
Aufgrund der anhaltenden Trockenheit fand am Staatsgut Grub die erste Mahd in diesem Jahr bereits Ende April statt. Mit dem frühen Schnitt gingen vorbereitende Maßnahmen einher, um das Risiko für Wildtiere auf den Flächen möglichst gering zu halten.
In Abstimmung mit der örtlichen Jägerschaft wurden die Wiesen vor der Mahd flächendeckend kontrolliert. Ziel war es, Tiere, die sich im hohen Gras aufhalten, frühzeitig zu entdecken und während der Arbeiten aus den Gefahrenbereichen herauszubringen. Die Koordination der Kitzrettung übernahmen Stefan Derks, Manfred und Marco Kronawitter.
„Die enge Abstimmung mit den Staatsgütern ist entscheidend. Wir bereiten die Maßnahmen frühzeitig vor und sind am Mahdtag vor Ort. So können wir schnell reagieren und die Tiere schützen“, sagt Stefan Derks.
Am Morgen der Mahd unterstützten Mitarbeitende der Bayerischen Staatsgüter die Suche auf den betroffenen Flächen. Mit Hilfe einer Drohne wurden drei junge Feldhasen gefunden. Die Tiere wurden während der Mahd gesichert und anschließend wieder in ihren Lebensraum zurückgesetzt.
Rehkitze wurden nicht entdeckt. Die Mahd erfolgte zu einem Zeitpunkt vor der eigentlichen Setzzeit, wodurch das Risiko grundsätzlich geringer war.
In der freien Natur lässt sich nie mit letzter Sicherheit ausschließen, dass Wildtiere bei der Mahd übersehen werden. Durch frühzeitige Planung, abgestimmte Abläufe und die Kontrolle der Flächen können Risiken jedoch minimiert werden.
Landwirtschaftliche Betriebe sind dabei nicht nur aus Verantwortung gegenüber der Natur gefordert, sondern auch gesetzlich zum Schutz der Wildtiere verpflichtet. Nach deutschem Tierschutzgesetzes darf niemand einem Tier ohne vernünftigen Grund Schmerzen, Leiden oder Schäden zufügen. Darüber hinaus verpflichtet das Bundesnaturschutzgesetz dazu, wild lebende Tiere nicht ohne vernünftigen Grund zu beeinträchtigen oder zu gefährden.
Das Beispiel in Grub zeigt, dass sich landwirtschaftliche Praxis und Wildtierschutz durch Vorbereitung und Zusammenarbeit zwischen Jägerschaft und Landwirten miteinander verbinden lassen, auch wenn absolute Sicherheit in der Natur nicht erreichbar ist, stellte GF Dippold fest. .