Versuchsstation Frankendorf
Versuche zur Sommergetreideaussaat gestartet

ein Traktor fährt auf einer großen Erdfläche

Auf den Flächen der Versuchsstation Frankendorf startete letzte Woche die Aussaat der Versuche zu Sommergetreide. Mitarbeitende der Station legten Versuche mit Braugerste, Sommerweizen, Sommertritikale sowie Hafer an. Insgesamt werden rund 1.250 Parzellen angelegt, verteilt auf 12 Einzelversuche.

Im Braugerstenversuch prüfen die Fachleute verschiedene Sorten und Anbauvarianten, mit dem Ziel, Ertrag, Qualität und weitere agronomische Merkmale wie Standfestigkeit oder Krankheitsresistenz zu erfassen. Zudem werden unterschiedliche Strategien zur gezielten Krankheitsbekämpfung verglichen. Aus den Versuchen lassen sich Empfehlungen zur umweltgerechten und wirtschaftlichen Produktion für Landwirte ableiten, zudem werden Proben entnommen und in anschließenden Versuchen auf ihre Eignung für den Mälzungsprozess untersucht.

Die Versuche zu Hafer, Sommerweizen und Sommetritikale dienen neben der Erfassung der Ertragsleistung auch dazu, neue Sorten im Rahmen der Sortenzulassung auf Herz und Nieren zu prüfen. Die flächenhafte Bedeutung dieser Kulturen ist für die bayerische Landwirtschaft zwar gering, aber auch für diese Nischenkulturen besteht Bedarf: in Auswinterungsjahren steigt der Bedarf an Sommerweizensaatgut sprunghaft an, und Hafer spielt in der menschlichen Ernährung eine zunehmende Rolle.

ein Anhänger steht auf einem Erdweg welcher offen ist. Man sieht Holzkisten mit Saatgut

Der Klimawandel stellt den Pflanzenbau vor neue Herausforderungen. So stellt sich die Frage, ob Sommergetreide, das nur eine geringe Winterhärte aufweist, bereits im Herbst gesät werden kann. Der Vorteil ist, dass die Winterfeuchtigkeit besser genutzt wird und die Pflanzen Phasen frühsommerlicher Trockenheit besser überstehen. Auch dies wird auf der Station geprüft und gerade nach dem Winter 2025/26 mit ausgeprägten Kältephasen wird es spannend, die Auswirkungen der Herbst- bzw. Frühjahrssaaten zu vergleichen.

Die Versuchsstation Frankendorf begleitet die Bestände nun über die gesamte Vegetationszeit. Umfangreiche Bonituren stehen im Verlauf der kommenden Wochen an sowie zahlreiche Pflege- und Düngungsmaßnahmen. Die exakte Erfassung von Ertrag, Qualität, Resistenzeigenschaften und weiterer agronomischer Merkmale stellt die Basis für eine regionale, unabhängige und neutrale Beratung der Landwirte und der aufnehmenden Hand dar. Die Station Frankendorf leistet hier einen unverzichtbaren Beitrag.