Staatsgut Grub
Versuch

Neben Haltungsfragen werden auch Zucht- und Fütterungsversuche bei Rindern und Schafen gemacht, die wichtige Daten für die Forschung ergeben. Zu nennen ist hier vor allem die Hornloszucht bei Rindern oder die Gebrauchskreuzungen bei Schafen.

Aktuelle Meldungen 2022

Treffen der AG Versuchsplanung Rindermast

BetriebsrundgangZoombild vorhanden

Betriebsrundgang

Am Mittwoch, 27.04. fand sich die Arbeitsgruppe Versuchsplanung Rindermast zu ihrem jährlichen Treffen im Staatsgut Achselschwang ein. Die Arbeitsgruppe wurde vor vielen Jahren ins Leben gerufen, um Berater und Praktiker bei Versuchen und Fragestellungen rund um die Rindermast miteinzubeziehen. Dies beginnt bei der Planung von Versuchen und reicht bis zur Umsetzung der Ergebnisse. Das Staatsgut Grub, als der die Bullenmastversuche durchführende Betrieb, ist durch Wolfgang Müller und Marius Götz in der Arbeitsgruppe vertreten. Beim aktuellen Treffen berichtete Herr Georg Hammerl aus Achselschwang von den Perspektiven zur Fresseraufzucht bei BaySG und Frau Angelika Koßmann vom ILT erörterte den Stand der Dinge zur Auslaufgestaltung im Rindermaststall in Grub. Herr Bernhard Luntz vom ITZ beleuchtete die Qualitätseinstufung von Fleckviehbullen im Zusammenhang mit dem RH-Anteil, bevor Herr Dr. Thomas Ettle vom ITE die aktuell laufenden Versuche vorstellte und die Ergebnisse der ausgewerteten Versuche zusammenfasste. Miteinander wurden anschließend die geplanten Fragestellungen diskutiert. Ein Rundgang durch die Achselschwanger Rinderstallungen rundete den Tag in gelungener Weise ab.
Projekt InnoRind

Projekt InnoRind

Unterschiedliche Buchtenbelegung

Unterschiedliche Buchtenbelegung

In Achselschwang

In Achselschwang

Treffen des Kompetenznetzwerkes Digitalisierung

DigiMilch in der ÜbersichtZoombild vorhanden

DigiMilch in der Übersicht

Am letzten Mittwoch im März fand an der LfL ein großes Treffen des Kompetenzwerkes Digitalisierung in der Landwirtschaft statt. Der Tag begann mit einer Sitzung der Bund-Ländergruppe Digitalisierung im Forum. Am Nachmittag wechselten die Damen und Herren die Straßenseite zu einem geführten Rundgang im Staatsgut Grub mit verschiedenen Stationen, bei denen das Projekt DigiMilch in der Übersicht und die einzelnen Demonstrationsobjekte detailliert vorgestellt wurden. Zusätzlich präsentierte sich die Arbeitsgruppe „Feldrobotik“ aus Ruhstorf a. d. Rott. Der Koordinator für Rinderhaltung bei BaySG Wolfgang Müller führte die Teilnehmer/innen, einiges Wissenswerte zum Staatsgut berichtend, über den Bullen- und den Kälberstall zum Milchviehstall, dem Ausgangspunkt für den Stationen-Rundgang. Die 5 Demonstrationsprojekte von DigiMilch beschäftigen sich mit folgenden Themen: Wirtschaftsdüngermanagement, sensorgestützte Ertragserfassung, Fütterungsmanagement, vernetzte Stalltechnik und vernetzte, tierindividuelle Sensorsysteme. Die Digitalisierung ist eine Investition ins Weitermachen, in eine zukunftsfähige Landwirtschaft, in die nächste Generation.
Feldrobotik

