Rinderhaltung

Am Staatsgut Grub werden aktuell 55 Kälber, 75 Jungrinder, 130 Milchkühe und 140 Mastbullen der Rassen Fleckvieh und Braunvieh gehalten.

Aktuelle Beiträge aus 2022

Mai

Tierwohl durch Scheuereinrichtungen in der Bullenmast

Das Tierwohl wird in der Rinderhaltung großgeschrieben. Drei Aspekte sind dabei für das Tierwohl entscheidend:
die "Gesundheit" und das "Wohlbefinden" der Tiere, sowie die Möglichkeit ihren "natürlichen Verhaltensweisen" nachzugehen.

Die Fellpflege ist eine natürliche Verhaltensweise. Sie dient dem Wohlbefinden und besitzt darüber hinaus eine soziale Bedeutung. Rinder benutzen zur Körperpflege überwiegend Zunge, Hörner und Klauen und unter extensiven Haltungsbedingungen auf der Weide scheuern sie sich an Bäumen, Sträuchern und Pfosten. Im Stall ersetzen Bürsten diese natürlichen Scheuermöglichkeiten und sind ein aktiver Beitrag zur Fellpflege. Gerade aber in der Rindermast sind die fragilen Bürsten aus der Milchviehhaltung ungeeignet. Solche Bürsten werden demoliert und oftmals in alle Einzelteile zerlegt. Deshalb hat sich das Staatsgut Grub für Kratzmatten mit Gumminoppen entschieden, die an den Gittern, die als Raumteiler dienen, in „gerader“ Art befestigt sind. Eine „runde“ Anbringung in gebogener Form ist ebenfalls möglich. Der Hersteller garantiert eine gute Haltbarkeit, die der hohen Belastung im Bullenstall gewachsen ist. Somit stellen die Kratzmatten eine kostengünstige und sehr praktische Scheuereinrichtung für die Bullenmast dar. Laut Herstellerempfehlung ist für 5-6 Bullen eine Matte zu installieren. In Grub konnte beobachtet werden, dass für 10-12 Bullen eine Matte völlig ausreichend ist. Die Haltbarkeit der Noppen beträgt laut Herstellerangabe 1-2 Jahre und die der Matte 3-8 Jahre. Bei der InitiativeTierwohl Rind
steht das Kriterium „Scheuermöglichkeiten“ ebenfalls im Fokus.

Fazit:

  • Die Matte wird sehr gut angenommen.
  • Die Bullen scheuern sich hauptsächlich am Kopf, dann folgen Nacken und Flanke.
  • Mit höherem Platzangebot um die Matte steigen die Kratzzeiten je Tier.
  • 1 Matte ist auch für 12 Tiere ausreichend.
Das tut gut

Das tut gut

Was für ein Gefühl

Was für ein Gefühl

Scheuern am Hals

Scheuern am Hals

Sehr gute Akteptanz

Sehr gute Akteptanz

Welch ein Genuss

Welch ein Genuss

Wie erkenne ich einen instabilen Pansen?

feuchter Fleck auf Höhe SchulterZoombild vorhanden

feuchter Fleck auf Höhe Schulter

Für eine optimale Futteraufnahme beim Milchvieh rückt der Pansen als der wichtigste Abschnitt der ruminalen Verdauung in das Zentrum des Geschehens. Eine empfindliche und labile Symbiose aus Bakterien, Pilzen und Protozoen zersetzt hierbei die Futterbestandteile und versorgt auf diesem Weg den Wiederkäuer mit Nährstoffen. Das funktionierende System setzt eine kontinuierliche Futteraufnahme und ein optimales Zusammenspiel zwischen Fress- und Wiederkauaktivität voraus. Störungen im System führen zu einer Reduktion der Pansenstabilität und Nährstoffversorgung. Eine verminderte Leistungsfähigkeit der Tiere und ein Anstieg der Erkrankungswahrscheinlichkeit ist die unausweichliche Folge. Die Probleme beginnen häufig mit einer reduzierten Futteraufnahme und Wiederkauaktivität. Auslöser können diverse Erkrankungen sein, aber auch die Abkalbung führt regelmäßig zu einer verminderten Futteraufnahme. Auch Änderungen in der Rationszusammensetzung können ein nicht unwesentlicher Einflussfaktor sein. Um diesen Negativkreislauf zu durchbrechen, müssen alle Hebel betätigt werden, die Pansenmikroben in ihrer Arbeit zu unterstützen und dadurch die Pansenbedingungen zu stabilisieren.

Die Pansenstabilität ist ein limitierender Faktor!

Instabilität ist auf folgende Faktoren zurückzuführen:

  • wechselnde Rationen morgens/abends
  • Reihenfolge der Futtermittel (säurebildend vor Struktur)
  • Unregelmäßigkeit der Futteraufnahme von einer Fütterung auf die andere durch Störungen der Futteraufnahme oder durch Selektieren
  • Fehler im Fütterungsmanagement: Unregelmäßigkeiten bei der Verteilung oder beim Nachschieben oder zu rasche oder ständige Rationsumstellungen v.a. bei ad libitum Fütterung und TMR

Aber wie erkennt man überhaupt einen instabilen Pansen?

Hierbei sind zwei markante Kuhsignale zu erwähnen.

  • Schleckstellen im Bereich der Schulter sind ein Zeichen für Schwankungen des pH-Wertes im Pansen. Das Tier leckt sich und die Haare sind deswegen gestellt. Aus der chinesischen Medizin sind an dieser Stelle Akupunkturpunkte bekannt, die die Pansenaktivität stimulieren.
  • Kot von unterschiedlicher Konsistenz über den Tag hinweg oder von einem Tag zum anderen, abwechselnd fest, weich oder flüssig oder unterschiedlich in der Herde.
gestellte Haare

gestellte Haare

dünnflüssiger Kot

dünnflüssiger Kot

fester Kot

fester Kot

April

Cuddle-Box

Cuddle-BoxZoombild vorhanden

Cuddle-Box

Jedes neugeborene Kuhkalb trägt zur Zukunft des Viehbestands bei und jede Geburt ist der Anfang einer neuen Laktation. Deswegen werden dringend optimale Bedingungen rund um das Abkalben benötigt.
Die Cuddle-Box schafft diese optimalen Bedingungen für die wichtige Anfangsphase: für den Tierhalter, für die Kuh und für das Kalb. Ein praktisches, sicheres, schnelles, hygienisches und stressfreies Handling bestimmen den gesamten Abkalbeprozess.
Die Cuddle-Box, integriert in der Abkalbebucht, schafft die richtige Arbeitsumgebung für das Kalb, die Kuh und den Menschen. Die Versorgung rund um das Kalb und die Kuh kann also sicher, hygienisch und mit wenig Stress für alle Beteiligten erfolgen. Die Cuddle-Box hat zwei Bereiche; einen für die Kuh und einen für das Kalb. Im Kalbbereich liegt das neugeborene Kalb in einer blitzsauberen Umgebung. Dieser Bereich wird mit herausnehmbaren Kunststoffplatten eingegrenzt, die ein geringes Gewicht aufweisen und zudem problemlos zu reinigen sind. Im Kuhbereich hat die Kuh den wichtigen und sicheren Kontakt zum Kalb. Zugleich ist die Futteraufnahme möglich. Durch einstellbare und schwenkbare Seitengitter wird der Kuh der Zugang zur Cuddle-Box erleichtert und mittels eines Seilzugs kann die Kuh in der Box fixiert werden. Am besten ist es, wenn die Cuddle-Box seitlich an der Abkalbebucht platziert ist, so dass der Tierhalter während des Melkens den Strohbereich nicht betreten muss. Die Seitengitter sind so konstruiert, dass das Euter leicht zu erreichen ist und die Kuh sicher gemolken werden kann - von der sauberen Seite her! Die Idee der Cuddle-Box stammt von Vetvice und die technische Entwicklung ist von Ingenieuren der Firma Spinder übernommen worden. Vetvice ist ein Team von Tierärzten, die sich für eine maximale Gesundheit und ein maximales Wohlbefinden von Tier und Mensch engagieren.
Vorteile der Cuddle-Box

  • Es ist einer Person allein möglich, die Kuh in der Box für u.a. Behandlungen oder Geburtshilfe zu fixieren.
  • hygienische, trockene und zugluftfreie Liegefläche für das neugeborene Kalb. Die Kontaktvermeidung mit Mist vermindert das Risiko von Infektionen.
  • Das neugeborene Kalb wird auf etwas Grundfutter gelegt bzw. mit Mischration bestreut. Der Geruch von Fruchtwasser animiert die Kuh sofort zum Fressen.
  • Die sofortige Futteraufnahme nach dem Kalben verringert das Risiko einer negativen Energiebilanz und damit Ketose.
  • Das intensive Lecken und Fressen hat eine positive Auswirkung auf den Abgang der Nachgeburt.
  • Das Trockenlecken stimuliert das Atemzentrum des Kalbes und sorgt dafür, dass es nicht auskühlt.
  • Die Kuh ist fixiert, so dass sie sofort nach dem Kalben sicher gemolken werden kann (Arbeitssicherheit!).
  • Eine leckende Kuh lässt sich problemlos melken. Das Lecken stimuliert die Oxytocinfreisetzung und gibt damit das wichtige Kolostrum frei.
  • Durch den separaten Kalbbereich wird das Verabreichen von Kolostrum an das Kalb erleichtert.
  • Das Kalb kann den Bereich nicht verlassen, kann nicht herumstreunen und problemlos umgesetzt werden.

Wolfgang Müller, zertifizierter KuhSignale-Trainer

Cuddle-Box1

Cuddle-Box1

Cuddle-Box2

Cuddle-Box2

Cuddle-Box3

Cuddle-Box3

Februar

Zu zweit geht vieles besser - paarweise Aufzucht von Kälbern

Rinder sind ausgeprägte Herdentiere und fühlen sich nur im Herdenverband und in Gemeinschaft so richtig wohl. In der modernen Milchviehhaltung versucht man aber gerade zur Gesunderhaltung und Infektionsabwehr in den ersten Lebenswochen, die Kälber durch Abschottung in Einzelhaltung zu „isolieren”. „Einzelhaft“ ist angesagt!
Was in der Praxis in der Masse der Fälle gut funktioniert, wird vom Gesetzgeber aber aus Tierwohlgründen „torpediert”! Kälber müssen laut Haltungsverordnung als „Herdentiere” ab Geburt Sicht- und Berührungskontakt zu ihren Artgenossen haben können. Es ist bewiesen, dass Trennung und isolierte Einzelhaltung für Kälber erheblichen Stress bedeutet.
Eine Idee, die einen Ausweg aus diesem unschönen Dilemma bietet und allen Aspekten gerecht wird, setzt sich mehr und mehr durch: Die paarweise Haltung und Aufzucht von Milchviehkälbern!
An der Universität in British Columbia in Vancouver fanden Wissenschaftler vor rund zehn Jahren heraus, dass Kälber ein zweites weiteres Kalb als vollwertigen Herdenersatz anerkennen. Ein frühes „Gruppieren” in Zweiergruppen entspricht in der Entwicklung der Kälber in vollem Umfang dem Belassen bei den Kühen.
Vorteile:

Die „Pärchenkälber“ wachsen im Vergleich zu Kälbern in der Einzelhaltung nicht nur deutlich besser, weil sie sich gegenseitig zur Futteraufnahme anspornen, sondern sie sind auch gegenüber neuen und unbekannten Futtermitteln wesentlich offener und aufgeschlossener.
Das Anlernen und Gewöhnen an neue, unbekannte Futtermittel gerade nach dem Absetzen bringt generell ein erhöhtes Azidoserisiko für die Kälber mit sich. Die paarweise aufgezogenen Kälber brauchten in Versuchen nach dem Absetzen rund 9 Stunden, um Festfutter aufzunehmen. Die vorher in Einzelhaltung aufgezogenen Kälber brauchten dagegen aber 5 x länger, nämlich 48 Stunden! Auch der Absetzstress fällt bei paarweise aufgezogenen Kälbern deutlich geringer aus. Setzt man diese ab, „beschweren” sie sich deutlich weniger und lautstark, als man das von Einzelkälbern her kennt.
Die Kälber werden insgesamt positiv geprägt, entwickeln ein geringeres Stresslevel, sind neugieriger und dem „Stallpersonal” gegenüber weniger ängstlich und deutlich kooperativer eingestellt. Ein Aspekt, der vor allen Dingen um die Abkalbung voll zum Tragen kommt und das Arbeiten mit den Tieren auf Jahre hinaus wesentlich angenehmer macht.
Die Pärchenkälber wachsen, man möchte es nicht glauben, auch zu intelligenteren Tieren heran. In einem Futterbelohnungsversuch mussten die Kälber erst lernen, mit der Nase einen roten, aufblinkenden Computerbildschirm zu berühren, damit dann ein Sauganrecht freigegeben wurde. Die Pärchenkälber lernten dieses Verhalten in 13 Sitzungen tendenziell schneller. Vertauschte man nun die Bedingungen zur Belohnung, in dem ein aufblitzender weißer Bildschirm statt der roten Farbe das Ziel war, so schafften 80% der Pärchenkälber mit dieser umgekehrten Situation umzugehen. Die Einzelkälber scheiterten dagegen fast alle bei dieser Transferleistung mit umgekehrten Vorzeichen. Das heißt für das praktische Management und den Umgang mit den Tieren, dass Treibwege, Ausläufe, Buchten- oder Gruppenwechsel, neue Stallgefährten oder auch Personalwechsel schneller und leichter akzeptiert werden. Daraus ergibt sich weniger Stress und ein geringeres Erkrankungs- und Abgangsrisiko und geringere Zellzahlen.
In einem weiteren Versuch zeigte es sich, dass das Erkrankungsrisiko bei der Pärchenhaltung gegenüber der Einzelhaltung bis zum Absetzen ebenfalls deutlich geringer ausfällt. Die „Gruppenkälber” haben rund 2/3 weniger Durchfall und 50 % weniger Lungenentzündungen. Die beiden jeweils etwa gleichaltrigen Kälber bilden eine sogenannte „Infektionseinheit”, die über die immunologische Lücke hinaus ein deutlich reduziertes Infektionsrisiko aufweist. Es muss nämlich keine Umstellung oder Umstallung erfolgen, die beiden Tiere bleiben bis zum Absetzen zusammen und es kommt zu keinem „Risiko”-Kontakt mit anderen Tieren.

Nachteile:

Als einziger, ernst zu nehmender, möglicher negativer Aspekt, muss die Gefahr des gegenseitigen Besaugens genannt werden. Dies geschieht, wenn die Tiere über die Tränke nicht oder nicht schnell genug satt werden. Es sollte deshalb bei der paarweisen Aufzucht eine intensive bzw. eine ad-libitum-Tränke zum Einsatz kommen.

Pärchenhaltung ist sowohl in der Außenhaltung in Iglus möglich als auch in der Innenhaltung mit Boxen, deren Zwischenwände herausgezogen werden können und so bequem und schnell eine Gruppenbildung ermöglichen.
Seit Februar 2022 werden im Staatsgut Grub auch Kälber paarweise in Duo Kälberboxen gehalten, um Erfahrungen für die bayerische Praxis zu sammeln.

Mit Trennwand

Mit Trennwand

Die Trennwand ist weg

Die Trennwand ist weg

Nach der Kalbung

Nach der Kalbung

Duo Kälberbox

Duo Kälberbox

Die Obsalim-Methode = Fütterungsbeobachtungen

Herrliche Lage am BodenseeZoombild vorhanden

Herrliche Lage am Bodensee

Die Obsalim-Methode wurde in Frankreich von dem Tierarzt Bruno Giboudeau entwickelt und setzt sich aus den Worten observation und alimentaire zusammen - übersetzt heißt das Beobachtung und Fütterung. Durch diese Methode können teure Futteranalysen reduziert und das Warten auf den MLP-Bericht zur Analyse der Energie- und Eiweißversorgung verkürzt werden. Bei der Obsalim Methode® werden verschiedene Körperpartien der Kuh beobachtet, wobei unterschiedliche Stellen am Körper Rückschlüsse auf unterschiedliche Defizite in der Fütterung liefern. Beispielsweise sterben bei einem sehr niedrigen pH-Wert im Pansen (Pansenazidose) Mikroben durch das saure Milieu im Pansen ab. Die toten Mikroben erzeugen ein Gift, welches über das Blut an die Schleimhäute abgegeben wird, was man wiederum am äußeren Erscheinungsbild der Kuh ablesen kann. Auf diese Art und Weise können diverse Fütterungsdefizite, durch zum Beispiel Futterwechsel etc., schnell erkannt und angepasst werden. Am Donnerstag, 17. Februar nutzten der Koordinator für Rinderhaltung bei BaySG Wolfgang Müller und Florian Scharf vom Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Abensberg-Landshut die Chance, an einer Obsalim-Fortbildung im schweizerischen Kompetenzzentrum für Landwirtschaft für den Kanton Thurgau in Arenenberg teilzunehmen, um den Blick vom Bildschirm zu heben und die Kühe wieder ganz neu kennenzulernen und ins Visier zu nehmen. Im kommenden Winterhalbjahr wird es im Rahmen der beliebten Gruber Profi Seminare - Praxiswissen aktuell auch eine Tagesveranstaltung für die bayerischen Landwirte zu dieser hochinteressanten Thematik geben.
Beim Beobachten

Beim Beobachten

Haarkamm

Haarkamm

Nickhautvorfall

Nickhautvorfall

Schleckstelle

Schleckstelle

verschmutzte Nase

verschmutzte Nase

Theorie im Lehrsaal

Theorie im Lehrsaal

Perfekte Kotanalyse

Im Rahmen der Rationskontrolle ist es unerlässlich, regelmäßig eine Kotanalyse durchzuführen. Bei jeder Änderung in der Ration macht dies ca. 14 Tage nach der Futterumstellung Sinn. In 14 Tagen hat sich der Pansen auf das neue Futter eingestellt und es kann eine sichere Aussage getroffen werden.
Ablauf Kotanalyse:

  • Eine Kotsammelprobe von verschiedenen Kothaufen aus der ganzen Herde in eine Kotpresse füllen.
  • Dann den Kot in ein Küchensieb geben und so lange auswaschen, bis nur noch klares Wasser herausfließt.
  • Den Kot zurück in die Presse geben und auspressen.
  • Zurück bleiben die Feststoffe.
  • Anhand dieses sogenannten Kotkuchens kann abgelesen werden, wie die Kuh das Futter verdaut hat.
Folgende Merkmale sind dabei zu beachten:

  • Lange Fasern bzw. ein hoher Kotkuchen zeigen auf, dass die Zellulose mangelhaft verdaut wurde und die Fütterung unausgewogen ist.
  • Unverdaute oder nur teilverdaute Körner sind das Ergebnis einer zu schnellen Passagerate.
  • Sehr wenig Feststoffe resultieren aus einem zu hohem Wasseranteil im Futter. Dies bewirkt eine schnelle Passagerate.

Bei der vorgestellten Kotanalyse nach dem Vorbild von Obsalim wird das Volumen mitbeurteilt. Weil die Frischmenge Kot in der Kotpresse abgemessen wird und danach eine bestimmte Menge Kotkuchen übrigbleibt, ist ein Rückschluss auf die Passagerate anhand der Fasermenge im Kot möglich. Wenn es nur darum geht, den Kot auf seinen Inhalt zu analysieren, kann die herkömmliche Kotauswaschung mit dem Küchensieb Anwendung finden, ohne das Vorher- und Nachher-Volumen exakt zu bestimmen. Möchte man einen Überblick über die Verdauung der ganzen Herde, ist es notwendig, bei der Kotanalyse den Kot von mehreren Kühen zu sammeln. Möchte man lediglich ein Tier überprüfen, wird nur Kot von dieser Kuh genommen.

Kotpresse

Kotpresse

Nach der Pressung

Nach der Pressung

Allgäuer Genetik in Grub

Braunvieh im Tretmiststall

Braunvieh im Tretmiststall

Am Mittwoch, 09. Februar bezogen 72 Fresser ihr neues Zuhause im Tretmistbereich des Gruber Bullenstalles. Die Genetik ist allerdings für Oberbayern etwas ungewöhnlich, zumal es sich bei den zugekauften Tieren je zur Hälfte um Fresser aus der Rasse Braunvieh und Kreuzungen aus den Rassen Braunvieh und Weißblaue Belgier handelt. Da gerade über solche Kreuzungstiere wenig Informationen vorliegen, wird der geplante Fütterungsversuch mit der Frage der Rasse (Braunvieh vs. Braunvieh x Weißblaue Belgier) kombiniert.
Fresser Braunvieh

Fresser Braunvieh

Kreuzung

Kreuzung

Kreuzungstiere

Kreuzungstiere

Bitte richtig lüften!

