Auf dem Versuchsbetrieb der BaySG in Grub wurde am 12.03.2026 gemeinsam mit Experten der Firma Amazone ein Zweischeiben-Mineraldüngerstreuer optimal eingestellt und unter Praxisbedingungen getestet. Ziel der Arbeiten war es, eine möglichst gleichmäßige und präzise Verteilung von mineralischem Dünger sicherzustellen, insbesondere unter den besonderen Bedingungen von Agri-PV-Anlagen.

Für eine optimale Ausbringung von Mineraldünger sind zwei Faktoren entscheidend: Zum einen muss der eingesetzte Dünger eine gleichbleibend gute Qualität aufweisen, zum anderen muss der Düngerstreuer exakt auf das jeweilige Dünge-mittel eingestellt sein. Für das herkömmliche Streuen bei üblichen Arbeitsbreiten stehen den Landwirten umfangreiche Datengrundlagen der Hersteller zur Verfügung, mit denen sich Düngerstreuer auf bekannte Düngemittel einstellen lassen.
Dennoch empfiehlt es sich, vor der ersten Ausbringung eine Düngerprobe an den Hersteller einzusenden. Viele Düngerstreuerhersteller, so auch die Firma Amazone betreiben hierfür eigene Testhallen, in denen bereits kleine Proben ausreichen, um die optimalen Einstellwerte für den Praxisstreuer zu ermitteln. Zusätzlich ist es sinnvoll, die Einstellung mit Streuschalen im Feld zu überprüfen. In Grub werden dazu die EasyCheck Schalen der Firma Amazone verwendet, welche mittels Smartphone-App ausgewertet werden. So lässt sich unter realen Einsatzbedingungen sicherstellen, dass der teure Mineraldünger gleichmäßig verteilt wird, was auch die Umwelt schont. Zunehmend arbeiten Hersteller auch an digitalen Lösungen, um eine möglichst exakte Einstellung zu erleichtern. Dabei wird der Dünger zunächst auf einer speziellen Schablone verteilt. Anschließend wird ein Foto der Verteilung aufgenommen. Mit Hilfe von künstlicher Intelligenz wird das Bild ausgewertet und daraus die optimalen Einstellwerte für den Düngerstreuer ermittelt. Erste Systeme dieser Art befinden sich derzeit in der Entwicklung oder werden schon von Herstellern angeboten.

Besonders anspruchsvoll wird die Einstellung des Düngerstreuers, wenn von den üblichen Bedingungen abgewichen werden muss, beispielsweise beim Düngen in Agri-PV-Anlagen. Eine mögliche technische Lösung stellen gestängegeführte pneumatische Düngerstreuer dar, welche jedoch deutlich teurer und schwerer als klassische Zweischeibenstreuer sind. Da Agri-PV-Flächen in der Regel nur einen kleinen Teil der gesamten Ackerfläche eines Betriebes ausmachen, werden Zweischeibenstreuer auch künftig eine wichtige Rolle beim Düngen in solchen Anlagen spielen

In Agri-PV-Anlagen ist jedoch häufig eine angepasste Arbeitsweise erforderlich. Oft muss beidseitig mit Grenzstreueinrichtung gearbeitet werden oder die übliche Arbeitsbreite reduziert und zusätzlich mit beidseitiger Grenzstreueinstellung gefahren werden.
Am Standort Grub beträgt die übliche Arbeitsbreite 24 Meter. In den dortigen Agri-PV-Versuchsflächen kommen teilweise jedoch auch Modulabstände von 12 Metern vor. Um hierfür eine optimale Lösung zu finden, führte das Amazone-Team gemeinsam mit den Mitarbeitenden in Grub umfangreiche Tests mit dem vorhandenen ZA-TS-Zweischeibenstreuer durch.

Die Ergebnisse zeigen den Nutzen einer präzisen Einstellung: Durch die Anpassung der Streuereinstellungen konnte der Variationskoeffizient (VK), ein Maß für die Gleichmäßigkeit der Verteilung, von deutlich über 20 Prozent bei herkömmlichen Einstellungen im Grenzstreumodus auf unter 10 Prozent reduziert werden.
Damit konnte gezeigt werden, dass auch unter den besonderen Bedingungen von Agri-PV-Anlagen mit einem Zweischeibenstreuer eine sehr gute Querverteilung des Düngers erreicht werden kann, wenn Gerät und Düngemittel sorgfältig aufeinander abgestimmt werden.
„Die Tests in Grub liefern damit wichtige praktische Erkenntnisse für landwirtschaftliche Betriebe, die Agri-PV-Flächen bewirtschaften und dabei weiterhin auf bewährte Streutechnik setzen möchten,“ zeigte sich der Staatsgutleiter Dr. Lichti zufrieden.