Feldrobotik

Station Tierindividuelle Sensorsysteme

Station Tierindividuelle Sensorsysteme

Station Feldrobotik

Station Feldrobotik

Station Sensorgestützte Ertragsermittlung

Station Sensorgestützte Ertragsermittlung

BaySG immer präsent

BaySG immer präsent

Mehr Tierwohl für Mastbullen

Blick in den StallZoombild vorhanden

Blick in den Stall

Im Rahmen des Projektes InnoRind sollen im Gruber Mastbullenstall die Vollspaltenbuchten um Ausläufe erweitert werden, die die Fläche pro Tier merklich erhöhen, die mehr Klimareize für die Bullen bedeuten und insgesamt als wertvoller Baustein für mehr Tierwohl zu werten sind. Das Verbundvorhaben lnnoRind hat zum Ziel, ein Netzwerk zur Rinderhaltung aufzubauen, welches die Expertise der Projektbeteiligten nutzt, um innovative Ansätze für eine zukunftsfähige Rinderhaltung in Deutschland zu entwickeln. Diese Ansätze sollen zum einen das Tierwohl verbessern und zum anderen die negativen Umweltwirkungen verringern, gleichzeitig aber auch die arbeitswirtschaftliche Situation sowie die Wirtschaftlichkeit der landwirtschaftlichen Betriebe und die Wünsche der Verbraucher in die zu entwickelnden Konzepte einbeziehen. Schwerpunktthemen des geplanten Innovationsnetzwerks sind unter anderem die kuhgebundene Kälberaufzucht, alternative Mast- und Vermarktungsverfahren zur Adressierung der Absatzproblematik männlicher Milchviehkälber sowie die Transitperiode und die Bilanzierung von Umweltwirkungen im Milchviehstall. Um erste Erfahrungen mit der Haltung von Mastbullen in Ausläufen zu sammeln, besichtigten mehrere Mitglieder des Institutes für Landtechnik und Tierhaltung ILT und der Koordinator für Rinderhaltung bei BaySG Wolfgang Müller am Freitag, 18. März den Betrieb Böhm in Brunn in der Oberpfalz, der an einen bestehenden Warmstall mit Vollspaltenbuchten einen großzügigen Laufhof und eine eingestreute Liegehalle für seine ca. 100 Mastbullen angegliedert hat. Ein wunderbares Beispiel für eine mehr als gelungene Umbaulösung, die keine Wünsche offenlässt.
Eingestreute Liegehalle

Eingestreute Liegehalle

Expertenrunde

Expertenrunde

Genesungsbucht

Genesungsbucht

Geräumiger Laufhof

Geräumiger Laufhof

Moderne Fütterungstechnik

Moderne Fütterungstechnik

Aktuelle Meldungen 2021

Landwirtschaftliche Nutztiere in der Versuchstierkunde - Sachkundenachweis

Friedrich-Löffler-Institut MarienseeZoombild vorhanden

Friedrich-Löffler-Institut Mariensee

Mit Umsetzung der EU Richtlinie 2010/63 in nationales Recht hat sich im Jahre 2013 auch der nationale Rahmen bezgl. der Anforderungen an die in Tierversuchsvorhaben involvierten Mitarbeiter/innen deutlich verändert. Laut §7 Abs. 1 Satz 3 Tierschutzgesetz dürfen Tierversuche nur von Personen geplant und durchgeführt werden, die über die dafür erforderlichen Kenntnisse und Fähigkeiten verfügen (nähere Bestimmungen zur Sachkunde: Tierschutzversuchstier-Verordnung, Anlage 1, Abschnitte 1-3). Konkret sind Tierversuchsvorhaben also nur noch genehmigungsfähig, wenn die tierartspezifische Sachkunde für alle Beteiligten (d.h. Planer, Leiter und deren Stellvertreter, mitarbeitender Wissenschaftler, Assistenten und Tierpfleger) nachgewiesen werden kann. Um diesbezüglich für die Zukunft gerüstet zu sein, absolvierte der Koordinator für Rinderhaltung bei BaySG Wolfgang Müller einen Sachkundelehrgang zur Schwerpunkttierart Rind. Nach zwei erfolgreich absolvierten E-Learning Modulen stand in den 3 Tagen nach Allerheiligen ein praktisches Präsenzmodul am Friedrich-Löffler-Institut im niedersächsischen Mariensee auf dem Programm. In den Stallungen vor Ort erlernten die 7 Teilnehmer/innen in 3 Kleingruppen unter den strengen Augen der anwesenden Tierärzte das Handling und den Umgang mit den Versuchstieren, die Fixation und klinische Untersuchung von Kälbern und Kühen. Ebenso durften sie minimal-invasive Verfahren ohne Anästhesie, wie Applikationen und Probenahmen am lebenden Tier durchführen. Am letzten Tag wurden an 3 Kälbern die verschiedenen derzeit zugelassenen Methoden zur Tötung von Rindern demonstriert. Anschließend wurden die 3 Tiere in alle Einzelteile seziert und ein kritischer Blick auf die Applikations- und Blutentnahmestellen der vorangegangenen Übungen geworfen. Eine Abschlussprüfung rundete die 3 sehr interessanten, aber auch anstrengenden Tage der Fortbildung ab. Eine Fortbildung, die als Tierversuch bei der zuständigen Behörde angemeldet war.