Montage der WindstationZoombild vorhanden

Montage der Windstation

Anfang Februar 2022 erfolgten die abschließenden Arbeiten im Rahmen der digitalisierten Lüftungssteuerung am Gruber Kälberstall. Das bewegliche Lichtband, bestehend aus Acrylglas-Doppelstegplatten auf der Nordseite, wurde mit den Curtains auf der Südseite zusammengeschlossen. Die Steuerung erfolgt über Sensoren, die u.a. die Temperatur, die Luftfeuchtigkeit, die Windgeschwindigkeit und -richtung erfassen. Aus arbeitswirtschaftlichen Gründen kann das bisherige Lüftungssystem nicht permanent den Ansprüchen der Tiere angepasst werden. Viele Betriebe kämpfen sich nach wie vor mit Lungenproblemen bei Mast- und Aufzuchtkälbern herum. Wie ist das zu erklären? Die Lunge von Kälbern ist sehr empfindlich. Das liegt zum einem daran, dass die Lunge zum Zeitpunkt der Geburt noch nicht vollständig entwickelt und ausgereift ist. Die Entwicklung der Lunge dauert durchaus bis zu einem Jahr. Hinzukommt, dass Rinder eine sehr kleine Lunge im Verhältnis zum Köpergewicht haben - diese entspricht nur ca. 0,7 Prozent des Körpergewichts. Schlechte Stallluft und daraus resultierende Atemwegserkrankungen führen zu einer dauerhaften Schädigung einzelner Segmente der Kälberlunge. Leistungsminderungen sind die Folge einer dauerhaft geschädigten Lunge. Ein optimiertes Stallklima leistet damit einen nicht zu unterschätzenden Beitrag zur Kälbergesundheit und somit zu einem reduzierten Antibiotika-Verbrauch.
Arbeit in luftiger Höhe

Arbeit in luftiger Höhe

Nordseite Kälberstall

Nordseite Kälberstall

Südseite Kälberstall

Südseite Kälberstall

Lauschangriff auf den Pansen

Messen der PansenbewegungenZoombild vorhanden

Messen der Pansenbewegungen

Ein optimal funktionierender Pansen zieht sich in 2 Minuten ca. 2-3 Mal zusammen. Mit einem Stethoskop lässt sich dies an der linken Flanke der Kuh im Bereich der Hungergrube abhören. Typisch sind schabende, knisternde Geräusche, die wellenförmig entstehen und schließlich wieder abflachen. Zu vergleichen sind die Geräusche mit einem Zug, der zuerst näherkommt und sich dann wieder entfernt. Der geübte Landwirt kann diese Wellen auch mit der Hand in der Hungergrube erfühlen/ertasten. Die Anzahl Wellen zum einen und auch die Geräusche selbst sind wichtige Kuhsignale, die eindeutige Hinweise auf ein Funktionieren des Pansens geben bzw. mithelfen, Pansenstörungen zu erkennen. Gerade bei Pansenübersäuerungen arbeitet der größte der drei Vormägen unzureichend oder nahezu gar nicht mehr. Die Arbeit der Pansenmuskulatur lässt zu wünschen übrig! Der Panseninhalt wird suppig, die bekannte Schichtung ist nicht mehr gegeben und die so typischen Geräusche sind stark verändert oder fast nicht mehr erkennbar. Es plätschert! Fazit: Zur Kontrolle wiederkäuergerechter Rationen macht es im Rahmen der vielfältigen Möglichkeiten zur Rationskontrolle durchaus Sinn, neben dem Wiederkauverhalten auch die Pansenbewegungen mit einem Stethoskop abzuhören.

„Freiluft-Vorlesung“ im Staatsgut Grub

Begrüßung am Staatsgut GrubZoombild vorhanden

Begrüßung am Staatsgut Grub

Der interdisziplinäre Masterstudiengang Sustainable Resource Management am Standort Weihenstephan der TU München widmet sich dem nachhaltigen Umgang mit den natürlichen Ressourcen Boden, Wasser, Luft und biologischer Vielfalt. Am Dienstag, 01.02.22 lud der Leiter des Instituts für Landtechnik und Tierhaltung an der LfL Dr. Stefan Neser die Studierenden zu einer „Freiluft-Vorlesung“ ins winterliche Staatsgut Grub ein. Eine gelungene „Kennenlernaktion“ mit vielen interessanten Einblicken in die praktische Landwirtschaft und vor allem die Rinderhaltung, als sehr praxisbetonte Ergänzung zu den in den zahlreichen Vorlesungen vermittelten theoretischen Grundlagen.
Ein Blick in den Trockensteherstall

Ein Blick in den Trockensteherstall

Januar

Sisalseil bewege dich!

Im Bereich des Aktivitätsverhaltens spielen bei Kälbern die Nahrungsaufnahme, das Erkundungs- und Spiel- sowie das Komfortverhalten eine wichtige Rolle. Gelenkt werden diese durch das Alter, die Genetik, den Gesundheitszustand und durch die Haltungsumwelt. Neben der Fütterung sind das Platzangebot, die Gruppengröße und deren Altersstruktur sowie die Luft- und Lichtverhältnisse äußerst entscheidend. Die Möglichkeit einer Beschäftigung mit der Umwelt und den Artgenossen genießt höchste Priorität. Nur so ist ein tiergerechtes Verhalten annähernd möglich und den gefürchteten Verhaltensanomalien vorzubeugen. Junge Kälber sind sehr neugierig und ihr Erkundungs- und Spielverhalten ist sehr stark ausgeprägt. Die Erkundung passiert vor allem über den Seh- und Geruchssinn. Ein Spielverhalten ist nur dann zu beobachten, wenn die Grundbedürfnisse der Kälber ausreichend erfüllt sind. Das heißt, dass das Kalb gesund ist und weder von Hunger, Durst oder sonstigem Stress geplagt wird. Das Spielverhalten wird als Ausdruck des Wohlbefindens gewertet und gilt deshalb als ein maßgeblicher Indikator für das Tierwohl. Im Gruber Kälberstall sind bereits seit längerem verschiedene Beschäftigungsmöglichkeiten im Einsatz. Jetzt wurde das vielfältige Angebot noch durch Sisalseile ergänzt. Diese Naturfaserseile können aber auch aus geflochtener oder gedrehter Baumwolle, Hanf oder Jute bestehen. Sie lassen sich unproblematisch an der Stalldecke oder aber an der Haltungseinrichtung befestigen. Die Gruber Kälber beschäftigen sich sehr gern damit, da das Beschäftigungsangebot beweglich ist und sie daran lecken, saugen oder darauf intensiv herumkauen können. Und wieder ist der Kälberstall um eine Attraktion reicher!
Beschäftigung ist alles

Beschäftigung ist alles

Bewegliches Sisalseil

Bewegliches Sisalseil

Das Interesse ist groß

Das Interesse ist groß

Eine einfache Möglichkeit

Eine einfache Möglichkeit

2021

Aktuelle Beiträge aus 2021

Dezember

Wichtige Infos aus dem Inneren

Montage des KlimasensorsZoombild vorhanden

Montage des Klimasensors

Am Montag vor Weihnachten wurde in der Roboterherde im Staatsgut Grub eine neue, erweiterte Version von smaXtec in Betrieb genommen und gleichzeitig 30 Kühe mit einem Pansenbolus bestückt. Alle bisher mit einem Bolus ausgestatteten Tiere waren mittlerweile abgegangen. Das System wurde mit der Installation von 2 zusätzlichen Basisstationen auch auf den Trockensteher- und Abkalbebereich ausgeweitet, sodass ab jetzt die Kühe rund ums Jahr wertvolle Daten für ein optimiertes Management liefern. SmaXtec ist ein Monitoringsystem für Gesundheit, Brunst und Abkalbung. Mit smaXtec lässt sich die Betreuung der Milchkühe optimieren, weil man jede einzelne Kuh noch besser verstehen kann. So ist es möglich, das Tierwohl und die Tiergesundheit zu steigern, die Brunsterkennung zu verbessern und der Landwirt ist frühzeitig über die anstehenden Kalbungen informiert. Herzstück ist ein Bolus, der wichtige Informationen aus dem Pansen, dem Antrieb bzw. Motor jeder Kuh, liefert. Dank einer kontinuierlichen Messung der inneren Körpertemperatur, der Aktivität und weiterer aussagekräftiger Daten wie der Wiederkautätigkeit erkennt man Krankheitsanzeichen frühestmöglich - bis zu 4 Tage bevor klinische Anzeichen sichtbar werden. Entsprechend kann man frühzeitig handeln und behandeln, schwere Krankheitsverläufe verhindern und den Einsatz von Medikamenten wie Antibiotika herunterfahren. Dank smaXtec hat man ebenfalls den Bereich Reproduktion bestens unter Kontrolle. Man erkennt zuverlässig jede Brunst und besamt folglich mithilfe des Besamungszeitfensters sehr zeitgerecht. Zusätzlich informiert das System durchschnittlich 15 Stunden vor einer Abkalbung, sodass alle notwendigen Vorbereitungen rechtzeitig getroffen werden können. Die neue Version des smaXtec-Systems kann jetzt noch mehr! smaXtec misst nun auch die Wiederkautätigkeit dort, wo es am sinnvollsten ist: direkt im Netzmagen. Die Messposition ermöglicht eine einzigartige Genauigkeit und Zuverlässigkeit. Auf diesem Weg bietet smaXtec noch tiefere Einblicke zu Gesundheit, Brunst, Abkalbung und Fütterung. Die moderne Bolus-Technik wird im Staatsgut Grub nicht nur für das eigene Herdenmanagement verwendet, sondern ist auch in das große Projekt und Experimentierfeld DigiMilch der LfL integriert. Wichtige Infos aus der Tiefe, dem Inneren jeder Kuh für eine moderne und zukunftsorientierte Milchviehhaltung!
Pansenboli

Pansenboli

30 Kühe warten auf einen Bolus

30 Kühe warten auf einen Bolus

Ausrüstung

Ausrüstung

Basisstation

Basisstation

Eingabe des Bolus

Eingabe des Bolus

Klimasensor

Klimasensor

Raus mit den „Hirnanrennstangen“

Da ist was im WegZoombild vorhanden

Da ist was im Weg

Mitte Dezember wurde im Gruber Milchviehstall, Baujahr 1997, eine der letzten Maßnahmen im Rahmen des dringend notwendig gewordenen Stallupdates durchgeführt. Hierbei wurden die unschönen „Hirnanrennstangen“ in den zum Laufgang am Fressplatz ausgerichteten Liegeboxen entfernt und ein effektiver Durchlaufschutz in Form eines flexiblen Gummibandes installiert. Wenn ein Durchlaufschutz montiert wird, sollte dieser auf einer Höhe von 100 - 110 cm über dem Liegeflächenniveau angebracht werden. Damit die Kühe ungehindert abliegen und aufstehen können, dürfen im Kopfbereich keine störenden Stangen sein. Es muss genügend Kopffreiheit gegeben sein. Gerade die hier so beliebten „Durchlaufschutzstangen“ stellen ein großes Hindernis dar. Bei zu niedrig und falsch montierten Durchlaufschutzstangen liegen Kühe dann schräg, da sie den Kopf nicht gerade halten können. Kühe, die aufstehen wollen, bewegen sich zum Teil auf den Vorderfußwurzelgelenken kriechend zurück, damit sie sich beim Aufstehen nicht anstoßen und verweilen deshalb deutlich länger auf den Vorderfußwurzelgelenken. Die Steuerelemente sollen grundsätzlich ein Hindernis darstellen, also fest und stabil sein, müssen aber richtig eingestellt werden, um den Tieren ein optimales Liegen und Aufstehen zu ermöglichen. Spanngurte oder Ketten sind als Durchlaufschutz weniger geeignet. Sie geben nach und stellen damit bei erfahrenen Tieren keine Barriere mehr dar. Vielfach werden sie so angebracht, dass sie von den Tieren z.B. beim Aufstehen weggedrückt werden müssen. Gerade bei Spanngurten als Durchlaufschutz in einer Doppelboxenreihe findet man häufig lockere, durchhängende oder zu niedrig - z.B. in 70 cm Höhe - angebrachte Gurte. Beide behindern den Abliege- und Aufstehvorgang sehr stark. „Kühe steuern statt stören“, so lautet das alles entscheidende Motto!
Gesehen mit den Augen einer Kuh

Gesehen mit den Augen einer Kuh

Hirnanrennstange

Hirnanrennstange

Kopfschwung mit Hindernissen

Kopfschwung mit Hindernissen

Schrägliegen

Schrägliegen

unschöne Hirnanrennstange

unschöne Hirnanrennstange

Der Durchlaufschutz passt

Der Durchlaufschutz passt

Durchlaufschutz 100 cm über der Liegefläche

Durchlaufschutz 100 cm über der Liegefläche

Kopffreiheit

Kopffreiheit

Halt! - Hygiene bitte!

Eingang HygieneschleuseZoombild vorhanden

Eingang Hygieneschleuse

Mit Hilfe von Hygieneschleusen soll in modernen Tierhaltungen der Eintrag von Krankheitserregern von außen in den Stall verhindert werden. Hygieneschleusen befinden sich dort, wo Krankheitserreger leicht von außen eindringen können, z.B. in den Eingangsbereichen von Ställen. Dort kann die Desinfektion der Schuhe, ein Wechsel der Kleidung oder Duschen einschließlich Kleidungswechsel die Gefahr der Einschleppung von Krankheitserregern deutlich reduzieren. Häufig wird auch von einem Schwarz- und Weißbereich gesprochen. Hier beschreibt Schwarz den hygienisch „unsauberen“ Bereich außerhalb des Stalls und Weiß den „sauberen“ Bereich im Stallgebäude. In den Rinderstallungen des Staatsgutes Grub herrscht stets reger Personenverkehr. Tagtäglich betreten Wissenschaftler/innen und Besucher/innen die einzelnen Stallbereiche. Um zu garantieren, dass auf der einen Seite keine pathogenen Erreger in die Gruber Ställe hingetragen werden und dass auf der anderen Seite keine Erreger aus den Stallungen hinausgetragen werden, wurde in der von Corona stark geprägten Zeit ein bisher ungenutzter Nebenraum im Eingangsbereich zum Gelände zu einer einfachen Hygieneschleuse umgebaut. In ihr befinden sich neben einer Garderobe zwei Überziehschuhspender. Ohne sich zu bücken kann man sich auf komfortable und elegante Art und Weise die Überziehschuhe anziehen. In einem weißen Schrank sind darüber hinaus Einwegoveralls zu finden. Alle Personen, die z.B. bei Führungen die Futtertische betreten, müssen Überziehschuhe tragen. Personen, die sich zwischen den Tieren bewegen bzw. näheren Kontakt zu den Tieren haben, müssen sich zusätzlich mit einem Einwegoverall ausrüsten. Die gebrauchte Einwegkleidung kann beim Verlassen des Geländes an der Ostseite der Hygieneschleuse in den bereitgestellten Mülltonnen entsorgt werden. Hygiene zugunsten der Rinder!
Einwegoveralls

Einwegoveralls

Im Stehen Schuhe anziehen

Im Stehen Schuhe anziehen

Überziehschuhspender

Überziehschuhspender

November

Eine runde Sache

Lebenstagsleistung ist gefragtZoombild vorhanden

Lebenstagsleistung ist gefragt

Eine runde Sache lieferten die Kühe der Gruber Melkstandherde im abgelaufenen Prüfungsjahr 2021 ab. Laut LKV-Jahresbericht liegt die Herdendurchschnittsleistung bei exakt 10.000 kg Milch mit 411 kg Fett und 342 kg Eiweiß. Die Lebenstagsleistung abgegangener Kühe in dieser Herde liegt bei 16,0 kg Milch. Der bayerische Durchschnitt für die Rasse Fleckvieh liegt nur bei gut 12 kg. Mit ähnlich guten Ergebnissen können die Gruber AMS-Kühe aufwarten. Hier liegt die Herdendurchschnittsleistung bei 9.912 kg Milch mit 398 kg Fett und 341 kg Eiweiß. Die Lebenstagsleistung der abgegangenen Kühe in dieser Teilherde liegt ebenfalls bei 16,0 kg Milch. Herzlichen Glückwusch an alle am Erfolg Beteiligten!
LKV-Jahresbericht

LKV-Jahresbericht

Melkstandherde beim Fressen

Melkstandherde beim Fressen

Zufriedenheit

Zufriedenheit

September

Schlecken an der Schulter oder Fütterungsfehlern auf der Spur

Schlecken an der SchulterZoombild vorhanden

Schlecken an der Schulter

Auch wenn man eine Futterration exakt und auf den Analysenwerten der Grobfuttermittel basierend berechnet, weiß man immer noch nicht, wie das Futter bei der Kuh ankommt. Deshalb gilt es stets alle Möglichkeiten der Rationskontrolle auszuschöpfen. Tierbeobachtung tut not!
Wer hätte z.B. aber an dieser Stelle gedacht, dass das Schlecken der Kühe an ihrer Schulter etwas mit der Pansenfunktion zu tun hat? Das Lecken steht in ganz engem Zusammenhang mit Schwankungen des pH-Wertes im Pansen. Zu erkennen ist das Lecken am glänzenden und mit Speichel geglätteten Fell hinter der Schulter. Weil aus der chinesischen Medizin bekannt ist, dass Akupunkturpunkte in dieser Region die Pansenaktivität stimulieren, lässt sich dieses Verhalten auch plausibel erklären. Weitere Symptome lassen sich an den Augen, der Nase, der Futteraufnahme, bis hin zur Beschaffenheit und Konsistenz des Kotes feststellen. Sie müssen aber bei mehr als zwei Drittel der Tiere in Erscheinung treten, um aussagekräftig für die Fütterung der ganzen Herde zu sein. Mit einer gezielten Tierbeobachtung lässt sich damit der Stoffwechselzustand der Herde und der einzelnen Kühe schnell und effizient analysieren. Der Landwirt kann bei Bedarf schnell reagieren und die Fütterung korrigieren.
Feuchter Fleck auf Höhe Schulter

Feuchter Fleck auf Höhe Schulter

Feuchter Fleck

Feuchter Fleck

Mit Speichel geglättetes Fell

Mit Speichel geglättetes Fell

Trockensteher: Die Fitness-Weide mit Zufütterung macht´s

Laufhof und Fitness-WeideZoombild vorhanden

Laufhof und Fitness-Weide

Die hochträchtigen Jungrinder und trockenstehenden Kühe im Staatsgut Grub haben ganzjährig Zugang zu einem planbefestigten Laufhof an der Südseite des Stalles. Dieser wird täglich mobil mit einem Hoftrak abgeschoben. Im Sommerhalbjahr genießen die Tiere zudem die angegliederte Fitness-Weide. Eine gezielte Zufütterung erfolgt im Stall, denn Weidehaltung im großen Stil ist für Trockensteher sehr kritisch zu bewerten. Eine den Empfehlungen angepasste Nährstoffversorgung ist hier kaum umzusetzen. Die Folgen in der Frühlaktation sind Ketose, Hypokalzämie und Leistungsdepression. Weidehaltung ohne Zufütterung sollte also, wenn überhaupt, nur mit Frühtrockenstehern und einer in der Folge zielführenden Vorbereitungsfütterung in den 2-3 Wochen vor der Kalbung praktiziert werden. Der Weidegang kann aber durchaus mit Blick auf die Fitness und die Vitalität punkten. Die Kühe sind unter guten Bedingungen auf der Weide deutlich aktiver als in einem Liegeboxenlaufstall. Weiden bedeutet gesunde Bewegung. Auch ein positiver Effekt auf die Beweglichkeit und die Klauengesundheit der Tiere, sowie ein hoher Liegekomfort ist nachgewiesen. Die Klauen reinigen sich regelmäßig und trocknen ab und der Liegekomfort für den „Weichbodenlieger“ Rind ist enorm hoch - gute Bodenverhältnisse vorausgesetzt. In vielen Betrieben sind gerade die Liegeboxen für die voluminösen Trockensteher deutlich zu eng. Ungünstig ergänzt wir dieser Umstand durch eine Knappheit an Fressplätzen. Und diese Situation nennt man dann „Jahresurlaub“! Viel Licht und die saubere Luft sind weitere Effekte, die der Aufenthalt unter freiem Himmel mit sich bringt. Das Licht ist notwendig zur Aktivierung der Vitamin D-Synthese. Dieses Vitamin reguliert den Kalzium-Phosphor-Stoffwechsel. Ein Lichtmangel kann zu Rachitis oder zu Schmerzen beim Laufen durch eine Knochenweiche führen. Der Koordinator für Rinderhaltung bei BaySG Wolfgang Müller empfiehlt daher für die Praxis folgende Kompromisslösung: Eine Auslaufweide ohne nennenswerten Aufwuchs unter Zufütterung einer Trockensteherration im Stall mit Fressgitter am Futtertisch.
Beschattung

Beschattung

Blick vom Laufhof auf die Weide

Blick vom Laufhof auf die Weide

Glänzendes Fell

Glänzendes Fell

Planbefestigter Laufhof am Stall

Planbefestigter Laufhof am Stall

Tierwohl Weide

Tierwohl Weide

Klauenpflege – es muss leicht gehen!

Moderne TechnikZoombild vorhanden

Moderne Technik

In der ersten Septemberwoche wurde im Staatsgut Grub ein längst fälliger neuer Klauenpflegestand angeliefert und in Betrieb genommen. Der Klauenpflegestand ist ganzjährig im Selektionsbereich nach dem Melkroboter platziert. Muss der Klauenpflegestand nämlich für jede anstehende Kuh erst aufgebaut und zurechtgerückt werden, dann werden wichtige Klauenpflegemaßnahmen gerne vertagt oder unterbleiben bis auf weiteres ganz. Es muss leicht gehen. Je leichter man eine Kuh in den Klauenstand bringen kann, desto schneller reagiert man, wenn eine Kuh lahmt. Das ist bei Klauenerkrankungen ausschlaggebend. Genauso verhält es sich mit dem Zutrieb, der in Grub bereits im Vorfeld optimiert wurde und von einer Person bewerkstelligt werden kann. Eine Besonderheit des neuen Klauenpflegestandes ist seine innere Breite von 84 cm, die speziell auf die sehr rahmigen Gruber Fleckviehkühe abgestimmt ist. Durch mehrere hydraulische Unterstützungen ist die Klauenpflege darüber hinaus in einer ergonomisch sehr günstigen Körperhaltung möglich. Es muss leicht gehen für Mensch und Tier!
Seitenansicht

Seitenansicht

Hintenansicht

Hintenansicht

Innenansicht

Innenansicht

August

Herzlichen Glückwunsch zu 100.000 kg Milch!

