh im Bereich der Hungergrube abhören. Typisch sind schabende, knisternde Geräusche, die wellenförmig entstehen und schließlich wieder abflachen. Zu vergleichen sind die Geräusche mit einem Zug, der zuerst näherkommt und sich dann wieder entfernt. Der geübte Landwirt kann diese Wellen auch mit der Hand in der Hungergrube erfühlen/ertasten. Die Anzahl Wellen zum einen und auch die Geräusche selbst sind wichtige Kuhsignale, die eindeutige Hinweise auf ein Funktionieren des Pansens geben bzw. mithelfen, Pansenstörungen zu erkennen. Gerade bei Pansenübersäuerungen arbeitet der größte der drei Vormägen unzureichend oder nahezu gar nicht mehr. Die Arbeit der Pansenmuskulatur lässt zu wünschen übrig! Der Panseninhalt wird suppig, die bekannte Schichtung ist nicht mehr gegeben und die so typischen Geräusche sind stark verändert oder fast nicht mehr erkennbar. Es plätschert! Fazit: Zur Kontrolle wiederkäuergerechter Rationen macht es im Rahmen der vielfältigen Möglichkeiten zur Rationskontrolle durchaus Sinn, neben dem Wiederkauverhalten auch die Pansenbewegungen mit einem Stethoskop abzuhören.