Was man nicht misst, kann man nicht steuern!

Installation der neuen WaageZoombild vorhanden

Installation der neuen Waage

In der ersten Oktoberwoche wurde im Gruber Mastbullenstall eine neue Tierwaage installiert. Die alte Waage war in die Jahre gekommen und zum Schluss bereits ziemlich klapprig. Die neue Bullenwaage zeichnet sich durch eine vortreffliche Stabilität aus, was angesichts der hohen Mastendgewichte auch dringend erforderlich ist und kann von den Tieren ebenerdig und ohne Stufe gefahrlos und stressfrei betreten werden. Sie ermöglicht ebenfalls ein tadelloses Fixieren der Bullen. Eine wichtige Forderung an die Arbeitssicherheit für alle Mitarbeiter/innen! Im Rahmen der Fütterungsversuche werden alle Tiere im regelmäßigen Abstand von 4 Wochen gewogen. Die tierindividuelle Futteraufnahme wird durch Wiegetröge ermittelt. Wiegen und Messen gehören damit zu den Routinearbeiten im Versuchsbetrieb und müssen für Mensch und Tier unproblematisch und unfallfrei über die Bühne gehen.

Welche Mischung darf es sein?

Ein wendiges FahrzeugZoombild vorhanden

Ein wendiges Fahrzeug

Am letzten Freitag im Juni wurde ein neuer Futtermischwagen im Staatsgut Grub angeliefert. Ein wendiger Dreischneckenhorizontalmischer mit 8 m3 Fassungsvermögen. Der Mischwagen ist eine Ersatzinvestition für eine Maschine, die über viele, viele Jahre gute Dienste geleistet hat, aber in der letzten Zeit sehr störanfällig geworden ist, was für die durchzuführenden Fütterungsversuche nicht toleriert werden kann. Der Futtermischwagen ist speziell für die Erstellung der Versuchs-Mischrationen im Bullenstall konstruiert und muss tagtäglich 72 Wiegetröge mit bis zu 6 verschiedenen TMR-Mischungen befüllen. Vermischt man Grobfutter mit Kraftfutterkomponenten, liefert diese Mischration die Nährstoffe mehr als gleichmäßig an die Pansenbakterien. Dadurch wächst die Mikrobenmasse, die schließlich im Dünndarm zur Verfügung steht. Durch das Einmischen von Kraftfutter in das Grobfutter bleiben größere und als gefährlich zu beurteilende pH-Wert-Schwankungen im Pansen aus. Das schont das Pansenmilieu und den Stoffwechsel der Rinder, weil sie mit jedem Bissen das Grob- und Kraftfutter in einem konstant gleichbleibenden Verhältnis aufnehmen. Konstante Pansenverhältnisse nach dem Motto „Bissen für Bissen das gleiche“ als ein häufig zu wenig beachteter Schlüssel zum Erfolg!

Dem Klimakiller auf der Spur

Das MessgerätZoombild vorhanden

Das Messgerät

Rinder gelten als nicht besonders umweltfreundlich: Wer im Stall etwas genauer hinschaut oder besser gesagt hinhört wird feststellen, dass die Kuh von Zeit zu Zeit rülpst. Dabei stößt sie eine mehr oder weniger große Menge Methan aus; ein am Klimawandel beteiligtes Treibhausgas. Forscher warnen davor, dass die von Rindern produzierte Menge des Treibhausgases Methan in den nächsten Jahren deutlich zunehmen könnte.

Zum einen nimmt die von einzelnen Tieren freigesetzte Methanmenge zu und zum anderen werden wegen des steigenden Fleischbedarfs immer mehr Rinder gehalten. Derzeit sind es weltweit ca. 1,5 Milliarden. Ein Rind stößt täglich etwa 150 bis 250 Liter Methan aus.

Um diesen kritischen Tatbestand genauer zu beleuchten, kam in der dritten Aprilwoche Frau Julia Heinicke, eine Wissenschaftlerin der Universität Halle, zum wiederholten Male ins Staatsgut Grub, um an den 60 Fleckviehkühen der AMS-Herde den Methangasausstoß mit Hilfe eines Laser-Methandetektors über die Nase der Kuh zu messen.