Kuh Afra 554 mit Marius Götz Zoombild vorhanden

Kuh Afra 554 mit Marius Götz

Wer wünscht sie sich nicht? Eine Kuh, die über eine lange Zeit viel Milch gibt? Dieser Traum wurde für das Staatsgut Grub im Sommer 2021 mit der Fleckviehkuh Afra wieder wahr. Afra zeichnet sich nach wie vor durch ihre Vitalität und gesundheitliche Stabilität aus und ist Großmutter des in Grub gezüchteten Besamungsbullen Istas P*S. Bei 9 Kalbungen hat Afra im 8,4-jährigen Durchschnitt der Prüfungsjahre 11.550 kg Milch mit 3,87 % Fett und 3,57% Eiweiß erbracht. Man bedenke, dass für die Bildung von 1 Liter Milch ca. 300 bis 500 Liter Blut durch das Euter zirkulieren müssen!

100.000 Liter Milch zu geben, zeugt natürlich von einer hohen Milchleistung und einer stattlichen Langlebigkeit zugleich. Eine Vielzahl an Betrieben schafft es dank guter Managementmaßnahmen, diese Schallmauer oft gleich mit mehreren Tieren zu durchbrechen.

Wenn Kühe diese Marke nicht übertreffen, bedeutet das im Umkehrschluss aber nicht, dass ein Betrieb ein schlechtes Management hat.

Ein herzlicher Glückwunsch geht an dieser Stelle an den engagierten Herdenmanager Marius Götz und sein ebenso aktives Stallteam, das 365 Tage im Jahr für die „vierbeinigen Gruber Damen“ vorbildlich sorgt!

Afra 554 BaySG Staatsgut Grub - Aug 2021

Afra 554 BaySG Staatsgut Grub - Aug 2021

Juli

Selbstbedienung für die Kleinen

KälbertränkeautomatZoombild vorhanden

Kälbertränkeautomat

Nachdem die alten Gruber Kälbertränkeautomaten in die Jahre gekommen waren, wurden Anfang Juli drei neue Automaten installiert. Ein Tränkeautomat für Kälber ist das Herzstück eines jeden automatischen Tränkesystems. Er versorgt die Kälber rund um die Uhr und individuell und bedarfsgerecht mit frisch zubereiteter Milch und überwacht zuverlässig die Fütterung. An den angeschlossenen Tränkestationen werden die Kälber über einen Halsbandtransponder oder eine elektronische Ohrmarke erkannt. Im Rahmen der metabolischen Programmierung genießen die Gruber Kälber eine ad-libitum-Tränke mit Vollmilch. Der Tränkeautomat dokumentiert zuverlässig das Trinkverhalten der Kälber und bietet somit jederzeit einen optimalen Überblick über alle Tiere. Die bewegliche Hygienebox ermöglicht den Kälbern das Ausleben des natürlichen Saugverhaltens am Euter. Eine integrierte Vorderfuß-Tierwaage protokolliert das Gewicht während der Tränkeaufnahme. Die Smart Neckbänder ermöglichen ein vereinfachtes Kälberhandling und der integrierte Aktivitätssensor dient der Echtzeitüberwachung der Kälber. Mit dem Smart Neckband geht den Kälbern gleichsam ein Licht auf: Die Smart Neckbänder können nämlich über eine Cloud zum Leuchten gebracht werden. Egal, ob ein einzelnes Tier gesucht wird oder mehrere Tiere z.B. für eine Behandlung erkennbar gemacht werden sollen, mit dem Smart Neckband findet man jedes Kalb sofort. Die Digitalisierung in der Tierhaltung vereinfacht also das Kälberhandling erheblich. Auf einen Blick ist für den Landwirt oder auch den Tierarzt klar, welche Kälber umgestallt, verladen oder behandelt werden sollen. Der integrierte Aktivitätssensor der Smart Neckbänder liefert wichtige Informationen über die Aktivität und den Gesundheitsstatus der Kälber und unterstützt effizient die Krankheitsfrüherkennung des Tränkesystems.
Diese insgesamt sehr gelungene Kombination aus arbeitswirtschaftlichen Gesichtspunkten und Tierwohlaspekten garantiert robuste und gesunde Kälber bei einem zeitlich unabhängig von der Fütterung gestalteten Arbeitsalltag.
Installation der Tränkeautomaten

Installation der Tränkeautomaten

bewegliche Hygienebox

bewegliche Hygienebox

Frostsicher untergebracht

Frostsicher untergebracht

Kalb beim Saufen

Kalb beim Saufen

Kalb mit Smart Neckband

Kalb mit Smart Neckband

leuchtendes Kalb

leuchtendes Kalb

Smart Neckbands

Smart Neckbands

Vorderfuß-Tierwaage

Vorderfuß-Tierwaage

Rinder im Auge behalten

Geschwollene AugenliderZoombild vorhanden

Geschwollene Augenlider

Tränende Augen bei Rindern können verschiedene Ursachen haben. Fakt ist, dass die Rinder in einer solchen Situation mehr Tränenflüssigkeit produzieren, als durch ihren Tränen-Nasen-Kanal wieder abfließen kann. Daher läuft sie aus dem Augenwinkel heraus und wird für den Betrachter sichtbar. Die Tränendrüsen produzieren vermehrt Flüssigkeit, wenn die Augen gereizt werden. Ursachen können
  • Wind
  • hohe UV-Strahlung
  • Fliegenbefall
  • Schadgase
  • Staubbelastung z.B. durch Einstreu

sein.

Auch bei einer Übersäuerung des Pansens fallen vermehrt Tiere mit tränenden Augen in Verbindung mit geschwollenen Augenlidern und Schleimausfluss aus der Nase auf. Ebenso können erhöhte Konzentrationen von Harnstoff im Blut des Tieres Ursache für Tränen sein.

Wichtig ist es deshalb immer, solche Tiere im wahrsten Sinne des Wortes „im Auge zu behalten“. Denn schnell können solche gereizten bzw. vorgeschädigten Augen mit Bakterien infiziert werden und sich schwer entzünden.

Starker Tränenfluss

Starker Tränenfluss

Tränende Augen

Tränende Augen

Nasenausfluss

Nasenausfluss

Zeig mir deinen Kot und ich sag dir, was du gefressen hast

Optimale Konsistenz mittelbreiigZoombild vorhanden

Optimale Konsistenz, mittelbreiig

Zu den zahlreichen Möglichkeiten der Rationskontrolle zählt die Kotbeurteilung vor allem hinsichtlich Konsistenz, Farbe, Geruch und Ausscheidungsrückständen. Gerade der Kot frischmelkender Kühe ist regelmäßig in Augenschein zu nehmen, ist doch in dieser Phase ein funktionierender Pansen und insgesamt eine intakte Verdauung oberstes Ziel. Die Passage des Futters durch den Verdauungstrakt dauert bei ausgewachsenen Tieren insgesamt ca. 2-3 Tage. Etwa alle 0,5 bis 2 Stunden wird Kot abgesetzt. Die Menge beläuft sich auf 30-50 kg am Tag, verteilt auf 10-24 Portionen.
Farbe und Geruch

Von grün über schwarz bis rotbraun. Anhand der Kotfarbe lassen sich erste Rückschlüsse auf die Rationskomponenten, die hygienische Beschaffenheit der Futtermittel und den allgemeinen Gesundheitszustand der Kuh im Verdauungstrakt ziehen. Die ideale Farbe des Kotes bewegt sich zwischen olivgrün und braun. Heller Kot ist bei Rationen mit einem hohen Anteil an Maissilage zu beobachten (siehe intensive Bullenmast). Hohe Anteile Grassilage stehen für einen eher grünlichen Kot.

Frisch abgesetzter Rinderkot riecht normalerweise nicht unangenehm. Er riecht ganz im Gegenteil aromatisch. Gelangen größere Mengen an schnelllöslichen Kohlenhydraten (Stärke, Zucker) unverdaut in den Dickdarm und werden dort vergoren, dann ist ein säuerlicher, unangenehmer Geruch die unausweichliche Folge.

FarbeUrsache
dunkel-olivgrünfrisches Grünfutter
olivgrüngrassilagebetonte Ration
hell-olivgrünmaissilagebetonte Ration
braun-olivHeu
grau-olivgroße Getreidemengen
dunkelbraun, glänzende Oberfläche, z.T. mit Schleim überzogenlangsame Passage (strukturreiche Ration, proteinarme Ration)
schwarzhohe Verschmutzung des Futters
schokobraun bis schwärzlich-teerig, blutigBlutungen im Verdauungstrakt
dunkel, teerartig, blutigBlutungen im Labmagen und Dünndarm
rotbraun, verteilt auf verschiedenen Stellen oder streifig verlaufendBlutungen im Enddarm

Tabelle nach www.rinderpraktiker-bw.de

Konsistenz

Eine Beurteilung der Kotkonsistenz ist nicht schwer. Spätestens 2 Tage nach einer vorgenommenen Rationsumstellung sind bereits eventuelle Veränderungen am Kot erkennbar. Die optimale Kotkonsistenz einer laktierenden Kuh ist wie folgt zu beschreiben:

  • Fladenbildung
  • Oberflächengestaltung wie ein Spiegelei
  • konzentrische Ringe
  • mittelbreiig
  • Haferbreikonsistenz
  • klebt an der Stiefelspitze und hinterlässt keinen Sohlenabdruck
  • Wenn die Kuh kotet, hört es sich an, als ob sie sich selbst applaudiert.

Ursachen für zu dünnen Kot:

  • Eiweiß: Überschuss an schnellabbaubarem Eiweiß in der Ration; vor allem bei grünlandbetonten Rationen mit Aufwüchsen, die sehr jung geerntet wurden
  • Energie: Überschuss an schnellabbaubarer Stärke im Pansen (hohe Mengen an Maissilage und Getreide…), zu viel Kraftfutter in der Ration, zu schnelle Anfütterung mit Kraftfutter
  • Zucker: Wird sehr schnell im Pansen abgebaut und erhöht die Passagerate des Futters durch den Verdauungstrakt. Zucker entzieht dem Dickdarm Wasser und trägt zusätzlich zu einer sehr dünnen Kotkonsistenz bei. Vor allem junges Grünfutter/Weide, Belüftungsheu und Grassilagen über 40% TM stehen oftmals für sehr hohe Zuckergehalte.
  • Strukturkohlenhydrate: Mangel an strukturwirksamer Faser
  • Strukturwirksamkeit: zu kurze Futterpartikel z.B. bei vermusten Mischrationen, zerstörte Struktur
  • Futterhygiene: verschimmeltes Futter, fehlgegorene, buttersäurehaltige Grassilagen

Folgen von zu dünnem Kot:

  • Eine gefährliche Absenkung des pH-Wertes im Pansen unter den kritischen Grenzwert von 6,0 mit der Folge einer unliebsamen Pansenübersäuerung.
  • Eine zu schnelle Passagerate des Futters durch den Pansen begünstigt einen unzureichenden Aufschluss der Futterpartikel durch die Pansenbakterien.
Stressinduziertes Abkoten

Ergänzend zu den bereits genannten Indikatoren sollte auch das Verhalten der Kuh beim Abkoten einmal genauer in den Fokus genommen werden. Das Abkoten im Liegen, beim Aufstehen, in der Liegebox oder im Melkstand ist stressinduziert. Und wie läuft es ohne Stress? Beobachtungen auf der Weide zeigen, dass nur 9 von insgesamt 1.000 Kühen im Liegen abkoten. Alle anderen stehen auf und gehen zuerst ein paar Schritte.

Fazit:

Der Kot der Kühe liefert wertvolle Hinweise auf Fütterungsfehler und Erkrankungen. Nutzen Sie diese hervorragende Möglichkeit der einfachen Beurteilung regelmäßig im täglichen Routinebetrieb und kontaktieren Sie bei Auffälligkeiten Ihren Fütterungsberater oder Hoftierarzt, rät der Koordinator für Rinderhaltung bei den Bayerischen Staatsgütern Wolfgang Müller.

Fester Scheibchenkot von Trockenstehern

Fester Scheibchenkot von Trockenstehern

Fladenbildung, konzentrische Ringe

Fladenbildung, konzentrische Ringe

Hoher Anteil Maissilage

Hoher Anteil Maissilage

Kot bei Pansenübersäuerung

Kot bei Pansenübersäuerung

Koten im Liegen

Koten im Liegen

Juni

„Faktorenproblem“ – Harnsaufen

Kuh beim HarnsaufenZoombild vorhanden

Kuh beim Harnsaufen

Immer wieder ist in Milchviehställen das Harnsaufen einzelner Kühe zu beobachten. Die Frage nach den Ursachen dieses Fehlverhaltens ist nicht einfach zu beantworten. Bis heute sind die eindeutigen Ursachen nicht vollständig geklärt und es gibt eigentlich keine verlässlichen wissenschaftlichen Untersuchungen zu dieser Problematik. In der Fachliteratur werden verschiedene Gründe genannt und diskutiert. So liegt die Vermutung nahe, dass das Harnsaufen als „Faktorenproblem“ bezeichnet werden kann.
Rationsbedingte Mitursachen

Als fütterungsbedingte Mitursachen sind vor allem die Wasser-, Viehsalz- und Spurenelementversorgung zu erwähnen. Ein freier Zugang zu Wasser in ausreichender Menge und Qualität muss für alle Kühe jederzeit gewährleistet sein. Dabei ist zu berücksichtigen, dass es je nach Platzierung (Ausweichmöglichkeiten), Anzahl und Größe der vorhandenen Tränken gerade für rangniedrige Tiere zu erheblichen Stresssituationen kommen kann. Im Rahmen einer optimalen Versorgung mit Viehsalz sind mind. 50 g pro Kuh und Tag in der Rationsgestaltung und -berechnung einzukalkulieren. Eine Verabreichung über die Mischration gestaltet sich hierbei als sicherer Weg. Ergänzen darüber hinaus Lecksteine das Na-Angebot, so ist eine mangelnde Versorgung mit Viehsalz als Ursache eindeutig auszuschließen. Eine angepasste Versorgung mit Mineralstoffen aller Art ist ebenfalls unerlässlich. Sollten bei der Spurenelementversorgung Unsicherheiten bestehen, sind in Zusammenarbeit mit dem Hoftierarzt Blutproben zur Kontrolle der aktuellen Versorgungssituation in die Wege zu leiten. Gerade in Herden mit Selenmangel wird in der letzten Zeit das Harnsaufen häufig beobachtet. Entscheidend ist, dass alle bis jetzt angeführten Gesichtspunkte auch für Jungrinder und die in einer eigenen Gruppe aufgestallten Trockensteher Berücksichtigung finden.

Haltungsbedingte Mitursachen

Neben den Fütterungsursachen wird auch Stress als mögliche Mitursache für das Harnsaufen ins Spiel gebracht. Zu enge Stallungen, die zudem mit einem unpassenden, Tier-/Liegeplatz- und Tier-/Fressplatz-Verhältnis aufwarten, bieten den Tieren wenig Ausweichraum und bedingen damit sozialen Stress im Herdenverband. Das Harnsaufen ist aber auch als Langeweilereaktion bei sehr intensiv gemischten Mischrationen mit einer eher knappen Versorgung mit strukturwirksamer Faser zu werten. Eine kurze Fresszeit bis zur Sättigung unterstützt dabei diese Untugend.

Wenn das Harnsaufen in einer Herde auftritt, muss zuerst abgeklärt werden, wie viele und welche Tiere hauptsächlich diese Verhaltensstörung zeigen (Alter, Laktationsstadium, bestimmte Gruppen). Anhand dieser Feststellung können anschließend die oben angeführten Punkte für die betroffenen Tiere oder Gruppen überprüft und gegebenenfalls optimiert werden. Eine Einbindung des Hoftierarztes und des Fütterungsberaters ist zu empfehlen.

Auf frischer Tat ertappt

Auf frischer Tat ertappt

Frisch abgesetzter Harn

Frisch abgesetzter Harn

Ein „salziges Zuckerl“

Frisch abgesetzter HarnZoombild vorhanden

Frisch abgesetzter Harn

Für Milchkühe ist eine optimierte Haltungstechnik genauso wichtig, wie eine angepasste Versorgung mit Nährstoffen und Wasser. Hierbei ist auch ein besonderes Augenmerk auf die Mineralstoffversorgung zu richten. Im Optimalfall ist der Wasser- und Elektrolythaushalt im Körper eines Tieres im Gleichgewicht. Unter Elektrolyten versteht man kleine, gelöste Teilchen, die im Körper für die Verteilung der Flüssigkeit wichtig sind. Die Nieren regulieren das gesamte Wasservolumen im Organismus, das ständig an die aktuellen Anforderungen angepasst werden muss. Zu den wichtigsten Mengenelementen zählen Natrium, Kalium, Calcium und Magnesium. In diesem Zusammenhang benötigt der Körper stets eine ausreichende Menge an Natriumchlorid, sprich Salz. Bei einem gestörten Gleichgewicht des Wasser- und Elektrolytkreislaufs ist vermehrt mit Problemen am Tier zu rechnen. Natriumchlorid als wichtigstes Mengenelement ist in keinem Grobfutter in ausreichender Menge enthalten. Daher muss es landwirtschaftlichen Nutztieren zusätzlich angeboten werden. Diese Aussage gilt für sämtliche Intensitätsstufen von der Mutterkuh- bis zur intensiven Milchviehhaltung. Der Salzbedarf der einzelnen Tiere schwankt aber sehr stark und lässt sich daher nur schwer einschätzen. Als Ergänzung zu einer pauschalen Gabe über die Ration bieten sich Salzlecksteine an, die eine freie Aufnahme rund um die Uhr möglich machen. Vielfach sind in den Betrieben einfache, weiße Salzlecksteine zu finden, die rasch zu Bruch gehen und damit hohe Verluste bedeuten. Sehr häufig beobachtet man Lecksteinbrocken auf den schmutzigen Laufflächen! Diese Lecksteine werden industriell hergestellt und mit künstlichen Zusätzen versehen. Eine elegante Alternative dazu ist das Karpaten-Steinsalz. Als absolutes Naturprodukt wird dieses nicht raffiniert, ist unjodiert und frei von anderen chemischen Zusätzen. Darüber hinaus ist es viel härter als raffinierte und gepresste Salze und damit als verlustärmer einzustufen. Das Karpatensalz dient auch zur Beschäftigung der Tiere und bremst damit das unschöne Harnsaufen aus.

„Für unsere Kleinen nur das Beste!“

Der Gruber KälberstallZoombild vorhanden

Der Gruber Kälberstall

Der Kälberstall im Versuchs- und Bildungszentrum für Rinderhaltung Staatsgut Grub hat in den letzten beiden Jahren ein umfassendes Update mit Blick auf das Tierwohl und die Arbeitswirtschaft erfahren.

Folgende innovative Maßnahmen aus den Bereichen Tierwohl und Arbeitswirtschaft runden die Gruber Kälberaufzucht zu einem gelungenen Ganzen ab.

