
Ein zentraler Arbeitsschwerpunkt in der Milchviehhaltung ist die Fütterung der Tiere. Rund 15 % der gesamten Arbeitszeit entfallen auf diesen Bereich. Bei einem Gesamtaufwand von etwa 50 Arbeitskraftstunden (Akh) pro Kuh und Jahr entspricht dies einem Zeitbedarf von ca. 7,5 Stunden je Tier und Jahr.
Auch wirtschaftlich spielt die Fütterung eine entscheidende Rolle: Etwa die Hälfte des Deckungsbeitrags wird hierfür aufgewendet. Entsprechend groß ist das Optimierungspotenzial. Besonders im Fokus stehen dabei ein gezieltes Controlling der Fütterung sowie eine effiziente Gestaltung der Futtervorlage und -technik.
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Anzeige der Mischzeit am Mischwagen
Dank der Koppelung der Waage mit dem CAN-Bus (elektronische Steuerung in Fahrzeugen) des Mischwagens kann der Mischer nach Ablauf der Zeit automatisch ausgeschaltet werden. Der Fahrer kann in der Zwischenzeit die Tröge reinigen oder das Silo aufdecken, ohne sich ständig in der Nähe des Mischwagens zu befinden und die Waage zu beobachten. Durch die o.g. Kopplung kann eine gleichbleibend optimale Mischgenauigkeit erzielt werden. Durch ein Hupsignal wird der Fahrer auf das Ablaufen der Uhr hingewiesen.
Ziel dieser Rationsherstellung ist, die Futterselektion zu reduzieren, die Futteraufnahme zu erhöhen und in Folge die Leistung der Leistungsgruppen tierbedarfsgerecht zu steigern.
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Programmierung der Auslademengen an den Abkalbebuchten
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Fehler bei der Eindosierung werden sofort erkannt und können beseitigt werden.
Werden die Silagekomponenten mit der Bezeichnung des jeweiligen Schnittes bzw. des Jahres bezeichnet, kann auf den Frischmasseertrag des Grundfutters geschlossen werden. Nach Zuschlag von Gär- und Berge-, Gär- und Lagerverlusten gelingt in der Praxis eine sehr genaue Schätzung des Futterertrages bei Mais und Grünland.
Da die Daten meist auch als Excel-Tabelle exportiert werden können, stehen dem Landwirt fast unbegrenzte Möglichkeiten zur Weiterverarbeitung zur Verfügung.
Für das Futtercontrolling bietet das Institut für Agrarökonomie der Landesanstalt für Landwirtschaft ein Excel-Tool an. In dieses sind einmal monatlich die Milchmengen, der Milchpreis, sowie die vorgelegten Futtermengen und die Futterreste einzugeben. Diese Werte werden mit den eingegebenen Futterkosten verrechnet.
Hieraus ergeben sich verschiedene Einzelwerte wie der Kraftfutteranteil an der Gesamtfutteraufnahme oder die Futtereffizienz der Gesamtration in kg TM je kg Milch. Diese Werte wiederum werden übersichtlich mit vorher gesetzten Zielwerten, sogenannten Benchmarks, verglichen, die schrittweise zu einer kostenoptimalen Fütterung führen.
Oben wurde der Arbeitszeitbedarf für das Füttern bereits erwähnt. Dieser kann durch die Automatisierung von Abläufen beim Füttern verringert werden. In Achselschwang steuert der Mischwagen die Schnecken der Kraftfuttersilos an. Steht der Futtermischer an den Schnecken muss der Fahrer nur das Eindosieren bestätigen. Der Mischwagen schaltet die Schnecke ein und beim Erreichen des voreingestellten Gewichtes wieder aus. Es wird eine Dosiergenaugkeit von +- 2 kg erzielt. Die jeweiligen Komponenten werden den Silos zugeordnet. Ein spezifisches Nachstromgewicht wird eingegeben. Der Mischwagen beherrscht die Steuerung von Schnecken mit Grob- und Feindosierung. Ist ein Silo leer, kann ein Ersatzsilo bestimmt werden, auf welches im Bedarfsfall automatisch umgeschaltet wird.
Der Fahrer wird entlastet, da er während der Kraftfutterdosierung bereits Mineralfutter und Viehsalz zugeben kann und die Dosierung umso genauer wird.
Nicht die höchste Milchleistung ist der Schlüssel zu einem guten Betriebsergebnis, sondern der höchste Gewinnanteil. Nur der Landwirt, der die Zahlen seiner Produktion kennt, kann an den richtigen Stellen optimieren. Kenntnis über seine Zahlen erlangt man jedoch nur, wenn der Einsatz von Produktionsmitteln kontinuierlich erfasst wird. Dies alles ist eine Umschreibung für den alten Lehrsatz „wer schreibt, der bleibt“. Das „schreiben“ können heute überwiegend Maschinen übernehmen. Die Aufzeichnungsmöglichkeiten dieser sind in der Regel vielfältiger und exakter, als die des Menschen.
Jedoch ist der alte Lehrsatz nur der halbe Weg. Zusätzlich müsste es auch heißen: „Wer das geschriebene liest und seine Schlüsse daraus zieht bleibt nicht nur, sondern kommt voran“.
Die überall „gehypte und gefeierte“ Digitalisierung ist ein Werkzeug, dessen man sich bedienen kann. Jeder der die Möglichkeit hat, sollte möglichst viele Daten erheben und sich anschließend Fragen zu den Daten und seinem Betrieb stellen. Jeder der die Möglichkeit bisher nicht hat, sollte sie sich schaffen. Denn nur so ist ein ressourcenschonender, sowie tier- und umweltgerechter Einsatz von Betriebsmitteln in der Landwirtschaft der Gegenwart und Zukunft möglich.