Diese Messungen werden im Rahmen des Verbundprojekts eMissionCow bundesweit durchgeführt. Das große Projektziel ist die Zucht auf Futteraufnahme, Futtereffizienz und verminderte Methanemissionen. Eine wesentliche Basis hierfür sind die präzisen, einzeltierbezogenen Daten aus den Versuchsbetrieben. In den 13 deutschen Lehr- und Versuchsbetrieben stehen rund 900 Kühe mit Zugang zu Wiegetrögen (Holstein, Fleckvieh und Braunvieh). Das Staatsgut Grub verfügt über 36 Wiegetröge im Milchviehbereich.

Eine züchterisch verbesserte Futtereffizienz bei Milchkühen führt zum einen zu einer verbesserten Produktionseffizienz der Milcherzeugung und stellt zum anderen eine Maßnahme zum aktiven Klimaschutz dar, da bei einer höheren Futtereffizienz geringere Treibhausgas-Emissionen je Produkteinheit entstehen. Darüber hinaus könnte eine Zucht auf geringeren Methanausstoß einen Beitrag zum Klimaschutz leisten. Die Gruber Kühe also im Dienst des Klimaschutzes!

Aktuelle Meldungen 2020

BayernWatch für Mastbullen

Aktivitäts- und Gesundheitsmonitoring

Aktivitäts- und Gesundheitsmonitoring

Am zweiten Mittwoch im September wurde im Gruber Mastbullenstall das BayernWatch–System installiert, das in Deutschland durch die Bayern-Genetik vertrieben wird. BayernWatch ist ein System zur Überwachung von Rindern, kombiniert mit modernem Herdenmanagement. Die BayernWatch-Pedometer erfassen dabei die Aktivität des Tieres individuell und in Echtzeit. Die Analysen und Auswertungen, auch in Kombination mit den Zusatzoptionen, basieren auf den realen Messergebnissen und garantieren somit eine solide und verlässliche Meldung auffälliger Tiere. BayernWatch überwacht die Tiere in Echtzeit rund um die Uhr und fordert rechtzeitig zum Handeln auf, wo es nötig ist. Auf diese Weise spart man täglich viel Arbeit, nützliche Zeit und bares Geld. Die übersichtliche Benutzeroberfläche der Software zeigt alle relevanten Informationen auf einen Blick. Auffällige Tiere werden aufgrund der stetigen Verhaltensanalysen sofort erkannt und gemeldet. BayernWatch ist geeignet für jedes Stallsystem sowie für Weideflächen – anwendbar für Milchvieh, Jungvieh oder die gesamte Herde. Mit Hilfe verschiedener Antennenoptionen sind der Reichweite dabei keine Grenzen gesetzt. Die Zusatzmodule Fressüberwachung und Abkalbemelder sowie sonstige Erweiterungen können jederzeit einfach und unkompliziert nachgerüstet werden. Im Gruber Versuchs-Bullenstall wird in den nächsten Fütterungsversuchen mit unterschiedlichen Belegdichten in den einzelnen Buchten gearbeitet. Entsprechend wichtig ist es, die Verhaltensdaten und die Aktivität der einzelnen Bullen zu erfassen und auszuwerten. Im Gruber Milchviehstall ist das moderne Aktivitäts- und Gesundheits-Monitoring BayernWatch bereits seit längerer Zeit vertreten.

Überwachung pur

Die Neuen Halsbänder

Die Neuen Halsbänder

Am Mittwoch, den 16.09. wurden 17 Tiere im Gruber Jungvieh- und Trockensteherstall im Rahmen eines Versuches zur Testung eines Lokalisierungssystems für 4 Wochen mit einem Halsband ausgestattet, an dem ein Sender und ein Empfänger angebracht sind. Damit können die Tiere sich gegenseitig lokalisieren. Hierüber kann das Sozialverhalten in Echtzeit erfasst und ausgewertet werden (z.B. welche Tiere immer bei einander stehen). Zusätzlich werden im Stall, im Laufhof und auf der angegliederten Weide Empfänger an Orten von Interesse (z.B. Zugang zur Weide, Tränke, Schattenplätze, Liegeboxen) verteilt. Hierüber kann dann nachvollzogen und analysiert werden, wann / wie oft / wie lange sich die Tiere an diesen Orten aufhalten. Echtzeit-Überwachung nicht mit einer elektronischen Fußfessel, wie zur Aufenthaltsüberwachung von Menschen eingesetzt, sondern mit einem schmucken Halsband, wie es den flotten „Kuh-Damen“ besser steht.