  • Einzelboxen mit Kippboden, Transport mit Palettengabel sowie mit Fahrvorrichtung
  • Tieflaufstall: „Kälber gehören nicht aufs Stroh, sondern ins Stroh“ - „Weichbodenlieger“
  • Digitale Lüftungssteuerung über Temperatur und Wind zur Optimierung des Stallklimas
  • Klimadeckel zur Schaffung eines Kleinklimas („Nestwärme“)
  • Kälberbürsten zur Fellpflege
  • Kratzmatten zur Fellpflege
  • Beschäftigungsmöglichkeiten in Form von Spieligeln, -propellern und Heuspielbällen
  • Selektives Trockenstellen zur Reduzierung des Antibiotikaeinsatzes, mehr hemmstofffreie Milch für Kälber
  • Optimierung der Trockensteherfütterung für beste Biestmilchqualität
  • Einbau von Umluftventilatoren im Abkalbebereich: Kälber von „Hitzestressmüttern“ sind ein Leben lang benachteiligt
  • Ad-libitum Tränke mit Vollmilch zur metabolischen Programmierung
  • GRETE (Gerät zur Reinigung von Tränkeeimern) zur hygienisch perfekten Reinigung der Tränkeeimer
  • Kälbertränkeautomaten mit beweglicher Hygienebox, ermöglicht Kälbern das Ausleben des natürlichen Saugverhaltens am Euter
  • Kälbertränkeautomaten mit integrierter Vorderfuß-Tierwaage, protokolliert das Gewicht während der Tränkeaufnahme
  • Smart-Neckband für ein vereinfachtes Kälberhandling mit integriertem Aktivitätssensor zur Echtzeitüberwachung der Kälber
  • Trocken-TMR zur schnellen Entwicklung der Pansenzotten

Wir laden Sie im Rahmen von Führungen und Fortbildungsveranstaltungen zu einem Besuch unseres Kälberstalles ein. Überzeugen Sie sich selbst von den einzelnen Tierwohlaspekten.
Kontakt: wolfgang.mueller@baysg.bayern.de

Ein wunderbares Angebot

Ein wunderbares Angebot

Interessiert am Spieligel

Interessiert am Spieligel

Jetzt kommt der Rücken dran

Jetzt kommt der Rücken dran

Kalb am Spieligel

Kalb am Spieligel

Kalb mit Heuball beschäftigt

Kalb mit Heuball beschäftigt

Kälber auf reichlich Stroh

Kälber auf reichlich Stroh

Kälber im Tiefstreustall

Kälber im Tiefstreustall

Mini-Schwingbürste

Mini-Schwingbürste

Tierwohl

Tierwohl

Uns geht´s gut

Uns geht´s gut

Mai

Auch im Sommer soll es schmecken

Umluftventilator im FressbereichZoombild vorhanden

Umluftventilator im Fressbereich

In der Woche vor Pfingsten wurde im Gruber Milchviehstall eine weitere Maßnahme zur Reduzierung des Hitzestresses installiert. 3 Umluftventilatoren über den Laufgängen am Futtertisch im Fressbereich der Kühe sollen selbst dann, wenn bereits Hitzestress den Kühen zu schaffen macht, eine hohe Futteraufnahme garantieren. Hitzestress reduziert die Futteraufnahme bekanntlich um 10-25 % und lässt die Milchinhaltsstoffe in den Keller purzeln. Ab ca. 20°C kann eine Kuh die selber produzierte und aufgenommene Wärme nicht mehr an die Umgebung abgeben. Das steigende Leistungsniveau der Kühe und der Klimawandel machen Kühlmöglichkeiten notwendig. Ein gut be- und durchlüfteter Fressplatz steigert aufgrund einer kühlen Brise die Attraktivität dieses entscheidenden Funktionsbereichs.
Die neuen Ventilatoren im Fressbereich

Die neuen Ventilatoren im Fressbereich

Die neuen Ventilatoren

Die neuen Ventilatoren

Umluftventilator

Umluftventilator

Aufs Maul schauen

Flotzmaul blassrosa und gut durchsaftetZoombild vorhanden

Flotzmaul blassrosa und gut durchsaftet

Setzt sich eine Milchviehration aus zu viel Kraftfutter und zu wenig strukturwirksamer Faser zusammen, so ist eine Pansenübersäuerung schon vorprogrammiert. Je mehr Kraftfutter, sprich Stärke und Zucker, in den Pansen gelangen, desto explosionsartiger vermehrt sich die Pansenflora. Wenn sich die Pansenflora derart explosionsartig vermehrt, wird die Säurebildung angekurbelt und der so entscheidende pH-Wert im Pansen sinkt unter den Normal- bzw. Optimalwert. Die Pansenübersäuerung mit all ihren unschönen Auswirkungen ist perfekt! Moderne digitale Hilfsmittel wie z.B. Pansenboli geben wertvolle Hinweise auf derart kritische Stoffwechselsituationen.Trotzdem schadet es nie, die Tiere etwas genauer in Augenschein zu nehmen. Digitale Helfer und die menschliche Sensorik, die unübertreffbar ist, ergänzen sich perfekt zu einem gelungenen Ganzen. Ein verklebtes und mit Futterresten verdrecktes Flotzmaul mit Schleimausfluss aus der Nase kann ein Zeichen für eine Pansenübersäuerung sein. Zudem sind häufig in Kombination dazu, tränende Augen und geschwollene Augenlider zu beobachten. Auch eine erhöhte Konzentration von Harnstoff im Blut des Tieres kann Ursache für Tränen sein. Schauen Sie also ihren Kühen mehr aufs Maul, rät der Koordinator für Rinderhaltung bei den Bayerischen Staatsgütern Wolfgang Müller.
Sauberes Flotzmaul

Sauberes Flotzmaul

Verschmutztes Flotzmaul

Verschmutztes Flotzmaul

April

Herausragende Milchqualität

Die EhrenurkundeZoombild vorhanden

Die Ehrenurkunde

Die Milch der leistungsstarken Fleckviehkühe im Staatsgut Grub wird an die Molkerei Weihenstephan geliefert. Ende April erhielt das Staatsgut Grub eine Ehrenurkunde und eine Stallplakette „Für herausragende Leistungen bei der Gewinnung und Behandlung von Rohmilch im Jahre 2019“ und gehört damit zu den 100 qualitätsbesten Milcherzeugern der Molkerei. Herzlichen Glückwunsch!
Die Plakette

Die Plakette

In den Farben der Molkerei

In den Farben der Molkerei

Vor der Milchkammer

Vor der Milchkammer

„Weißes Gold“ für die Gruber Kühe

KapartensalzZoombild vorhanden

Karpatensalz

n keinem Grobfutter ist Natrium als essentielles Mengenelement in bedarfsdeckender Menge vorhanden. Deshalb muss es in der Fütterung landwirtschaftlicher Nutztiere zusätzlich angeboten werden. Diese Aussage trifft für alle Leistungs- und Intensitätsstufen zu, also sowohl für die extensive Rinderhaltung (z.B. Mutterkuhhaltung) als auch für die intensive Milchviehhaltung. Der individuelle Salzbedarf der Kühe schwankt sehr stark und lässt sich damit schwer fassen. Daher sollte Viehsalz grundsätzlich zur freien Aufnahme angeboten werden. Neben den klassischen Salzlecksteinen, die bereits nach kurzer Zeit auseinanderbrechen und im Schmutz am Boden landen, bietet sich als sehr hochwertige und elegante Alternative das Karpaten-Steinsalz zur bedarfsgerechten Versorgung an. Der Bergkern mit seinen 84 Elementen wird direkt aus den Salzlagerstätten bis zu 400 m tief unter den Massen des Gebirgszugs gebrochen. Karpatensalz wird, wie sein Name bereits vermuten lässt, aus dem mächtigen Gebirgszug der Karpaten gewonnen, welcher sich mit einer beeindruckenden Länge von etwa 1.300 km und einer Breite von teilweise bis zu 350 km über Mittel-, Ost- und Südosteuropa hinwegstreckt. Naturbelassen, mit all seinen wertvollen und natürlich enthaltenen Mineralstoffen und Spurenelementen, ist das Karpatensalz der große Renner in jedem Rinderstall. Auch die leistungsstarken Gruber Milchkühe dürfen sich seit über einem Jahr über dieses „Weiße Gold“ freuen. Und sie tun es mit Genuss, wie der Koordinator für Rinderhaltung bei den Bayerischen Staatsgütern Wolfgang Müller begeistert bestätigt.

Eigenschaften:

  • 98 % reines Natursalz
  • positive Wirkung auf Gesundheit und Konstitution
  • witterungsbeständig
  • hoher Anteil an wertvollen Mineralstoffen und Spurenelementen
Kapartensalz ad libitum

Karpatensalz ad libitum

Heiß begehrt

Heiß begehrt

Versteckt unter Silage

Versteckt unter Silage

Wanne aus Edelstahl

Wanne aus Edelstahl

Jungrinder sind die Kühe von morgen

Zweiphasige FütterungZoombild vorhanden

Zweiphasige Fütterung

Mit einer erfolgreichen Kälber- und Jungrinderaufzucht wird ein entscheidender Grundstein für die Gesundheit, Leistungsfähigkeit und Langlebigkeit der späteren Milchkühe gelegt. Die Jungrinderaufzucht ist sündteuer und wird von Praktikern oftmals unterschätzt. Erklärtes Ziel ist es, gut entwickelte, gesunde und leistungsbereite Milchkühe zu günstigen Kosten zu erzeugen.

Ziele der Aufzucht:

  • Erstkalbealter Fleckvieh: 26-28 Monate
  • 600-625 kg Lebendgewicht nach der ersten Kalbung (= 80 % des späteren Endgewichts)
  • hohe Einsatzleistung
  • stabile Tiergesundheit

Die moderne Jungrinderaufzucht muss aus Sicht der Fütterung 2-phasig sein.

In der 1. Phase der Jungviehaufzucht sind bei den Jungrindern der Rasse Fleckvieh hohe tägliche Zunahmen von 800-900 g gefordert. Es gilt das Wachstumsvermögen der Tiere auszuschöpfen. Denn schon im 1. Aufzuchtjahr wird der Rahmen festgelegt und lebens- und leistungsfähige Organe werden ausgebildet. Dazu zählen z.B. die Eierstöcke. Zwischen dem 3. und 9. Monat wird auch die Euteranlage ausgebildet. Eine intensive Fütterung in dieser Phase fordert das Wachstum und die optimale Ausbildung des Euters heraus. Fällt die Fütterung zu knapp aus, lagert sich Fett in das Eutergewebe ein. Dieses Phänomen führt in der Folge zu einer Verringerung der Milchleistung, weil dann Fettzellen statt Milchbildungszellen vorhanden sind, was auch zu Eutern mit viel Volumen führt. Diese großvolumigen Euter begünstigen das Entstehen von Hängeeutern. Die Euteraufhängung ist belastet und die Fahrkarte in die Kurzlebigkeit damit gelöst. Eine partielle Mischration der Milchkühe ausgelegt auf 25 kg Milch mit ca. 6,7 MJ NEL und 14-15 % XP bietet sich neben einer optimierten Wasserversorgung für diesen Aufzuchtabschnitt an.

In der 2. Phase der Jungviehaufzucht müssen die Jungrinder mit mittleren Zunahmen auf das optimale Gewicht für die Zuchtreife vorbereitet werden. Die Herausforderung ist hier, eine Verfettung und Überkonditionierung zu vermeiden und zum angestrebten Erstbesamungsalter das optimale Gewicht zu erzielen. Zur Zuchtreife sollen 425-450 kg Lebendgewicht erreicht sein. Ein Gewichtsmaßband, speziell für Jungrinder entwickelt, hilft bei der Ermittlung des Gewichts. Alle Fehler, die im 2. Aufzuchtabschnitt passieren, wirken sich negativ auf den Besamungserfolg und auf das Erstkalbealter aus. Eine Verfettung in den Folgeaufzuchtjahren ist Gift! Deshalb werden die Jungrinder in diesem Abschnitt deutlich verhaltener gefüttert. Eine etwas bessere Trockensteherration mit 5,8 MJ NEL und 12 % XP hat sich bewährt.

Empfehlungen für die Praxis

  • die Jungrinderaufzucht intensivieren
  • das betriebsspezifische Optimum erarbeiten
  • die Aufzucht managen und nicht nebenbei laufen lassen
  • Fehler im 1. Aufzuchtjahr führen zu einer kurzen Lebensdauer
  • Fehler im 2. Aufzuchtjahr führen zu einer geringen Leistung
  • Fehler in beiden Jahren summieren sich und führen zu einer jungen Herde mit geringer Leistung und niedrigem Gewinn!!!

Jungrinderaufzucht im Staatsgut Grub

Vom Kalb zur Gruber Milchkuh

  • Geburt
  • 5 Tage Milch von der eigenen Mutter (Biestmilch)
  • 14 Tage Haltung in der Einzelbox, dann Gruppenhaltung
  • bis zur 12. Lebenswoche Vollmilchtränke und Kälber-TMR (Heu, Getreide, Rapsschrot)
  • Umzug in den Jungviehstall mit Liegeboxen
  • Fütterung mit der PMR der Milchkühe bis zum 11. Lebensmonat
  • ab dem 12. Lebensmonat: Trockenstehermischung
  • ab 16 Monaten künstliche Besamung - abhängig von der körperlichen Entwicklung (mind. 425 kg Lebendgewicht)
  • tragende Jungrinder verbringen den Sommer auf der Larcheralm
  • rechtzeitig zur Vorbereitungsfütterung Umzug in den Milchviehstall (3-4 Wochen vor der Kalbung)
  • angestrebtes Erstkalbealter: 26-28 Monate
Intensive Fütterung im 1. Aufzuchtjahr

Intensive Fütterung im 1. Aufzuchtjahr

Energiearme Fütterung im 2. Aufzuchtjahr

Energiearme Fütterung im 2. Aufzuchtjahr

Zweiphasige Aufzucht

Zweiphasige Aufzucht

2020

Aktuelle Beiträge aus 2020

Im Kreißsaal der Kuh

Miteinander geht´s leichterZoombild vorhanden

Miteinander geht´s leichter

Einer Kuh eine stressfreie, hygienische und zügige Abkalbung zu ermöglichen, ist das oberste Ziel eines jeden Landwirts. Dass dies gelingt, muss der Abkalbebereich entsprechend gestaltet sein. „Den“ perfekten Abkalbestall gibt es nicht. Die Gestaltung dieses Funktionsbereichs ist grundsätzlich von der Tierzahl, dem im Betrieb zur Verfügung stehenden Platzangebot und der Personalsituation abhängig. Zusätzlich zur Genesungsbucht muss je nach zeitlicher Häufung der Abkalbungen bei Neubauten mit einer Abkalbebucht für jeweils 30 Kühe kalkuliert werden. Der Milchviehbestand im Staatsgut Grub umfasst 120 Kühe. Folglich stehen 4 Abkalbebuchten zur Verfügung. Möglich ist auch eine entsprechend geräumige Sammelbucht. Eine ausreichende Größe der Abkalbebuchten von mind. 15 m2 bei einer Einzelbucht oder mind. 8 m2 pro Tier bei einer Sammelbucht ist dringend einzuhalten. Die Kühe müssen sich in den Buchten optimal drehen und bewegen können und es muss genügend Platz für eventuell notwendige Maßnahmen im Rahmen der Geburtshilfe zur Verfügung stehen. Auf einer offenen Liegefläche ohne Trennbügel hat die Kuh eine uneingeschränkte Bewegungsmöglichkeit und kann so beispielsweise während der Geburt beliebige Liegepositionen einnehmen. Dies beeinflusst den Geburtsverlauf positiv. Die Gruber Abkalbebuchten sind 35 m2 groß. Das bedeutet, dass problemlos auch 2 Kühe in ihr Platz haben. „Einzelhaft“ und Isolation in der Abkalbebucht führen gerne dazu, dass die Kühe trauern und ihre Futteraufnahme reduzieren. Bei 2 Kühen in der Bucht sind zudem häufig geburtsstimulierende Effekte zu beobachten, ganz nach dem Motto „Miteinander geht vieles leichter“. Die Hygiene der Abkalbebuchten ist für die Gesundheit der Kuh und des neugeborenen Kalbes von elementarer Bedeutung. Deshalb werden die Abkalbebuchten in Grub im Rein-Raus-Verfahren bewirtschaftet. Eingestreut werden die Buchten mit reichlich Stroh von bester Qualität. Trockensteher, die in diesem Bett aus Stroh viel liegen, haben nachweislich weniger Totgeburten! Auch ältere Kühe müssen leicht aufstehen können. Eine gut eingestreute, rund 20 cm dicke Strohmist-Matratze ist weich und zugleich griffig. Hochtragende Kühe und Rinder müssen rechtzeitig vor der zu erwartenden Geburt in eine Abkalbebucht gebracht werden, damit stressfrei eine langsame Gewöhnung an die neue Umgebung geschehen kann. Eine intensive Tierbeobachtung in dieser Zeit macht den Erfolg perfekt. Ruhe ist generell das Gebot der Stunde! Stress im Geburtszeitraum reduziert die Futteraufnahme und führt zu Stoffwechselproblemen am Laktationsbeginn. Die Kuh ist ein Gewohnheitstier. Sie sollte rund um die Geburt eine maximale Menge Wasser aufnehmen können. Mit dem gleichen System wie in der Milchviehherde tut sie das am ehesten. Jede Abkalbebucht sollte über eine Möglichkeit zum Fixieren der Tiere verfügen. Ist der Fressbereich mit einem Selbstfangfressgitter ausgestattet, können Untersuchungen einfach getätigt und kranken Kühen auch Medikamente verabreicht werden. Arbeitswirtschaftlich günstig ist eine Melkmöglichkeit direkt im Abkalbebereich. So kann man zu jeder Tageszeit oder auch wackelige Kühe direkt nach der Geburt schnell und gefahrlos melken. Von hinten sollten die Abkalbebuchten über große Türen befahrbar sein, wenn es z.B. um das Anheben eines festliegenden Tieres geht. Über große Türen fällt es den Kühen auch leichter, die Buchten zu betreten und nach erfolgter Kalbung wieder auf sicheren Beinen zu verlassen. Lässt sich die Abkalbebox z.B. mit einem Hoflader befahren, ist sie schnell und kräfteschonend entmistet. Offene Gatter und Buchtenabtrennungen mit Rohren eignen sich als Absperrung besser als geschlossene Wände. Sie ermöglichen der separierten Kuh freie Sicht. Noch ruhiger ist sie im Riech-, Hör- und Fühlkontakt mit den Herdenkolleginnen. Abkalbebereiche, die das Prinzip einer „stressfreien Abkalbelinie“ beherzigen und gekonnt in die Praxis umsetzen, stellen eine sehr gute stallbauliche Lösung für alle an einer Rindergeburt Beteiligten dar. Was sich genau dahinter verbirgt, erklärt Ihnen gerne der Koordinator für Rinderhaltung bei den Bayerischen Staatsgütern Wolfgang Müller.
Kontakte sind möglich

Kontakte sind möglich

Auf reichlich Stroh gebettet

Auf reichlich Stroh gebettet

Breite Türen

Breite Türen

Buchtenabtrennungen ermöglichen Sichtkontakt

Buchtenabtrennungen ermöglichen Sichtkontakt

Geräumige Buchten

Geräumige Buchten

Melken in der Abkalbebucht ist möglich

Melken in der Abkalbebucht ist möglich

Möglichkeit zum Fixieren

Möglichkeit zum Fixieren

Nachgeburt

Nachgeburt

Körperpflege leicht gemacht

Kratzmatte - Die neue ErrungenschaftZoombild vorhanden

Kratzmatte - Die neue Errungenschaft

Rinder sorgen durch die eigene Körperpflege für ihr eigenes Wohlbefinden Die Körperpflege dient der Reinigung von Verschmutzungen und dem Schutz vor Ektoparasiten und lästigen Fliegen. Rinder kratzen sich gerne mit ihren Hörnern oder auch den Klauen der Hinterbeine. Sie reiben sich regelmäßig an anderen Kolleginnen und an verschiedenen Gegenständen der Stalleinrichtung. Besonders Einrichtungen zum Scheuern finden deshalb große Akzeptanz. Neben verschiedenen Kuhbürsten aller Art sorgen einfach zu installierende Kratzmatten für sichtbares Wohlbefinden. Im Staatsgut Grub genießen die Kühe zusätzlich zur klassischen Kuhbürste seit Dezember 2020 eine solch einfache Kratzmatte. Die festen Gumminoppen reinigen beim intensiven Scheuern das Fell und lösen auch hartnäckige Verkrustungen von der Körperoberfläche der Kühe. Sie massieren intensiv die Muskulatur und wirken damit durchblutungsfördernd. Entspannung pur! Die Matte kann ohne großen Aufwand flächig an der Wand, zylindrisch oder quadratisch, vertikal oder horizontal montiert werden und ist deshalb universell einsetzbar. Je nach Montage deckt die Kratzmatte auch gefährliche, scharfe Kanten ab und beugt auf diesem Weg unschöne Verletzungen der Kühe vor. Im Unterschied zur elektrischen Kuhbürste benötigt die durchdachte Matte keinen Strom und keine Wartung und ist leicht mit Wasser zu reinigen. Ein preisgünstiger, aber sehr effektiver Beitrag zum Tierwohl!
Die Höhe Passt - Kratzmatte

Die Höhe Passt - Kratzmatte

Kratzen an der Stirn

Kratzen an der Stirn

Kratzen am Kopf

Kratzen am Kopf

Kratzen am Hals

Kratzen am Hals

Entspannung pur

Entspannung pur

Ein Genuss

Ein Genuss

Auf hohem Niveau

MiteinanderZoombild vorhanden

Einträchtiges Miteinander

Der kürzlich veröffentlichte LKV-Jahresbericht beweist es. Die Gruber AMS-Herde konnte auch im abgelaufenen Prüfungsjahr 2020 ihre Leistungsfähigkeit behaupten oder sogar noch ein wenig ausbauen. Die Milchleistung der geprüften Kühe lag bei 9.807 kg Milch. Das bedeutet ein kleines Plus von 81 kg im Vergleich zum Vorjahr. Die Milchinhaltsstoffe können sich mit 4,08 % Fett bei insgesamt 400 kg Fett und 3,45 % Eiweiß bei insgesamt 339 kg Eiweiß auch sehen lassen. Die Erstlaktationsleistungen mit im Durchschnitt 9.293 kg Milch sind stattlich. Beachtlich ist auch die Lebenstagleistung abgegangener Kühe. Eine relativ vielsagende Kennzahl, die die entscheidenden Größen, Milchleistung, Nutzungsdauer und Erstkalbealter in sich vereint. Das für Bayern und die Bundesrepublik definierte Ziel liegt bei >15 kg Milch. Mit 14,8 kg Milch liegt Grub derzeit gut im Rennen. Trotz dieser erfreulichen Entwicklung ist es Ziel aller im Staatsgut Grub für die Rinderhaltung Verantwortlichen, weiter an der Gesundheit und Langlebigkeit der Tiere zu feilen. Deshalb wurden im abgelaufenen Jahr viele, das Tierwohl steigernde Maßnahmen in die Wege geleitet. Was helfen 10.000 und 11.000 kg Milch pro Jahr, wenn dies auf Kosten und zuungunsten der Tiergesundheit und Nutzungsdauer geht, betont der Koordinator für Rinderhaltung bei den Bayerischen Staatsgütern Wolfgang Müller.
Mineralsteine sind wichtig

Mineralsteine sind wichtig

Modernes Fressgitter

Modernes Fressgitter

Es schmeckt

Es schmeckt

Tierwohlbürste

Tierwohlbürste

Zufriedenheit

Zufriedenheit

Praktische Einblicke tun not!