April

Mastbullen - Geballte Kompetenz

Mastbullen im TretmiststallZoombild vorhanden

Mastbullen im Tretmiststall

Das Herzstück der Rinderhaltung im Staatsgut Grub sind ganz eindeutig die 130 Fleckviehkühe. Doch wo Kühe sind, da gibt es logischerweise auch Kälber. Die weiblichen Kälber und Jungrinder stehen dabei immer im Fokus, stellen sie doch die unerlässliche Basis für die künftige Milchkuhgeneration dar. Ein gewisses Schattendasein führen aber in der Praxis die männlichen Kälber, die ja „nur“ zu Mastzwecken dienlich sind und in zahlreichen Betrieben einfach nur so nebenher mitlaufen. Anders ist die Sichtweise im BaySG Versuchs- und Bildungszentrum für Rinderhaltung in Grub. Hier gibt es seit dem Jahr 2007 einen großen Außenklimastall für 144 Mastbullen, der in zwei Haltungsformen unterteilt ist. Der östliche Stallteil ist ein Tretmiststall mit einer eingestreuten Liegefläche, die ein Gefälle aufweist. Im oberen Bereich der Liegefläche wird regelmäßig Stroh eingestreut. Dieses Stroh vermischt sich mit dem Harn und Kot der Tiere, die den so entstandenen Mist durch ihr Eigengewicht und ihre Bewegungsaktivität über das Gefälle nach unten treten. Ein Stallsystem also, in dem die Tiere mitarbeiten dürfen. Ein Schieber übernimmt dann die restliche Arbeit und befördert den Mist von der mit Gummimatten ausgestatteten Verkehrsfläche direkt zur Mistlagerstätte. Der westliche Stallteil ist als klassischer Vollspaltenstall, das die Praxis dominierende Haltungssystem, konzipiert. Weil aber das Rind ein Weichbodengänger und ein Weichbodenlieger ist, sind die Betonspalten, wie der Koordinator für Rinderhaltung bei BaySG Wolfgang Müller erklärt, mit einer Gummiauflage versehen.
Was bewirken diese Gummibodenbeläge im Rindermaststall?

Mehr Tierwohl durch:
-natürlicheres Bewegungsverhalten: Verhaltensweisen wie Aufspringen und Rangkämpfe können ohne gefährliches Ausrutschen stattfinden
-tiergerechteres Liegeverhalten: Gummiböden helfen, die starken Belastungen an den Gelenken beim Hinlegen und Aufstehen abzumildern
-wärmedämmende Eigenschaften: beeinflussen Wohlbefinden und Energiebilanz positiv (beson¬ders im Hinblick auf Außenklimaställe ohne Stroh wichtig)

Jeder Stallbereich beherbergt 72 Tiere, die sich auf 6 Buchten zu je 12 Tieren verteilen. Der gesamte Bullenstall dient in besonderer Weise den verschiedenen Fragenstellungen der Fütterung im Rahmen der angewandten Forschung am benachbarten Institut für Tierernährung an der LfL. In allen Fütterungsversuchen stehen die täglichen Futteraufnahmen, die täglichen Zunahmen und die Schlachtkörperqualität der Bullen im Mittelpunkt der Betrachtung. Deshalb fressen die Tiere aus speziell entwickelten Wiegetrögen, die eine exakte Erfassung der individuell gefressenen Futtermenge möglich machen. Im Abstand von 4 Wochen werden alle im Fütterungsversuch befindlichen Bullen gewogen und die täglichen Zunahmen errechnet. Als Fresser mit einem Lebendgewicht von 200-220 kg beziehen die Tiere den Stall. Nach einer Mastdauer von 400 Tagen und einem Gewicht von 750 kg steht schließlich die Schlachtung an, im Rahmen derer wiederum für die Versuchsfrage relevante Daten erfasst werden. Mit seinem Mastbullenstall verfügt das Staatsgut Grub über eine fundierte Infrastruktur zur Durchführung von Versuchen. Eine Infrastruktur, die in Bayern und vielleicht auch darüber hinaus ihresgleichen sucht.