Kälberstall Praktische EinblickeZoombild vorhanden

Erklärung des Haltungssystems

In der letzten Novemberwoche veranstaltete das Institut für Tierernährung und Futterwirtschaft der LfL ein Ausbildungsmodul „Fresser und Bullenmast“ für zwei LKV Mitarbeiter. Zahlreiche Experten der LfL, der Ämter und anderer Organisationen hatten in all den Tagen viel Wissenswertes für die beiden Teilnehmer auf Lager. Die praktischen Ausbildungsteile fanden im Kälber- und Bullenstall der Bayerischen Staatsgüter statt und veranschaulichten und vertieften das viele Gelernte auf sehr nachhaltige Art und Weise. Was wäre jegliche Theorie ohne praktische Umsetzung?
Uns gehts gut

Uns gehts gut

Blick in den Gruber Kälberstall

Blick in den Gruber Kälberstall

Fachgespräch vor dem Kälberstall

Fachgespräch vor dem Kälberstall

Fit statt fett

KörperreservenZoombild vorhanden

Überkonditioniert

In vielen Betrieben besteht die große Gefahr, dass Milchkühe im letzten Laktationsdrittel und der anschließenden Trockenstehzeit verfetten. Speziell am Laktationsende ist vielfach eine zu energiegeladene Ration bzw. eine nicht angepasste Kraftfuttergabe an die doch sinkende Milchleistung ein entscheidender Grund für dieses Phänomen. Kühe mit zu üppigen Fett- und Gewebeauflagen, d.h. einem zu hohen BCS-Score (Body-Condition-Score oder Körperkonditionsindex) um den Zeitpunkt der Kalbung, haben ein deutlich erhöhtes Risiko für Stoffwechsel- und Fruchtbarkeitsstörungen in der folgenden Laktation. Eine nicht leistungsgerechte, zu energiereiche Fütterung insbesondere gegen Ende der Laktation und in der Trockenstehzeit, häufig gekoppelt mit Bewegungsmangel, führen zu einer Verfettung der Tiere. Je fetter die Kuh zur Kalbung kommt, desto schlechter frisst sie am Laktationsbeginn, wo ein Maximum an Nährstoffen notwendig ist. Wenn die Nährstoffe nicht aus der Futteraufnahme kommen, dann aus dem Abbau von Körperreserven, die ja mehr als ausreichend vorhanden sind. 1 kg mobilisiertes Depotfett liefert Energie für 7-10 kg Milch. Mehr als 0.75 BCS-Punkte Körpersubstanzverlust nach der Abkalbung sind ein eindeutiges Indiz für die Mobilisierung von Körperfett. Aufgrund des niedrigen Blutzuckerspiegels ist der Stoffwechsel der Kuh nicht in der Lage, die Fettbruchstücke (Ketonkörper), aus dem Abbau von Körperreserven stammend, vollständig zu verstoffwechseln. Auf diesem Wege lagern sich die Fettbruchstücke im Stoffwechsel an. In der Folge wird unverbranntes Fett in die Leber eingelagert und die Leberzellen sterben unwiederbringlich ab. Ketonkörper „vergiften“ damit die Kuh! Bei der Fettmobilisierung werden auch im Fett eingelagerte Toxine freigesetzt, die zu Vergiftungen führen. Ebenso wird das zum Teil im Fett eingelagerte Progesteron freigesetzt. Dieses wirkt der Brunst entgegen und hemmt die Eierstockaktivität. Ein weites Fett-Eiweiß-Verhältnis von > 1,25: 1 bei der Rasse Fleckvieh weist auf diese kritische Situation hin. Erklärtes Ziel ist es deshalb, eine Verfettung der Kühe am Ende der Laktation zu vermeiden und den Körpergewichtsverlust am Laktationsbeginn zu minimieren. Anzustreben ist ein BCS für Fleckvieh von 3.75-4,0 zur Abkalbung. Ein Körpergewichtsverlust von max. 0.5 kg am Tag in den ersten 100 Laktationstagen ist akzeptabel. Eine angepasste frühe Trockensteherfütterung mit ca. 5,5 MJ NEL/ kg TM gefolgt von einer korrekten Vorbereitungsfütterung in den 2-3 Wochen vor der erwarteten Kalbung mit ca. 6,5 MJ NEL/kg TM machen den Laktationsstart perfekt, rät der Koordinator für Rinderhaltung bei den Bayerischen Staatsgütern Wolfgang Müller und verweist zum Aufspüren von Ketosefällen auf moderne, digitale Hilfsmittel in Form von Ketose-Testgeräten und BCS-Kameras.
Zu viel Fett- und Gewebeauflagen

Zu viel Fett- und Gewebeauflagen

Wenig Fett- und Gewebeauflagen

Wenig Fett- und Gewebeauflagen

Schwache Kondition

Schwache Kondition

Abbau von Körperreserven

Abbau von Körperreserven

Digitales Ketose-Messgerät

Digitales Ketose-Messgerät

BCS-Kamera

BCS-Kamera

Bürste dreh dich!

KälberbürsteZoombild vorhanden

Mini-Schwingbürste

In der ersten Novemberwoche wurden im Gruber Kälberstall in 3 Abteilen Mini-Schwingbürsten installiert. Die Kälberbürste, die nach dem Prinzip der altbewährten schwingenden Kuhbürste aufgebaut ist, ist in sieben Stufen höhenverstellbar. Das ist gerade für die Haltung im Tieflaufstall von größter Wichtigkeit, denn es wird hiermit eine bestmögliche Anpassung an die Größe der Tiere erreicht werden. Am Bürstenzylinder selber befindet sich ein Berührungssensor, der die Drehbewegung in Gang setzt, sobald ein Tier die Bürste berührt. Wird die Bürste vom Kalb nicht mehr genutzt, schaltet sie sich nach etwa 10 Sekunden automatisch ab. Die wichtige Tiersicherheit wird dadurch gewährleistet, dass die Drehbewegung bei geringem Widerstand gestoppt wird und die Stromkabel gegen Verbiss durch die Tiere geschützt sind. Sowohl die Tiersicherheit als auch ein geringer Energieverbrauch wurden von der DLG bestätigt. Die Bürste wird durch einen 24 V Motor angetrieben und kann an der Wand sowie an Pfosten montiert werden. Die Drehgeschwindigkeit beträgt 25,5 U/min. Der Bürstenzylinder dreht abwechselnd in beide Richtungen.
Die Mini-Schwingbürste ist ein wichtiger Beitrag zur Beschäftigung der Kälber. Sie erledigt zuverlässig die Säuberung des Fells und trägt insgesamt erheblich zum Wohlbefinden der „Kleinen“ bei. Deshalb war auch der Andrang an den neuen Bürsten in den ersten Tagen enorm. Die restlichen 3 Kälberabteile wurden zeitgleich mit je einem 2-Bürstensystem, bestehend aus einer senkrechten und einer waagrechten Bürste, ausgestattet und auch hier war die Akzeptanz von der ersten Stunde an bestens. Durch das Anheben der Bürsten wird das Gerät selbstständig von den Kälbern in Gang gesetzt. Unterschiedliche Körpergrößen mit einem Höhenausgleich bis zu 30 cm werden durch eine patentierte Parallelogramm-Konstruktion bestens ausgeglichen. Die Bürsten bestehen aus hochwertigem Nylon. Die Bürstenumdrehung liegt bei 60 U/min. Und wieder ist ein wertvoller Beitrag zum Tierwohl in der Gruber Rinderhaltung angekommen.
Neu installiert

Neu installiert

Welch ein Genuss

Welch ein Genuss

Tierwohl

Tierwohl

Kopfmassage

Kopfmassage

Jetzt kommt der Rücken dran

Jetzt kommt der Rücken dran

Ein wunderbares Angebot

Ein wunderbares Angebot

Wie hoch darf die Tränke sein?

Die neue TränkeZoombild vorhanden

Die neue Jungviehtränke

In den ersten Novembertagen wurden im Gruber Jungviehstall neue Tränken installiert. Die alte Tränketechnik war in die Jahre gekommen und Undichtigkeiten führten zu großen Wasserverlusten, die in eine ungewollte Güllevermehrung mündeten. Zudem waren die alten Tränken, was die Wasserstandshöhe über dem Boden betrifft, deutlich zu hoch installiert. Wie der Koordinator für Rinderhaltung bei den Bayerischen Staatgütern Wolfgang Müller empfiehlt und wie es die Bilder auch unmissverständlich beweisen, sollte die Wasserstandshöhe über dem Boden für Jungrinder im 1. Aufzuchtjahr 50 cm und für Jungrinder in den Folgeaufzuchtjahren 60 cm betragen. Auf diesem Weg wird die Wasseraufnahme zu einem regelrechten Genuss!
Kritischer Blick

Kritischer Blick

Wasserstandshöhe 50 cm über dem Boden

Wasserstandshöhe 50 cm über dem Boden

Wasserstandshöhe 60 cm über dem Boden

Wasserstandshöhe 60 cm über dem Boden

Die Höhe passt

Die Höhe passt

Das Warndreieck der Kuh

Das Warndreieck der KuhZoombild vorhanden

Das Warndreieck der Kuh

Die Hungergrube einer Kuh wird häufig als „Warndreieck“ betitelt. Was steckt hinter dieser Aussage? Die Hungergrube repräsentiert den aktuellen Füllungsgrad des Pansens und beweist damit ganz klar, was die Kuh in den letzten 6 Stunden an Futter gefressen hat. Die Hungergrube ist aber auch Indiz für die Passagegeschwindigkeit des Futters durch den gesamten Verdauungstrakt. Vor allem in der Zeit nach erfolgter Kalbung ist die Fütterung meist eine kritische Gratwanderung zwischen einer hohen Energieversorgung und den immer geltenden Ansprüchen an eine wiederkäuergerechte Fütterung. Die alles entscheidende Größe in dieser Phase ist deshalb eine optimale Futteraufnahme. Ob die Kuh ausreichend gefressen hat, beweist die Pansenfüllung. Die Beurteilung der Pansenfüllung führt man am besten links hinter der Kuh stehend durch. Die Form der Hungergrube ist immer dem Laktationsstadium angepasst. Die Bonitur erfolgt auf einer Notenskala von eins bis fünf. Note 1 steht für eine tief eingefallene Hungergrube. Die Kuh hat z.B. wegen akuter Krankheit oder unzureichender Futterverfügbarkeit wenig oder nichts gefressen. Bei Note 5 sind die Querfortsätze wegen des gut gefüllten Pansens nicht mehr sichtbar. Diese Note ist bei trockenstehenden Kühen wünschenswert. Für laktierende Milchkühe ist die Note 3 anzustreben. Der gesunde Pansen wölbt sich apfelförmig aus und fühlt sich beim Eindrücken fest an. Die Hungergrube ist noch hinter dem Rippenbogen sichtbar. Mit geschultem Blick kann also jeder Praktiker an der Kuh schnell und einfach die Auswirkungen von negativen Einflüssen der Fütterung erkennen und schlagartig verbessern. Speziell am Laktationsbeginn kann eine stärkere Ausprägung der Hungergrube aber durchaus normal sein. Die Kuh hat erst gekalbt und das Kalb, das Fruchtwasser und die Gebärmutter haben den Pansen nach vorne verdrängt. Ist die Hungergrube aber in der weiteren Laktation so deutlich sichtbar, fehlt es bei der Kuh an Trockenmasseaufnahme. Mögliche Ursachen sind dann Krankheiten wie z.B. Ketose, Pansenübersäuerung, Infektionen und Klauenprobleme. Auch ein zu enges Tier-Fressplatz-Verhältnis und ein insgesamt zu geringes Angebot an Futter forcieren die Problematik. Breite Verkehrsflächen verhindern ein „Mobbing“ unter den Kühen. Erklärtes Ziel ist es also, die Hungergrube nach der Geburt schnellstmöglich aufzufüllen bzw. die Kuh optimal zu füttern, so dass die Hungergrube nur noch leicht und ohne Dreiecksform zu erkennen ist. Dazu gilt es, hochkarätige Rationen ganz gezielt zu gestalten und zu berechnen. Eine angepasste Trockensteher- und Vorbereitungsfütterung sind Grundvoraussetzung für einen gelingenden Start in die Laktation.

Leere Hungergrube - Was jetzt?
Wenn für eine Kuh in den ersten Tagen nach der Geburt oder in der weiteren Laktation ein zu niedriger Füllungsgrad des Pansens zu beobachten ist, ist Folgendes zu tun:
  • Kuh intensiv beobachten
  • regelmäßig Körpertemperatur messen
  • Haarkleid, Körperkondition und MLP-Daten kontrollieren
  • Ketose-Schnelltest durchführen
  • zusätzliche Energie verabreichen (Glucose)
  • bei Bedarf: Kuh dem Tierarzt vorstellen
Boniturschema Pansen

Boniturschema Pansen

Gute Pansenfüllung

Gute Pansenfüllung

Perfekte Pansenfüllung

Perfekte Pansenfüllung

In der Abkalbebucht

In der Abkalbebucht

Pansenfüllung nach der Kalbung

Pansenfüllung nach der Kalbung

Nach der Geburt

Nach der Geburt

Schlechte Pansenfüllung

Schlechte Pansenfüllung

Kuh mit Ketose

Kuh mit Ketose

Mein Name ist - "GRETE"

Ein super GerätZoombild vorhanden

GRETE - Ein super Gerät

Die meisten Erkrankungen bei Kälbern sind sogenannte „Faktorenerkrankungen“. Das heißt, dass mehrere kleine Ursachen für das Entstehen einer Krankheit verantwortlich sind. So kann Durchfall das Ergebnis von Durchfallerregern, Fehlern in der Fütterung und Haltung, Stress oder von allen dreien sein. Ein wunder Punkt in vielen Betrieben sind unhygienische Tränkeeimer, deren exakte Reinigung mangels Zeit stark vernachlässigt wird. Haben Sie mal überlegt, wie viel Zeit Sie in Ihrem Betrieb mit der Reinigung von Tränkeeimern verbringen? Vielleicht sind es zehn Minuten pro Melkzeit - übers Jahr gerechnet sind es dann aber 121 Stunden, die Sie dafür verwenden. Seit Oktober ist deshalb „Grete“ (Gerät zur Reinigung von Tränkeeimern) der weltweit erste Kälbertränkeeimer-Vollwaschautomat im Staatsgut Grub im Einsatz. „Grete“ bietet Platz für 10 Tränkeeimer beliebigen Fabrikats. Und wie bei der Melktechnik wird erst kalt vorgespült, abgepumpt und dann mit Chemie und warmem Wasser gereinigt. Zur Nuckelreinigung streichen sich im Kreis drehende Rollen zwölf Mal pro Minute, also 100 Mal pro Reinigungsvorgang, über das Material und rollieren die darin befindliche Milch sowie etwaige Reinigungslösungen heraus. Zum Schluss folgt noch das Nachspülen mit kaltem Wasser. Eine komplette Reinigung dauert nur ganze 15 Minuten. Im Anschluss können die Eimer geschützt vor Fliegen zum Trocknen im Automaten bleiben. Pikobello gereinigte Tränkeeimer, eingesparte Arbeitszeit, ein verbesserter Arbeitsschutz und ein Einsparen von Wasser und Chemie gegenüber einer Handreinigung - was möchte man mehr?
Lieferung Grete

Lieferung Grete

erster Einsatz für Grete kann kommen

erster Einsatz für Grete kann kommen

Grete befüllt mit Eimern

Grete befüllt mit Eimern

Nuckelreinigung

Nuckelreinigung

Engagierter züchterischer Nachwuchs

Messen der BeckenlängeZoombild vorhanden

Messen der Beckenlänge

1 Dame und 5 Herren von verschiedenen Fachzentren für Rinderzucht quer durch Bayern kamen am Mittwoch, 30.09. zu einer Fortbildung an die LfL nach Grub. Thema war die lineare Beschreibung von Kühen. Die 6 neuen Mitarbeiter/innen beschäftigen sich bei ihrer künftigen Tätigkeit vermehrt mit der Bullenmutterbewertung in den Praxisbetrieben. Am Vormittag führte Herr Bernhard Luntz vom Institut für Tierzucht der LfL sehr fundiert in die theoretischen Grundlagen der linearen Beschreibung ein. Der praktische Teil folgte am Nachmittag im Milchviehstall der Bayerischen Staatsgüter. Hier warteten bereits 4 Kühe geduldig auf die züchterisch engagierten jungen Leute.
Einführende Worte

Einführende Worte

Die Teilnehmergruppe

Die Teilnehmergruppe

Die Kühe sind bereit

Die Kühe sind bereit

Intensives Arbeiten

Intensives Arbeiten

Vorbereitung zum Messen des Kreuzbeines

Vorbereitung zum Messen des Kreuzbeines

Messen der Kreuzbeinhöhe

Messen der Kreuzbeinhöhe

Nackte Tatsachen

Korrekte LiegepositionZoombild vorhanden

Korrekte Liegeposition

Praktiker berichten in Gesprächen immer wieder von Hautveränderungen nicht nur an der Außenseite, sondern auch an der Innenseite der Sprunggelenke ihrer Kühe im Laufstall. Diese Hautveränderungen beginnen mit haarlosen Stellen und enden bei offenen Wunden. Sie sind in die Gruppe der haltungsbedingten Verletzungen, sprich Technopathien, einzuordnen und ein eindeutiges Indiz dafür, dass die Kühe beim Liegen ein oder gar beide Hinterbeine über die Kotschwelle der Liegebox hinausstrecken müssen. Fazit: Die Liegebox ist eindeutig zu kurz!
Kühe liegen normalerweise mit den Hinterbeinen unter dem Bauch, sie strecken sie nicht nach hinten aus. Um den Tieren ein angenehmeres Liegen zu ermöglichen, kann man die Liegeboxen provisorisch z.B. mit einer Brettkonstruktion verlängern. Beim Stallumbau muss unbedingt die Größe der Liegeboxen an die Größe der heute sehr rahmigen Kühe angepasst werden. Hat die Kuh bedingt durch Technopathien im Bereich des Sprunggelenks Schmerzen, so wird sich ihre Liegedauer verringern. Jedes Hinlegen und Aufstehen ist ja mit einem mehr oder weniger großen Schmerz verbunden. Folglich bleibt die Kuh aus Sicherheitsgründen stehen, was zu einer Fehl- bzw. Überbelastung der Klaue führt. Auf diese Weise sind haarlose Stellen an den Sprunggelenken als Vorboten für Klauenerkrankungen einzuordnen.
Haarlose Stelle außen am Sprunggelenk

Haarlose Stelle außen am Sprunggelenk

Haarlose Stelle innen am Sprunggelenk

Haarlose Stelle innen am Sprunggelenk

Liegebox ist zu kurz

Liegebox ist zu kurz

Nackte Tatsachen

Nackte Tatsachen

Korrektes Liegen

Korrektes Liegen

Das Stallklima macht`s

Die Arbeiten sind vollendetZoombild vorhanden

Die Arbeiten sind vollendet

Das Stallklima trägt in großem Stil zum Wohlbefinden und der Leistungsfähigkeit der Milchkühe
bei. Viele Milchkühe verbringen heutzutage ihr ganzes Leben in Stallhaltung. Für die Wohlfühltemperatur nennt Frau MAHLKOW-NERGE (2007) einen Bereich von -7°C bis 17°C als Optimalbereich.
Die heutige moderne Milchproduktion verlangt dem Stoffwechsel der Milchkühe Leistungen, vergleichbar den Höchstleistungen von Spitzensportlern, ab und setzt viel metabolische Wärme
frei. Kann diese Wärme bei zu hohen Umgebungstemperaturen nicht ausreichend abgegeben werden, kommt es zu Hitzestress bei den Kühen. Die Auswirkungen einer nicht
kompensierbaren Hitzebelastung sind vielgestaltig. So wird ein Anstieg der Körpertemperatur
und eine Abnahme der Futteraufnahme beobachtet, was wiederum eine verminderte Milchleistung
und –qualität zur Folge hat. Zur Abmilderung von Hitzestress muss folglich eine ausreichende Belüftung des Stallgebäudes erfolgen, um Temperatur und Luftfeuchtigkeit im optimalen Bereich zu halten. Zur Optimierung des Stallklimas des im Jahre 1997 erbauten Milchviehstalls der Bayerischen Staatsgüter in Grub wurde in der ersten Septemberwoche die als Spaceboard verbretterte Nordwand entfernt und durch Curtains mit einer Lüftungssteuerung ersetzt. Ein sehr entscheidender Beitrag zur Stallklimagestaltung und zum Wohlfühlen in einem 23 Jahre alten Stall, der Heimat für eine sehr leistungsstarke Fleckviehherde ist.
Dein Einbau kann beginnen

Dein Einbau kann beginnen

Abbau der Nordwand

Abbau der Nordwand

Die Verbretterung muss weg

Die Verbretterung muss weg

Der Einbau ist in vollem Gange

Der Einbau ist in vollem Gange

Das Werk ist fast vollendet

Das Werk ist fast vollendet

Nicht nur der Winter kann kommen

Die Oberlichten sind eingebautZoombild vorhanden

Die Oberlichten sind eingebaut

Am Montag, den 14.09. wurde die Belüftung des Gruber Kälberstalles weiter perfektioniert. Nach Klimadeckeln für die einzelnen Tiefstreubuchten wurden jetzt Oberlichten, bespannt mit Windschutznetzen, nachgerüstet. Diese sollen die kalte, stets in den Aufenthaltsbereich der Kälber hinunterfallende Luft abhalten. „Schlechtes Stallklima ist ein großer Risikofaktor für Atemwegs- und Lungenerkrankungen bei den Kälbern“, bemerkt der Koordinator für Rinderhaltung bei den Bayerischen Staatsgütern Wolfgang Müller. Kälberställe dürfen deshalb nicht zu groß bzw. zu hoch gebaut sein, da es sonst zu Problemen mit dem Stallklima kommen kann. Die noch relativ kleinen Tiere produzieren wenig Eigenwärme und somit wird ein optimaler Luftaustausch zur Abführung von Feuchtigkeit, Schadgasen und Keimen in vielen Fällen nicht erreicht bzw. kann kalte Luft in den Aufenthaltsbereich der Kälber absinken. Probleme mit den Atemwegen sind dann nicht selten die Folge. Etwa 10 m³ Luftvolumen je Kalb gelten als Planungsgröße. Je nach Stalltyp und Belegdichte kann es daher sinnvoll sein, in den einzelnen Stallabteilen ein sogenanntes Mikroklima zu schaffen. Ein Haltungssystem, das die Kleinklimabedingungen bereits mitbringt und zudem relativ flexibel und einfach zu erstellen ist, ist die Haltung in Gruppen- bzw. Großgruppeniglus mit überdachten Bewegungs- und Fressbereichen.
Vorbereitung der Windschutznetze

Vorbereitung der Windschutznetze

Einbau in luftiger Höhe

Einbau in luftiger Höhe

Die fehlenden Oberlichten

Die fehlenden Oberlichten

Fleisch für den Vegetarier

Kuh Und Neugeborenes KalbZoombild vorhanden

Kuh Und Neugeborenes Kalb

Milchviehhalter beobachten immer wieder, dass Kühe unmittelbar nach der erfolgten Kalbung ihre Nachgeburt genüsslich verspeisen. Aber nicht jede Kuh macht das. Zeigt die Kuh beispielsweise ein Nachgeburtsverhalten, ist dies ja auch gar nicht möglich. Das Fressen der abgegangenen Nachgeburt scheint also dem natürlichen Instinkt der Kühe zu entsprechen. Für das Rind als reinen Pflanzenfresser ist dieser „Fleischkonsum“ eine eher ungewöhnliche Aktion. Es gibt aber zwei gewichtige Gründe hierfür. Die Nachgeburt (Plazenta) riecht äußerst stark und intensiv. Raubtiere aller Art werden von diesem Geruch regelrecht magisch angezogen. Alle Rabenvögel, Füchse und Wildschweine reagieren besonders stark darauf. Eine Bedrohung für das neugeborene Kalb! Die Kuh vertilgt die Nachgeburt deshalb instinktiv sehr hastig und unter vollem Einsatz der Kaumuskulatur, um kein Raubwild anzulocken. Zudem sind die Reste der Plazenta sehr eiweißreich. Die Kuh zeigt gerade in den ersten Tagen nach der Geburt eine verhaltene bzw. reduzierte Futteraufnahme. So versorgt sie sich durch das Fressen der Nachgeburt selbst mit Vitaminen und anderen wichtigen Nährstoffen, die sie am Laktationsbeginn dringend brauchen kann. Ein willkommener Nährstoffschub! Erklärtes Ziel ist und bleibt es, den Kühen die Möglichkeit zu geben, die Nachgeburt zu fressen. Die Nachgeburt sollte jedoch weder vom Hofhund noch vom Fuchs verzehrt werden können. Wird sie nicht zügig nach der Geburt von der Kuh gefressen, sollte die Nachgeburt auf jeden Fall entsorgt werden. Sinn und Zweck des Nachgeburtsverzehrs bei Kühen sind aber bis zum heutigen Tag nicht wissenschaftlich belegt.
Die Nachgeburt schmeckt

Die Nachgeburt schmeckt

Die Jungkuh frisst die Nachgeburt

Die Jungkuh frisst die Nachgeburt

Es bleibt ein Kompromiss

ProbeliegenZoombild vorhanden

Probeliegen

In der zweiten Woche im September wurden im Rahmen des Gruber Milchviehstall-Updates 9 neue Liegeboxen eingebaut. Damit ist die Erneuerung sämtlicher Liegeboxen fast abgeschlossen. Alle Liegeboxen der Gruber AMS-Herde verfügen jetzt über flexible Liegeboxenabtrennungen, die ein angenehmes Liegen Rücken an Rücken möglich machen. Die Liegeboxenbreite bei starren Abtrennungen beträgt 135 cm, bei flexiblen Abtrennungen 125 cm. Wichtig ist auch eine entsprechende Bodenfreiheit der Abtrennungen, betont der Koordinator für Rinderhaltung bei BaySG Wolfgang Müller. „Wir wollen ein glänzendes Fell und kein glänzendes Metall!“ Die Entscheidung über die Abmessungen der Liegeboxen in einem Stall ist immer ein gewisser Kompromiss für und gegen einzelne Kühe in der Herde bzw. zwischen Tierwohl, Arbeitswirtschaft und Hygiene. Letztere stellt im Sinne der Tiergesundheit durchaus wieder einen Beitrag zum Tierkomfort dar. Um dem „Weichbodenlieger“ Rind bestens Rechnung zu tragen, wurde jetzt das sogenannte Akwatopsoft–Matratzensystem eingebaut. Eine 40 mm dicke Schaummatratze mit Wasserbettauflage bietet hierbei 70 mm Komfort, welcher die Kühe zu längeren Liegezeiten anregt, zur Tiergesundheit beiträgt und schließlich die Milchproduktion ankurbelt. Ziel ist und bleibt es, dem Großteil der Herde einen adäquaten Liegeplatz zu bieten und Sauberkeit von Liegebox und Tier mit möglichst wenig Aufwand zu gewährleisten.


Demontage der alten Liegeboxen

Demontage der alten Liegeboxen

Material vor dem Stall

Material vor dem Stall

Die Schaummatratzen

Die Schaummatratzen

Aufgerollte Wasserbetten

Aufgerollte Wasserbetten

Einbau der neuen Aufstallung

Einbau der neuen Aufstallung

Flexible Abtrennungen

Flexible Abtrennungen

Abgerundete Bugschwellen

Abgerundete Bugschwellen

Ein starkes Team

Ein starkes Team

Verlegen der Schaummatratzen

Verlegen der Schaummatratzen

Schaummatratze

Schaummatratze

Inbeschlagnahme

Inbeschlagnahme

Rückwärts eingeparkt

Rückwärts eingeparkt

Da Summa is umma

Die LarcheralmZoombild vorhanden

Die Larcheralm

In den letzten Augusttagen besuchte der Koordinator für Rinderhaltung bei den Bayerischen Staatsgütern Wolfgang Müller die Larcheralm oberhalb von Bayrischzell. Die 28 Gruber Jungrinder genießen nach wie vor die Sommerfrische in nächster Nähe zum Wendelstein und fühlen sich sichtlich wohl. Und doch kündigt sich unübersehbar der Herbst an. Die Nächte werden kühler, das erste Laub beginnt zu fallen und der Aufwuchs auf den Almflächen wird weniger. Nach einem bisher ohne Zwischenfälle verlaufenem Almsommer, der sich auch wettermäßig sehen lassen konnte, ist der Almabtrieb für die erste Oktoberwoche geplant. In der Zusammenschau des Sommers hat sich damit der wunderbare Spruch bestätigt, der auf einer gemalten Tafel über dem Eingang zur Larcheralm zu lesen ist: „ Es grüne die Weide, es wachse das Vieh, Gott lohne dem Züchter die Arbeit und Müh.“
Am Waldesrand

Am Waldesrand

Ameisenhaufen

Ameisenhaufen

Auf dem Weg

Auf dem Weg

Bequemes Liegen

Bequemes Liegen

Blick Richtung Sudelfeld

Blick Richtung Sudelfeld

Das Almgebäude

Das Almgebäude

Gedenkstein vor der Alm

Gedenkstein vor der Alm

Gemütliches Almleben

Gemütliches Almleben

Ruhephase

Ruhephase

Silberdisteln

Silberdisteln

Über dem Eingang zur Alm

Über dem Eingang zur Alm

Wendelstein

Wendelstein

Leck mich!

Die Höhe passtZoombild vorhanden

Die Höhe passt

Die Mineralstoffversorgung spielt in der Fütterung eine große Rolle. Warum sind Minerallecksteine und Viehsalz so wichtig?
Der Bedarf an Natrium kann über das Grundfutter vielfach nicht gedeckt werden. Eine Unterversorgung mit Natrium kann zu veränderten Gefrierpunkten in der Anlieferungsmilch und noch schlimmer zu Fruchtbarkeitsproblemen verschiedener Art führen. Stillbrünstigkeit, eine unregelmäßige Brunst, Zysten oder eine geringere Milchleistung können die Folge sein. Durch das Zufüttern von Viehsalz und Mineralfutter oder das Bereitstellen von Salz- und/oder Minerallecksteinen können solche Probleme vermieden werden. Jedoch sollte das Grundfutter zuerst immer labortechnisch analysiert werden, um die Tiere auch stets bedarfsgerecht mit allen Mineralstoffen zu versorgen. Grundlage jeder Rationsberechnung ist eine Grundfutteruntersuchung, die auch die Mineralstoffe berücksichtigt! Bei laktierenden Kühen wird beispielsweise eine tägliche Ergänzung von 30 g bis 50 g Viehsalz empfohlen.

Neben der Grundfutteruntersuchung kann auch die Tierbeobachtung auf einen möglichen Mangel an Mengen- und Spurenelementen hinweisen. Wenn die Tiere z.B. eine extreme Lecksucht im Stall an den Tag legen, muss ihnen unbedingt Viehsalz und Mineralfutter angeboten werden.

Damit die Kühe das ganze Jahr über optimal versorgt werden, kann das Viehsalz und das Mineralfutter direkt in das Futter/Mischration eingebracht oder als Leckstein angeboten werden. Das Bereitstellen von speziell Natrium über Lecksteine fördert die Wasseraufnahme. Daher ist eine optimierte Wasserversorgung in der Nähe von Lecksteinen zu garantieren. Viele Lecksteine werden zwar von den Tieren sehr gerne angenommen, zerbrechen aber sehr bald in ihren Halterungen in viele Einzelstücke und landen auf dem schmutzigen Stallboden. Damit sind sie für die Kühe unattraktiv und landen in der Gülle. Zudem geht bei den klassischen Lecksteinhalterungen in Höhe der Tränken während des Schleckens wertvoller Speichel verloren, der aus dem Maul auf den Boden tropft. Speichel steht für eine puffernde Wirkung in Sachen Pansen-pH und gehört folglich nicht auf den Boden, sondern in den Pansen. Eine eindeutig bessere und verlustärmere Variante stellen deshalb Lecksteine dar, die sehr hart verpresst und damit witterungsbeständig und für Außenklimaställe bestens geeignet sind. Werden diese Lecksteine in einer Höhe von 1,80 m angebracht, sind die Kühe gezwungen, diese zu drehen. Eine in vielen von Langeweile geprägten Ställen willkommene Beschäftigungstherapie! Damit passiert eine sehr gleichmäßige Abnutzung und zum Schluss bleibt nur ein kleiner Ring, der dann als Verlust zu buchen ist. Ist aber eine ungleichmäßige Abnutzung zu beobachten, so müssen die Steine höher gehängt werden. Die Körperhaltung bei einem „Überkopfarbeiten“ in einer Höhe von 1,80 m zwingt die Kühe automatisch zum Abschlucken des aktuell produzierten Speichels. Pansengesundheit pur und damit ein kleiner, aber sehr wertvoller Beitrag zum Tierwohl aus Sicht der Fütterung!

Anbringung in 1.80 m Höhe

Anbringung in 1.80 m Höhe

Der Leckstein wird gedreht

Der Leckstein wird gedreht

Der Speichel wird abgeschluckt

Der Speichel wird abgeschluckt

Gleichmäßige Abnutzung

Gleichmäßige Abnutzung

Kuh am Leckstein

Kuh am Leckstein

Lecksteine sind begehrt

Lecksteine sind begehrt

Lecksteinrest in der Halterung

Lecksteinrest in der Halterung

Speichel am Boden

Speichel am Boden

Speichel gehört in den Pansen

Speichel gehört in den Pansen

Zerbrochener Leckstein

Zerbrochener Leckstein

Zu zweit geht alles besser

Zu zweit geht alles besser

Hitzestress lass nach!

Installation der VentilatorenZoombild vorhanden

Installation der Ventilatoren

In der Woche von Maria Himmelfahrt wurden bei hochsommerlichen Temperaturen, die für die Kuh einen nicht unerheblichen Hitzestress bedeuten, im Abkalbestall des Staatsgutes Grub zwei leistungsstarke Radialventilatoren eingebaut. Die vier geräumigen Abkalbebuchten sind in einem gemauerten und damit isolierten ehemaligen Versuchsstall untergebracht. Und trotzdem leiden die hier um die Geburt herum aufgestallten hochtragenden Tiere gerade in den Sommermonaten sicht- und spürbar unter der sengenden Hitze. Eine Möglichkeit, die Temperaturbedingungen im Stall zu steuern, sind Ventilatoren. Kühe, denen während der Trockenstehphase Hitzestress zu schaffen macht, produzieren in der Folgelaktation weniger Milch. Sie sind in der Folge anfälliger für Krankheiten und werden schlechter wieder trächtig. Untersuchungen der Universität Florida belegen, dass Hitzestress während der Trockenstehphase aber nicht nur die Kuh, sondern auch das ungeborene Kalb beeinflusst. Niedrigere Geburtsgewichte und ein geschwächtes Immunsystem des Kalbes sind bei hohen Temperaturen die unausweichliche Folge. Kälber von Hitzestress-Müttern sind ein Leben lang benachteiligt! Was sind doch die zwei neu installierten Radialventilatoren, angesichts immer heißer werdender Sommer, für eine wertvolle Investition in die Zukunft und zugunsten des Tierwohls?
Radialventilatoren

Radialventilatoren

Abkalbebuchten

Abkalbebuchten

Kuh und neugeborenes Kalb

Kuh und neugeborenes Kalb

Jungkuh frisst die Nachgeburt

Jungkuh frisst die Nachgeburt

Kälberaufzucht – eine Herausforderung!

Der Gruber KälberstallZoombild vorhanden

Der Gruber Kälberstall

Eine erfolgreiche Kälberaufzucht stellt eine für die Produktivität der Milchproduktion zentrale Komponente dar. Das Kalb von heute ist die Milchkuh bzw. der Mastbulle von morgen! Die unproblematische Aufzucht vitaler, wüchsiger und gesunder Kälber ist eine elementare Grundlage für den wirtschaftlichen Erfolg. Das setzt eine minimale Totgeburtenrate und eine intensive Aufzucht unter Vermeidung von gehäuft auftretenden Kälbererkrankungen voraus. Nur so kann man ein anzustrebendes Erstkalbealter bei Fleckvieh von 26–28 Monaten erreichen. Bestands-probleme wie z.B. Kälberdurchfall und Rindergrippe müssen nicht sein. Sie sind ein Spiegelbild systematischer Fehler in den Bereichen Fütterung und Haltung. Diese gilt es in Zusammenarbeit mit dem Hoftierarzt herauszufinden und umgehend abzustellen. Gesunde und frohwüchsige Kälber werden es Ihnen danken! Kranke Kälber machen bekanntlich viel Arbeit und verursachen hohe Kosten. Es ist deshalb sinnvoll, Zeit und Sorgfalt in die tägliche Fütterung, Tierbeobachtung und vorbeugende Maßnahmen zu investieren (z. B. Geburtsüberwachung, Biestmilchversorgung, Nabeldesinfektion, Impfprophylaxe, Entmistung, Reinigung und Desinfektion). Diese Arbeiten sind für jedermann planbar. Nur gesunde Kälber werden zu leistungsstarken Milchkühen bzw. bringen später gute Mastleistungen. Da Kälber als „Monogastrier“ geboren werden und erst ab der 4. Lebenswoche nennenswerte Nährstoffmengen über festes Futter aufnehmen können, praktiziert man im Staatsgut Grub die Ad-libitum Tränke. “Eine höhere Zunahme bei den Kälbern in den ersten Lebenswochen wirkt sich positiv auf die spätere Milchleistung aus!” betont der Koordinator für Rinderhaltung bei den Bayerischen Staatsgütern Wolfgang Müller. Die Höhe des Wachstums in den ersten Wochen prägt den Stoffwechsel und beeinflusst die Leistungsbereitschaft und die Nutzungsdauer der Kühe nachhaltig. Dieser Effekt wird als metabolische Programmierung bezeichnet.
Kälberaufzucht im Staatsgut Grub

Geburt

  • Sofortige Biestmilchgabe „so früh wie möglich“ und „so viel wie möglich“
  • Trockenlecken durch die Kuh
  • Ermittlung des Geburtsgewichts, evtl. Nabelversorgung und Markierung nach VVVO
  • Einstallung in eine gereinigte und desinfizierte Einzelbox

1. und 2. Lebenswoche (Einzelbox)

  • ca. 8-10 Liter angesäuerte Vollmilch – Eimertränke – ad libitum
  • Wasser und Trocken-TMR zur freien Verfügung
  • Enthornung der Kälber mit Sedierung und Schmerzmittel

3. – 7. Lebenswoche (Gruppenhaltung)

  • Umstallung in die Gruppenhaltung/Tieflaufstall
  • ca. 12-14 Liter Vollmilch – Automatentränke – ad libitum
  • Wasser, Trocken-TMR und Heu zur freien Aufnahme

8. und 9. Lebenswoche

  • ca. 6 Liter Vollmilch – Automatentränke – rationiert

10. – 12. Lebenswoche

  • Langsames Abtränken – schrittweise Reduzierung der Tränke

12. Lebenswoche

  • Absetzen der Tränke
  • Vorlage der partiellen Mischration der Milchkühe
Kalb am Spieligel

Kalb am Spieligel

Kälber im Tiefstreustall

Kälber im Tiefstreustall

Kälber in Einzelhaltung

Kälber in Einzelhaltung

Gesundes Kalb

Gesundes Kalb

Zufriedenes Kalb

Zufriedenes Kalb

Auf Stroh gebettet

Auf Stroh gebettet

Hubtor öffne dich

Einbau der neuen HubtoreZoombild vorhanden

Einbau der neuen Hubtore

Im Rahmen des Stall-Updates wurden im Gruber Milchviehstall Ende Juli Hubtore eingebaut. Diese ersetzen die bisherigen Schwenktore. Die Hubtore sind perfekt austariert und können ohne großen Kraftaufwand geöffnet und geschlossen werden. Durch die Konzeption der Tore entfällt das Öffnen in den Raum hinein. So entsteht ein "barrierefreier" Durchgang für die Tiere. Hubtore kommen deshalb vorwiegend dort zum Einsatz, wo schwenkbare Absperrungen keinen Platz finden. Die handbetriebenen Hubtore öffnen und schließen sich, indem sie nach oben und unten gedrückt werden. Da die Tore perfekt ausgewuchtet werden, lassen sie sich leicht und reibungslos bewegen und bleiben stets in der gewünschten Position. Sie eignen sich besonders für stark frequentierte Eingangsbereiche, Fütterungspassagen und für das Routing zum und aus dem Melkstand, ohne dass Tore in eine Tiergruppe hinein geöffnet werden müssen. Hubtore sind vollständig anpassbar und damit universell einsetzbar.
Baustelle

Baustelle

Neues Hubtor im Selektionsbereich

Neues Hubtor im Selektionsbereich

Montage der Hubtore

Montage der Hubtore

Die Kühe tragen blau

Das blaue HalsbandZoombild vorhanden

Das blaue Halsband

Vier Kühe der Gruber Melkstandherde trugen in der dritten Juliwoche für vier Tage auffällige blaue Halsbänder. Die Halsbänder sollten in dieser kurzen Zeit nur auf Funktionstauglichkeit, d.h. ein Erfassen der Aktivität der Tiere und eine korrekte Aufzeichnung der Uhrzeit, geprüft werden. Sie stehen in Zusammenhang mit einem Projekt des Institutes für Landtechnik und Tierhaltung ILT, in dem die Aktivitätsmessung auch für die Weidehaltung praxistauglich gemacht werden soll. Nachdem die Kühe auf der Weide grundsätzlich mehr in Bewegung sind als im Stall, gilt es die entsprechenden Aktivitätswerte z.B. für die Brunst neu zu definieren.
Nach dem Anlegen der Halsbänder

Nach dem Anlegen der Halsbänder

Genüssliches Fressen

Genüssliches Fressen

Aktivitätsmessung

Aktivitätsmessung

Es lohnt sich nicht!

Überbelegter MilchviehstallZoombild vorhanden

Überbelegter Milchviehstall

In vielen Milchviehställen ist eine Überbelegung zu beobachten. Bezüglich des Tier-Liegeplatz-Verhältnisses sind zwar sowohl im Tierschutzgesetz als auch in der Tierschutz-Nutztierhaltungsverordnung keine konkreten Anforderungen enthalten. Jedoch ist in den europäischen Übereinkommen zum Schutz von Tieren in landwirtschaftlichen Tierhaltungen aus dem Jahr 1976 sowie im Erlass aus dem Jahr 1988 festgelegt, dass bei Laufstallhaltung die Zahl der aufgestellten Tiere die Zahl der verfügbaren Liegeboxen nicht überschreiten darf. Diese Empfehlung ist verbindlich und bei behördlichen Entscheidungen zwingend zu beachten. Deswegen ist ein Überbesatz an Tieren im Verhältnis zu den vorhandenen Liegeplätzen in der Laufstallhaltung bei Milchviehhaltung eindeutig nicht zulässig. Ebenso verhält es sich mit dem Tier-Fressplatz-Verhältnis. Alle Tiere müssen täglich angemessenen Zugang zu geeignetem Futter haben, hier wird konkret ein Verhältnis von 1:1 vorgegeben. Ausnahmen werden bei freier Verfügbarkeit von Raufutter (Verhältnis 1,2:1) und beim Einsatz von "Melkrobotern" (Verhältnis maximal 1,5:1) gewährt.
Werden in einem Stall mehr Kühe gehalten als geplant, hat dies unübersehbare, negative Folgen. Sinkende Milchleistungen und eine sich verschlechternde Gesundheit der Kühe gehören dazu.
Überbelegung im Stall führt zu einer sichtbaren Konkurrenz um Liege- und Fressplätze. Vor allem rangniedere Kühe leiden unter den begrenzten Ressourcen bei Futter, Wasser und Liegen. Sind weniger Liegeboxen als Kühe vorhanden, dann verkürzen sich die Liegezeiten. Die Kühe stehen vermehrt außerhalb der Liegeboxen auf den Laufgängen herum. Beide Phänomene sind ein großer Risikofaktor für Klauenerkrankungen. Studien beweisen, dass sogar das Stresshormon Cortisol ansteigt, wenn Kühe nicht ausreichend lange liegen können. Sind zu wenige Liegeboxen vorhanden, legen sich Tiere auf den Laufgängen ab. Unschöne Spaltenbodenlieger sind die unausweichliche Folge. Im Liegen ist darüber hinaus das Wiederkauen und die Euterdurchblutung erheblich besser zu beurteilen als im Stehen. Dies führt zu mehr Milchbildung im Euter und damit zu steigender Milchleistung. Andersherum gesagt kostet Überbelegung Leistung. Überbelegung fördert aber auch Stress, der die Aktivität des Immunsystems reduziert. Bei einer Überbelegung legen sich die Kühe nach dem Melken schneller in die Liegeboxen. Es entsteht ein buchstäblicher Run auf die Liegeboxen, ein indirekter Wettkampf um die „Betten“. Direkte Auseinandersetzungen in Form von Verdrängungen aus den Liegeboxen sind an der Tagesordnung. Es treten massive Rangkämpfe auf, die auch Verletzungen nach sich ziehen. Ein Tier, das die Erfahrung gemacht hat, nach dem Fressen keinen geeigneten Liegeplatz zu finden, geht künftig weniger zum Trog. In überbelegten Ställen leidet auch die Hygiene, weil alle Entmistungssysteme hoffnungslos überfordert sind. Für die Tiergesundheit und ganz speziell für die Eutergesundheit ist Kot als „Hochrisikomaterial Nr. 1“ einzustufen. Der Koordinator für Rinderhaltung bei den Bayerischen Staatsgütern Wolfgang Müller rät deshalb zu einem Tier-Liegeplatz-Verhältnis und einem Tier-Fressplatz-Verhältnis von 1:1. Dies bedeutet, dass jede Kuh jederzeit entspannt fressen und liegen kann.
Überbelegter Jungviehstall

Überbelegter Jungviehstall

Der Platz wird knapp

Der Platz wird knapp

Jeder Fressplatz ist belegt

Jeder Fressplatz ist belegt

Kot als Risikomaterial Nummer 1

Kot als Risikomaterial Nummer 1

Spaltenboden als Ausweichquartier

Spaltenboden als Ausweichquartier

Spaltenbodenliegerin

Spaltenbodenliegerin

„Glänzendes Fell – nicht glänzendes Metall“

Bequemes FressenZoombild vorhanden

Bequemes Fressen

In vielen Laufställen sind Kühe zu beobachten, die Beulen am Widerrist aufweisen. Meist handelt es sich dabei um großrahmige Tiere moderner Zuchtrichtung.
Die Schwellungen und Verdickungen sind punktgenau im Bereich des Ursprunges des elastischen Nackenbandes vor den Schulterblättern zu lokalisieren. Das Nackenband besteht aus Bündeln von elastischen Fasern, die untereinander verbunden sind, sodass die elastischen Fasern verzweigt sind. Zwischen den elastischen Fasern liegen Kollagenfasern. Die Beulen in dieser Region kommen vom ständigen Anstoßen des Nackens am Nackenrohr z.B. beim Fressen, weil dieses zu tief angebracht und eingestellt ist. Diese unschönen Veränderungen im Bereich Widerrist sind als eine sogenannte „Technopathie“, d.h. eine haltungsbedingte Gesundheitsstörung, einzuordnen. In der beschriebenen Situation kommt es also zu einer ständigen Quetschung und schließlich Entzündung der Schleimbeutel unter der Haut und unter dem Nackenband. Früher wurde diese Schleimbeutelentzündung am Widerrist oft bei Zugtieren festgestellt, weswegen sie auch als „Jochgalle“ bezeichnet wurde. Eine Korrektur des Nackenrohres nach vorne oben führt deshalb schlagartig zu einer Verbesserung der Sachlage und bewirkt, dass keine Veränderungen an Haut, Haarkleid, Sehnen und Sehnenscheiden sowie Schleimbeutel durch eine mangelhafte Haltung oder fehlerhafte Stalleinrichtung mehr passieren. Durch das fortlaufende Anstoßen und Herumwetzen am Nackenrohr wir dieses zudem regelrecht poliert und auf Hochglanz gebracht. Das erklärte Ziel lautet aber ganz eindeutig: „Glänzendes Fell – nicht glänzendes Metall“.
Chronische Irritationen

Chronische Irritationen

Das Fressgitter ist zu niedrig

Das Fressgitter ist zu niedrig

Das Nackenrohr ist zu niedrig

Das Nackenrohr ist zu niedrig

Das Nackenrohr passt

Das Nackenrohr passt

Der Widerrist kommt mit dem Fressgitter nicht in Konflikt

Der Widerrist kommt mit dem Fressgitter nicht in Konflikt

Schwellung am Widerrist

Schwellung am Widerrist

Eine nicht selektierbare Mischration

Eine nicht selektierbare Mischration

Es schmeckt

Es schmeckt

Gut gemischt ist halb verdaut

Eine nicht selektierbare MischrationZoombild vorhanden

Eine nicht selektierbare Mischration

Gerade nach erfolgter Vorlage der frischen Mischration ist es stets interessant und informativ zugleich, die Kühe beim Fressen zu beobachten. Bei einer nicht selektierbaren Mischration senken die Kühe den Kopf ab und fressen sich aggressiv und schnell von oben nach unten durch den Futterschwad. Beim Fressen fällt kaum etwas aus dem Maul und es passieren kaum Kopfbewegungen. Vorsicht ist geboten, wenn die Kühe auf der Suche nach Kraftfutter mit der Nase im Futter „stöbern“ und nur herumknabbern. In dieser Situation fällt viel Futter wieder aus dem Maul und sie räumen den Futterschwad auseinander, bis sie auf die Oberfläche des Futtertisches gelangen, wo sie dann Kraftfutterpartikel, die durchgerieselt sind, begeistert fressen können. Die Kühe selektieren also. Lochfrass wird zum Problem! Als Endergebnis fressen verschiedene Kühe verschiedene Rationen, was zu einer schwankenden Kotkonsistenz in der jeweiligen Gruppe führt. Gleichermaßen variiert die Futteraufnahme von Kuh zu Kuh. Fazit: Eine nicht selektierbare Mischration erhöht die Futteraufnahme gegenüber allen anderen Formen der Futtervorlage um 1-2 kg TM pro Tag.
Es schmeckt

Es schmeckt

Lochfraß

Lochfraß

Ruhiges Fressen

Ruhiges Fressen

Zurück zu den Wurzeln

Der Schlauch steckt in der Scheide

Der Schlauch steckt in der Scheide

Praktiker kennen die Situation, dass Jungkühe, die zum ersten Mal den Melkstand betreten, sehr unsicher und zugleich unruhig sind. Für die Tiere ist fast alles neu: Die Umgebung im Melkstand, eine unbekannte Geräuschkulisse, fremde Gerüche, die Anwesenheit des Melkers, das Berühren des Euters und schließlich das Ansetzen des Melkzeugs. All diese neuen Erfahrungen und Eindrücke summieren sich zu einem gewaltigen Stress für die Jungkühe auf. Das hat ein Ausschlagen mit den Beinen zur Folge und damit wird eine Berührung des Euters und ein Ansetzen des Melkzeuges in vielen Fällen nahezu unmöglich. Für den Landwirt wird das Melken auf diesem Wege sehr gefährlich. Unschöne Trittverletzungen sind die unausweichliche Folge. Die Tiere können sich aber auch selber an der Melkstandeinrichtung verletzen und schließlich noch das Melkzeug demolieren. Eines ist klar: In einer derartigen Situation werden die Jungkühe die Milch aufziehen, d.h. die Milchabgabe ist blockiert. Eine nicht vorhandene bzw. unvollständige Oxytocinfreisetzung ist die Ursache hierfür.
Gerne greift der Melker dann zum Schlagbügel und zur Oxytocinspritze. Doch wenn es der Melkstand von der Anordnung der Tiere zulässt und das Hinterteil der Kühe für den Melker frei erreichbar ist, gibt es eine deutlich elegantere Lösung, die schon unsere Vorfahren und sogar schon die alten Ägypter kannten und erfolgreich praktizierten: Die vaginale Stimulation. Hier wird mittels eines Schlauches vom Melker Luft in die Scheide eingeblasen, was zu Gebärmutterkontraktionen führt. Diese bewirken eine Freisetzung des Milchabgabe- und Wehenhormons Oxytocin und schlagartig fließt die Milch in Sturzfluten. Oft reicht auch schon ein leichtes Massieren der Scheide aus, um selbigen Effekt zu erzielen. Der benutzte Schlauch sollte natürlich flexibel und bestmöglich sauber sein. Sobald die Kuh beim Einführen des Schlauches einen regelrechten „Katzenbuckel“ macht, reicht es aus, wenn der Landwirt mehrere Male kräftig Luft in die Scheide einbläst. Durch die damit hervorgerufenen und auch äußerlich gut sichtbaren Gebärmutterkontraktionen konzentriert sich das Tier derart auf die Gebärmutter, dass es darüber hinaus ganz darauf vergisst, das Melkzeug abzuschlagen. Die vorher denkbar unruhige Kuh steht plötzlich wie erstarrt im Melkstand. Je nachdem wie lange die Luft braucht, um die Scheide wieder zu verlassen, hält der Reflex in der Regel ca. 5 bis 8 Minuten an. In dieser Zeit ist die Kuh gemolken und ein erstklassiger Ausmelkgrad erzielt. Dieser Ausmelkgrad garantiert eine gute Eutergesundheit, die Ziel aller Bemühungen ist, wie der Koordinator für Rinderhaltung bei den Bayerischen Staatsgütern Wolfgang Müller aus dem Staatsgut Grub betont.
Einblasen von Luft in die Scheide

Einblasen von Luft in die Scheide

Vaginale Stimulation

Vaginale Stimulation

Katzenbuckel

Katzenbuckel

Lang lebe das Fleckvieh

Gerda FleckviehZoombild vorhanden

Gerda Fleckvieh

Das auf die nachhaltige Verbesserung der Wirtschaftlichkeit und Produktqualität ausgerichtete Zuchtziel bei der Rasse Fleckvieh wird mit Bezug auf das Rasseprofil durch den ökonomischen Gesamtzuchtwert definiert. Die Milch-, Fleisch- und Fitnessmerkmale stehen dabei in einem ausgewogenen wirtschaftlichen Verhältnis. Die einzelnen Merkmale sind entsprechend deren ökonomischer Bedeutung auf Betriebsebene gewichtet.
Angestrebt wird vor allem eine Verbesserung der Eiweißmenge und der Fitness bzw. Gesundheit der Tiere unter Konstanthaltung der Fleischleistung sowie eine Steigerung der Lebensleistung. Ziel ist eine lange Nutzungsdauer mit einer mittleren Lebensleistung von 30.000 kg Milch. Dies wird durch eine starke Gewichtung der Fitnessmerkmale im Gesamtzuchtwert und einer konsequenten Umsetzung der Zuchtprogramme gewährleistet.
Umso beachtlicher ist es, dass im Juni die Fleckviehkühe Gerda, Visite und Ricosta jeweils die 70.000-Liter Marke überschritten haben und damit ins Dauerleistungsbuch eingetragen wurden.
Fazit: Lange Lebens- und Nutzungsdauer ist den Verantwortlichen der Gruber Milchviehherde ein großes Anliegen.
Aufmerksamkeit Fleckvieh

Aufmerksamkeit Fleckvieh

Eine stattliche Leistung

Eine stattliche Leistung

Neugieriger Blick

Neugieriger Blick

Typisch Fleckvieh

Typisch Fleckvieh

Ricosta Fleckvieh

Ricosta Fleckvieh

Visite

Visite

Wervoller Halsschmuck

Das neue HalsbandZoombild vorhanden

Das neue Halsband

In der ersten Maiwoche wurden alle Kühe der Roboterherde im Staatsgut Grub mit wertvollem Halsschmuck in Form von SCR Heatime® HR-LD Transponderhalsbänder ausgestattet. Diese kombinieren Erkennungsfunktionen aus den Bereichen Wiederkauen und Brunst einzelner Kühe und bieten dem Landwirt ein zukunftsorientiertes Hilfsmittel, um seine Kühe 24 Stunden am Tag in Echtzeit zu überwachen.
Die Halsbänder umfassen einen Bewegungssensor, Mikroprozessor, Speicher und ein speziell abgestimmtes Mikrofon, wodurch die Aktivität der Kuh und das Wiederkauen erkannt werden. Jedes Halsband sammelt die Daten und überträgt sie über RF(Radiofrequenz)-Technologie mehrmals stündlich an das SCR-System, so dass die Daten im System unabhängig vom Aufenthaltsort der Kuh stets aktuell sind. Diese einzigartige Kombination der Erfassung von Aktivität und Wiederkauen unterstützt das Management im Milchviehbetrieb und erlaubt eine frühzeitige, datenbasierte Entscheidungsfindung bezüglich Brunsterkennung und Kuhgesundheit.

Exakte Brunsterkennung
Das Halsband umfasst einen sensiblen Sensor, der die Körperbewegung und Bewegungsintensität jeder Kuh unter beliebigen Bedingungen 24 Stunden am Tag, 7 Tage die Woche erfasst. Mit dem hohen Genauigkeitsgrad kann das Halsband selbst schwache Aktivitätsanzeichen während der Brunst erkennen. Damit lässt sich das Aktivitätsmaximum bestimmen und der optimale Besamungszeitpunkt darauf aufbauen. Sinkt die Aktivität zu stark ab, bahnen sich gesundheitliche Probleme bei der betreffenden Kuh an, denen man rechtzeitig entgegenwirken kann.

Laufende Gesundheitsüberwachung
Eines der wichtigsten Kennzeichen für eine gesunde Kuh ist unumstritten die Wiederkautätigkeit. Die innovativen Halsbänder besitzen ein speziell entwickeltes Mikrofon, welches das Wiederkauen erkennt und aufzeichnet. Diese Wiederkauereignisse werden rund um die Uhr erfasst, werden mehrmals stündlich drahtlos an das System übermittelt und sind für den Landwirt sofort verfügbar. Sie dienen der Gesundheitsüberwachung jeder einzelnen Kuh und unterstützen den Landwirt bei einer frühzeitigen Erkennung, Behandlung sowie Vorbeugung von Krankheiten. Sowohl die Daten zur Aktivität als auch die zum Wiederkauen werden im Halsband aufgezeichnet und in zweistündigen Intervallen gespeichert. So kann ganz einfach von jeder Kuh ein exaktes Verhaltensprofil erstellt werden. Überwachung pur zugunsten der Tiergesundheit!
Die neuen Transponderhalsbänder

Die neuen Transponderhalsbänder

Sensortechnik am Tier

Sensortechnik am Tier

Überwachung in Echtzeit

Überwachung in Echtzeit

Auf die richtige Höhe kommt es an

Das Wasser schmecktZoombild vorhanden

Das Wasser schmeckt

In vielen Milchviehbetrieben ist zu beobachten, dass die Trogtränken im Laufstall deutlich zu hoch angebracht sind und die Kühe in ungünstiger Körperhaltung und damit unter erschwerten Bedingungen ihren täglichen Wasserbedarf decken müssen. Sind die Tränken zu hoch installiert, verlieren die Kühe den Überblick. Selbst in aktuellen Beratungsempfehlungen wird immer noch über eine Wasserstandshöhe von 80 cm über dem Boden gesprochen. Die Angst, dass die Kühe bei niedriger installierten Tränken in diese koten, ist immer noch weit verbreitet, jedoch kann dieses Argument vollkommen entkräftet werden. Im Rahmen des im Gruber Milchviehstalls aktuell durchgeführten Updates wurden auch neue und insgesamt mehr Tränken eingebaut und damit die Tränkefläche erhöht. Die Wasserstandshöhe von bisher 80 cm über dem Boden wurde auf Anraten von Kuhsignale-Trainer Wolfgang Müller auf jetzt 60 cm festgelegt. Und die Erfahrungen mit dieser Höhe sind, trotz anfänglicher Bedenken so mancher Beteiligter, hervorragend. Bei dieser Höhe kann beobachtet werden, dass die Tiere das Wasser in lang anhaltenden Zügen genüsslich von der freien Wasseroberfläche schlürfen.
Die Höhe passt nicht

Die Höhe passt nicht

Die Höhe passt

Die Höhe passt

Entspanntes Saufen

Entspanntes Saufen

Entspannung

Entspannung

Es schmeckt

Es schmeckt

Neue Tränke

Neue Tränke

Unbequemes Saufen

Unbequemes Saufen

Wasserstandshöhe 80 cm über dem Boden

Wasserstandshöhe 80 cm über dem Boden

Wasserstandshöhe über dem Boden 60 cm

Wasserstandshöhe über dem Boden 60 cm

Welch ein Genuss

Welch ein Genuss

Ohne Nestwärme geht nichts

Kälber genießen die NestwärmeZoombild vorhanden

Kälber genießen die Nestwärme

Die Aufzucht der Kälber im Versuchs- und Bildungszentrum Staatsgut Grub beginnt unmittelbar nach der Geburt in Kälberkisten, die sich in einem überdachten Raum befinden. Nach 2 Wochen in Einzelhaltung wechseln die Tiere in einen hellen, luftigen Tieflaufstall. In diesem wird dem Bedürfnis der Tiere nach Außenklima hervorragend Rechnung getragen. Die Aufzucht von Kälbern in Aussenklimaställen kommt den natürlichen Bedürfnissen der Tiere am nächsten. Zum Schutz der Kälber vor Zugluft und zur Schaffung eines Mikroklimabereiches in der Gruppenhaltung wurden in den letzten Wochen Teile der Liegefläche mit einem geschlossenen Klappdeckel nachgerüstet. Mit dem Klimadeckel wird die herabfallende Kaltluft von den Kälbern fern gehalten. Insbesondere junge Kälber benötigen diesen zugluftfreien Rückzugsraum. Zum Ausmisten wird der geschlossene Deckel mittels Seilwinde geöffnet. Diese Kälbernester erfüllen den gleichen Zweck wie die Einzeliglus. Zum gleichen Themenkomplex gehört auch das Phänomen der gefürchteten Sommergrippe. Sie entsteht hauptsächlich dann, wenn Kälber sehr starken Temperaturschwankungen zwischen Tag und Nacht ausgesetzt sind. Nicht selten haben wir gerade an heißen Tagen einen großen Temperatursprung zur Nacht. Auch diese Schwankungen können Kälber häufig nicht ausreichend kompensieren und es kommt zu Lungen- und Atemwegserkrankungen. Aus diesem Grunde ist es in der Gruppenhaltung mit einem Kälbernest wichtig, dass die schützenden Klimadeckel auch im Sommer immer abgesenkt bleiben. Sie sollen ausschließlich zum Ausmisten hochgezogen werden. Die restliche Zeit bleiben sie in waagerechter Position. Fazit: Nestwärme ist rund ums Jahr gefragt!
Blick in den Kälberstall

Blick in den Kälberstall

Der Gruber Kälberstall

Der Gruber Kälberstall

Klappdeckel

Klappdeckel

Der geschlossene Klappdeckel

Der geschlossene Klappdeckel

Die Kälber lieben das Mikroklima

Die Kälber lieben das Mikroklima

Kälber im Nest

Kälber im Nest

Klimadeckel

Klimadeckel

Kälber in Einzelhaltung

Kälber in Einzelhaltung

Stallhygiene muss sein

Saubere Arbeit

Saubere Arbeit

Eigentlich sollten Vollspaltenböden selbstreinigend sein, doch das funktioniert in der Praxis in der Mehrzahl der Fälle nicht. Für saubere Laufflächen können Spaltenroboter sorgen. Sie erleichtern die tägliche Arbeit im Milchviehstall erheblich. Das Abschieben der Spalten mit einer Handschaufel ist ziemlich zeit- und arbeitsaufwändig, auch der Einsatz eines mobilen Spaltenschiebers macht Arbeit und kostet unheimlich viel Zeit. Und ein stationärer Spaltenschieber kann nur den Laufgang abschieben, in dem er installiert ist. In Seitengänge und Übergänge gelangt er nicht. Im Versuchs- und Bildungszentrum für Rinderhaltung Staatsgut Grub wurden bisher alle Verkehrsflächen mit einem Hoflader samt Räumschild sauber gehalten. Doch damit ist jetzt endgültig Schluss. Seit Ende April ist ein Spaltenroboter im Einsatz, der sich im gesamten Stall frei bewegt und jeden Lauf- und Seitengang abschieben kann. Um auch bei trockeneren Verhältnissen das Räumbild zu verbessern und die Rutschgefahr zu minimeren, ist der Spaltenroboter mit einem Wassersprühsystem ausgestattet. Saubere Laufflächen tragen wesentlich zur Vorbeugung von infektiösen Klauenerkrankungen bei. Sie garantieren durch weniger Koteintrag in die Liegeboxen sauberere Tiere, was sich spürbar positiv auf die Eutergesundheit auswirkt. Transponder im Spaltenboden geben dem Spaltenroboter regelmäßig ein Feedback über seine genaue Position, während mehrere Encoder während der Fahrt kontinuierlich die gefahrene Strecke des Roboters überwachen. Diese doppelte Navigation stellt eine hohe Funktionssicherheit dar und sorgt dafür, dass der Roboter nicht vom Weg abkommt. Der Spaltenroboter ist in seiner Größe und Stärke so ausgelegt, dass er in einer Runde große Flächen reinigen kann und dabei auch durch mögliche Tritte von Kühen nicht von seiner Route abgebracht wird. Am Anfang von den Kühen neugierig und auch durchaus kritisch beäugt, dreht der Roboter heute zur Entlastung und Freude der Melker und zugunsten der Euter- und Klauengesundheit der Tiere still und unauffällig seine Runden.
Der neue Spaltenroboter

Der neue Spaltenroboter

Neugierde pur

Neugierde pur

Spaltenroboter mit Wassersprühsystem

Spaltenroboter mit Wassersprühsystem

Unter kritischer Beobachtung

Unter kritischer Beobachtung

Jede Veränderung erregt Aufsehen

Jede Veränderung erregt Aufsehen

Neugier

Neugier

BaySG kommt!

BaySG kommt!

Ausgangsbeschränkung aufgehoben

Kuhsignale-DiamantZoombild vorhanden

Kuhsignale-Diamant

Die Trockensteher und Jungrinder im Staatsgut Grub sind gemeinsam in einem Liegeboxenlaufstall untergebracht. Nach Süden schließt sich ein geräumiger Laufhof an, der für die Tiere ganzjährig zugänglich ist und beste Akzeptanz findet. Im Laufhof wirken sämtliche Klimareize auf die Tiere ein. Klimareize stärken bei Menschen und Tieren das Immunsystem. Seit Freitag, 24. April genießen die hochträchtigen Kühe und trächtigen Jungrinder zusätzlich die angegliederte Fitnessweide. Der Name sagt es: Der Schwerpunkt dieser Weide liegt nicht auf der Fütterung, sondern auf der Bewegungsmöglichkeit. Die so wichtige leistungsgerechte Fütterung passiert nach wie vor im Stall. Kühe laufen auf der Weide bis zu 8 km am Tag. In Stallhaltung sind es nur wenige hundert Meter pro Tag. Es ist immer eine Überlegung wert, Kühe in Bewegung zu bringen und laufen zu lassen, sagt der Koordinator für Rinderhaltung in Grub Wolfgang Müller. Das Laufen verbessert den Aufbau der Muskulatur, fördert die Kreislauftätigkeit und stärkt letztlich ebenfalls das Immunsystem. Das gilt für alle Rinder, insbesondere für die Trockensteher: Die „Schwangerschaftsgymnastik“ ist eine ideale Geburtsvorbereitung und regt gleichzeitig die Futteraufnahme an. Was möchte man mehr, wenn Rindern bei einer derartigen Haltungsform alle 6 Freiheiten der Weide zur Verfügung stehen. Futter, Wasser, Licht, Luft, Ruhe und Raum vereint im Kuhsignale-Diamanten.
Bewegung stärkt die Muskulatur

Bewegung stärkt die Muskulatur

Ein Baum als Schattenspender

Ein Baum als Schattenspender

Eine kleine Rangelei gehört auch dazu

Eine kleine Rangelei gehört auch dazu

Fitnessweide in Grub

Fitnessweide in Grub

Jungrinder beim Wiederkauen

Jungrinder beim Wiederkauen

Stall, Laufhof und Weide

Stall, Laufhof und Weide

Spielzeug für die Kleinen

Die Kälber können kommenZoombild vorhanden

Die Kälber können kommen

Es gibt absolut keine Patentrezepte, um das Ansaugen bei Kälbern vollständig zu verhindern, aber mit optimierten Fütterungs- und Haltungsmaßnahmen kann das Risiko deutlich vermindert werden. Sehr gerne beschäftigen sich unsere „Kleinen“ auch mit Spielzeugen, die eigentlich der Langeweile bei Schweinen entgegenwirken sollen, berichtet der Koordinator für Rinderhaltung bei BaySG Wolfgang Müller. Neben Heu-Spielbällen, die aus der Pferdehaltung entnommen sind und aus denen die Kälber sehr gerne mit großer Ausdauer einzelne Halme herausziehen, sind die Spielpropeller heiß begehrt. Auch Spieligel werden von den Kälbern sehr gerne angenommen. Im Versuchs- und Bildungszentrum für Rinderhaltung Staatsgut Grub sind alle Beschäftigungsmöglichkeiten an höhenverstellbaren Seilen befestigt, damit sie sich mit wachsender Mistmatratze stets in optimaler Höhe für die Kälber befinden.
Gegenseitiges Besaugen

Gegenseitiges Besaugen

Interessiert am Spielball

Interessiert am Spielball

Kalb am Spieligel

Kalb am Spieligel

Kalb mit Heuball beschäftigt

Kalb mit Heuball beschäftigt

Kälber auf reichlich Stroh

Kälber auf reichlich Stroh

Kälber im Tiefstreustall

Kälber im Tiefstreustall

Kälberspielzeuge an Seilen

Kälberspielzeuge an Seilen

Wie schön ist so ein Spieligel

Wie schön ist so ein Spieligel

Kratz mich mal

Kratzmatte Grub 1Zoombild vorhanden

Kratzmatte Grub

Seit kurzem sind Kratzmatten für Kälber und Rinder auf dem Markt. Die Matten dienen zur eigenständigen Fellpflege im Stall und auf der Weide. Sie bestehen aus natürlichem Gummimaterial. Weiche und zusätzlich bewegliche Noppen dienen zur intensiven Fellpflege. Die Tiere haben die Möglichkeit, sich selbstständig an der Matte zu reiben, ohne dass irgendwelche Hautirritationen entstehen. Die Matte lässt sich multifunktional anwenden. Möglich ist eine flache Anbringung an der Wand oder rund um Säulen, Pfähle oder Ecken gewickelt. Hierbei sollen viele Befestigungslöcher der sicheren Montage dienen. Erhältlich ist die rechteckige Kratzmatte in den Maßen 40 x 30 cm und 60x 40 cm. Mit Blick in den Gruber Kälberstall stellt die Kratzmatte einen kleinen, aber sehr wertvollen Beitrag zur Steigerung des Wohlbefindens der Kälber dar. Tierwohl, so der Koordinator für Rinderhaltung bei BaySG Wolfgang Müller, wird auch bei den Kleinen großgeschrieben!
Kratzmatte Grub 2

Kratzmatte Grub 2

Kratzmatte Grub 3

Kratzmatte Grub 3

Zeigt her eure Füße

Zeigt her eure Füße 1Zoombild vorhanden

Zeigt her eure Füße

In den ersten Märztagen war für alle 130 Kühe der Gruber Milchviehherde Pediküre angesagt. Eine regelmäßige und fachgerecht durchgeführte Klauenpflege ist die wichtigste prophylaktische Maßnahme für Klauenerkrankungen aller Art. Wer die Klauen seiner Kühe erst beim Auftreten und Sichtbarwerden von Lahmheiten unter die Lupe nimmt und pflegt, ist eindeutig zu spät dran!

Auch die beste Klauenpflege hält nicht ewig an. Bereits nach vier bis fünf Monaten ist der Ausgangszustand vor dem Klauenschnitt wieder erreicht, die hintere Außenklaue massiv überhöht und die Kuh nimmt eine orthopädische Fehlstellung ein. Ein gutes Klauenpflegemanagement sorgt dafür, dass bereits vor der Hauptbelastungsphase für die Lederhaut - also um den Geburtszeitraum herum, eine optimale Ausgangssituation für die Klauen hergestellt wird. So steht der alles entscheidenden maximalen Futteraufnahme in der Frühlaktation nichts mehr im Wege.

Richtwerte zum Klauenpflegeintervall:

-regelmäßiger Herdenschnitt 2,5 bis 3 Mal jährlich und gezielte Einzeltierpflege in der Altmelkerphase vor dem Trockenstellen. Damit ist ein Teil der stressfreien Abkalbelinie garantiert.
-lahme Kühe müssen sofort in den Klauenpflegestand
-Kühe mit chronischen orthopädischen Problemen (chronische Klauenrehe, Rollklauen, genetisch bedingte Fehlstellungen etc.) müssen tierindividuell in kürzeren Abständen geschnitten werden
-von der Mortellaro'schen Krankheit betroffene Tiere und Herden müssen engmaschiger überwacht werden und bis zu vier Mal im Jahr geschnitten oder zumindest gesichtet und überprüft werden

Klauenerkrankungen weisen auf Defizite in der Haltungsumwelt der Tiere hin. Moderne Laufställe sind zwar ein großer Schritt hin zu einem besseren Tierwohl. Die vielfach harten Böden verhindern aber ein Einsinken der Klauen und führen häufig zu Überlastungen bestimmter Sohlenabschnitte. Funktionelle Klauenpflege ist damit aktiver Tierschutz! Hauptziele der funktionellen Klauenpflege sind eine korrekte Stellung der Gliedmaßen und ausgewogene Belastungsverhältnisse an allen Klauen. Die Masse der Klauenprobleme sind an den Hinterbeinen zu lokalisieren und dort wieder hauptsächlich im Bereich der Außenklaue. Kühe mit ungepflegten, vernachlässigten Klauen zeigen häufig eine breitbeinige oder sogar kuhhessige (x-beinige) Stellung mit nach außen gedrehten Klauenspitzen.
Wichtigste Aufgabe der funktionellen Klauenpflege ist es also, eine gleichmäßige Lastverteilung auf Innen- und Außenklaue herzustellen und den Ballenbereich aus dem Schmutz zu heben. Dabei gilt es vor allem, die Außenklauen der Hintergliedmaßen aus dem Teufelskreis von Überlastung und erhöhter Anfälligkeit herauszuholen. Im Staatsgut Grub ist man sich der Tragweite einer regelmäßigen Klauenpflege sehr bewusst. Ganz nach dem Motto: „Gesunde Klauen tragen die Milch“. Eine kleine Beobachtung am Rande: Ein Friseur für die Behaarung an den Ohren war am Tag der Pediküre auch noch im Einsatz.
Kuh im Klauenpflegestand

Kuh im Klauenpflegestand

Klauenpflege in Aktion

Klauenpflege in Aktion

Klauenpfleger bei der Arbeit

Klauenpfleger bei der Arbeit

Klauenpfleger in Aktion

Klauenpfleger in Aktion

Ohrfriseur - Freier Blick auf die Ohrmarken

Ohrfriseur - Freier Blick auf die Ohrmarken

Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser!

Vertrauen ist gut 1

Vertrauen ist gut

Futterrationen werden im Idealfall nach den aktuellen Ergebnissen der Grundfutteranalysen gestaltet und berechnet. Die Analyseergebnisse repräsentieren jedoch häufig nur einen kleinen Teil der entsprechenden Silage. Daher ist zu berücksichtigen, dass das, was auf dem Papier perfekt und stimmig ist, nicht automatisch in der Kuh funktioniert. Oft präsentiert sich im Stall ein ganz anderes Bild, als man es von der Berechnung ausgehend erwarten könnte. Daher haben sämtliche Möglichkeiten der Rationskontrolle vor Ort bei den Tieren für den versierten Fütterungspraktiker größte Bedeutung.
Seit vielen Jahren wird die Schüttelbox zur Überprüfung der vorgelegten Ration genutzt. Die Schüttelbox ist ein Verfahren zur Erfassung der Futterstruktur. Doch bei dieser Methode kann man nur eine Aussage darüber treffen, wie die Ration aussieht und ob die Kühe einzelne Komponenten selektieren oder nicht. Es kann jedoch nur abgeschätzt werden, wie die Verdauung aussehen könnte. Aber eigentlich möchte man doch genau wissen, was die Kühe aus der Futterration machen und vor allem, was ihnen fehlt oder von was sie zu viel bekommen. Um darauf eine Antwort zu bekommen, benutzt Wolfgang Müller, Koordinator für Rinderhaltung bei den Bayerischen Staatsgütern, im Versuchs- und Bildungszentrum für Rinderhaltung in Grub ein dreiteiliges Kotsieb. Mit diesem Verdauungsanalysator lässt sich der Verdauungsgrad der Ration über das herkömmliche Kotwaschen hinaus sicher beurteilen. Die Verdauung der Kühe ist eine sehr wichtige Sache und die Faktoren, die die Verdauung beeinflussen, entwickeln sich schnell. Idealerweise müssen die Fasern bei der Verdauung kurz, d.h. max. 7 mm lang, sein. Der Verdauungsanalysator lässt den Anwender wissen, ob das Futter gut verdaut ist. Der Verdauungsanalysator ist auch ein großartiges Werkzeug, um jede pathologische Abweichung wie z.B. Azidose aufzudecken, dank einer sofortigen visuellen Analyse auf den drei Sieben. Das System beinhaltet: 1 Messbecher und drei Siebe (1, 3 und 5 mm).
Im Stall wird der mitgelieferte Messbecher mit frischem Kot von mehreren Kühen gefüllt. Der gesammelte Kot wird als Gemisch auf das oberste Sieb geleert und mit leichtem Wasserdruck durch den dreiteiligen Siebstapel gespült. Wenn nur noch klares Wasser abläuft, ist die Sammelprobe ausreichend gewaschen. Es werden also die Mistteilchen pro Sieb gesammelt und der Volumenanteil der übrig gebliebenen, unverdauten Futterteile pro Sieb beurteilt und eingeschätzt. Zum Schluss werden alle unverdauten Futterteile im Messbecher gesammelt und der Volumenanteil bestimmt. Anhand der Erkenntnisse lassen sich in der Folge Rationsänderungen vornehmen und die Verwertung der Ration optimieren.
Das optimale Ergebnis ist im Foto zu sehen.
Neben dem Kotsieb fließen auch die drei wichtigen Kuhsignale wie Pansenfüllung, die Kotbeschaffenheit und die Beobachtung des Harnstoffverlaufes der Milch in die Auswertung mit ein.
SiebeLochgrößePartikelNormalverteilung
Obersieb
Mittelsieb
Untersieb
5 mm
3 mm
1 mm
rohfaserähnliches Material
mittlere Partikelgrößen
Feinanteile
10 %
40 %
50 %
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Ein Update tut not

Milchviehstall Grub 1Zoombild vorhanden

Milchviehstall Grub

Der Milchviehstall im Versuchs- und Bildungszentrum für Rinderhaltung Staatsgut Grub ist Baujahr 1997 und damit in die Jahre gekommen. Der Stall dient seit vielen Jahren der angewandten Forschung in den Bereichen Tierzucht, Tierhaltung und Tierernährung.
Insbesondere der AMS Bereich steht hierbei im Fokus. Des Weiteren ist er ein Anziehungspunkt für Landwirte, die sich über aktuelle Entwicklungen in der Milchviehhaltung informieren wollen.
Deshalb haben sich die Verantwortlichen entschlossen, ein dringend notwendiges Update durchzuführen,
um den Anforderungen der Tiere hinsichtlich Tierwohl wieder besser gerecht zu werden und den aktuellen Stand der Technik abbilden zu können. So wurden in den letzten Monaten alle starren Liegeboxenabtrennungen durch flexible Elemente ersetzt und auch die Liegematten in Teilen erneuert . Alle Laufflächen und die Selektionsbuchten wurden mit Gummimatten ausgestattet, auf denen demnächst ein Spaltenroboter gute Dienste leisten wird. Neben dem Austausch sämtlicher Fressgitter werden zur Optimierung der Futteraufnahme neue und auch zusätzliche Tränken installiert. Damit um die Tränken genügend Ausweichraum vorhanden ist, wurden sogar drei Liegeboxen geopfert . In den nächsten Wochen werden Schwenktore durch Hubtore ersetzt und die verbretterte Nordseite des Stalles geöffnet und mit Curtains ausgestattet. Damit steht den Kühen mehr Luft und Licht zur Verfügung. Beides außerordentlich wichtige Bestandteile des Tierwohls.
Der Gruber Milchviehstall soll durch das beschriebene Update eine Leuchtturmfunktion für mögliche Modernisierungsmaßnahmen von Altgebäuden erhalten, denn der „Stall der Zukunft“ lässt noch auf sich warten. Für Fragen zum Thema steht Ihnen der Koordinator für Rinderhaltung bei BaySG Wolfgang Müller gerne zur Verfügung.
Update Milchviehstall Grub 1

Update Milchviehstall Grub 1

Update Gruber Milchviehstall 2

Update Gruber Milchviehstall 2

Update Gruber Milchviehstall 12

Update Gruber Milchviehstall 12

Update Gruber Milchviehstall 3

Update Gruber Milchviehstall 3

Update Gruber Milchviehstall 4

Update Gruber Milchviehstall 4

Update Gruber Milchviehstall 5

Update Gruber Milchviehstall 5

Update Gruber Milchviehstall 6

Update Gruber Milchviehstall 6

Update Gruber Milchviehstall 7

Update Gruber Milchviehstall 7

Update Gruber Milchviehstall 8

Update Gruber Milchviehstall 8

Update Gruber Milchviehstall 9

Update Gruber Milchviehstall 9

Update Gruber Milchviehstall 10

Update Gruber Milchviehstall 10

Update Gruber Milchviehstall 11

Update Gruber Milchviehstall 11

Milchqualität großgeschrieben

Auszeichnung Gruber Milchviehherde 3Zoombild vorhanden

Auszeichnung Gruber Milchviehherde

Bei der diesjährigen Jahresversammlung der Molkerei Weihenstephan wurde die Melkstandherde des Versuchs- und Bildungszentrums für Rinderhaltung Staatsgut Grub für die hervorragende Milchqualität im abgelaufenen Lieferjahr ausgezeichnet. Das Staatsgut gehört damit zu den 100 besten Lieferanten der Molkerei Weihenstephan in Freising. Diese Auszeichnung erhält die Gruber Milchviehherde bereits zum sechsten Mal in Folge! Insgesamt wurde die Herde am Standort Grub bereits 14 Mal durch die Molkerei für die herausragende Milchqualität ausgezeichnet. Die gleitende Herdendurchschnittsleistung zum Stichtag 20.02.2020 beträgt 9799 kg Milch mit 4,12 % Fett und 3,43 % Eiweiß bei 404 kg Fett und 336 kg Eiweiß. Der aktuelle Zellgehalt von 99.000 Zellen/ml spiegelt die gute Eutergesundheit der Kühe wieder. Interessantes Detail am Rande: Die Gruber Herde ist zu über 50 % natürlich hornlos.
Auszeichnung Milchvieh Grub Urkunde

Auszeichnung Milchvieh Grub Urkunde

Gesehen mit den Augen einer Kuh - Kuhsignale

Verstehen Sie Ihre Kühe und Kälber? Lesen Sie die Kuhsignale. Diese geben gratis wertvolle Hinweise, ob es den Tieren gut geht.
Immer wieder liest man über Kuhsignale, ohne den Begriff richtig einordnen zu können. Bei den meisten Kuhsignalen handelt es sich um banale Situationen im Stall oder auf der Weide. Dinge, die Tag für Tag vorkommen, aus denen aber sehr wichtige Schlüsse gezogen werden können.

Alle Informationen, die Sie täglich von Ihrer Herde erhalten, sind Signale. Entscheidend dabei ist, dass Ihnen diese Hinweise überhaupt auffallen. Nehmen Sie sich regelmäßig und bewusst Zeit, Ihre Kühe und Kälber in ihrem alltäglichen Verhalten zu beobachten. Denn: Nur wer bemerkt, was nicht optimal ist, kann es verbessern. In Schlagworten zusammengefasst: erst (bewusst) beobachten, dann denken, dann handeln.
Ein klares Signal für einen trittsicheren Stallboden zeigt eine Kuh, die sich auf drei Beinen stehend in der Zwischenschenkelspalte putzt.
Mehr Informationen zum Thema Kuhsignale erhalten Sie vom zertifizierten Kuhsignale-Trainer Wolfgang Müller, der auch gerne zu Vorträgen und Trainingstagen in Ihre Region kommt.
www.cowsignals.com

Kontakt:
Wolfgang Müller
Koordinator Rinderhaltung
Bayerische Staatsgüter – Zentrale
Prof.-Zorn-Str. 19
85586 Poing-Grub
Wolfgang.mueller@baysg.bayern.de
Kuhsignale

Kuhsignale

Gisa1 Kuhsignale

Gisa1 Kuhsignale